Mein Kumpel (Paschi) und ich waren am Pfingstmontag (25.5.15) das erste mal am Oeschi. Er ist absoluter Anfänger und ich eigentlich auch. Hab meine Erfahrungen praktisch ausschliesslich an der Emme gesammelt und auch das vor 15-20 Jahren, am Bergsee war ich noch nie.
Wir also los morgens um 3 (ok, es war 20 nach, ist halt wirklich früh).
Nach Pinkelpause und Ausschau nach Bienenmaden (hatte nur noch wenige dabei) waren wir um ca. 04:30 an der Talstation des Gondel.
Packen und los, scheint ja ein schöner Morgen zu werden, die Vorfreude ist riesig.
Doch schon nach kurzer Wanderung (wirklich kurz) merken wir, wir haben zu viel Material dabei aber ok, muss halt alles mit und wir wollten ja die Ersten sein. Die Jacke jedenfalls muss weg, hier ist nicht wie vermutet noch Winter, 8°C können doch recht warm sein wenn man so viel Kram mitschleppen muss. Nach diversen Unmutsbekundungen beiderseits, Motivationsversuchen und literweise vergossenem Schweiss glaubten wir dann endlich den See zu sehen. Es war eine Fata Morgana. Nun gut, nach der nächsten Kuppe hatten wir's dann trotzdem geschafft. 1 Boot war an ablegen und 2 Fischer waren am auswerfen, also nur fast die Ersten. Naja egal endlich da (hätt ich nach der Hälfte nicht mehr geglaubt *dammi* war das steil).
Also ab ans linke Ufer Plätzchen gesucht und los geht's. Ich hatte so Wasserkugeln gekauft, natürlich die grössten (wollte ja weit werfen) merkte aber schon bei den ersten Versuchen, dass das meine Catana dx 270 auch mit viel Gefühl nicht mitmacht. Vielleicht waren auch das 15g Birnenblei zu schwer, 5g hättens wohl auch getan aber ich kenn halt den Tim Taylor noch...
Nun gut, ich hab 2 Ruten (1x Catana, 1x Billigrute vom Junior) mit den Kugeln soweits halt geht rausgeworfen, Paschi ist am Spinnern (hat ne 100%ige Spinnrute). Nach 0 Bissen in ca. 30 Minuten entscheidet er sich auch noch für einen Zapfen an der Billigrute vom Junior, ich hab ja noch paar Bienenmaden und sonst hab ich noch Engerlinge aus dem Garten, die scheinen aber bereits nach 1 Nacht recht "saftlos" zu sein, Bienenmaden halten sich offensichtlich schon besser.
Nach weiteren 30 Minuten Bewegung beim Zapfen des Kumpels. Er hat noch nie einen Fisch gefangen, schlägt natürlich zu früh an, weg. Nun gut, wenigstens hat's Fische.
Wieder ca. 30 Minuten später will ich die Made an der Billigrute kontrollieren und bin am einkurbeln, 3 Meter vorm Ufer plötzlich wieder Bewegung bei Kumples Zapfen. Ich leg meine Rute hin und eile ihm zu Hilfe. Diesmal kann ich ihn vom Anschlag abhalten und es funktioniert! Nach erstaunlich wenig Gegenwehr landen wir eine schöne, fette 36er ReFo. Ich zeig ihm noch praktisch (im SaNa ists halt nur Theorie) wie man betäubt und wie der Kiemenschnitt geht. Ausnehmen darf er sie dann selber (dank Youtube weiss er wie). Das ganze dauert sicher 10 Minuten. Ich kehre zu meiner fast eingekurbelten Billigrute zurück und will mein Vorhaben beenden, doch was macht die Wasserkugel da für komische Bewegungen? ich kurble ein und da hängt was dran! Ein unglaubliches ca. 20er Aalet! Was soll ich denn mit dem?
Zusammenfassen:
Es war ein sehr strenger Aufstieg für mich als Bürolisten (wohl zu streng) und die Ausbeute war sehr mickrig. Ich brauch ne andere Rute und andere Buldos und Spirolino brauch ich auch und etwas kleinere Bleie und und und Der Bernhard wird sich freuen. Paschi hat seinen 1. Fang gemacht, das erfüllt sogar mich mit stolz (er hats ja von mir gelernt und meine Bienenmade war's auch) und der See und die Landschaft ist einfach wunderschön! Ich schau schon im Kalender wann's das nächste Mal (mit der Gondel) rauf geht.
Es grüsst der Role
P.S. Mein kleinerer Junior (4) hat den Aalet vom Grill mit Genuss verspeist und er war wirklich lecker (wenn auch etwas, naja, eher nouvelle cuisine-mässig



