so, als langjähriges pro natura vorstandsmitglied und auch angestellter mitarbeiter muss ich doch auch meinen senf dazu geben
helix hat geschrieben:Keine künstliche Bergseen für Beschneiungsanlagen,
das problem sind weniger die künstlichen bergseen, sondern vielmehr das fehlende wasser in den bächen durch die beschneiung. das ist ein ernsthaftes problem für viele gewässerökosysteme. darüber hinaus ist die generelle kritik an der beschneiung durchaus berechtigt, da sie extrem energieintensiv ist, ohne aber oft einen entscheidenden mehrwert zu bringen. kleine, tief gelegene skigebiete werden auch mit beschneiungsanlagen mehrheitlich eingehen, deswegen halte ich es für angebracht, sich dagegen einzusetzen.
helix hat geschrieben:jegliches Betreten bzw. Fällen von Bergarven,
ist das so? ich kenne viele gebiete, in denen bergarven forstwirtschaftlich genutzt werden, ohne dass es dagegen von pro natura seite her einwände gibt. wahrscheinlich sprichst du auf die stutation grimsel an. dort würden aber die arven wegkommen und nicht nur forstlich genutzt werden.
helix hat geschrieben:Betretungsverbote für riesige Hochmoorlandschaften (aber die Kühe dürfen massenhaft darin rumstapfen),
die kernforderung ist, dass (hoch-)moorlandschaften ungeschmälert erhalten bleiben. teilweise ist dafür die landwirtschaft nötig, um die flächen vor dem verwalden zu bewahren. wo die landwirtschaft schaden anrichtet, ist sich pro natura aber meist nicht zu schade, sich auch gegen die landwirte zu stellen. da wurde schon mancher strauss ausgefochten. betretungsverbote für zweibeiner machen teilweise durchaus sinn, teilweise sind sie aber auch nicht nötig. dass dort pro natura entsprechende verbote trotzdem fordert, ist mir als solches nicht bekannt.
helix hat geschrieben:jegliche Ablehnung von geplanten Wasserkraftwerken etc.
stimmt so schlicht nicht. es gibt eine ganze reihe von (klein-)wasserkraftwerken - auch in jüngster vergangenheit - die nicht bekämpft wurden. bekämpft werden sie eigentlich nur dort, wo sie in bisher wenig beeinträchtigen gewässerabschnitten liegen, was ich absolut richtig finde. die zitrone wasserkraft ist sprichwörtlich grossmehrheitlich ausgepresst, mit vielen aktuellen projekten wird da im prinzip nur noch etwas auf der schale rumgekaut. dass man die restnatur an den fliessgewässern konsequent bekämpft, ist alles andere als eine extremposition. extrem ist nur, wer ernsthaft verlangt, dass auch noch die letzte fliessstrecke eingestaut oder in stollen verlegt wird.
Das sind schon fast extremistische Forderungen, die jegliche Rücksichtnahme auf andere Interessengruppen ignorieren. Eigentlich sollte der Naturschutz eine breite Bevölkerung hinter sich haben, aber mit so drastischen Forderungen "verspielen" sie es mit vielen.
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