Hoi Nino
Der Luganersee ist wirklich ein toller und vielfältiger See zum Angeln, hat aber seine Tücken. An den meisten Orten ist das Ufer eher steil und steinig. Ich denke als Bootsfischer hat man viel mehr Möglichkeiten. Ich selbst war bisher nur vom Ufer.
Wir sind nun seit ca. 14 Jahren immer mal wieder dort (im südlichen Teil des Sees) und konnten die Entwicklung der letzten Jahre etwas mitverfolgen. Meistens waren wir im Sommer, wenige Male im Herbst. Meine Erfahrungen beziehen sich also auf die Zeit von Juni bis Oktober, ansonsten weiss ich nichts genaues. Die Bassbestände sind massiv zurückgegangen, dafür fängt man etwas mehr Egli. Aber auch das kann sehr harzig sein. Diesen Sommer funktionierte es am besten mit kleinen Shads und Twitchbaits im unauffälligen Dekor.
Wenn man mit den Tessinern redet, dann scheint es so, als wäre der Hecht für sie der besonderere Fisch als der Zander. Bei uns ists halt umgekehrt.

Wir habens noch nie gezielt auf Hecht probiert, einfach weil für uns der Zander als Zürichseefischer einen grösseren Reiz ausübt. I
Meiner Meinung nach ist die Zanderfischerei definitiv einen Versuch wert. Die Ticinesi welche ich kennengelernt habe probierens fast ausschliesslich am Abend und in der Nacht. Bei den jüngeren ist das Jiggen (oft auch relativ grosse Gummifische) mittlerweile verbreitet, viele fischen aber mit lebendigen Köfis. Mein Vater und ich haben mit toten Köderfischen (etwas anstechen für den Duft, handlange Exemplare kann man auch halbieren) die besten Erfahrungen gemacht.
Es braucht viel Zeit und Geduld und es gibt viele Schneiderabende, aber man macht auch wirklich schöne Erlebnisse mit teilweise kapitalen Fischen.
Und: rede mit den Leuten, dann findest du viel heraus. Lucioperca ist das italienische Wort für Zander
LG, Schwarzfischer