Schnell noch ein paar Brote geschmiert und die KöFis eingepackt und dies und das noch im Rucksack verstaut... etwa 10 Mal kontrolliert ob ich wirklich alles habe.... beim Vorbeigehen an einem Spiegel gemerkt, dass ich doch noch nicht so richtig wach ausschaue... kurz die Freundin aus dem Bad verjagt und den Kopf nochmals unters kalte Wasser. Endlich wach und mit ner halben Stunde Verspätung ging's um halb 9 endlich Richtung Kandersteg.
Auf der Fahrt hab ich noch die ganze Zeit überlegt, ob ich im Halbschlaf auch wirklich alles eingepackt habe...Eisbohrer, Ruten, Patent, Köfi, ...Bienenmaden???
"SHIT! Die pennen immer noch im Kühlschrank!"
Was sollte ich nun machen? Inzwischen war ich zwischen Kirchberg und Bern...
und dann kam mir in den Sinn, dass ich in der Nähe vom Bernhard vorbeifahre und der doch ausserhalb des Geschäftes einen (von mir immer leicht belächelten) "Selecta"-Automaten stehen hat, wo man vom Wobbler über Gamben bis zum Lebendköder alles rausziehen kann
Also, kurzer Umweg über Wichtrach und mit Bienenmaden und Würmern wieder zurück auf die Autobahn.
In Kandersteg angekommen, kurz den Thermo-Anzug angezogen und die ersten Fotos geschossen.

(So angezogen falle ich jedes Jahr auf wie ein bunter Hund)

(Meine Freundin)
Dann ging's gleich mit der Bahn hoch und mit grosser Vorfreude an den See.
Dort angekommen gleich 2 Löcher gebohrt und angefangen den Kanadiern nachzustellen.



(nach ner Weile fiel mir fast der Arm ab und ich wechselte vorübergehend in den "Automatik-Modus")
Sehr eindrücklich sahen die Risse im Eis aus:

Ich fischte und fischte und fischte...aber die Kanadier wollte einfach nicht beissen. Auch bei den anderen Fischern war tote Hose.
Und dann endlich...
BISS!!!
FISCH!!!
... aber leider nicht bei mir
Etwa 20 Meter neben mir wurde von einem sichtlich begeisterten Fischer ein Kanadier aus dem Wasser gezogen.
Etliche Stunden und Platzwechsel später hatte sich an meinen Ruten immer noch nichts getan. Kein Biss. Weder auf Bienenmade noch auf Köfi.
Habe viele Techniken versucht. Langsames rauf und runter, schnelles rauf und runter, blitzartiges rauf und langsam runter... aber die Fische waren damit auf keiner Tiefe zu überzeugen.
Um etwa halb 5 packten wir dann zusammen und marschierten los.
Am Hotel oben trafen wir noch den Gugger Benu vom Bernhard. Er und sein Kollege hatten mit (ich glaube) 16 Teilnehmern einen Eisangelkurs durchgeführt.
Sie hätten sehr schlecht gefangen, meinte Benu. Er selbst hätte gerade mal 1 Kanadier im Sack und einen weiteren verloren.
Am 1.1. hingegen hätte er bereits nach ner Viertelstunde die Vollpackung zusammen gehabt.
Nach diesem netten Gespräch ging's dann mit dem Schlitten bergab... naja... 50 Meter schlitteln, dann 10 Meter zu Fuss... wieder 50 Meter schlitteln... kurz gesagt: der Schlittelweg war auch schon mal besser.
Letztes Jahr hatte ich Angst den Geschwindigkeitsrekord für UFFOs (unbekannte fliegende fette Objekte) zu brechen, und dieses Jahr hätte ich Schlittenhunde gebraucht, um anständig vorwärts zu kommen
Heute habe ich zwar nichts gefangen, aber alleine der Ausflug mit meiner Freundin war die Anreise wert. Und ihr (obwohl sie beim angeln immer nur zuschaut) hat's nach eigenen Angaben auch sehr gefallen
Und mit ein paar Fotos der herrlichen Bergwelt schliesse ich den Bericht




