Seeforellengewässer in der Schweiz

Beschreibungen von Seen und Teichen.
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gonefishing

Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von gonefishing »

Angeregt durch die Diskussion über den Genfersee habe ich mal versucht heraus zu finden, welche Seeforellengewässer eigentlich wie viel 'Ertrag' bringen.

Ich habe dafür die durchschnittlichen Jahresfänge der Angel- und Berufsfischer durch die Grösse der Seen geteilt, um vergleichbare Zahlen (kg/km2) zu bekommen. Da ich weiss dass im Kanton Bern in der Statistik nur die Anzahl eingetragen wird, und diese dann mit einem theoretischen Durchschnittsgewicht (1.22kg) multipliziert wird, habe ich den kg-Ertrag aller Gewässer noch genau durch diese Zahl geteilt um damit auch noch den Vergleich in Stück/km2 zu bekommen.

Leider habe ich die Fangstatistiken nur für die Gewässer die ich regelmässig befisch(t)e (Berner Seen, Murtensee, Lac de Joux) über einen längeren Zeitraum (>10Jahre), sowie die Fangerträge der Berufsfischer über 14 Jahre.
Bei den anderen Gewässern bei der Angelfischerei hatte ich leider die Zahlen nur für 3 Jahre (2005, 2006, 2008), die durchschnittlichen Fänge sind daher dort etwas mit Vorsicht zu geniessen (ein aussergewöhnliches Jahr wirkt sich stark aus).

Bei den Grenzgewässern ist nur die Seefläche in der Schweiz angegeben, und in Klammern dahinter wieviel Prozent der Gesamtfläche dies sind. Inwieweit da schweizer Fischer Seeforellen aus dem Nachbarland abschleppen oder umgekehrt, weiss ich nicht. Bei den Zahlen vom Lago Maggiore liegt aber schon die Vermutung nahe dass dort deutlich mehr Seefos aus Italien geholt werden als umgekehrt...

Ist alles natürlich nur bedingt aussagekräftig aber ich war teilweise doch überrascht wie man manche Gewässer doch über- oder unterschätzt. So hätte ich den Genfersee und auch mein Hausgewässer doch weiter oben erwartet.

Es fehlen natürlich auch viele Gewässer für die ich keine Zahlen habe (z.B. Silvaplanasee...), wer da noch etwas beitragen kann darf dies gerne tun ;-)

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Quellen:
http://www.bafu.admin.ch/jagd-fischerei ... ml?lang=de
http://www.bafu.admin.ch/jagd-fischerei ... ml?lang=de
http://www.vol.be.ch/vol/de/index/natur ... istik.html
http://www.vd.ch/fr/themes/environnemen ... -de-peche/

Gruss, Mattu
ChristianK.

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von ChristianK. »

wow, feine Statistik Mattu! Danke :)
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Flümi
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Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von Flümi »

cool, danke Mattu. dass mein Hausgewässer kein Topgewässer ist, habe ich auch schon irgendwo aufgeschnappt :lol:

laut den Forengeschichten hier müsste man wohl auch noch die Mindestmasse berücksichtigen, bzw wenn man im Bernischen SeeFos fängt, sind sie 45+ und wie ist das Mindestmass am Lago Maggiore? 30? 35? die hohe, erlaubte Entnahmemenge (?) im Süden unten in Kombination mit dem tiefen Mindestmass könnte den Wert "kg/km²" durchaus auf das Mittelmass der anderen Seen runterziehen? ich weiss ja nicht, ob du da fixe Zahlen genommen hast oder bei diesem erwähnten Maggiore deinen Durchschnittswert benutzt hast?
Gruss, Stefan
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gonefishing

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von gonefishing »

Die Zahlen die ich habe sind in kg. Wie weit sie stimmen, oder wie in Bern theoretisch errechnet wurden weiss ich nicht, deswegen habe ich die Umrechnung gemacht.
Bei den unterschiedlichen Schonmassen und dem unterschiedlichen BMI hiesse das aber, dass an Gewässern mit geringerem Schonmass (geringeres Durchschnittsgewicht, z.B. Tessin, 4waldstätter) die Stückzahl noch höher läge. An Gewässern wo die Seefos besonders gut abwachsen (höheres Durchnschnittsgewicht, z.B. Genfersee) läge die Stückzahl dagegen eher noch tiefer.

P.S.: Für dein Hausgewässer liegt aber, aufgrund der Berufsfischererträge, immerhin die Vermutung nahe dass für die Angelfischer mehr drin läge, wenn mehr auf Seefos gefischt würde ;-)
T-Rig

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von T-Rig »

Am Luganer und Maggiore ist das Schonmass 30cm! :lol:
Vor der Eröffnung werden auch Massfische besetzt damit auch alle zufrieden sind.... :wink:
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Flümi
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Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von Flümi »

T-Rig, das hab ich gemeint.

Mattu, was mich noch wundert: der Lac de Brenet ... hat er den gleichen Gewässercode wie der Lac de Joux, bzw werden die beiden einfach zusammengefasst? er liegt ja "im Loch hinten", ist gut vom Wind geschützt und wenn man an den Lac de Joux geht im Winter, ist er ja "immer" gefroren?
Gruss, Stefan
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obelix

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von obelix »

der zürichsee mit seiner aktuellen situation zeigt einmal mehr, dass man sich eben nicht gänzlich auf zahlen verlassen kann. auch werden kantonale gesetzliche gegebenheiten (z. bsp. das verbot am zhsee innerhalb der 300m uferzone und von uetikon/rietliau seeaufwärts (1/4 des zhsees oder mehr, wenn man den obersee auch noch einberechnen würde) in der tiefe mittels downrigger oder tiefseeschleike bis am 1 mai zu fischen....... einmalig in der schweiz! :roll: :mrgreen: ) oder gewässertiefe, sauerstoffverteilung in einem gewässer bei einer solchen statistik ausgeblendet. genau diese faktoren sind aber mitunter ausschlaggebend über erfolg oder eben nicht erfolg bezw. ob die seeforellen überhaupt erreichbar sind für die angelfischerei.
gonefishing

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von gonefishing »

@Flümi: Lac de Joux und Lac Brenet sind in der zu Grunde liegenden Statistik zusammengefasst.

@Obelix: Die von dir aufgeführten Faktoren tauchen nicht auf, wobei die Tabelle ja vor allem zeigt wie viel effektiv gefangen wird ohne die Hintergründe, also trotz oder aufgrund solcher Faktoren oder auch Massfischbesatz.

Was eigentlich die Zahlen mehr verfälscht sind die fehlenden Angaben zur Intensivität der Befischung, und damit eine mögliche Aussage wie gross sind die Chancen bezogen auf den Aufwand.
Teilweise lassen sich Rückschlüsse machen, wenn man die Gewässer kennt und die Zahlen von Angelfischerei und Berufsfischerei vergleicht. Nehme ich zum Beispiel den Thuner- und den Bielersee. Am Thunersee gibt es am Anfang der Saison einen regelrechten Ansturm der Uferfischer, und es wird ganzjährig relativ intensiv geschleppt. Das Ganze für durchschnittlich 320 Fische im Jahr, und schaut man den Ertrag der Berufsfischer an scheint es ziemlich ausgereizt. Da frage ich mich wie es aussehen würde, wenn die Angelfischer am Bielersee genauso intensiv auf Seeforellen fischen würden. Sicher läge immer noch kein wirklich gutes Ergebnis drin, aber es besteht wohl Luft nach oben.

Aber wie das halt so ist, glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast ;-)
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fisherofmen
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Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von fisherofmen »

Danke Mattu für das Zusammentragen dieser interessanten Daten.
Auch wenn sie viele Fragezeichen offen lassen. Es gibt doch ein ungefährer Einblick. In gewissen Kantonen muss das Datum und die mit Angeln verbrachten Stunden in die Statistik eingetragen werden. Mit diesen Angaben ist es möglich den Aufwand bis zum durchschnittlichen Erfolg auszurechnen. Aber lassen wir dies. Ich persönlich gehe Angeln und habe Freude, mich in der Natur zu erholen und mich vom Alltag zu erholen. Ein Angeltag ist für mich, wie ein Ferientag! :D Fange ich zusätzlich noch etwas, dann ist dies das i-Tüpfelchen für den Tag.
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helix
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Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von helix »

Interessante Zahlenspielerei Mattu!

Doch wie du selber sagtest, kann man den Statistiken von Angel- und Berufsfischerei nur bedingt trauen. Ich glaube jedenfalls auch gar nicht daran... :wink:

Wäre es nicht besser, das Gewicht pro Volumen (das ist die eigentliche Grösse eines Sees) zu nehmen anstatt das Gewicht pro Fläche? Sefos schwimmen ja nicht immer nur in den obersten Metern rum.

Auch kann ich mir vorstellen, dass an den gezeigten Seen sehr unterschiedlich intensiv gefischt, bzw. anzahlmässig stark abweichende Angelstunden und Netzdichten pro Quadratkilometer vorliegen. Es kann sein, dass an einem See mit grosser Sefodichte wesentlich weniger intensiv gefischt wird als einem mit eher geringem Forellenvorkommen, was das Resultat natürlich auch stark verfälscht.

Dass es gerade an den Tessinerseen so ausgesprochen gute Sefobestände gibt, glaube ich nicht. Es wurde ja bereits angesprochen, wieso das fast nicht sein kann.
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Gruess helix
alpfish

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von alpfish »

finde es immer spannend wenn man Statistiken macht... Bravo!

@helix den Ertrag nach Volumen darzustellen überrascht mich. Der Ertrag von Gewässern wird eigentlich immer je Fläche berechnet, was doch Sinn macht, weil ja die Nahrungspyramiden auf dem Algenwachstum = Sonnenlichteinstrahlung basiert.
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helix
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Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von helix »

alpfish, ja du hast Recht, es ist absolut üblich, dass man bei den Fängen den Flächenertrag, normalerweise in kg/ha angibt. Nimmt man allerdings nur die Erträge der Seeforellen, die im Gegensatz zu Felchen, Egli etc. ja eigentlich alle in den Bächen und Flüssen aufwachsen, frage ich mich, ob das nicht sinnvoller wäre, mit dem Volumen zu rechnen. Aber ich weiss es nicht, vermutlich mache ich hier einen Überlegungsfehler... das Algenwachstum wiederum basiert nebst dem Sonnenlicht auch auf dem Phophatgehalt, in diesem Zusammenhang könnte man ja den Seeforellenertrag auch pro kg Phosphat angeben. Die Volumen und Phosphatgehälter der Seen kennt man ja mittlerweile, das liesse sich also theoretisch schon berechnen. Da wäre der Brienzersee dann sicherlich an der Spitze der Tabelle... :mrgreen:

Ebenfalls ungeklärt bei grossen Seen ist der Zusammenhang zwischen Befischungsdichte und der Fischbestandsdichte. In Bächen und anderen kleineren Salmonidengewässern sind diese Zusammenhänge sicherlich viel frappanter.
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Gruess helix
Bodenseeaal

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von Bodenseeaal »

Hallo Mattu,

ich finde das auch wirklich interessant - gute Idee. Ich wäre zudem an der ursprünglichen Tabelle ohne die Umrechnung auf 1,22 interessiert. Ein Vergleich etwa des durchschn. Gewichtes Berufsfischerei-Angelfischerei ist so nicht mehr möglich. Mit 50 cm Schonmaß für die Seeforelle (da sind ja keine Schilder !50cm! an den Felchennetzen) am Bodensee waren bei uns 8 von 9 untermaßig bei der Eröffnung/Folgetag und deshalb auch nicht in der Statistik. Aber alle meist deutlich über 40cm! Das wären an anderen Seen schon ein paar Kilo gewesen in der Statistik.
WallerJoe

Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von WallerJoe »

Danke für die Daten- spannende Sache. Aber eben wie Du ja sagst wär der Grad der Befischung (z.B Fischerstunde/Jahr) wichtig zu wissen-
darüber weiss man ja leider nichts, vielleicht auch besser so ;-)

Gruss
Simon
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JJwizard
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Re: Seeforellengewässer in der Schweiz

Beitrag von JJwizard »

Ich gehe ans Wasser! Ich geniesse es draussen zu sein!Ich kümmere mich nicht um diese Statistiken, denn ich wohne wo ich wohne! Und dann fange ich ich im fünften Wurf eine wunderschöne 83iger Seeforelle ........... oder auch nach 40 Stunden .... NICHTS! So einfach ist diese Sache Seeforellenfischerei!

Natürlich ...... wer's mag, der kann die Sache endlos komplizieren! Fischen ist ein Gefühl und keine Statistik!

Tight-lines
JJ
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