Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beschreibungen von Flüssen und Flussabschnitten.
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Luki
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Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Luki »

Wie es der Zufall so will, bin ich mit der Schule bald für eine Woche in einem Lager in der Region zwischen Churwalden und Lenzerheide unterwegs. Ich hab also schon mal die Flyrod geputzt, eine Menge von kleinen Schwarzen gebunden, und dann mal die Fischereikarte des Kantons Graubünden gesucht.
Bisher hab ich angenommen, dass da schon die eine oder andere Bächlein in der Umgebung geben wird, das ich mal in einer ruhigen Stunde besuchen kann (ich bin nur von 16.00 - 09.00 verantwortlich :mrgreen: ). Was ich dann gefunden habe, hat mich beinahe erschlagen: eine unglaubliche Vielfalt an Gewässern :

http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwa ... st_Web.pdf
http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwa ... st_Web.pdf

Ich habe mir gedacht, dass ich vorallem Mal in den Gebieten c2 und B6 unterwegs bin.

Jetzt zu den eigentlichen Fragen: Wie sieht es mir der Befischbarkeit dieser Gewässer Ende Juni normalerweise aus (ich bin normalerweise meistens nur an recht berechenbaren Restwasserstrecken mit geklärtem Wasser oder im Flachland unterwegs)? Gibt es in diesem Gebiet Dinge, die man mit der Fliege oder der Nymphe speziell beachten muss? Ist einer der Bäche im Gebiet besonders empfehlenswert (und damit meine ich nicht primär die Fischerei, sondern z.B. auch die Umgebung)?

Ich bin, wie gesagt, nur recht selten mit der fliege in solchem Gebiet unterwegs - im Graubünden war ich noch gar nie angeln. Deswegen bich ich um Tipps jeder Art sehr dankbar.
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

wenn du schon im bündnerland bist, würdest du lieber mal mich auf der alp besuchen kommen anstatt mit der fliege an den bergbächen abzuschneidern :mrgreen: mit dem hinterrhein und dem sufnersee gäbe es sogar zwei attraktive gewässer in der region.

im ernst, zur fliegenfischerei kann ich dir ja nichts sagen, davon verstehst du mehr als ich. generell ist es so, dass im bündnerland zurzeit noch etwas schmelzwasser in den gewässern ist, das wasser also nachmittags eintrübt. unterhalb von stauseen ist vielleicht noch der schwall-sunk-betrieb zu beachten.
aspidelaps

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von aspidelaps »

wen du mobil bist, hats da sicher paar nette sachen in der region.
den sufner würde ich vielleicht sein lassen, der wurde erst grad gespüllt.... ;)
nebst fliegen würde ich sicher noch paar goldköpfli nympen einpacken.
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

aspidelaps hat geschrieben:den sufner würde ich vielleicht sein lassen, der wurde erst grad gespüllt.... ;)
ich weiss, aber am trotzdem werden dort zurzeit mehr (und v.a. grössere) fische gefangen als vor der spülung. selbst die aufseher staunen.
aspidelaps

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von aspidelaps »

ja ja, aber so wirklich ein fischebestad hat der sufner im moment noch nicht......
der stand noch vor knapp 2 monaten komplett lehr da!
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

ich weiss, aber man muss bedenken, dass stets das wasser aus dem hinterrhein durchgeflossen ist (war ja erwünscht, damit das sediment ausgespült wird), und dort konnten sich offenbar nicht wenige fische halten. wie gesagt, die letzten zwei wochen wurden offenbar trotz allem viele und grosse fische gefangen, so dass gar die aufsicht staunt. gefischt wird soweit ich gesehen habe (hatte leider keine zeit dort selbst zu fischen) meistens nahe dem einlauf des hinterrheins.
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Luki
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Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Luki »

Die kleinen goldenen sind eh immer mit von der Partie 8) Aber danke für den Hinweis!

Die Sache mit dem Schmelzwasser hab ich eben befürchtet...Und das ist ende Juni immer noch der Fall? Verdammt, wo bleibt da die Klimaerwärmung, wenn man sie mal braucht!

Ich hab gar nicht gewusst, dass du bald wieder oben bist, asti! Gib mir mal die Koordinaten durch!
astacus hat geschrieben:anstatt mit der fliege an den bergbächen abzuschneidern :mrgreen:
Das Fische Fangen wird meiner Meinung nach beim Fischen generell eher überbewertet :mrgreen:
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

so viel schmelzwasser, dass die bäche unbefischbar wären, kommt nicht mehr runter. aber spür- und sichtbar ist es dennoch.

meine "koordinaten": alp gadriola in nufenen, im prinzip ab sofort.
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Garrick
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Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Garrick »

Hallo

Bergbäche im Raum Churwalden sind gut befischbar. Lenzerheide nicht da fast fischleer.
Churwalden unterhalb des Dorfes gibts die schöneren Fische als oben. Bis 26 Zentimeter :)))) :lol:
Im Seitenbach im oberen Dorfteil kurz vor der Steigung nach Parpan hats zurzeit nichts drin über 15cm. War Totalschaden!

Bist du ein Pesca sportiva Fischer kannst für den Heidsee eine Tageskarte für 20 Stutz lösen. Hat tonnenweise Fische drin.
Mit der Nassfliege gibts manchmal auch Wildforellen bis über ein Kilo.

Noch was zum Sufnersee!
Der wurde nicht entleert. Nur sehr stark abgesenkt. Die Sedimente sind nicht aus dem See entfernt sondern liegen alle im unteren und mittleren Teil.
Anfang Mai wurde von Insidern täglich das Maximum von 6 Fischen gefangen. Der Bestand schein recht gut zu sein.
Wo es dafür fast keine Fische mehr hat ist unterhalb des Stausees. Im Schams bei Andeer/Zillis werden die letzten Bachforellen vom Graureiher für seine Brut gepflückt.

Gruss live vor Ort
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

klar doch, das einzige graureiher-brutpaar weit und breit bei andeer hat den ganzen hinterrhein leer gefressen :roll:
berufsfischer

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von berufsfischer »

astacus hat geschrieben:klar doch, das einzige graureiher-brutpaar weit und breit bei andeer hat den ganzen hinterrhein leer gefressen :roll:
das hat doch so ausgelegt gar niemand gesagt bzw. geschrieben :wink:
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Garrick
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Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Garrick »

Astacus hat gesprochen! Hugh!

Du weist auch immer alles besser! z,z,z
Vor allem antwortest du auf Gedanken die du selbst hast! :mrgreen:

Eine Brut in Andeer, eine Brut in Clugin! Die Vögel wandern mittlerweile weite Distanzen um an Nahrung, sprich Fisch für ihr Nachwuchs zu kommen.
Oder denkst du die fressen Mäuse im Wasser?
Vor wenigen Jahren als es noch genügend Fische im Schams bei Zillis, Andeer gab waren permanent 6-8 Stück da.

Kannst ja auch einfach die offizielle GR-Fischfangstatistik des Amtes durchblättern und was über den Graureiher lernen.
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

bitte nicht gleich so angepisst reagieren...

aber die reaktion zeigt eigentlich v.a. dass ich mit meinem post doch richtig lag bezüglich der angetönten aussage von garrick, gell berufsfischer :)

so oder so bleib ich aber dabei, ein gewässer in der grösse wie den hinterrhein in der region zillis-andeer können die ein oder meinetwegen auch zwei reiherbrutpaare nicht nachhaltig schädigen. dem reiher kommt dort zwar die miserable restwassersituation entgegen, die ihm die jagd vereinfacht, aber dennoch ist der grösste teil des gewässers für ihn kaum nutzbar.
aspidelaps

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von aspidelaps »

1paar vermutlich schon nicht, aber es sind auch mehrere einzelne reiher unterwegs in der region.
der graureiher wird langsam immer wie präsenter hier im graubünden,dass ist leider schon so...
so unrecht hat der garrick mit der aussage also definitv nicht....!
und grad der hinterrhein ist so oder so "nicht" grad ein top gewässer mit massig fisch drin,da macht sich dies scho bemerkbar.
desweiter hat andeer auch noch eine riessen schonstrecke, da kann er sich gut realtiv unbemerkt vollfressen. ;)
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Garrick
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Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Garrick »

Ein oder zwei Bruten wäre auch vor hundert Jahren eine Sensation gewesen.
Damals gabs auch "Durchzügler" die niemanden störten. Sie sassen auf dem Felde im Ansitz auf Mäuse und Würmer.
Als Junge war ich im Vogelschutzverein. Da erfreute man sich und bestaunte diese relativ seltenen Gäste bei Untervaz. Hab sogar mal so ein Problemvogel aus dem Schongebiet in Andeer
verletzt eingefangen und zum Tierarzt, respektive Pflegestation gebracht. Also ein wenig Mitgefühl hab ich schon. Aber wenns um das Überleben der Fische geht keine Frage
bei einem Vogel der seit altersher hier kein Brutvogel ist/war.
Später versammelten sie sich in den Oberläufen z.B. bei der ehemaligen Schonstrecke in Andeer und frassen sich dort in aller Ruhe satt.
Da wurde es kritisch mit den Laichfischen die für den Besatz an Jungfischen im geschundenen Rhein unerlässlich waren.

Wieso sie seit nun über zwei Jahrzehnten immer stärker auf Forellen teils sogar an unwegsamen Wildbächen wie zum Beispiel bei Bergün oder im Areuatal eingeschossen sind
hat wohl mit der "Vererbung" an ihren Nachwuchs zu tun. Auch die Scheu haben sie teils total verloren.
Im Schams aber auch im Bündner Rheintal gibts Individuen die einen bis auf 5 Meter an sich heran lassen. Der lustigste ist jener der bei Clugin von einem Ufer zum anderen wechselt
und seelenruhig in nächster Nähe zu Menschen Sömmerlinge und Jährlinge aufpickt.

Mittlerweile hat es so viele Vögel dass sogar das Amt Massnahmen ins Auge fasst um nach der Stauseegeschichte den Bestand wieder aufzubauen.
Es hat so viele Graue dass sie bis über 2000 Meter auf Nahrungssuche gehen. In Bergün zum Beispiel lebt mindestens einer durch den ganzen Winter bei 2 Meter Schnee am Bach.
Der frisst bestimmt Röhrlimaden! Oder am San Bernardino Pass versucht ers sogar auf Saiblinge der Spassvogel und verschwindet dann in der kleinen Schlucht Richtung Hinterrhein oder wieder ins Misox.
Ich würd ihm ja die Fische gönnen wären da nicht die umfangreichen Faktoren die den Fischen das Wasser auch sonst abgraben.

Baut man irgendwo ein Bestand wieder auf kommt die graue Eminenz und plündert. 400 Gramm am Tag während 365 Tagen im Jahr.
Logisch landen nicht nur Fische in seinem Magen. Aber am Wasser frisst er sie. Und oft ist er am Wasser! Sehr oft.

Im Misox ist das Problem noch gravierender. Da laufen Gegenmassnahmen um ein Mindestbestand an Forellen wieder aufzubauen.
Da ist auch der Kormoran und der Gänsesäger dabei.

Und noch was!
Meine Aussage das er die letzten Forellen plückt entspricht der Wahrheit.
Nach den verheerenden Entleerungen des Sunfner und Bärenburger Stausee gehts tatsächlich um das nackte Überleben der Fische in diesem Teil.
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