alpfish hat geschrieben:Mich würde es mal interessieren, ob nicht die Chance bestehen kann, durch gezielte Besatzpflege bei ausgewählten Edelkrebsbeständen allmählich eine Resistenz gegen die Krebspest bilden zu können? Das wäre aus meiner Sicht eine Unterstützung zur erfolgreiche Evolution.
theoretisch besteht diese chance, ja. wann sich eine solche genmutation ergibt, die eine resistenz gegen den krebspest-pilz erzeugt, lässt sich zeitlich aber leider nicht abschätzen. zudem müsste dann die krebspest auch vorhanden sein, damit sich dieses neue auch wirklich gen durchsetzt.
eine andere denkbare möglichkeit ist eine langsame gewöhnung an den erreger. dies hat bei den amerikanischen arten wohl stattgefunden, denn sie waren und sind ja seit jahrtausenden mit der krebspest in kontakt. völlig resistent dagegen sind sie aber nicht, sie haben jedoch abwerhstrategien entwickelt.
so oder so ist es aber in der tat erkannt, dass langfristig eine immunisierung der europäischen arten wünschbar ist. deshalb werden in anderen ländern, namentlich in österreich, in gewissen gebieten auch edelkrebse angesiedelt, die auch von amerikanischen arten erreicht werden können. etwa in stillgewässern von auenwäldern, die zeitweise vom hauptfluss (in dem kamberkrebse vorkommen) überflutet werden. so wird dann zwar hin und wieder ein angesiedelter bestand von edelkrebsen ausgelöscht, aber irgendwann hat man damit vielleicht auch immunisierte krebse. man muss es dann nur noch merken...
in der schweiz sind mir aber keine solche versuche bekannt, was wohl primär daran liegt, dass bei uns zu wenige besatztiere zur verfügung stehen, um solche experimente zu machen. die krebszucht hat bei uns im vergleich zu anderen ländern kaum eine tradition.
Schweizer Angler hat geschrieben:im kanton be und in zh gibt es dieverse krebs-wiederansiedlungsprojekte. im kt. zürich sogar durch einen innovativen fi-verein aus thalwil.
im berner oberland weiss ich von 3 erfolgreichen ansiedelungen, im einen mir bekannten bach kann man sie bei dämmerung sogar mit der tal-ampe beobachten . notabene an einer stelle wo sich die efischer sonst die "klinke in die hand geben" um den forellechen nachzustellen , was 3 meter nebenan für ein (krebs-)treiben herrscht weiss kaum einer davon
was die IG DNF im kt. zürich macht, ist bekannt und lobenswert. sie macht es aber auch nur deshalb, weil der kanton von sich aus nichts tut (dies ist keine kritik an der IG, sonder am kanton). in den meisten anderen kantonen ist es gleich (kt. solothurn eingeschlossen, weshalb wir uns ja überhaupt erst als private darum zu kümmern begannen). und im kt. bern hängt es schlussendlich vom persönlichen interesse des zuständigen fischereiaufsehers ab. da gibts durchaus positive beispiele, siehe neben deinen auch im emmental. ich hatte zu diesem thema aber auch schon mit eurem fischereiinspektorat kontakt, was eher ernüchternd war...
Schweizer Angler hat geschrieben:(ne, ich sag auch nicht wo).
mir egal, ich kenn die standorte sowieso
