Natürlich gehört der Fangerfolg dazu, und dem einen ist er wichtiger, dem anderen weniger.
Obiges Zitat finde ich persönlich aber auch ziemlich krank.
Wer geht denn an einen Bergsee, schaut minutengenau auf die Uhr und rennt nach kürzester Zeit wieder heim?
Also ich gehe vor allem an einen Bergsee oder Bergbach wenn ich Zeit habe, ausspannen und die Natur geniessen will.
Da schaue ich zum einen kaum mal auf die Uhr, zum anderen renne ich nicht gleich wieder runter falls ich nach kurzer Zeit schon genug gefangen habe...
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und vielfach wird unser Hobby mit den gleichen Augen wie der Beruf angesehen, nur 'die Leistung' / 'der Erfolg' zählt. Oder unser Hobby wird als Kompensation für mangelnde Erfolge in anderen Lebensbereichen missbraucht.
Ich habe oben bewusst 'krank' geschrieben, denn mir ist genau das vor ein paar Jahren passiert.
Ich bin in einen Burnout gerasselt, und die 'Leistungen und Erfolge' in Berufs- und Privatleben haben gar nicht mehr gestimmt. In gewissem Rahmen wollte ich das beim Fischen kompensieren, und der Fangerfolg war extrem wichtig.
Heute, da das zum Glück alles Geschichte ist, kann ich rückblickend sagen dass das genau der falsche Weg war.
Was mir gefehlt hat war unter anderem Ruhe und Entspannung, die hätte ich genau beim Fischen finden können habe es aber durch mein Leistungsdenken nicht getan.
Heute ist mir der Fangerfolg so etwas von egal und ich geniesse das Fischen dermassen, dass ich mich auch schon wieder frage ob das nicht krank ist

War vor kurzem in Schweden und wollte auf Meerforellen fischen, obwohl die Saison vorbei ist. Ich dachte nachts könnte noch etwas gehen, habe aber gemerkt dass ich nachts ja nichts von der Natur und Landschaft sehe. Also bin ich tagelang alleine entlang der Aussenküste geschlichen, habe keine einzige Meerforelle gesehen, und es war einfach nur genial.
Ich hätte innerhalb der Schären eine hervorragende Hechtfischerei erleben können, aber die etwas rauhere Aussenküste hat mir besser gefallen, dort habe ich keinen Menschen getroffen und vor allem hatte ich den entspannenden und befreienden Blick auf den Horizont.
2 Wochen kaum auf die Uhr geschaut, kein Handy und keinen Computer gebraucht und keinen Gedanken an Leistung oder Erfolg verschwendet.
Der Fangerfolg war völlig egal und ich kam total erholt und aufgetankt zurück.
Ich denke es würde vielen gut tun ihr Hobby etwas mehr in diese Richtung zu betreiben, und nicht ständig zu versuchen möglichst schnell und möglichst viel zu fangen. Ich spreche wie gesagt aus Erfahrung, und mir gibt das Fischen heute viel mehr obwohl ich viel weniger fange.