Fliegenfischen sagt mir nix

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til
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Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von til »

Hallo Leute, mich nimmt wunder, ob es noch jemand so geht wie mir: ich kann mit dem Fliegenfischen irgenwie nicht viel anfangen. Ich hab es über die Jahre immer mal wieder versucht. Mit Kurs (2 mal) und auch einfach so. Am Bach auf Forelle, am See auf Hecht und Egli. Aber irgendwie hat's einfach nicht klick gemacht. So richtig Spass hat es mir nie gemacht und mittlerweile habe ich es abgeschrieben. Vielleicht habe ich zuviel erwartet, ob all der Lobeshymnen die man immer hört und liest. Vielleicht liegt es mir einfach nicht. Jedenfalls bin beim Spinnfischen hängen geblieben und das macht mir mehr Spass. Habe dort im Laufe der Jahre auch einiges dazugelernt: die ganzen Schwarzbarsch Gummitechniken, Jerken, mit der Multi fischen. Gefällt mir einfach viel besser als diese Rumgewedle mit den schwerelosen Ködern.
gringostar

Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von gringostar »

Hallo Til,

geht mir genau gleich :lol:
gonefishing

Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von gonefishing »

Ging mir auch so und meine Fliegenrute war schon am verstauben.
Bis ich Seeforellen beim Steigen auf Maifliegen beobachten habe und die konsequent meine Wobbler ignoriert haben.
Da habe ich die Fliegenrute wieder rausgeholt und mit der ersten 50+ Seeforelle auf Trockenfliege hat es mir den Ärmel richtig reingenommen.
Mittlerweile fische ich mehr mit der Fliege als mit der Spinnrute, obwohl ich mal ganz genau wie du geredet habe.
Es gibt für mich nichts spannenderes als mit der Trockenfliege auf Seeforellen, lieber eine auf Trockene als drei mit der Spinnrute...
Und es gibt für mich nichts entspannenderes als im Sommer mit kurzen Hosen und der 3er-Rute am Bergbach. Gesamtgewicht der Ausrüstung 200g, alles Zubehör hat in zwei Hosentaschen Platz, Genuss pur, die sehr erträgliche Leichtigkeit des Seins... ;-)
Beni

Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von Beni »

Das erste mal so richtig gut mit der Fliegenrute habe ich im Osttirol gefangen. Damals fing ich in einem Bergbach wunderschöne Bachsaiblinge&Bachforellen.. :D
In einem Bergsee ein paar Kilometer weiter weg waren wunderschön gezeichnete Seesaiblinge wohnhaft. Danach hat es mich nie wirklich wieder ganz losgelassen... Obwohl ich momentan öfters mit der Spinnrute unterwegs bin, ist es doch immer wieder einmal `ne tolle Abwechslung, mit der Fliegenrute Fische zu drillen :D :mrgreen:
Gruess & Petri Heil

Beni
alpfish

Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von alpfish »

Für mich liegt der grösste Reiz vom Fliegenfischen beim Fischen auf Sicht - ähnlich also der Trockenfliege, aber auch im tieferen (klaren) Wasser mit der Nymphe. Mit welcher Methode sonst kann auf Distanz der Einwurf des Köders direkt den Fisch zum Anbiss reizen? Will ich eine Imitation der üblichen Insektennahrung der Fische auf Distanz und ohne grosses Plumps einem Fisch präsentieren, geht das nur mit der Fliegenrute. Das ist Spannung pur! Vergleichbares gibt es allenfalls beim Tippfischen, wo aber selten grössere Distanzen überwindbar sind.

Die Freude beim Fliegenfischen kommt wohl wie überall mit dem Erfolg. Ich hatte das Glück meine Jungendzeit an der Emme zu verbringen. Als ich beim Abendsprung die Fische steigen sah - aber diese mit Spinnköder und Zapfenfischen nicht fangen konnte - war es naheliegend mit der Fliegenrute anzufangen. Der Einstieg war aber tatsächlich nicht eben einfach.
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Flümi
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Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von Flümi »

Früher hatte auch ich immer wieder beim Fischen auf Forellen solche Momente, wo Forellen fast direkt vor den Füssen oder in irgendwelchen Untiefen (nur 10-20cm) standen und ich wusste, dass wenn da ein Wobbler/Spinner/Blinker/Zapfen reinplatscht, diese sofort in ihrem Loch verschwindet. Schon so viele Forellen hatte ich mit plumpen Versuchen verjagt, dass ich immer häufiger einfach nur noch den schönen Moment genoss, der Forelle zuschaute und ohne einen Wurf zu machen, weiterging, um den nächsten, tieferen Lauf oder Gumpen zu suchen. Ich dachte jedes mal in einem solchen Moment, wie schön es wäre, wenn ich eine Fliegenrute hätte und eine Trockenfliege direkt vor ihrer Nase auf der Oberfläche absetzen könnte. Als ich in der Lehre war und etwas mehr Taschengeld verdient habe, kaufte ich mir ein Set für den Einstieg gekauft und nach einmal trocken üben in einer Waldlichtung und einmal nass üben an der Saane, gabs dann tackletechnisch einen herben Rückschlag: Totalschaden. :lol:

Jedenfalls bin ich dann mit der neuen Ausrüstung sicher 10-12 mal fischen gewesen und hatte paarmal eine massige Forelle erwischen können. Schöne Erlebnisse, mit einer Schnur als Wurfgewicht eine Forelle zu fangen, die man mit Blech, Plastik oder Balsaholz vielleicht kaum erwischt hätte. Ich verstehe die Faszination der Fliegenfischer, auf diese Art zu fischen, bin aber der persönlichen Meinung, dass das UL-Fischen mit 14er oder 16er Mono auf Egli und Forellen (häufig auch auf Sicht), ein "direkteres" Fischen als Fliegenfischen ist, da dort keine Fliegenschnur mit Eigengewicht stört, mal davon abgesehen, dass man je nach Drillsituation (und Fehlplanung bei der Wurfentfernung?) einen grossen Haufen Schnur am Boden ablegt, um den Fisch von Hand heranzuholen, anstatt mit der Rolle drillen zu können.

Ich hab dann für mich selbst nach paar Tagen an der Birs um Delemont und dem Doubs um St. Ursanne beschlossen, die mal vom Schneider abgesehen, mir von der Wurfweite meine Grenzen gezeigt haben, die Fliegenfischerei erst dann richtig fortzuführen, wenn ich einen Wurfkurs besucht habe. Seitdem sind mehr als 13 Jahre vergangen und ich nahm mir nie die Zeit, einen Kurs zu besuchen. :(

Ich habe durchaus gewisse Symptome vom FliFi-Virus und ich sehe es für mich durchaus als eine Bereicherung an, wenn ich dies zusätzlich zu den anderen Techniken beherrschen kann. Aber ich würde Fliegenfischen niemals auf ein Podest heben wie manch andere Fischer und dies als einzig wahre Religion ausüben wollen. Fliegenfischen ist ok und faszinierend. Aber es ist wie Felchenpimpen, leichtes Fischen auf Egli, Fischen auf Hecht, Fischen am Bergsee usw, nur ein Teil des Kuchens. Jede Technik hat ihren speziellen Reiz, aber keine Technik kann alle anderen ersetzen.

Und zu meiner Verteidigung zu den ca. 13 Jahren Abstinenz sei noch zu erwähnen, dass ich seit 3-4 Jahren vor habe, eine neue, leichte Fliegenrolle zu kaufen. Neues Backing und neue Fliegenschnur habe ich schon vor 2 Jahren gekauft. Zpey Precision, also keinen billigen Scheiss :mrgreen:
Gruss, Stefan
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Flyfisherman Markus
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Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von Flyfisherman Markus »

Hallo zusammen

Wie ihr ja aus meinem Forumsnamen entnehmen könnt, gehöre ich zu der Gilde der Fliegenfischer. Wie Flümi richtigerweise schreibt, ist es eine Art, eine Technik, um Fische zu fangen. Der Reiz für mich besteht darin, dass beim Fliegenfischen neben dem reinen Fischen eben noch drei weitere wesentliche Komponenten vorkommen: das Erlernen der Wurftechnik, das genaue Beobachten der Natur (welche Insekten schlüpfen zu welcher Zeit usw.) und das Binden der eigenen Fliegen.

Selbstverständlich muss ich auch beim Spinnfischen die Wurftechnik erlernen, jedoch ist diese sicher einfacher zu lernen wie die des Fliegenwerfens. Am besten lernt man das Werfen zusammen mit einem guten Instruktor, so schleichen sich nicht von Anfang an Wurffehler wie tailing loops usw. ein; glaubt mir, ich weiss wovon ich spreche, habe leider erst zu spät mit Wurflehrern angefangen zu lernen.

Die genaue Beobachtung der Natur ist selbstverständlich auch bei anderen Fischereiarten vonnöten, beim Fliegenfischen ist sie jedoch essentiell. Beispiel: früher am Doubs (als Saprolegna noch nicht war) konnte man im Herbst an den steigenden Aeschen verzweifeln und die gesamte Fliegenbox durchfischen, um dann vielleicht endlich ein Nehmen der Fliege zu erleben. Die Aeschen kamen hoch, inspizierten die Fliege und verweigerten diese...gibt es etwas spannenderes? Oder das Hitchfischen auf Lachs: Du siehst hinter Deiner Hitchfly die Bugwelle kommen, warten, Geduld, Du spürst den Lachs an der Fliege, warten bis er abdreht und dann endlich die Rute anheben und der Tanz geht los... Oder Du fischst an einem schönen Alpenfluss in einer Schlucht auf Forellen und Aeschen mit einer kurzen, leichten Fliegenrute (7'6", #4) und pirschst Dich den Fischen von unten an, vorsichtig anwerfen, ja nicht die Fliegenschnur überwerfen, die Forelle sieht als erstes die Fliege, steigt und nimmt sie.... Oder Du fischst kurz nach der Laichzeit des Hechtes an einem See in den Flachwasserzonen mit einem Popper auf Hecht. Der Popper macht so richtig Lärm auf dem Wasser (hallo wach....) und dann macht es Rumms und ein Hecht holt sich den Popper mit einer extremen Vehemenz, da wird Dir so richtig bewusst, dass der Hecht ein Räuber ist.

Das Fliegenbinden macht mir unheimlich Spass, weil man etwas mit den Händen macht (für mich als Bürogummi wichtig) und man kreativ sein kann. Das Schönste ist dann, wenn man mit seinen eigenen Fliegen schöne Fische fängt.

Mit diesen paar Zeilen habe ich versucht, denjenigen, die dem Fliegenfischen nicht viel abgewinnen können, die Faszination desselben etwas näher zu bringen. Mich hat es vor vielen Jahren gepackt, meine Partnerin ebenfalls vor 3 Jahren und so geniessen wir jetzt die Fliegenfischerei so oft es geht. Damit möchte ich keineswegs sagen, dass nur Fliegenfischen faszinierend ist, auch andere Fischereiarten machen unheimlich Spass, so haben wir seit diesem Jahr ein Bass-Boot auf dem Bielersee und fischen auch sehr gerne auf Felchen. Ebenfalls faszinierend, weil man die Felchennymphen und -hegenen selber binden kann, die Fischerei sehr filigran ist und die Felchen manchmal auch sehr heikel sind in Sachen richtige Nymphen usw.

In diesem Sinne soll jeder Freude an seiner Art zu fischen haben. Wichtig ist einfach, dass wir Fischer mit Respekt und Ehrfurcht gegenüber den wunderschönen Fischen begegnen und diese Lebewesen auch so behandeln. Jeder Fisch hat seinen ganz persönliche Schönheit und das begeistert mich immer wieder von neuem...

Tight lines
Markus
Gruss vom Flyfisherman Markus

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Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von Alet »

Ich habe mich mit Fliegenfischen nie anfreunden können.
fishfinder

Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von fishfinder »

Flyfisherman hat mir schon aus der Seele geredet und ich halte mich deshalb kurz.

Auch ich finde, dass beim Fliegenfischen vor allem die Mischung aus Wurftechnik, Kennen und Beobachten der Natur und Fliegenbinden unheimlich spannend ist.
Seid etwa 5 Jahren widme ich mich intensiv dem Fliegenfischen, ohne andere Techniken ganz zu vergessen. Wichtig ist doch, das jeder Freunde an seiner gewählten Technik hat und respektvoll mit der leider immer seltener werdenden und wunderschönen Kreatur Fisch umgeht. Sektiererisches Bevorzugen einer einzigen Fischereitechnik bringt niemandem etwas.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein paar wunderschöne "Osterfische"
spirit

Re: Fliegenfischen sagt mir nix

Beitrag von spirit »

ich hab heute den SANA-kurs gemacht und über mittag mit einer fliegenrute "rumgespielt"; hab mich dann grad zum kurs nächstes wochenende überreden lassen! :mrgreen:

macht schon noch spass, mal sehen wie der kurs ist! :)
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