Mitte September fuhr ich mit Bahn und Bike nach Meiringen/Innertkirchen. Ziel war es, das Urbachwasser zu befischen, draussen zu übernachten und am nächsten Tag entweder den Mattenalpsee oder den Engstlensee zu besuchen.
Bei der Vorbereitung stiess ich im Netz auf spannende Zusatzinformationen. So scheint es in der Gegend abgesehen von den Berner Patentgewässern einige private Bäche und Bergseen zu geben, ausserdem stiess ich auf eine interessante Übernachtungsgelegenheit, aber davon vielleicht später mal mehr!
Ich machte erst noch einen Abstecher an die Junge Aare, kam mir aber schnell idiotisch vor, da ich keine Ahnung hatte, wie dem Bach beizukommen wäre...

Naja, 2010 wurden auf der Strecke laut vol.be.ch auch nur ungefähr 300 Fische gefangen, also easy. Ich kehrte um und machte mich auf, den kurzen Aufstieg von der Talabene in Innertkirchen ins Urbachtal zu bewältigen. Gleich zu Beginn der Ebene fand ich einige schöne Gumpen vor, in denen ich aber keine Fische entdecken, geschweige denn welche fangen konnte. Achtung, die glatt geschliffenen Felsen sind rutschig wie Sau!

Ich rückte weiter in die Ebene vor. Rechter Hand erhebt sich eine imposante, waagerechte Felswand über mehrere hundert Meter in die Höhe. Vor zig Jahren war ich hier mal im Pfadilager!!

Bald entdeckte ich dann in einem Seitenbächlein eine muntere Forelle, kurz darauf kamen die ersten Bisse. Die wahrscheinlich einzig massige versemmelte ich leider, ansonsten gab es ein Dutzend kleinere an allen möglichen Stellen: in Flachwasserpartien, hinter grösseren Klötzen oder in den wenigen Gumpen bis auf Höhe des Parkplatzes/Wasserfalls. Anstatt sie vor die Linse zu zerren, dachte ich mir, hake ich sie besser gleich wieder ab. Deshalb gibt's in diesem Beitrag keine Bilder von Fischen, sorry Giele.

Hier wächst neben dem Urbach ein kleines Auenwäldchen mit super schönen Brätli- und Biwakplätzen:

Die Konkurrenz schläft auch hier nicht....

Ich genoss den Tag trotz mageren Fängen. Temperatur und Kulisse stimmten.

Ich war wohl gerade am Abwägen, was ich noch machen wollte, Mattenalpsee (<30 Fänge im 2010...) oder irgendwie auf die Engstlenalp kommen, als ich fast auf die Schnauze fiel und einen dermassen schlecht gefederten Schritt tat, dass ich mir ein paar Rippen verschob (!). Innerhalb von einer halben Stunde beschlich mich eine Halsstarre, die zum Abbruch des Trips führte. Etwas wehmütig trat ich den Heimweg an, aber es war die richtige Entscheidung.

Der Physiotherapeut Olivari aus Bümpliz manipulierte meine Knochen nach ein paar Tagen wieder an die Stelle, wo sie hingehören - der Mann kann alles!
Fazit:
+ die Gegend ist faszinierend
+ der Crowdfaktor tendiert gegen Null, aber
- bis mal eine Massige am Haken hängt, kann es eine gefühlte Ewigkeit dauern.
Wie es weiter oben (anscheinend kann man bis auf 1300 m.ü.M. fischen) oder weiter unten aussieht, kann ich nicht beurteilen, ich war nur in der Ebene unterwegs.
Yap, das wär's. Petri.
