Hallo zämä!
Ich verlasse heute die Karibikküste von Kolumbien und fliege in den Amazonas zu den Peacock Bass

Hier ein kleiner Bericht zu meinen etwa 2 Wochen hier.
Wir waren in Coveñas, Cartagena, Barranquilla und Santa Marta.
Coveñas: Sah eigentlich gut aus, in unserer einen Nacht war aber der Wellengang zu gross, um mit meiner Reichweite etwas zu reissen. Es gab auch keinen Hafen in de Nähe.
Cartagena: Hier gab es schlicht und einfach zu viel zu sehen. Trotzdem habe ich mir einen Tag genommen, um mir den Traum vom Hochseecharter zu erfüllen. Für umgerechnet 400 Euro konnte ich einen Tag mit Cartagena Fishing verbringen. Auch auf dem Boot war ein nettes US-Paar, welches zuhause vor allem auf Musky angelt. Den Trip kann ich mittelmässig empfehlen. Der Kapitän ist ein arroganter Amerikaner, erklärt nichts, berichtet offen von seinen halblegalen Geschäften, staucht einem nach dem Verlust eines Bisses zusammen ('of course you don't catch fish like that', 'should have had the rodtip higher', 'should have reeled faster') und auf die Frage der Amerikanerin, ob denn Angeln seine Passion sei, gibt es die charmante Antwort: 'Nein, ich bin wegen den Frauen nach Kolumbien gekommen. Dann habe ich gemerkt, dass es kein Fishing Charter in Cartagena gibt. Ist ein gutes Business'.
Alles in allem ein Supertyp also

Der Einheimische auf dem (tollen) Boot macht die ganze Arbeit und scheint der einzige mit langjähriger Erfahrung zu sein. Wenn man etwas Spanisch kann, gibt es gute Diskussionen mit ihm.
Item, habe mich etwas in Rage geredet. Der Trip war an und für sich ok. Schleppen mit 6 Ruten mit grossen, tieflaufenden Rapala Wobblern und grossen/kleinen Tintenfischimitaten auf der Oberfläche. Hatten einen Wahoo an der Leine, der aber leider den Haken verbogen hat und sich so verabschiedete. Darüber hinaus 6 Bisse. Ich habe meine beiden Fische verloren (etwas kleines und einen 70-90cm Baracuda). Grund dafür war aus meiner Sicht das schwierige Drillen bei hohem Wellengang. Es ist leicht, kurz die Spannung zu verlieren. Der Amerikaner hat seine beiden Fische auch verloren und die Amerikanerin hat einen 70cm Bara und eine 60cm Spanische Makrele gefangen.
Am Vorabend bin ich für 350 Euro spontan noch mit auf ein Nachtfischen. Dort hat der Kapitän dann seinen Lehrling geschickt. Schleppen in der Bucht von Cartagena ohne Erfolg und Boden-Nachtfischen bei einem Bootswrack ohne Erfolg. Eine kleine Muräne gab es dann doch noch...
Alles in Allem hätte ich mir das Nachtfischen schenken sollen. Das Hochseefischen war eine coole Erfahrung.
Santa Marta: Hier lag der Fokus vor allem auf den Ausflügen in den schönen Tayrona Nationalpark und den Stränden in der Umgebung. Hier konnte ich beobachten, wie Baracudas und Hornhechte gejagt haben. Grosse Sardellenschwärme, die sich panikerfüllt aus dem Wasser werfen. Meinen kleinen weissen Wobbler habe sie ignoriert.
Dann habe ich für umgerechnet 300 Euro nochmals ein Boot gechartert. Und das hat sich so was von gelohnt! Es war etws kleiner und wir blieben stets nah an der Küste. Wir schleppten wieder mit ähnlichen Ködern wie in Cartagena. Nichts. Dann kamen wir in eine Bucht, wo eine gigantische Jagd stattfand. Pelikane, Möven, Raubfische und wir mittendrin! Das Schleppen war von Erfolg gekrönt! Aber das Beste war der Fang eines 50cm Atlantischen Bonitos auf meinen kleinen weissen Wobbler an meiner Reiserute. Ich stand vorne im Boot und habe die fliehenden Fische angeworfen. Plötzlich höre ich nur noch meine Bremse xD. Der hat gezogen, unglaublich!
Insgesamt haben wir 19 Bonitos und False Albacores gefangen. Zwei neue Spezies: Check! Gegessen habe ich einen False Albacore und meinen 'grossen' Bonito. War sehr gut. Den Rest haben wir unter den Familien aufgeteilt.
Gestern war ich noch für etwa 80 Euro mit zwei Locals auf einem kleinen Holzboot. Sie hattem Handleinen und ich meine Reiserute und den (ihr ahnt es) weissen Wobbler. Bereits nach 10min konnte ich eine spanische Makrele fangen! Neue Spezies: Check! Dann wurde es still, bis wir wieder in eine kleine Jagd fuhren. Dort gabe es etwa 5 False Albacores, zwei Spanische Makrelen und... Einen Skipjack Thun mit meiner Reiserute! Ich habe es erst realisiert, als ich ihn in der Gefriertruhe nochmals angeschaut habe. Zuerst dachte ich, es sei ein Bonito/False Albacore, aber es fehlten die Zeichnungen... Neue Spezies: check!
Hier ass ich nun je eine Hälfte der Makrele und des Skipjacks. Sehr gut!
Alles in allem habe ich es einfach etwas versäumt, in Santa Marta auf eigene Faust zu fischen. Aber ich muss ja noch Ziele haben für die Zukunft
Ich sehe, aus dem kleinen Bericht ist ein Roman geworden... Denjenigen, die noch mitlesen, sei gedankt für ihre Geduld
Grüsse,
Michel