Fang unerwünschter Krebsarten

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Schweizer Angler

Re: Fang unerwünschter Krebsarten

Beitrag von Schweizer Angler »

im kanton be und in zh gibt es dieverse krebs-wiederansiedlungsprojekte. im kt. zürich sogar durch einen innovativen fi-verein aus thalwil.

im berner oberland weiss ich von 3 erfolgreichen ansiedelungen, im einen mir bekannten bach kann man sie bei dämmerung sogar mit der tal-ampe beobachten . notabene an einer stelle wo sich die efischer sonst die "klinke in die hand geben" um den forellechen nachzustellen , was 3 meter nebenan für ein (krebs-)treiben herrscht weiss kaum einer davon ;-) (ne, ich sag auch nicht wo).

weitere infos zu krebsen;

http://www.google.ch/url?sa=t&source=we ... WPLzBZ9qAQ

http://www.google.ch/url?sa=t&source=we ... oM9waG3sHg

http://www.google.ch/url?sa=t&source=we ... RM1SEidU3g

http://www.google.ch/url?sa=t&source=we ... 2OJFOHZyMg

http://www.google.ch/url?sa=t&source=we ... RM1SEidU3g


gruss

sa
astacus

Re: Fang unerwünschter Krebsarten

Beitrag von astacus »

alpfish hat geschrieben:Mich würde es mal interessieren, ob nicht die Chance bestehen kann, durch gezielte Besatzpflege bei ausgewählten Edelkrebsbeständen allmählich eine Resistenz gegen die Krebspest bilden zu können? Das wäre aus meiner Sicht eine Unterstützung zur erfolgreiche Evolution.
theoretisch besteht diese chance, ja. wann sich eine solche genmutation ergibt, die eine resistenz gegen den krebspest-pilz erzeugt, lässt sich zeitlich aber leider nicht abschätzen. zudem müsste dann die krebspest auch vorhanden sein, damit sich dieses neue auch wirklich gen durchsetzt.

eine andere denkbare möglichkeit ist eine langsame gewöhnung an den erreger. dies hat bei den amerikanischen arten wohl stattgefunden, denn sie waren und sind ja seit jahrtausenden mit der krebspest in kontakt. völlig resistent dagegen sind sie aber nicht, sie haben jedoch abwerhstrategien entwickelt.

so oder so ist es aber in der tat erkannt, dass langfristig eine immunisierung der europäischen arten wünschbar ist. deshalb werden in anderen ländern, namentlich in österreich, in gewissen gebieten auch edelkrebse angesiedelt, die auch von amerikanischen arten erreicht werden können. etwa in stillgewässern von auenwäldern, die zeitweise vom hauptfluss (in dem kamberkrebse vorkommen) überflutet werden. so wird dann zwar hin und wieder ein angesiedelter bestand von edelkrebsen ausgelöscht, aber irgendwann hat man damit vielleicht auch immunisierte krebse. man muss es dann nur noch merken...

in der schweiz sind mir aber keine solche versuche bekannt, was wohl primär daran liegt, dass bei uns zu wenige besatztiere zur verfügung stehen, um solche experimente zu machen. die krebszucht hat bei uns im vergleich zu anderen ländern kaum eine tradition.

Schweizer Angler hat geschrieben:im kanton be und in zh gibt es dieverse krebs-wiederansiedlungsprojekte. im kt. zürich sogar durch einen innovativen fi-verein aus thalwil.

im berner oberland weiss ich von 3 erfolgreichen ansiedelungen, im einen mir bekannten bach kann man sie bei dämmerung sogar mit der tal-ampe beobachten . notabene an einer stelle wo sich die efischer sonst die "klinke in die hand geben" um den forellechen nachzustellen , was 3 meter nebenan für ein (krebs-)treiben herrscht weiss kaum einer davon ;-)
was die IG DNF im kt. zürich macht, ist bekannt und lobenswert. sie macht es aber auch nur deshalb, weil der kanton von sich aus nichts tut (dies ist keine kritik an der IG, sonder am kanton). in den meisten anderen kantonen ist es gleich (kt. solothurn eingeschlossen, weshalb wir uns ja überhaupt erst als private darum zu kümmern begannen). und im kt. bern hängt es schlussendlich vom persönlichen interesse des zuständigen fischereiaufsehers ab. da gibts durchaus positive beispiele, siehe neben deinen auch im emmental. ich hatte zu diesem thema aber auch schon mit eurem fischereiinspektorat kontakt, was eher ernüchternd war...

Schweizer Angler hat geschrieben:(ne, ich sag auch nicht wo).
mir egal, ich kenn die standorte sowieso :mrgreen:
Schweizer Angler

Re: Fang unerwünschter Krebsarten

Beitrag von Schweizer Angler »

ich kann aber sagen wo es keine mehr hat ;-) bei der muribadi an der aare, richtung bern hinunter, hat es ca. 500 meter abwärts rechts vom aareweg ein kanal und beton-fischkästen - der künstliche angelegte bach, eine ehemalige krebs- und fischzucht - er heisst ja auch "krebsbach"- wurde durch die krebspest mehrmals heimgesucht. heute ist im eheamligen krebspest-teil nichts mehr fischiges drin, aber dafür schöne lurche.
hängt es schlussendlich vom persönlichen interesse des zuständigen fischereiaufsehers ab. da gibts durchaus positive beispiele, siehe neben deinen auch im emmental. ich hatte zu diesem thema aber auch schon mit eurem fischereiinspektorat kontakt, was eher ernüchternd war...
yep, ist (leider) bekannt.


gruss

sa
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Re: Fang unerwünschter Krebsarten

Beitrag von Alet »

alpfish hat geschrieben:Intressante Infos sind da zusammengekommen. vielen Dank!

Mich würde es mal interessieren, ob nicht die Chance bestehen kann, durch gezielte Besatzpflege bei ausgewählten Edelkrebsbeständen allmählich eine Resistenz gegen die Krebspest bilden zu können? Das wäre aus meiner Sicht eine Unterstützung zur erfolgreiche Evolution.
Eine natürliche Resistenz ist bei unseren Krebsen praktisch ausgeschlossen. Die Krebspest wütet seit hundert Jahren und noch immer genügt eine einzige Spore um einen Krebs tödlich zu infizieren.

Die Von astacus erwähnte einzige Genmutation genügt da nicht. Im Normalfall befällt ein Erreger einen Organismus der sich per Anpassung (Genmutation) dagegen verteidigen kann. Der Wirt passt sich dem Erreger an und wird immun, da muss sich im Gegenzug der Erreger wieder anpassen usw..... Das ist ein nie endendes Wettrüsten.
Der Erreger der Krebspest wird bei den Amerikanern im Chitinpanzer eingekapselt und mit der nächsten Häutung abgestreift. Für die Einkapselung sind mehrere Stoffe zuständig die von verschiedenen Genen Reguliert werden. Für die Resistenz müsste in verschiedenen Genen gleichzeitig die richtige Mutation stattfinden. Nur alle Zusammen garantieren den Schutz. Das ist eigentlich unmöglich. Die Europäer können nicht tausende Jahre Evolution überspringen.
Im Prinzip könnte das durch gezielte Zucht herbeigeführt werden. Nur das wird sehr teuer und dauert im besten Fall 15 bis 20 Jahre. Bereits eine Machbarkeitsstudie inklusive der Erforschung der Schutzmechanismen auf molekularer Ebene schätze ich auf 1 Million. Von der anschliessenden Zucht, inklusive Zuchtstation und Personal, weitere Millionen. Eigentlich wäre der Edelkrebs ein idealer Kandidat. Langfristig könnte der Edelkrebs die Amerikaner wider zurückdrängen, da er eigentlich stärker wäre.
Phoxinus

Re: Fang unerwünschter Krebsarten

Beitrag von Phoxinus »

Hallo Alet
Besten Dank für deine exzellenten Ausführungen in Bezug einer möglichen natürlichen oder künstlichen Bildung einer Resistenz beim Astacus gegenüber der Krebspest.

Es ist einfach sehr bedauerlich, dass die 3 oder auch 4 Millionen CHF zur Erforschung des Erregers nicht bereitgestellt werden.

Im übrigen sind Krebspopulationen von gemischten Beständen bekannt, ohne dass eine Krebspest ausbricht. Dies wurde mir auch wieder am internationalen Krebsseminar in Ostdeutschland (Crivitz) vom November 2010 bestätigt. Es gibt in Deutschland gemischte Bestände von Edel- Kamber- und Signalkrebsen, welche seit Jahren koexistieren.
Auch in de Schweiz ist mindestens eine solche Koexistienz bekannt (im See leben Kamber- und im Ausfluss Steinkrebse). Und dies obwohl ja der Krebspesterreger auch über das Wasser übertragen wird!

Es kann also durchaus auch Bestände von amerikanischen Krebsarten geben, welche frei von der Krebspest sind, wenn auch eher selten.


Gruss Phoxinus
Rolandus

Re: Fang unerwünschter Krebsarten

Beitrag von Rolandus »

Danke Euch allen für die Infos und Diskussionen
Ist ja eine geballte Ladung an Wissen, was da in einem Thread zusammenkommt.
Wir wärs, wenn sich das Firscherforum als Organisation anmelden würde und wir alle gemeinsam einmal ein Krebsfangtag machen würden, inb Begleitung eines Fachmannes?
Zum anschliessenden Essen (vor Ort direkt im heissen Wasser getötete Krebste ;-), wären dann die Herren der staatlichen Büros anatürlich auch eingeladen....

Rolandus
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