http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4 ... 73d2e53d54
In der Aare, sowie wie in vielen anderen Gewässern der Schweiz finden sich unter den Krebsen verschiedenste Neozoa (Signalkrebs, Kamberkrebs, etc.), die vom Bund vor geraumer Zeit als "nicht erwünschte Tierart" eingestuft wurden. Da ich auf meinen Touren an der Aare Solothurn sehr regelmässig auf Signalkrebse treffe, ist mir der Gedanke gekommen, die einheimischen Krebse etwas zu unterstützen, indem ich mich für das nächste Jahr um eine Bewilligung zum Krebsfang bemühe
Auf meine Anfrage beim Amt für Wald, Jagd und Fischerei hiess es dann folgendes:
"Für den Fang von Krebsen braucht es eine Bewilligung des Kantons.
Solche Bewilligungen stellt der Kanton momentan keine oder nur für
gewisse Forschungszwecke aus.
Da die einheimischen Krebse generell sehr selten geworden sind und lokal
vom Aussterben bedroht sind, werden auch in naher Zukunft keine
Bewilligungen zum Fang von Krebsen ausgestellt.
Für nicht einheimische Krebse, die in letzter Zeit insbesondere in der
Aare stark zugenommen haben, werden ebenfalls keine Fang-Bewilligungen
erteilt. Dies aufgrund der Tatsache, dass diese Krebse eine Krankheit
(Krebspest) verbreiten können, die für die einheimischen Krebse tödlich
verläuft."
Wird also nichts aus einem Signalkrebsshrimpcocktaill
http://www.bafu.admin.ch/tiere/09262/09 ... bNoKSn6A--
Begründet wird die Empfehlung für ein Verbot des Krebsfanges für Privatpersonen wiefolgt:
"Auf der anderen Seite wird den Kantonen empfohlen, in ihre Gesetzgebung ein Verbot für die Nutzung
nicht-einheimischer Arten durch Freizeitangler/innen einzuführen sowie den Transport und die Haltung
fremder Arten zu verbieten. Dies rechtfertigt sich dadurch, dass es keine effiziente und vor Ort praktizierbare
Tötungsmethode für diese Tiere gibt sowie durch die Risiken beim Transport (Entweichen und
Besiedlung neuer Habitate). Interessierte Kreise sollen nicht ermuntert werden, fremde Arten absichtlich
zu verbreiten und in neue Gewässer einzusetzen, um sie dann nutzen zu können. Eine koordinierte
Abfischungskampagne gemäss BM2 ist jedoch möglich."
Hmmm. Ist mir schon klar: Es treiben sich einige rücksichtslose oder zumindest gedankenlose Leute am Wasser rum, die sich über die Folgen der Verschleppung einer Tierart nicht im klaren sind (meines Wissens stammen die Signalkrebse in der Aare auch ursprünglich aus einem Privatweiher in der Gegend von Solothurn, und sind nach heftigen Regenfällen über die Verenaschlucht in die Aare gespült worden, von wo aus sie sich munter vermehrt haben).
Laut dem Aktionsplan sind jedoch Abfischungskampagnen möglich:
"Prinzip: Ausführen aller möglichen realistischen Massnahmen für eine massive Reduktion resp. völlige
Ausrottung nicht-einheimischer Populationen eines Abschnittes durch die zuständigen Behörden.
Die vorgeschlagenen Eliminationsmassnahmen müssen zwingend von der zuständigen Behörde koordiniert
werden. Gleichzeitig muss eine Überwachung durchgeführt werden, damit gesichert werden
kann, dass die Auswirkungen auf die einheimische Flora und Fauna in einem vertretbaren Rahmen
bleiben. Die Massnahmen müssen von einem Kommunikationskonzept begleitet werden, damit die Öffentlichkeit
über das Vorgehen orientiert wird.
Verschiedene koordinierte Massnahmen können vorgeschlagen werden:
• Massive und wiederholte Abfischungen durch Fischereivereinigungen (Fänge, Tötung und Verzehr
vor Ort), überwacht von der zuständigen kantonalen Behörde.
• Systematisches Fallenstellen mit Hilfe von Reusen mit Ködern oder mittels Pheromonen1.
• Einsetzen von Raubfischen (Aal, Hecht).
• Temporäres Trockenlegen eines Gewässers."
Aus meiner Sicht ist dies ein Massnahmenpaket mit Auflagen in einer Breite, dass es (wenn überhaupt) zu vereinzelten Aktionen kommen kann. Und solche nur sporadisch angesetzten Massnahmen werden wohl kaum einen Einfluss auf die Population haben. Ob andererseits eine (beispielsweise mit einer Schulung im Bereich der Neozoaproblematik verbundenen) Lizenzvergabe an Privatpersonen die Population beeinflussen kann, bin ich mir auch nicht sicher. Ich denke jedoch, dass auf diese Weise eher ein "permanenter Druck" auf solche Populationen ausgeübt werden könnten.
Falls ihr der Textmenge zum Trotz bis hier die Stange gehalten habt
Ich bin gespannt auf eure Meinung
Mfg
Ps: Ich wusste echt nicht, wo ich diesen Beitrag sonst einstellen sollte...falls die Mods eine bessere Idee haben, bitte ich um Verschiebung und Verzeihung.

