Kormoranbruten massiv gestiegen

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
Antworten
berufsfischer

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von berufsfischer »

würmlibader, ich mach den kormoran für nichts verantwortlich :wink:
dass die schuld am zustand im kern beim menschen liegt, ist mir bewusst.


ja asti, c.o. hat mit seinem bericht auch bei gestandenen ornitologen zugeständnisse erreicht. übrigens, der bericht wird nicht "nur" kritisiert.
nicht dass ich in jedem punkt seiner meinung bin, doch in gewissen punkten sind in der vergangenheit entscheidende fehler gemacht worden, und das von beiden seiten. und es ist nie zu spät aus den fehlern der vergangenheit zu lernen. dass wir uns über die künftige koexistenz mit dem kormoran gedanken machen müssen(und dabei nicht nur die menschlichen bedürfnisse zählen), ist für mich jedenfalls einiges verantwortungsbewusster als die haltung, dass sich das ganze natürlich regulieren wird (nicht zuletzt, da es sich nicht um eine natürliche ausbreitung handelt, sondern um eine, die entscheidend durch den menschen verursacht und gelenkt wurde und wird).
ich befürworte selber nicht, dass man den kormoran verteufelt und gewisse ihn lieber nicht hier hätten. ich sehe ihn als bereicherung unserer gewässer. doch verschliesse ich nicht die augen vor den tatsachen und negiere nicht die problematik die mit dem vogel verbunden sein kann und könnte.

gianandri, ich habe gehört :wink: , dass die sehr gut schmecken :chef:
berufsfischer

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von berufsfischer »

asti, die fakten, die du hier als genetischer und morphologischer "beweis" für eine frühere existenz von sinensis in zentraleuropa aufführst, sind mir bekannt und deine meinung diesbezüglich (zumindest was dazu im forum steht) auch :)
astacus hat geschrieben:belege das bitte!
ich nehme an, du beziehst dich auf den bericht von olbrus, der bereits heftig kritisiert wurde...
was soll ich belegen? ich frage ja, ob es sein könnte, und sage nicht das es so ist, sondern nur dass es fachleute gibt, die das glauben (viele davon übrigens mit keinem hintergrund der ein persönliches interesse an dieser meinung vermuten liesse).

wieso werden eigentlich immer worte von anderen so verdreht, dass sie dem eigenen zweck dienen und leuten sachen unterstellt die sie nie gesagt oder gedacht haben, sobald es um das thema kormoran geht.
ein beispiel: nur weil ich mich hier als user bf nenne, meinen 90% dass ich contra kormoran bin, egal was ich schreibe oder denke. stellt man eine durchaus legitime frage wird man sofort als kormorangegner schubladisiert.
man könnte anhand einiger voten hier schon das gefühl kriegen, dass das kormoranproblem nur in den köpfen einiger futterneidischer fischer existiert und man ein schlechter fischer/mensch ist, wenn man die expansion der kormoranpopulation und der brutkolonien/paare nicht uneingeschränkt gutheisst...
Benutzeravatar
helix
Beiträge: 1236
Registriert: Di 28. Sep 2010, 18:15
Meine Gewässer: Berner Oberland
Been thanked: 1 time
Switzerland

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von helix »

Gute Beiträge, berufsfischer :up: Ich sehe es genau so!

Ob und wie stark man die Regulierung der schwarzen Vögel vornimmt, hängt für mich aber nicht davon ab, wie sie in die Schweiz gekommen sind. Entscheidend, aber enorm schwierig zu beurteilen, ist für mich, ob ein natürliches Gleichgewicht zwischen Fischen und Fischfressern besteht. Vor allem in kleineren Gewässern kann ein plötzliches Kormoranaufkommen sehr schnell zu einem Ungleichgewicht führen, welches da zwar kurzfristig dem Kormoran dient, aber längerfristig für die Fischbestände negative Auswirkungen hat und somit auch für uns Fischer! Einige mögen da zwar behaupten, dass wir Fischer kein Recht hätten, in dieser Frage auch unsere Interessen geltend zu machen (wir müssten ja nicht von dem Fisch leben etc.), das ist vielleicht ethisch auch richtig, aber mir als Angler liegen hier künftige intakte Fischbestände mehr am Herzen als die 100% richtige ethisch/moralische Einstellung :wink:

Dennoch, wie viele Kormorane ein Gewässer verträgt, kann man sicherlich nicht einfach generell sagen, man muss dies für jedes Gewässer einzeln betrachten, was ja teilweise auch bereits gemacht wird. So stark steigende Brutenkurven sind für mich ein erstes Warnsignal, nicht mehr und nicht weniger. Anti-Kormoran Parolen, wie sie beispielsweise schon seit langem die grösste CH-Fischerzeitschrift propagiert, gehen mir auch viel zu weit, doch repräsentieren die wohl in ihrem eigenen Interessen die Meinung der meisten Hobbyfischer. Gut, gibts auch andere Ansichten!
Bild
Gruess helix
astacus

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von astacus »

berufsfischer hat geschrieben:(nicht zuletzt, da es sich nicht um eine natürliche ausbreitung handelt, sondern um eine, die entscheidend durch den menschen verursacht und gelenkt wurde und wird).
wie wird die ausbreitung des kormorans durch den menschen verursacht und gelenkt? meinst du durch fischbesatz oder früher durch die eutrophierung der gewässer? sonst wird der kormi ja nicht gefördert, es sei denn, du bezeichnest das aktive unterlassen von eingriffen in den brutbestand (wie in der EU aufgrund des dortigen schutzes für die art) als vom menschen verursachte lenkung.

wegen olbrus: ich meinte, dass ich gerne mal wissen möchte, welche renommierten ornithologen wegen diesem bericht effektiv die fremde herkunft von sinensis anerkannt haben.

zu den von mir genannten genetischen und morphologischen fakten: wenn nicht diese den beweis für das natürliche vorkommen darstellen, welche dann? ich habe das gefühl, dass man eigentlich noch so fundierte argumente bringen kann, wenn die aussage jemandem, aus welchem grund auch immer, nicht in den kram passen, hat man eh keine chance. gibt es überhaupt studienresultate und fakten, die du als beweis akzeptieren würdest?


@gianandri:

kormoran ist richtig zubereitet eigentlich sehr lecker und es finden sich unzählige rezepte dazu im www. viele geschossene kormorane werden aber leider nicht verwertet.
Arts

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von Arts »

Hallo Zusammen,
Berufsfischer hat geschrieben:ein beispiel: nur weil ich mich hier als user bf nenne, meinen 90% dass ich contra kormoran bin, egal was ich schreibe oder denke. stellt man eine durchaus legitime frage wird man sofort als kormorangegner schubladisiert.
Das ist halt die Eigenschaft des "unpersönlichen" Internettzeitalters....

Das geht mir ja gleich..... Mein Anspruch habe ich nun Kundgetan und Trotzdem ich der Meinung war, mich eingermasen ausgedrückt zu haben meint man..
fly hat geschrieben:im Wohlensee hats garantiert nur 5Kormorane die dort fressen :lol: Die Kolonien fliegen aus und gehen halt fressen wos geht, und ich will dir dein Traum nicht rauben, aber JA auch am Wohlensee..
Auch hier wurde ich wohl missverstanden.... Ich bin nicht ein träumer der hofft das es mich nicht betrifft ;)

Oder wird man beschimpft keine Ahnung zu haben
berufsfischer hat geschrieben:all die, die angeblich so viel wissen über die genaue situation (die es ja in wirklichkeit gar nicht gibt, da die problematik viel komplexer, gewässerspezifisch und regional oder lokal und nicht flächendecken ist) um den kormoran, möchte ich mal was fragen.
Mir ist sehr wohl bewusst das es einen Zuwachs gibt..... Und das riesen Kormoranschwärme und Kormoranbrutstätten ein beängstigendes Bild darstellen...

Aber eben so wie man es liest und interpretiert hier im Forum ist halt nicht einfach...

Und nun zum Schluss muss ich sagen sprechen wir dann doch eigentlich wieder alle vom Selben, Helix beitrag finde ich gut.... Würde ich so auch vertretten ausser...
helix hat geschrieben:aber mir als Angler liegen hier künftige intakte Fischbestände mehr am Herzen als die 100% richtige ethisch/moralische Einstellung :wink:
Das suche ich dann doch lieber einen anderen Konsens.

Klar ich fische auch gerne, Aber Auch du Helix, bist ja wie ich dich gelesen habe in verschiedensten Beiträgen, gerne bereit zugunsten der Fische dich selbst einzuschränken, auch aus ethisch/moralischen Gründen wie schonender Angeltechniken (Naturköder)
Oder auch bereit weniger zu fangen, höhere Schonmasse usw....

Warum dann nicht beim Kormoranproblem auch eine Lösung finden die eben Ethisch/Moralisch für beide Seiten vertretbar ist, dem Kormoran und dem Fischer... Eine Lösung nicht nur zu Eigennutzen ...

Gruss
Tom
Arts

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von Arts »

Hallo,

Um den Philosophische Aspekt etwas mitzuteilen, möchte ich der ganzen Kormorandiskussion aus sicht der Ethik/Moral zum Nachdenken noch einige Zitate anfügen....

Die Frage lautet: Ist es vertretbar Kormorane zu töten zum Vorteil des Menschen? Dient die aktive Kormoranregulierung dem Zweck oder ist es bloss ein Mittel?

Welche Normen, Werte, Regeln sollen gelten?
Jürgen Habermas hat geschrieben:"Erst der Anspruch auf allgemeine Geltung verleiht einem Interesse, einem Willen oder einer Norm die Würde moralischer Autorität"
Günther Patzig hat geschrieben:"Zum Sinn jedes moralischen Urteils, dass derjenige, der es abgibt, mit dem Urteil zugleich behaupten muss, es wäre besser, wenn alle so urteilen wie er selbs."
Ethik/Moral ist ein Thema das nicht neu ist, gemäss Platon/Sokrates
"Müsste ich Unrecht tun oder Unrecht leiden, so würde ich vorziehen, lieber Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun"
Oder nach Kant
Kant hat geschrieben:"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst das sie ein allgemeines Gesetzt werde"
Ethik spielt eine immer wichtigere Rolle in unserer Gesellschaft.....
Ist es richtig wie im Einzelfall Kormoran das angewandte Vorgehen als eine "allgemein gültige Praktik" geltend zu machen und als Norm zu definieren?

Nur so zum Nachdenken.....

Frohe Festtage
Tom
Zuletzt geändert von Arts am Mo 26. Dez 2011, 22:55, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Flümi
Beiträge: 2618
Registriert: Mo 4. Jun 2007, 19:42
Meine Gewässer: Aare,Zihl,Schüss,Birs+Bieler,Öschi,Engstlen,Arnen
Wohnort: Biel
Has thanked: 30 times
Been thanked: 101 times
Switzerland

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von Flümi »

Arts hat geschrieben: Die Frage lautet: Ist es vertretbar Kormorane zu töten zum Vorteil des Menschen?
da der Mensch viele natürliche Feinde (grosse Greifvögel, Wolf, Bär, Luchs, ...) von verschiedensten Tierarten ausgerottet oder vertrieben hat, muss man wohl doch irgendwie in deren Fussstapfen treten und den Bestand regulieren. wenn man kein Wild mehr reguliert (Rotwild, Schwarzwild), würden in unseren Wäldern sämtliche Jungbäume weggefressen und in waldnahen Gebieten alle Gärten umgepflügt. wie siehts mit den natürlichen Feinden von Kormoranen aus?

hab mal gegoogelt und das da gefunden: http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voe ... 12289.html (die Waffen des Kormorans: Flucht und Vermehrung)
Gruss, Stefan
Schlitzohr, Spassvogel, durchschnittlicher Allrounder und Märchentante Bild

Sensibilisierung für Umgang in (Fischer-) Foren
Arts

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von Arts »

Hallo,

Da hast du natürlich aus persönlicher, eignenütziger Perspektive recht....

Ich wiederspreche aus Philosophischer sicht: Dies kann nicht der Grund sein eine Regulierung aus rein persönlichen Motiven als ethisch/moralisch "allgemein gültige Praxis" zur Norm zu machen.

Ich gehe einen Schritt zurück....

Was ist Moral und Ethik? "Wie soll ich handeln"
Eine Handlung soll uns als Menschen, als Gesellschaft weiterbringen und nicht nur mich als einzel Person....

Ethik ist kulturell bedingt unterschiedlich...

Grundsätzlich geht es aber darum das eine Handlung das Glück aller oder einer Gruppe begünstigt so ist diese richtig? Selbst das ist ein schwieriger Diskussionspunkt...

Aber gehen wir mal davon aus:

Also... Wir als Einzelperson benötigen das Angeln nicht zur Nahrungsbeschaffung, wenn da der Kormoran uns einen Fisch weg frisst, das bringt der Gesellschaft keinen Vor/Nachteil, verschaft ihr nicht mehr "Glück" :?

Selbst dem Berufsfischer bringt es nicht wirklich was..... Die haben schwerwiegendere Probleme, die Konkurrenz der weltweiten Fischindustrie und der Preiskampf...

Das Töten der Kormorane bringt unsere Gesellschaft den Schweizerbürger nicht weiter und ist somt ethisch/moralisch nicht vertretbar. Abgesehen davon das wir nicht behaupten dürfen das der Kormoran weniger Wert hat als z.B ein Gänsesäger, ein Haubentaucher oder ein Fisch ;)

Das Töten des Kormorans bringt vermutlicht nicht mal uns Fischer zu Eigennutzen einen Fang mehr ....

Moralische Normen erheben einen Allgemeinheitsanspruch...

Tom
Galgenfischer

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von Galgenfischer »

Hallo Tom,

Ich persönlich finde jetzt, dass du ein bisschen am Einwand von Flümi vorbeischiesst. Du wirfst ihm Egoismus vor, dabei ist sein Hauptargument der Erhalt möglichst verschiedener Tierarten. Inwiefern soll das egoistisch sein?
Also... Wir als Einzelperson benötigen das Angeln nicht zur Nahrungsbeschaffung, wenn da der Kormoran uns einen Fisch weg frisst, das bringt der Gesellschaft keinen Vor/Nachteil, verschaft ihr nicht mehr "Glück"
Ja inwiefern braucht der Mensch denn den Kormoran?
Abgesehen davon das wir nicht behaupten dürfen das der Kormoran weniger Wert hat als z.B ein Gänsesäger, ein Haubentaucher oder ein Fisch
Ja aber auch nicht mehr, oder?

Grundsätzlich finde ich es sehr schwierig, mit der Ethik zu argumentieren, aus verschiedenen Gründen.

1. Ist Ethik eine nur dem Menschen eigene Eigenschaft; diese auf die Tierwelt zu übertragen ist immer sehr schwierig.
2. Ist der Oberbegriff "Ethik" unzureichend, es gibt dutzende sich sehr unterscheidende Formen der Ethik. Mit grösstmöglichem Glück für die grösstmögliche Menge meinst du wahrscheinlich den Utilitarismus.
3. Diese Form der Ethik ist ganz und gar ungeeignet in diesem Fall, da du ja gar nicht wissen kannst, was die Allgemeinheit überhaupt will, geschweige denn die Folgen absehen kannst

Ich an deiner Stelle würde den "ethischen" Standpunkt verlassen, und lieber auf rein sachlicher Ebene diskutieren. Ich weiss nicht, ob du den Text, den Flümi gepostet hat, ganz gelesen hast. Er ist in vielerlei Hinsicht ziemlich interessant.

Ich persönlich halte es für schlecht, wenn man eine ursprünglich bedrohte, heimische Tierart wieder ausrotten will (und dass dem so ist hat ja Astacus hinlänglich bewiesen). Am Beispiel des Kormoran zeigt sich meiner Ansicht nach, ob die Fischer wirklich so naturverbunden sind, wie sie überall zu sagen pflegen, oder ob es letzten Endes doch nur um den Fisch geht. Um den Fisch zu retten braucht es mehrere Massnahmen, um den Kormoran zu erhalten nicht so viele. Warum setzen wir denn ausgerechnet beim verkehrtesten an und verteidigen diese hanebüchene Strategie noch mit beweisleeren Argumenten? Ich wäre für eine ausgeglichene Tierwelt, die nach Möglichkeit selbstreguliert ist. Wenn diese jedoch nicht gegeben ist (Beispiel Wild), sollte der Mensch so eingreifen, dass es Sinn macht, statt sich auf den erst besten Sündenbock einzuschiessen. Aber Philosophie bringt uns dabei kaum weiter.
Benutzeravatar
helix
Beiträge: 1236
Registriert: Di 28. Sep 2010, 18:15
Meine Gewässer: Berner Oberland
Been thanked: 1 time
Switzerland

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von helix »

Hier noch ein ganz spannender und aktueller Bericht zur Thematik:
Bundesamt für Umwelt BAFU
Kormoran: Ein Vogel zwischen den Fronten
Der Kormoran war in der Schweiz einst ein traditioneller Wintergast. Doch in den letzten
zehn Jahren hat er sich bei uns als Brutvogel etabliert. Dadurch gerät der fischfressende
Vogel zunehmend in Konflikt mit der professionellen Fischerei.

Wenn der Berufsfischer Fritz Hulliger aus Uerikon am Zürichsee in den frühen 1980er-Jahren
einen Kormoran erspähte, war das «eine kleine Sensation». Zwei, vielleicht drei Exemplare
konnte er damals im Winter jeweils beobachten. Gleiches berichten seine Kollegen, und manch
ein Fischer musste im Bestimmungsbuch nachschlagen, um sicher zu sein, dass der schwarze
Wasservogel ein Phalacrocorax carbo (kahlköpfiger Rabe) ist. Doch die Freude über den
seltenen Gast währte nicht lange. «Im Winter 1987 kamen die Kormorane plötzlich in Schwärmen
und frassen uns die Fische direkt aus den Netzen», erinnert sich Fritz Hulliger.
Tatsächlich registrieren die Ornithologen ab 1985 eine sprunghafte Entwicklung der
Kormoranpopulation in der Schweiz. Sie erreicht ihren Höchststand 1992 mit 8400
überwinternden Vögeln. Die Wintergäste stammen zum Grossteil aus den Niederlanden,
Dänemark, Deutschland und Schweden. Nachdem die Art in den 1970er-Jahren europaweit
unter Schutz gestellt worden war, stieg der Brutbestand in diesen Ländern zwischen 1971 und
1993 von etwa 3600 auf 80‘000 Paare. Profitiert hat der Vogel auch von den damals reichen
Fischbeständen in überdüngten Seen.
Bedrohung für die Äschen. Der Kormoran ist ein ausserordentlich geschickter Taucher. Sein
wasserdurchlässiges Gefieder ermöglicht ihm ein rasches Abtauchen in mehr als 30 Meter Tiefe.
Je nach Gewässer und Beute jagen Kormorane allein, in Gruppen oder in Verbänden von bis zu
mehreren hundert Vögeln. Ihr Appetit ist beachtlich: Ein Kormoran frisst pro Tag 400 bis 500
Gramm Fisch. In der Schweiz ernährt er sich vornehmlich von Weissfischen (Karpfen, Rotaugen)
und Barschen (Egli) aus Seen und den Staustufen der Flüsse. Einige Vögel jagen aber auch in
Fliessgewässern und in Laichgebieten, wo sie die Bestände der ohnehin bedrohten Äschen und
mancherorts auch der Seeforellen dezimieren können.
Die Gefährdung einzelner Fischarten führte 1995 zum «Kormoran-Kompromiss» zwischen
Fischereiverbänden, Vogelschutzorganisationen und Behörden. Die gemeinsam erarbeiteten
Leitlinien zum Kormoran-Management liessen an Flüssen und Weihern zeitlich begrenzte
Abschüsse und Vergrämungsaktionen ausserhalb der Jagdzeit zu. Zum Schutz der
überwinternden Wasservögel schlossen sie aber Interventionen an grösseren Seen aus. Seither
werden jährlich 1000 bis 1500 Kormorane geschossen. Das Konzept hat sich bewährt. Zur
Beruhigung der Diskussion trug zweifellos auch bei, dass sich der Winterbestand um die
Jahrtausendwende bei rund 5500 Vögeln einpendelte.
Die erste Brut in der Schweiz. 2001 beobachtet man im Naturschutzgebiet Fanel am
Neuenburgersee die erste wilde Kormoranbrut im Inland. Zwei Paare ziehen fünf Junge auf. Vier
Jahre später brüten auf den künstlichen Inseln im Fanel bereits 99 Paare. Nun gibt es keine
Zweifel mehr: Der Kormoran wird heimisch. 2005 aktualisiert das BAFU zusammen mit den
Fischerei- und Vogelschutzverbänden den bestehenden Massnahmenplan. Er sieht die
Möglichkeit zur Vergrämung der Kormorane neu auch im Sommer vor. Seither hat sich die
Situation aber nochmals verschärft: 2011 nisteten gemäss provisorischen Angaben der
Schweizerischen Vogelwarte bereits 796 Kormoranpaare in der Schweiz. Zum Ärger der
Berufsfischer, die um ihre Erträge fürchten, brüten sie bevorzugt in nationalen oder kantonalen
Vogelschutzgebieten entlang der grossen Seen.
Überwinternde oder durchziehende Kormorane würden in den Monaten Oktober bis März mehr
Fische aus den Schweizer Seen fressen als alle Berufsfischer in der gleichen Jahreszeit fangen,
rechnet der Schweizerische Berufsfischerverband vor: Geschätzte 440 Tonnen landen in den
Mägen der Vögel, 432 Tonnen in den Netzen. Brütende Kormorane und Jungvögel sollen weitere
100 Tonnen Fische aus heimischen Seen vertilgen. Fritz Hulliger fordert deshalb «eine
Reduktion der Kormorane auf den Bestand von 2005».
Schäden an Netzen und Fang. Die Konkurrenz allein rechtfertigt allerdings noch keine
Regulation der Brutbestände in Vogelschutzgebieten. «Wenn Vögel Fische fressen, ist das sicher
kein Wildschaden im Sinne des eidgenössischen Jagdrechts», erklärt Reinhard Schnidrig, Chef
der BAFU-Sektion Jagd, Fischerei, Waldbiodiversität. «Erst bei untragbaren Schäden an
Fanggeräten und an den Fängen der Berufsfischer in den Netzen sind regulative Eingriffe auch
bei Brutkolonien in Vogelschutzgebieten möglich.»
2011 wurden im Fanel 315 Nester gezählt. Die Kormorane bedienen sich in den Netzen der 41
Berufsfischer am Neuenburgersee und reissen mit ihrem Schnabel und den scharfen Krallen
Löcher in die Fanggeräte. Basierend auf einer Umfrage bei den Berufsfischern im Jahr 2007
bezifferte das Büro Aquarius die jährlichen Netzschäden am Neuenburgersee auf 1120 Franken
pro Berufsfischer. Dazu kommen - gemäss Eigendeklaration der Branche - Einbussen wegen
verletzter Fische in den Netzen von mehreren 1000 Franken, was insgesamt Schäden von 5000
bis 6000 Franken ergab. Das entspräche einem Monatslohn eines Berufsfischers.
Aufgrund von Beobachtungen im Rahmen eines BAFU-Präventionsprojekts schätzte die Zürcher
Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) diese Einbussen im Frühsommer 2010
allerdings insgesamt deutlich tiefer ein: Sie kam auf lediglich rund 800 Franken pro Berufsfischer
und Jahr.
In seltener Eintracht fordern Berufsfischer und Vogelschützer, dass Bund und Kantone diese
Verluste entschädigen. Mit dem Argument, dies seien normale Berufsrisiken, hat sich das
Parlament aber gegen solche Zahlungen ausgesprochen.
Regulation in Schutzgebieten. In den letzten Jahren bildeten sich die meisten Brutkolonien in
den ruhigen Vogelschutzgebieten. Aus diesem Grund hat der Bundesrat im Mai 2009 eine
Änderung der Verordnung über Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und
nationaler Bedeutung (WZVV) genehmigt. Sie ermöglicht, dass die Kantone beim Auftreten
untragbarer Schäden durch Kormorane nun auch in Schutzgebieten Regulationsmassnahmen
ergreifen können.
Diese pragmatische Schutzstrategie wird auch von einer Mehrheit des eidgenössischen
Parlaments gefordert. Eine 2010 von beiden Räten überwiesene Motion beauftragte das BAFU,
gemeinsam mit den Kantonen eine «Vollzugshilfe Kormoran» zu erarbeiten. Dazu zählen
Richtlinien für die Regulation von Brutkolonien - insbesondere in den nationalen Schutzgebieten.
Prävention vor Intervention. Der Bund prüft neben regulativen auch präventive Massnahmen.
Im Auftrag des BAFU hat die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW)
untersucht, was die Berufsfischer tun können, um Schäden an den Netzen zu verhindern. Die
Fachleute empfehlen, die Netze am Morgen noch vor der Hauptaktivitätszeit der Kormorane zu
heben, um so das Risiko von Attacken zu reduzieren. Zudem sei die Fischabfallentsorgung im
See zu unterbinden, um den gefrässigen Wasservögeln einen Teil der Nahrungsgrundlage zu
entziehen.
Diese Massnahmen können lokal eine brisante Situation entschärfen, doch der Kormoran lebt in
einem offenen System - ohne Landes- und Kantonsgrenzen. «Er sucht sich Gebiete mit
Potenzial, und davon gibt es in der Schweiz noch einige», sagt Reinhard Schnidrig vom BAFU.
Je nach Informationsquelle leben in Europa zwischen 0,5 und 1,5 Millionen Kormorane. Wie sich
diese Gesamtpopulation entwickelt, sei schwierig vorauszusehen, sagt er, zumal die 27
EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich agierten: In den Niederlanden steht der Kormoran unter
Schutz, in Frankreich werden jedes Jahr über 30‘000 Vögel geschossen, die Dänen halten den
Bestand gedeckelt, und Deutschland kennt 16 verschiedene Verordnungen. Erst ein grossräumig
koordiniertes Management brächte eine wirksame Bestandesregulierung.

Umstrittene Regulierung im Vogelschutzgebiet Fanel
Im März 2010 ersuchten die Kantone Freiburg, Waadt und Neuenburg das BAFU um eine
Bewilligung zur Regulierung der Kormorankolonie im Vogelschutzgebiet Fanel am
Neuenburgersee.
Das BAFU stimmte dem Begehren versuchsweise und befristet bis 2011 zu. Der Versuch sollte
insbesondere zeigen, ob die Schäden an den Netzen der Berufsfischer bei einer Reduktion der
Anzahl brütender Kormorane geringer ausfallen. Dazu bewilligte der Bund Massnahmen zum
Erschweren des Brütens wie das Entfernen von altem Nestmaterial, die Montage von Zäunen
und - in einem weiteren Schritt - das Einölen von Eiern zur Begrenzung der Nestlingszahl.
In Schutzgebieten nicht zugelassen wird eine Regulation durch Abschüsse. Zusätzlich schrieb
das BAFU den Kantonen vor, dass die Massnahmen die Schutzziele des Gebiets nicht in Frage
stellen und nur minimale Störungen verursachen dürfen.
Gegen die Bewilligung des BAFU reichten drei Umweltschutzorganisationen Rekurs beim
Bundesverwaltungsgericht (BVGer) ein. Darin bestritten sie die Rechtmässigkeit solcher Eingriffe
in nationalen Schutzgebieten sowie die von den Fischern beklagten «untragbaren Schäden» an
Beute und Netzen. In einem ersten Schritt entschied das BVGer, die Behandlung der gelegten
Eier mit Öl sei vorläufig nicht zulässig. Die beiden anderen Massnahmen dürften die Kantone
aber ergreifen.
Seit April 2011 liegt nun das Verdikt zu einer weiteren Beschwerde der NGOs gegen diese
Bewilligung vor. Das BVGer entschied, dass solche Eingriffe nach der bestehenden Rechtslage
zwar grundsätzlich möglich sind, dass im konkreten Fall aber die den Berufsfischern durch
Kormorane entstandenen Schäden nicht ausreichen, um Regulierungsmassnahmen zu
rechtfertigen. Auch seien nicht alle zumutbaren Verhütungsmassnahmen ergriffen worden, und
ohnehin könnten die von den Kantonen erfragten Massnahmen die Bestände nur in
beschränktem Ausmass regulieren. Zudem seien sie nicht zu einer wirksamen Vermeidung der
Netzschäden geeignet, weil solche auch durch Wandervögel aus Nordeuropa entstünden.
Dieser Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts stützt somit im Grundsatz die Argumentation
des BAFU, wonach Regulationsmassnahmen auch in einem Vogelschutzgebiet von
internationaler Bedeutung rechtmässig sein können, gibt aber im konkreten Fall den
Naturschutzorganisationen insofern recht, als es die selbstdeklarierten Schäden der Fischer
nicht als eine genügende Basis dafür erachtet. Das Urteil wird entsprechende Auswirkungen auf
die künftige Ausrichtung des Kormoran-Managements durch die Kantone und das BAFU haben.
Bild
Gruess helix
astacus

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von astacus »

Flümi hat geschrieben:da der Mensch viele natürliche Feinde (grosse Greifvögel, Wolf, Bär, Luchs, ...) von verschiedensten Tierarten ausgerottet oder vertrieben hat, muss man wohl doch irgendwie in deren Fussstapfen treten und den Bestand regulieren. wenn man kein Wild mehr reguliert (Rotwild, Schwarzwild), würden in unseren Wäldern sämtliche Jungbäume weggefressen und in waldnahen Gebieten alle Gärten umgepflügt. wie siehts mit den natürlichen Feinden von Kormoranen aus?

hab mal gegoogelt und das da gefunden: http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voe ... 12289.html (die Waffen des Kormorans: Flucht und Vermehrung)
flümi, du erliegst dem selben denkfehler, den leider viele menschen machen.

fakt ist: nicht jede tierart wird in der natur durch eine andere reguliert, es gibt mehrere regulationsfaktoren abseits der prädation. dass heute leider ein grosser teil der menschen meint, nur prädation sei regulation ist wohl nicht zuletzt der diskussion um die jagd geschuldet, die immer betont hat, sie müsse die grossraubtiere ersetzen.

dieses konzept ist aber nicht zu ende gedacht, weil praktisch immer die aussage fehlt, wer denn die spitzenprädatoren bär, wolf. luchs und co. reguliert. diese tiere haben auch keine natürlichen feinde und vermehrten sich früher trotzdem nicht explosionsartig.

regulation funktioniert selten nur über eine top-down kontrolle, also die kontrolle von oben nach unten. vielmehr spielt ebenso die bottom-up kontrolle auch eine rolle, also die regulation der prädatoren durch die zahl der beutetiere, also das nahrungsangebot. spitzenprädatoren werden eigentlich fast immer durch die bottom-up kontrolle reguliert. aller wahrscheinlichkeit nach ist dies beim kormoran nicht anders. ich habe bisher nämlich noch keine seriöse publikation gelesen, die glaubhaft nachweisen konnte, welche der heimischen arten effektiv den kormoran reguliert haben soll.
Benutzeravatar
helix
Beiträge: 1236
Registriert: Di 28. Sep 2010, 18:15
Meine Gewässer: Berner Oberland
Been thanked: 1 time
Switzerland

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von helix »

astacus hat geschrieben: ich habe bisher nämlich noch keine seriöse publikation gelesen, die glaubhaft nachweisen konnte, welche der heimischen arten effektiv den kormoran reguliert haben soll.
Glaube auch nicht, dass es das gibt. In unserem Nachbarland Deutschland gab/gibt es allerdings schon Versuche, den Fischadler, eine ursprünglich heimische Art, wieder anzusiedeln. Dies mit Erfolg! In D gibt es nun wieder einige hundert Fischadlerpaare, was an und für sich schön ist, doch ob sie die Kormorane wirklich signifikant regulieren können, wage ich eher zu bezweifeln.

Ebenfalls einige kleinere Raubvogelarten (z.B. Falken) können Kormorane aus ihren Brutrevieren vertreiben und es gibt mehrere Tiere, die wohl ab und wann ein Ei aus den Nestern stehlen könnten. Regulation hängt aber beim Kormi, wie bereits erwähnt, primär von der Nahrungsquelle, sprich von den Fischbeständen ab. Dies sofern man den Menschen als natürlichen Prädator des Vogels ausschliesst. Sinken die Fischbestände, wird es automatisch weniger Fischfresser und auch Kormorane geben. Dies als einzige Art der Regulation kann aber m.E. aus Fischers Sicht nicht das Ziel sein.
Bild
Gruess helix
rasch

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von rasch »

alle Theorien basieren auf der Annahme, dass in unserer Natur ein Gleichgewicht besteht.

Meiner Meinung nach besteht dies aber NICHT. :!:

Das Ungleichgewicht steht gegen die Fische und für den Kormoran. Da neben dem natürlichen Druck auf die Fische (Prädatoren) noch etliche weitere Aspekte wie zb. die Gewässerverbauung, Gewässerverschmutzung, Kraftwerke ...... etc. unseren Fischbeständen das Leben erschweren.
Der Kormoran wird jedoch geschützt und wie in unserer Region (Bodensee) speziell auf Deutscher Seite vom NABU schon fast als Heiligtum verehrt.

Tatsache ist jedoch auch, dass täglich grosse Schwärme von Kormoranen den Rhein heimsuchen und die noch immer angeschlagenen Äschenbestände arg bedrohen. Es wurden zum Teil 200 - 300 Tiere pro Tag und Flussabschnitt gezählt.
Ich glaube dass in einer solchen Situation der Abschuss des Kormoran gerechtfertigt ist, denn eine bedrohte Äschenpopulation darf auch geschützt werden und nicht nur der Kormoran.
Es gilt jedoch anzumerken, dass es sich nur um "Hegeabschüsse" handelt mit dem Ziel den Bestand zu verkleinern, es geht nicht um die Ausrottung dieses Vogels.
Insbesondere da die Kormorane den gesamten See für ihre Nahrungssuche verwenden können, dort wird nicht auf sie geschossen ......
Dennoch fliegen täglich die Schwärme vom Wolmatinger Riet über den gesamten Untersee bis in den Hochrhein um da die Äschen zu fressen. Den Seerhein und den Untersee haben Sie bereits geleert. (Es besteht ein Äschenfangverbot seit 1998 !!!! es wird besetzt und jährlich leergefressen)
astacus

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von astacus »

@helix:

kleines detail am rande zum fischadler in deutschland: dieser wird dort nicht wieder angesiedelt. im gegenteil, er war dort gar nie ausgestorben, sondern nur zeitweise aufgrund des einsatzes von DDT wie viele andere vögel auch selten. seit den 1970er jahren hat sich der bestand erfreulich gut erholt. der mensch hat dabei nur lokal mit der bereitstellung von nisthilfen geholfen. überdies ist der fischadler auch in der schweiz wieder häufiger zu gast, leider konnten aber noch keine bruten festgestellt werden (letzte brut in der schweiz war 1911).

sonst bin ich aber mit dir einverstanden.

rasch hat geschrieben:alle Theorien basieren auf der Annahme, dass in unserer Natur ein Gleichgewicht besteht.

Meiner Meinung nach besteht dies aber NICHT. :!:
schön, da sind wir uns ja einig. statische gleichgewichte gibt es in der natur nicht, höchstens dynamische. wie man nicht nur beim kormoran sehen kann, ist in der natur alles in bewegung. das wiederspricht meinen vorigen äusserungen aber nicht im geringsten.

rasch hat geschrieben:Der Kormoran wird jedoch geschützt und wie in unserer Region (Bodensee) speziell auf Deutscher Seite vom NABU schon fast als Heiligtum verehrt.
immer diese leier vom kormoranschutz. das ist in deutschland so, aber nicht bei uns, also hört doch auf damit. der kormoran ist in der schweiz eine jagdbare tierart mit einer schonzeit und nur drei kantone stellen ihn freiwillig gesetzlich unter schutz (was ich nicht unbedingt befürworte). also ist da nichts von wegen einseitigem schutz des vogels.

rasch hat geschrieben:Es gilt jedoch anzumerken, dass es sich nur um "Hegeabschüsse" handelt mit dem Ziel den Bestand zu verkleinern, es geht nicht um die Ausrottung dieses Vogels.
mal im ernst, auch bei euch am hochrhein weiss doch jeder, dass abschüsse von überwinternden vögeln keinerlei regulierende wirkung haben in dem sinne, dass ihre zahl effektiv vermindert werden kann. was da gemacht wird, ist eine vergrämung der kormorane um die äschenbestände zu schonen. ich habe noch nie jemanden ernsthaft sagen hören, dass mit diesen abschüssen die population reguliert werden soll.
Arts

Re: Kormoranbruten massiv gestiegen

Beitrag von Arts »

Hallo,

Ich werde gerne morgen zum Kritikpunkt das Tierethik nicht mit allgemeiner Ethik vergleichbar ist
Stellung nehmen... Bin heute schlicht zu müde dazu :)

Ich diskutiere gerne auch über angewandte Ethik... Bereichsspezifischer Probleme...

Im Voraus soviiel... Tierethik ist nicht enkoppelt von "wie soll ich handeln"

Utilitarismus ist eine Überzeugung... Biozentrismus eine andere....

Gerne bin ich bereit dies zu diskutieren ...

Rationalusmus vs Empirismus vs Kritizismus :)

.....

Tom
Antworten

Zurück zu „Fischbiologie“