Ich möchte hier auch schnell meine Meinung zum Thema Vereinspflicht kundtun:
Ich finde diesen Ansatz nicht verkehrt, denn die Fischereivereine, die ich kenne, leisten enorme Anstrengungen zum Erhalt der Gewässer und der Fischerei
Daher bin ich auch aktives Mitglied in einem emmentaler FV, denn ich finde, wer schöne natürlich aufgewachsene Fische fangen will muss auch seinen Beitrag für deren Bestand und Erhalt der Gewässer leisten!
Bald schon ist z.B. wieder 16. März, und wer im Kanton Bern wohn bzw. fischt, weiss was das bedeutet: Start Forellensaison
Aber nachdem vor einiger Zeit in einem sehr bekannten schweizer Angelmagazin ein sehr besch...eidener Beitrag erschien, was die Emme doch für ein super Bachforellengewässer sei, war im darauffolgenden März ein Massenansturm auf die Emme wie sonst nur bei Aldi, wenn es wieder ein Pseudoschnäppchen gibt

Zum Teil war an den Ufernahen Parkplätzen alles komplett voll, und dazu auffallend viele ausserkantonale Kennzeichen...
Das tut einem dann schon weh, wenn man daran denkt, mit wie viel Einsatz wir im Winter Laichfische abfischen, diese abstreifen und den Laich mit viel Arbeit ausbrüten, dann die Brut in Aufzuchtbächen aussetzen, um sie ein Jahr später wieder mühsam zu fangen und in der Emme auszusetzen, wo sie dann abwachsen sollen - und dann wird der Fluss förmlich überrollt, und das zu einem grossen Teil von Fischern, die eigentlich überhaupt keinen Beitrag in dieser Art irgendwo leisten
Da sieht man dann "Fischerkollegen" mit Tagespatent (nur am 16. gibt's die ja nicht, aber ab 17. geht's rund...), ohne viel Ahnung geschweige denn SaNa, die ihren Wurm schön auf eine Haken mit Widerhaken ziehen, in eine Schwelle hängen, und dann warten bis die Rute irgendwann ordentlich ruckelt. Die Überlebenschancen der 20er Jungforelle, der dann dieser Haken aus dem Schlund operiert wird, kann sich jeder selbst ausmalen. Und wieder ein wertvoller Jungfisch verheizt...
Da fände ich es durchaus gerecht, wenn z.B. bestimmte Gewässerstrecken nur organisierten Fischern oder auch nur aus dem örtlichen bewirtschaftenden Verein vorbehalten blieben - als Anreiz für jeden, sich für sein Hobby auch in der Art und Weise zu engagieren, nicht nur rausholen, und als Belohnung für die, die es schon machen. In Deutschland oder Österreich ist dieses System z.T. weit verbreitet, da kommt man an viele schöne Gewässer nur als Vereinsmitglied des Pachtvereines oder als Gast eines solchen. Aber deswegen sind diese Gewässer ja auch noch interessant
Aber das ist hierzulande wohl Utopie - und muss ja auch nicht sein.
Aber wenn jeder Fischer ein Gewisses Mass an Engagement für Erhalt, Pflege und Schutz der Gewässer und Fischbestände leisten würde wäre viel gewonnen
Aber leider sind ja manche schon damit überfordert, ihre Zigarettenkippen, Madendosen, Schnurreste oder sonstigen Müll einfach wieder mitzunehmen
