Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beschreibungen von Flüssen und Flussabschnitten.
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Raubfisch234

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Raubfisch234 »

A Propos Graureiher, war im 2011 an der Landquart bei Landquart am fischen. Genau gegenüber ein Graureiher, ebenfalls am fischen. Dann ist plötzlich ein heller Labrador das Ufer hinuntergekommen, es entlanggelaufen, direkt auf den Graureiher zu, und zugebissen. Der Vogel stand aber immernoch aufrecht, jedoch stark blutend und hat dem Hund mit seinem Schnabel abgewehrt und "gedroht". Der Labrador hatte dann wohl doch etwas Angst bekommen und den Vogel nicht mehr angegriffen. Erst etwa nach einer halben Minute hat die Besitzerin dann den Hund zu sich gerufen. Sie ist einfach oben hinter dem Gebüsch gestanden. Ich glaube sie hat von alledem gar nichts bemerkt...

Hat mir dann leid getan der Vogel, obwohl es viele gibt und sie haufenweise Fisch fressen. Als ich aber kurz später heimgelaufen bin war er nicht mehr da, hätte also keinen Sinn gemacht etwas zu unternehmen. Merkwürdig hab ich gefunden, dass der Graureiher nicht einfach weggeflogen ist, obwohl er den Hund schon von weitem gesehen haben muss.

Denke sowas hat sicher noch niemand vor mir gesehen. Zeigt wieder einmal, dass Hunde nicht unbeaufsichtigt ausser Sichtweite gelassen werden sollten.
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Garrick
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Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Garrick »

Hallo Raubfisch

an der Landquart in Landquart kann aber ein Hund nicht einfach so daher kommen!
Hat auf der gesamten Länge schwierigen Blocksteinwurf, insbesondere für Vierbeiner.

Hats der Hund trotzdem geschaft und den Vogel erwischt war der Graue entweder krank,
verletzt oder war einer der Halbzahmen die einen auf 5 Meter ran lassen. Gibt im Churer Rheintal
immer wieder Graureiher die ein unnatürliches Verhalten zeigen und sehr wenig Scheu besitzen.
Einer war zu jener Zeit oft am Baggerloch Zizers und einige weitere mitten in Chur am Lacuna Teich.

Meine Meinung ist das solche Vögel eben selber schuld sind wenn sie aufgrund ihres artfremden Verhalten
eliminiert werden. Kommt hinzu das sie ihr Verhalten oft auch an ihre Nachkommen weitergeben.
Da kann weder der Hund noch sein Halter was dafür. Oder darf ein Hund kein Jagdtrieb besitzen und
muss er im Wesen degeniert sein. Ein gesunder Vogel wird von Raubtieren kaum angesprochen.

Gruss
Raubfisch234

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Raubfisch234 »

Da hast du wahrscheinlich schon recht. Ist halt die Natur - Wer zu viel wagt gewinnt nicht.
Eigentlich sind mir die Vögel ja auch nicht gerade sympathisch, zumal sie ja weder selten noch bedroht noch besonders nützlich sind.

Gibt es in der Schweiz eigentlich Jäger die Graureiher schiessen (dürfen) ?
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

streunende, wildernde hunde sind nicht "die natur" und sollten auch nicht verharmlost werden. wobei ich natürlich sagen muss, dass das problem beim halter liegt und nicht beim hund. denn jeder hund wildert - wenn man ihn lässt.

das teilweise kaum vorhandene fluchtverhalten ist beileibe kein "unnatürliches" verhalten, sondern völlig logisch für eine tierart, die nicht bejagt wird. gerade im siedlungsgebiet, wo natürlich räuber (tagsüber) weitgehend fehlen, dafür eben überall menschen anwesend sind, die nicht als feinde wahrgenommen werden. viele tierarten reagieren mit geringeren fluchtdistanzen, wenn ihnen nicht nahcgestellt wird. unnatürlich wäre einzig, wenn sie ihr verhalten nicht auf diese situation anpassen würden.

Raubfisch234 hat geschrieben:Eigentlich sind mir die Vögel ja auch nicht gerade sympathisch, zumal sie ja weder selten noch bedroht noch besonders nützlich sind.
prädatoren (=raubtiere) sind elemtarer bestandteil des kreislaufs der natur und in intakten räuber-beute-systemen. sie als nicht besonders nützlich zu deklassieren, entbehrt jeder ökologischen grundkenntnis.

Raubfisch234 hat geschrieben:Gibt es in der Schweiz eigentlich Jäger die Graureiher schiessen (dürfen) ?
nein! der graugreiher ist eine eidgenösssisch geschützte tierart und darf einzig mit zu bewlligenden einzelabschüssen erlegt werden, welche aber nur sehr selten erteilt werden und wenn, dann meist nicht an normale jäger.
Raubfisch234

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Raubfisch234 »

also astacus, einmal schreibst du
astacus hat geschrieben:das teilweise kaum vorhandene fluchtverhalten ist beileibe kein "unnatürliches" verhalten
Das heisst, dass es für dich natürlich ist, wenn Graureiher ihr Verhalten an den Menschen anpassen.

Dann sagst du aber wieder, dass die Graureiher ihr Verhalten nicht an die Hunde anpassen sollten. (es ist völlig gewöhnlich, dass dort jeden Tag viele Hunde durchlaufen)

Das ist widersprüchlich: Es ist nicht einzusehen, warum sich Tiere an den Menschen anpassen sollten, an andere Tiere aber nicht.

Bei den Hirschen/Rehen würdest du ja wohl auch nicht behaupten, sie sollten ihr Verhalten nicht an die Wölfe anpassen, die in Graubünden neu wieder da sind? :lol:

Und überhaupt, man kann nicht einmal als natürlich definieren, wie es einmal vor dem Menschen war und wenns nicht passt einfach als natürlich definieren, wie ein Tier sich in vom Menschen geprägten Lebensräumen verhält. Da musst du dich schon entscheiden.
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Garrick
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Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von Garrick »

Hallo Astacus

also ich weis nicht so recht von wo du alle dein Wissen hast, welches du bei jeder Gelegenheit zu vermitteln versuchst!
Entweder Literatur oder akademische Ausbildung! :lol:

Also ich hab mal in der Ornitologischen Gesellschaft, wo ich früher Mitgied war, gelernt dass wildlebende Vögel die ihre "natürliche" Scheu verloren haben
und dem Menschen nah kommen nicht so der Idealfall sind. Und dass sie dieses Verhalten "leider" an ihre Nachkommen weitergeben.

Nun können wir wie immer ewig darüber diskutieren.........
Ich glaube einfach dass deine Antwort das Spiegelbild deiner persönliche Haltung ist wenn es um Prädatoren geht.

Ich persönlich schütze den Eisvogel obwohl er im eisfreien Winterbach massenhaft Jungforellen wegfrisst. (muss)
Er wird geschützt weil er seines Lebensraumes bestohlen wurde und höchst bedroht ist!

Beim Graureiher denkst du fern der Realität was ich als sehr negativ beurteile im Bezug auf die Akzeptanz eines Schutzes und der aktive Förderung wirklich bedrohter Tierarten.
Eine Tugen die auch einzelne an sich wertvolle Naturschutzorganisationen so an sich haben. Kontraproduktiv für die wichtige Sache nenne ich sowas.

Gruss Garrick
astacus

Re: Gebiet Churwalden / Lenzerheide

Beitrag von astacus »

Garrick hat geschrieben:Also ich hab mal in der Ornitologischen Gesellschaft, wo ich früher Mitgied war, gelernt dass wildlebende Vögel die ihre "natürliche" Scheu verloren haben
und dem Menschen nah kommen nicht so der Idealfall sind. Und dass sie dieses Verhalten "leider" an ihre Nachkommen weitergeben.
als bündner bist du bezüglich problemtieren sicher etwas sensibilisiert. wir alle kennen ja die problembären! mit dem reiher ist das nicht viel anders, ebenso mit zahlreichen weiteren wildtieren. im kern geschieht dabei stets das selbe: die tiere reagieren auf die fehlende bejagung und lernen, den menschen nicht primär als feind wahrzunehmen und möglicherweise gar, dass in seiner nähe gefahrlos futter gefunden werden kann.

inwiefern dass wir dieses verhalten als problematisch anschauen, ist aber einzig von unserem empfinden abhängig. wenn nachts ein bär durch die siedlungen streift, nennen wir ihn problembär, was halbwegs verständlich ist. wieso das bei anderen arten, von denen keinerlei gefahr ausgeht, gleich sein soll, ist aber völlig unbegreiflich. nach der theorie deiner "ornithologen" müssten dann auch alle singvögel im siedlungsgebiet nicht der idealfall sein. denn diese zeigen exakt das selbe verhalten wie der graureiher auch, der nur noch wenig scheu zeigt. demnach müssten wir also schleunigst alle blaumeisen, rotkehlchen, buchfinken, etc wieder bejagen. dieses beispiel zeigt, dass es auch unter den ornithologen sehr wohl menschen gibt, die ihre sache nicht zu ende denken, denn letzteres hat noch keiner von denen gefordert.

Garrick hat geschrieben:Ich glaube einfach dass deine Antwort das Spiegelbild deiner persönliche Haltung ist wenn es um Prädatoren geht.
natürlich wiederspiegelt das meine haltung, weshalb sollte ich das sonst hier vertreten...? :roll:

der springende punkt ist aber der, dass ich meine, meine haltung gut und fundiert begründen zu können und sie einer gewissen logik entspricht. ich verteidige prädatoren und prädation nicht "just for fun", sondern weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass unser ganzes wissen über die natur im wissenschaftlichen sinne die zentrale rolle der prädation im naturgefüge aufzeigt und es keine unnützen oder gar schädlichen arten gibt.

Garrick hat geschrieben:Beim Graureiher denkst du fern der Realität was ich als sehr negativ beurteile im Bezug auf die Akzeptanz eines Schutzes und der aktive Förderung wirklich bedrohter Tierarten.
Eine Tugen die auch einzelne an sich wertvolle Naturschutzorganisationen so an sich haben. Kontraproduktiv für die wichtige Sache nenne ich sowas.
für dich ist es deren tugend, für mich ist es deren stärke. es gibt genug flintenheinis, die meinen jedes "problem" in der natur mit der gewehr lösen zu können. dabei ist es eine unbestrittene tatsache, dass längst nicht jede grosse population reguliert werden muss. genau dazu sagt sogar das neue jagdlehrmittel deutlich, dass es keinerlei ökologischen gründe für die jagd auf wasservögel gibt. werden diese bejagt, muss dies also anders begründet werden können, etwa mit dem erwerb eines nahrungsmittels. insofern es nur sinnvoll, wenn es organisationen gibt, die auch mal den mut haben zu sagen, diese und jene art wird nun halt nicht bejagt - selbst wenn das in der heutigen zeit, in der alle welt von "aktivem populationsmanagement" spricht, nicht gerade mode ist (ohnehin verwenden inzwischen viele die beiden begriffe "abschuss" und "management" gleichbedeutend). dem häufig geäusserten vorwurf, der auch von dir kommt, dass man tiere nicht zu tode schützen soll, muss entgegnet werden, dass man sie auch nicht zu tode managen muss.

und zum thema denken fern der realität:
der graureiher ist eidgenössisch geschützt. eine aufhebung des schutzes stand auch bei der jüngsten revision der jagdverordnung nicht zur diskussion. von den kantonen kamen ebenfalls keine forderungen in diese richtung, im gegensatz zu anderen arten (z.b. ist die saatkrähe nicht mehr geschützt). mit meiner haltung bin ich demnach alles andere als fern ab der realität, sondern mitten im mainstream.

und was die akzeptanz betrifft:
hier erliegen viele personen, gerade in der verwaltung, dem irrglauben, dass eine bejagung stets helfe, die akzeptanz einer art zu erhalten. weiter zugespitzt wird diese aussage oft noch auf die wilderei, wo behauptet wird, eine geordnete bejagung könne helfen, die wilderei einzudämmen (die aussage kommt immer wieder bei der dikussion um grossraubtiere und wird nicht zuletzt von eurem jagd- und fischereiinpsektor gelegentlich geäussert). das alles klingt zwar gut und auf den ersten blick auch logisch. das problem dabei ist nur: es stimmt so nicht. die akzeptanz einer art ist bei weitem nicht nur von deren schutzstatus abhängig und es konnte noch nirgends eine signifikante korrelation zwischen schutzstatus und wilderei nachgewiesen werden.

bei den nationalen naturschutzverbänden gibt es genug leute, die sich mit solchen dingen beschäftigen und dort gibt es auch zuhauf kommunikationsleute und sozialwissenschaftler, die sich den akzeptanzfragen intensiv widmen. dort wird jede stellungnahme, politische eingabe und medienmitteilung gründlich geprüft, ob sie der akzeptanz einer art nun gerade förderlich ist oder nicht. die haltung dieser verbände ist alles andere als zufällig, sondern ziemlich fundiert. man muss sich bewusst sein, dass schon nur die nationalen büros von wwf und pro natura je ca. 100 festangestellte mitarbeiter haben (mitarbeiter der sektionen nicht mitgezählt!) und dort entsprechend grosse personelle ressourcen und know-how vorhanden sind. etwas womit etwa der jagd- oder der fischereiverband bei weitem nicht mithalten kann (was ich übrigens ausserordentlich bedaure!).
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