Ich habe eine Frage an alle die sich in einer Bootsgemeinschaft befinden. Wie macht Ihr das mit den Kosten?
Ich habe mir ein Motorboot gekauft, bin also der alleinige Eigner, und möchte nun mit einem Kollegen eine Bootsgemeinschaft gründen.
Da das Boot natürlich an Wert verliert, möchte ich natürlich den Wertverlust nicht alleine tragen.
Wie handhabt ihr das? Gibt es eine Regel bzw. eine Art Formel wie man den Abschrieb berechnet?
Wie macht ihr es mit den restlichen Unterhalskosten und Reperaturen, die im Laufe der Jahre so anfallen? Was wenn nach ein paar Jahren der Motor oder sonst etwas sehr teures abschmiert? Wer zahlt was und wieviel?
Ich bin auf eure Antworten und Vorschläge sehr gespannt!!
Boot und Motor Neu 15000.00 SFR, Amortisation 15 Jahre = 1000.00 SFR p. Jahr, geteilt durch Anzahl Teilnehmer
Die Amortisation hat zwei Vorteile: Erstens ist gewährleistet, dass derjenige Welcher der das Ganze vorfinanziert hat, nach der festgelegten Zeit wieder zu seiner „Ware“ kommt und Zweitens, ist auf diesem Wege immer etwas Geld in der Kasse um unvorhergesehenes schnell abzudecken (dieser vorgestreckte Betrag wird dann Ende Jahr auf die laufenden Kosten aufgerechnet und durch die Anzahl Teilnehmer aufgeteilt). Der Vorteil ist, der Kassierer/Buchhalter muss nicht bei jeder Kleinigkeit jeden Einzelnen um Geld anfragen.
Platzmiete, Service, und Unterhaltskosten (Reparaturen, Unterwasseranstrich, u.s.w.) werden zusammengerechnet und per Ende Jahr geteilt
Grobfahrlässige Schäden gehen voll zu Lasten des Verursachers (Oel nicht vor dem Auslaufen kontrolliert, unter Alkoholeinfluss in die Hafenmauer gekracht, u.s.w.)
Alle Vereinbarungen schriftlich festhalten und unterschreiben lassen, allenfalls für Schlüssel ein Depot verlangen
Es braucht einen Verantwortlichen/Kassierer/Buchhalter, der alle Zahlungseingänge und Ausgänge akribisch, schriftlich festhält, wenn immer möglich mit Belegen (gute Freunde, gute Rechnung)
Was hier auf den ersten Blick evt. kompliziert und aufwendig daherkommt, macht es dann aber auf den zweiten Blick hin dahingehend einfacher, wenn man sich aus welchem Grund auch immer trennt. Meist ist man beim Start eines Projekts befreundet und euphorisch, man verschwendet keinen Gedanken an das was kommen könnte. Sollte es dann aber, warum auch immer zu einer Trennung kommen und ist diese dann noch mit einem Streit verbunden, fangen die Probleme erst richtig an. Darum, alles am Stammtisch miteinander besprechen, schnell schriftlich festhalten und unterschreiben lassen, das schützt jeden Einzelnen und auch das Kollektiv!
PS: und wenn die Gemeinschaft nicht immer gleichzeitig zusammen am Fischen ist, gilt die Regel: „Wer das Boot nach dem Ausflug verlässt, muss den Tank füllen!“ so ist gewährleistet, dass der/die andere/n am nächsten Tag nicht vor einem leeren Tank stehen und sich auch in den frühsten Morgenstunden aufs Fischen freuen können.
Zur Ergänzung noch drei gute Erfahrungen aus meiner Boots-Teilet:
Benzin: Wer das Boot verlässt, füllt den Tank mind. 2/3 und (!) den Reserve-Kanister auf dem Boot voll. So hat es immer genügend Treibstoff
Der Bootseigentümer entscheidet, wer wann das Boot nutzen darf. Dafür kann man einen gratis Google-Kalender führen, wo die Reservationen von allen Teilnehmern aufgeführt sind und bei der Planung eines Ausflugs vorher eingesehen werden können.
Ende Jahr kann man ausserdem leicht ausrechnen, wer wie viele Male auf dem See war. Wer das Boot/Motor/Ausrüstung also intensiver als andere genutzt hat, wird auch einen höheren Anteil an die allg. Reparaturen oder Abnützung des Motors zahlen. Dieses Verfahren ist transparent und fair und wird fast keine Geld-Diskussionen verursachen.
Wer das Boot verlässt, nimmt seinen gesamten Gerümpel wieder mit. Was auf dem Boot deponiert bleibt, wird von allen gemeinsam entschieden.
Also für mich wäre es schon der erste Abtörner, wenn ich erst eine ganze Litanei an Abmachungen niederschreiben und unterzeichnen muss....
außerdem finde ich eine Bootsgemeinschaft mit mehr als 2 Personen ziemlich unsinnig und unpraktikabel.
Ein Freund von mir ist in einer Bootsgemeinschaft mit einem Bekannten, dieser war, ist und bleibt alleiniger Besitzer des Bootes und ist auch alleiniger Pächter des Liegeplatzes.
Mein Freund nutzt gelegentlich das Boot(kurze Anfrage bei dem Bekannten reicht) und beteiligt sich mit 50% an allen laufenden Kosten sowie Reparaturen und natürlich auch an den Arbeiten, z.B. erneuern des Unterwasser-Anstriches....alles andere, gerade stehen für verursachte Schäden, Auftanken, Ordnung halten etc. ist Anstands-Sache, wer das nicht beherrscht, ist n. m. A. auch kein seriöser Partner für eine Bootsgemeinschaft.
"Jeder Tag ist Angeltag, aber nicht jeder Angeltag ist Fangtag" in Memoriam Auwa Thiemann
Ich finde die Inputs der Vorschreiber sinnvoll und bin auch der Meinung, dass es ohne ein paar schriftliche Abmachungen nicht geht. Ich bin an drei Bootsgemeinschaften beteiligt mit dem Unterschied zu den Vorschreibern, dass bei allen drei Booten alle Beteiligten auch Miteigentümer des jeweiligen Bootes sind (zweimal drei und einmal zwei) und somit bereits die Anschaffungskosten zu Beginn geteilt wurden und danach natürlich alle anderen jährlich anfallenden Kosten wie Service, Reparaturen, Ersatz, Aufrüstung (z.B. Schleppmasten, Rutenrechen, Autopilot etc). auch jeweils anteilmässig. So erübrigen sich die Abschreibungskosten. Aber auch bei einer Eigner-Gemeinschaft braucht es zu Beginn einen Eigner-Vertrag, wo gewisse Details (siehe oben) geregelt werden (im Fahrzeug-Ausweis kann ja nur eine einzige Person eingetragen werden). Eine Spritregelung finde ich obsolet; wenn das nicht klappt, dann stimmt die Chemie zwischen den Bootspartnern bestimmt nicht mehr...
God made one third of the earth land and two thirds water which clearly shows that he intended man to spend one third of his time plowing an two thirds fishing!
wir teilen Miete und Versicherung. Der Teilhaber bezahlt zusätzlich 300.- dem Besitzer pro Jahr, damit werden Service, Unterwasseranstrich, Reparaturen usw. bezahlt. 300.- ist dafür wohl eher knapp.
Schriftlich haben wir aber nichts.
Es wäre schade um eine Freundschaft, wenn nicht zu viel, sondern zu wenig schriftlich geregelt ist und diese Freundschaft wegen Meinungsverschiedenheiten in die Brüche gehen würde. Man sagt ja: bei Geld hört die Freundschaft auf
Gruss, Stefan
Schlitzohr, Spassvogel, durchschnittlicher Allrounder und Märchentante