Habe die Studie unterdessen auch einmal durchgeackert und kann als Bodenseefischer auch mit eigenen Erfahrungen hier die eine oder andere Aussage treffen.
Grundsätzlich geht die Studie überhaupt nicht auf Prädatoren ein, dies wurde auch nicht untersucht.
Alle Werte und Untersuchungen gingen in den Bereich Lebensraum, dh. durchgängigkeit der Gewässer, Geschiebehaushalt, Temperaturen, Sedimente, Schadstoffe oder Gewässernutzung (Schwall/Sunk)
Zum Thema Fischerei kam lediglich ein Hinweis, dass ein kleiner Teil der Fische verletzungen von Angelhaken aufweist, nichts wurde über die Netzfischerei geschrieben, der wohl grösste Einflussfaktor auf den Fischbestand.
Es wurde keine Aussage dazu getroffen, dass die Sömmerlinge in Bächen und Flüssen leben wo der Einfluss von Reiher, Gänsesäger und Kormoran erheblich sein kann ....
Auch die stark wachsende Hechtpopulation im See und die immer häufigeren Welse sind kein Thema, es ging nur um die Gewässerqualität.
Das Argument
3% der untersuchten adulten seeforellen verletzungen von der angelfischerei aufwiesen (abriss einer maxillare) spricht eigentlich für die Angelfischerei, den es zeigt dass ein Fisch der sich befreit oder als wertvolles Laichtier

zurückgesetzt wird sehr wohl eine Überlebenschance hat und seine Bestimmung zur Arterhaltung wahrnehmen kann.
In meinen Augen zeigt der Bericht aber eben auch sehr gut, dass wir unsere Gewässer wieder durchgängiger machen müssen, dass Wasserkraft keine grüne Energie ist und dass wir den Bestand leider nach wie vor durch Brut unterstützen müssen weil naturnahe Laichgebiete fehlen.
Mit Grüssen vom Bodensee