Hallo Fliegenfischerkollegen
Da ist eigentlich schon alles Wesentliche und Richtige gesagt worden. Fliegenfischen unterscheidet sich zu anderen Angelmethoden vorallem in der Wurftechnik. Deshalb kommt dem Gerät in diesem Sektor eine gewisse Bedeutung zu. Beim Spinnangeln kann ich einen Köder mit einer einzigen Bewegung auf grosse Weiten bringen und wieder einkurbeln. Auch hier werfe ich den ganzen Tag. Beim Ansitzangeln werfe ich höchstens alle paar Minuten aus. Beim Fliegenfischen hingegen bewege ich den ganzen Tag die Rute hin und her, was sich in der Muskulatur (gerade am Anfang) bemerkbar macht. Um Ermüdungserscheinungen am besten vorbeugen zu können, ist der Tip von Jean Paul genau richtig. Das Gesamtsystem sollte ausgewogen sein. Nur wenn die Rute richtig ausbalanciert ist, lässt sich damit über längere Zeit unverkrampft fischen. Es nützt also nichts, eine Rutenempfehlung Richtung superleichter Kohlefasergerte abzugeben und gleichzeitig eine 150 Gramm schwere Rolle zu montieren. In diesen Zusammenhang spielt die Länge der Rute hinein, indem eine lange Rute eher zu Kopflastigkeit neigt, als eine Kurze. Eine Lange Rute benötigt also ein eher höheres Rollengewicht.
Die Empfehlung, zuerst einen Kurs zu machen und dann die Rute auszuwählen, halte ich für richtig. Man darf aber nicht vergessen, dass man sich im Verlauf eines Fliegenfischerlebens auch wurftechnisch verändert. Oftmals spielen beim erstmaligen Rutenkauf auch die "Berater" eine nicht zu unterschätzende Rolle (Kollegen, Verkäufer, Werbung etc). Man lässt sich am Anfang auch zu viel von der Wurfweite beeindrucken und kauft gerne auch den ultimativen "Weitwurf-Horizonterreiche-Stock" und fischt selbst vielleicht im Bergbach. Was ich damit sagen will ist, dass der Einsatzzweck entscheidend ist, für Rutenlänge und Schnurklasse.
Fische ich vorwiegend am Bergsee, kann es sein, dass ich mit einer längeren Rute der Klasse 6 besser zurecht komme. Fische ich auf Aeschen im Mittelland/Voralpen, reicht jedoch die Klasse 4 bestens aus. Fische ich gar im Bergbach, würde ich persönlich auf sehr kurze Ruten zurückgreifen (160 - 210 cm) und in der Schnurklasse auch nochmals runter auf 3 gehen.
Dann kommt die bevorzugte Köderwahl hinzu. Schwere Streamer sind etwas anderes als zarte Trockenfliegen. Gewässertiefe, Strömungsdruck und Gewässerbreite, sind weitere Kriterien.
Daraus ergibt sich, dass es die "Eierlegende Wollmilchsau" als Rute für die Fliegenfischerei nicht gibt und man sich mit der Zeit, wohl auch durch die Veränderung des persönlichen Wurfstils, mehrere Ruten kauf.
Ich beglückwünsche Dich zum Entscheid, einen Fliegenfischerkurs zu absolvieren, Du wirst es im Glarnerland bestimmt nicht bereuen!
Der Hinweis mit der Fischen Jagen Schiessen vom 21. bis 24. Februar ist übrigens ebenfalls gut - nicht nur weil ich selbst auch dort bin
