Der Traum vieler Angler, einmal im Leben einen Huchen zu fangen, der Fisch der 1000 Würfe, vielleicht sogar noch an der Fliegenrute? Aber es gibt nicht viele Angler die wirklich gezielt in der kalten Jahreszeit sich die Mühe machen etliche Stunden, vielleicht sogar noch bei einem Schneegestöber, den Fisch ihres Lebens zu überlisten. Man kann Tage, Wochen ja sogar Monate am Wasser verbringen, bis man einen Huchen beim Rauben beobachtet, man weiss jetzt das dort ein Huchen lauert, da er ja ein standortreuer Fisch ist, das heisst aber noch lange noch nicht das man ihn einfach so fangen kann, im Gegenteil, jetzt zeigt sich erst das Anglerische können, es ist möglich das man ihn beim ersten Wurf fängt, es kann sich aber auch über Tage, Wochen oder Monate erstrecken, bis man den richtigen Zeitpunkt erwischt. Ein Huchen wenn nicht will, dann will er nicht, da kann man nichts machen aber wenn er raubt, dann packt er alles was vorbeischwimmt. (sagt ein alter Huchenfischer bei uns am Inn) Man sollte nicht mit irgendeiner Rute oder Rolle zum Huchenfischen gehen, bei solchen Großsalmoniden, wo der Rekord im Moment bei 70 Pfd. (1,37m) liegt ist es sehr empfehlenswert auf Qualität zu achten. Ebenso so wichtig wie das Gerät ist, wo findet man eigentlich den Huchen?
Die Standplätze
Ein Huchen liebt sauerstoffreiches und schnell fließendes klares Wasser. Vor allem steht er gerne hinter Steinen, versunkenem Holz oder ähnlichen versunken Gegenstände und in tiefen Rinnen, wo das schnellfliessende teils reißende Wasser über seinen Kopf hinwegrauschen kann. Ganz typische Huchenstandplätze sind tiefe Gumpen, Kehrwasser, unterspülte Ufer, Felsen, Flussmündugen Wehrausläufe oder Brückenpfeiler. Im allgemeinen steht der Huchen tief, man kann sagen er liegt regelrecht auf dem Grund und wartet meist unmittelbar an der Strömungskante auf Nahrung. Zum Jagen verlässt er jedoch seinen Standplatz und stellt sich dann z.B. auch in den flachen Uferbereichs des Ein- oder Auslaufs eines Gumpens. Ein Huchen verlässt seinen Unterstand, im Vergleich zu anderen Fischen, nur sehr sehr kurz, es gibt zwar dafür keine genauen Angaben wie lange, aber im grossen und ganzen holt er sich nur was zum "fressen" und verschwindet danch wieder in seinem Unterstand und genau diesen Zeitpunkt muss man erwischen um einen Huchen zu fangen, und das ist verdammt schwer, deshalb heisst er auch der Fisch der 1000 Würfe.
Man sollte deshalb unbedingt den gesamten "Raubbereichs" des Huchens intensiv abfischen. Es ist auch nicht ungewöhnlich , dass sich mehrere Huchen einen grossen Gumpen teilen. Ein Huchen wächst auch sehr schnell heran, bereits nach 4 Jahren hat er ein Grösse von 70cm und mehr erreicht.
Die Ausrüstung
Das eigentlich wichtigste beim Huchenfischen. Man kann den Huchen mit der Spinn-, Grund-, und sogar mit der Fliegenrute fangen. Am meisten wird jedoch die Spinnrute verwendet. Da man eigentlich beim Huchenfischen immer mit einem grossen rechnen kann, da ja auch die Köder dementsprechend gross gewählt werden sollte die Rute ein gutes Rückgrat und das dazu passende Wurfgewicht ( je nach Gewässer 80 - 120 - 150 oder teilweise sogar mehr) haben. Es gibt Huchenfischer die Ruten mit 250gr und mehr verwenden. Da der Huchen ein sehr hartes Maul hat muss der Haken teilweise über eine weite Distanz noch eindringen können und dies erreicht man nur mit harten Rute und mehrmaligen ( 2 oder 3) anschlagen. Die optimale Länge für eine Rute liegt bei 2,70m bis 3,00m. Wobei hier auch Steckruten den Teleskopruten klar überliegen. Bei der Rolle ist vor allem ein robustes Getriebe eine perfekte Schnurwicklung, das Fassungsvermögen und eine fein justierbare Bremse am wichtigsten. Ebenso wichtig ist die Schnur, auf keinen Fall sollte man unter 0,40mm monofil fischen, im Gegenteil, 0,50mm ist schon vorteilhafter, vor allem auch wegen der Felsen versunkenen Bäumen usw. natürlich kann man auch mit einer geflochtenen Schnur fischen, als Stärke würde sich 0,25mm - 0,28mm anbieten, der Nachteil dieser geflochtenen Schnüre beim Huchenfisch ist, das sie sich mit Wasser "vollsaugen" und da es ja beim Huchenfischen selten über 0 Grad Celcius hat, gefriert sie sehr schnell, was danach das fischen unmöglich macht, der Vorteil wiederum geflochtener Schnüre ist das der Anhieb voll durch kommt, da sie sich ja nicht dehnt. Es ist ein für und ein wieder, ich perönlich habe immer 2 Rollen dabei, einmal mit geflochtener für Nachmittag, wenn mal die Sonne scheint oder es tatsächlich mal über 0 Grad haben sollte, und eine mit monofiler 0,45mm. Beim Huchenfischen speziell verwendet man kein Stahlvorfach oder ähnliches wie z.B beim Hechtfischen, man kann den Köder entweder direkt auf die Hautpschnur binden oder in den davorgeschaltenen Wirbel einhängen.
Die Köder
Hier gehen die Meinungen auseinander, einige schwören auf Spinner manche fischen sogar nur mit dem Belikopfstreamer auf Huchen, aber der wohl bekannteste Köder ist und bleibt der Huchenzopf. Der Huchenzopf imitiert ein Bündel Neunaugen beim Laichen, also seine natürliche Nahrung, (leider gibt es eh fast keine mehr) ebenso bekannt ist der legendäre "Heintz - Blinker" mit dem schon so ein mancher Huchen überlistet worden ist. Ebenso fängig erweist sich das fischen mit Köderfischen, wie z. B mit Aiteln oder Nasen, da diese Fische auch dort vorkommen wo der Huchen zuhause ist, natürlich würden Forellen und Äschen ebenso gehen aber davon rate ich jedem ab, da die Bestände der Äschen und Bachforellen sehr stark abgenommen haben, und es auch nicht überall erlaubt ist, wenn nicht sogar verboten was ich vollkommend richtig finde.
Man kann auch Gummifsche (ab 15 -22cm) verwenden, ebenso grosse Twister, am besten in den Farben schwarz / weiss diese haben sich bislang am besten bewährt. Hier mal ein Foto von Huchenzöpfen die noch aus Leder gefertigt wurden, die neuen bzw. die man im Fischergeschäft kaufen kann bestehen aus Pastikschwänzen.

Ein paar Tipps am Rande
Es ist egal, welchen Köder man gewählt hat, das wichtigste ist, dass er verführerisch arbeitet und in Grundnähe angeboten wird. Denn dort steht er ja der Traum vieler Angler. Und nicht zu vergessen, 2x anhauen wenn er beisst. Und nun wünsche ich Euch eine erfolgreiche Huchenjagd.
Euer Christian
