Hallo Tom,
Ich persönlich finde jetzt, dass du ein bisschen am Einwand von Flümi vorbeischiesst. Du wirfst ihm Egoismus vor, dabei ist sein Hauptargument der Erhalt möglichst verschiedener Tierarten. Inwiefern soll das egoistisch sein?
Also... Wir als Einzelperson benötigen das Angeln nicht zur Nahrungsbeschaffung, wenn da der Kormoran uns einen Fisch weg frisst, das bringt der Gesellschaft keinen Vor/Nachteil, verschaft ihr nicht mehr "Glück"
Ja inwiefern braucht der Mensch denn den Kormoran?
Abgesehen davon das wir nicht behaupten dürfen das der Kormoran weniger Wert hat als z.B ein Gänsesäger, ein Haubentaucher oder ein Fisch
Ja aber auch nicht mehr, oder?
Grundsätzlich finde ich es sehr schwierig, mit der Ethik zu argumentieren, aus verschiedenen Gründen.
1. Ist Ethik eine nur dem Menschen eigene Eigenschaft; diese auf die Tierwelt zu übertragen ist immer sehr schwierig.
2. Ist der Oberbegriff "Ethik" unzureichend, es gibt dutzende sich sehr unterscheidende Formen der Ethik. Mit grösstmöglichem Glück für die grösstmögliche Menge meinst du wahrscheinlich den Utilitarismus.
3. Diese Form der Ethik ist ganz und gar ungeeignet in diesem Fall, da du ja gar nicht wissen kannst, was die Allgemeinheit überhaupt will, geschweige denn die Folgen absehen kannst
Ich an deiner Stelle würde den "ethischen" Standpunkt verlassen, und lieber auf rein sachlicher Ebene diskutieren. Ich weiss nicht, ob du den Text, den Flümi gepostet hat, ganz gelesen hast. Er ist in vielerlei Hinsicht ziemlich interessant.
Ich persönlich halte es für schlecht, wenn man eine ursprünglich bedrohte, heimische Tierart wieder ausrotten will (und dass dem so ist hat ja Astacus hinlänglich bewiesen). Am Beispiel des Kormoran zeigt sich meiner Ansicht nach, ob die Fischer wirklich so naturverbunden sind, wie sie überall zu sagen pflegen, oder ob es letzten Endes doch nur um den Fisch geht. Um den Fisch zu retten braucht es mehrere Massnahmen, um den Kormoran zu erhalten nicht so viele. Warum setzen wir denn ausgerechnet beim verkehrtesten an und verteidigen diese hanebüchene Strategie noch mit beweisleeren Argumenten? Ich wäre für eine ausgeglichene Tierwelt, die nach Möglichkeit selbstreguliert ist. Wenn diese jedoch nicht gegeben ist (Beispiel Wild), sollte der Mensch so eingreifen, dass es Sinn macht, statt sich auf den erst besten Sündenbock einzuschiessen. Aber Philosophie bringt uns dabei kaum weiter.