Was ist eine Hegene? / Was darf man alles damit?

Hier kommen die Fragen und Antworten zum Gambe/Hegenefischen rein.
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gonefishing
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Was ist eine Hegene? / Was darf man alles damit?

Beitrag von gonefishing » Mo 20. Aug 2007, 08:09

Hallo zusammen!

Ich habe festgestellt dass ich mir nicht ganz im Klaren bin, wie das Reglement eine Hegene bzw. das Hegenenfischen genau definiert.

Ich weiss wie Nymphen und Hegenen im 'Normalfall' aussehen, aber ich habe das Gefühl dass zumindest im Kanton Bern sehr viel unklar ist.

So habe ich in letzter Zeit festgestellt dass Hegenen oft zusätzlich mit Maden garniert werden. Ich dachte eigentlich eine Hegene wäre ein rein künstlicher Köder. Wenn nun Maden an der Hegene erlaubt sind, wo ist die Grenze zum Naturköderfischen? Ich könnte ja theoretisch eine Hegene aus 6er-Haken binden, einen Faden um jeden Haken gewickelt und dann Wurm oder Köderfisch drüber...

Das nächste was mir unklar ist, ist das Werfen mit der Hegene. Das ist ja im Kanton Bern erlaubt. Aber dadurch kann ich eine Hegene mit 5 Haken auch führen wie einen Spinnköder. Da das genaue Aussehen einer Nymphe nicht definiert ist, ist der Übergang von einer Hegene zu einem Spinnsystem mit 5 Anbisstellen auch fliessend. Schaltet bei einer glitzernden Egli-Hegene noch ein Spinnerblatt vor und hängt an jeden Haken eine Made hat man einen prima Wurf-Konvoy mit 5 Anbisstellen...

Sehe ich das falsch, oder ist das Reglement da etwas schwammig?

Das Fischen mit Hegene und Schwimmer ist ja definitiv verboten, von daher würde mich es wundern, wenn Methoden die viel weiter vom eigentlichen Hegenenzupfen entfernt sind erlaubt wären...

Gruss, Mattu

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Martin
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Beitrag von Martin » Mo 20. Aug 2007, 09:53

Die Hegenen / Gamben bleiben die Ausnahme was dies anbelangt, obwohl deine Bemerkung schon etwas hergibt.

Ich glaube das einfach das Grundgerüst der Gambe / Hegene als solches bezeichnet wird, also eine Hauptschnur mit 5 Springer und blei, oder 4 Springer, Blei und ein Nachläufer, ohne dabei genau auf den Köder einzugehen.

Die Gambe wird im Kanton Bern separat im Reglement erwähnt, also eine Ausnahme, ansonsten gelten die Anbisstellen pro Köder / -länge.
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser

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Flümi
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Beitrag von Flümi » Mo 20. Aug 2007, 13:07

früher war auch die Länge des Nachläufers definiert gewesen. ob das noch so ist, wüsste ich grad nicht mehr. waren glaubs "mindestens 25cm".



nicht dass jemand ein Fischförmiges, buntes Blei oder einen Jucker benutzt und 1cm darunter den Haken hat.

Stefan

Beitrag von Stefan » Mo 20. Aug 2007, 13:20

Flümi hat geschrieben:früher war auch die Länge des Nachläufers definiert gewesen. ob das noch so ist, wüsste ich grad nicht mehr. waren glaubs "mindestens 25cm".


Das ist nicht mehr so, vor zwei Jahren habe ich das beim FI abgeklärt weil es jemand behauptet hat und in den Vorschriften deswegen nichts steht.

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Beitrag von Flümi » Mo 20. Aug 2007, 13:47

wie gesagt, es war früher so (vor 5-15 Jahren) und da ichs beim letzten mal nicht mehr gefunden hab (etwa zu dem Zeitpunkt, als ich selber mit dem Gambenbauen anfing), ging ich eben auch davon aus, dass es nicht mehr so ist.



aber ich würds trotzdem begrüssen, wenn wieder eine Mindestlänge vorgeschrieben wird. auch wenns nur 10cm sind: es erschwert den Geistesakrobaten unter den Fischern das Schränzen sicher eindeutig :wink:

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Beitrag von gonefishing » So 16. Dez 2007, 21:22

Will mal dieses Thema wieder aufwärmen weil ich eigentlich immer noch nicht schlauer geworden bin.

Ausserdem ist mir noch ein weiterer Gedanke gekommen:

Was ist, wenn ich ein Drop-Shot-Rig mit 5 Haken binde und mit Drop-Shot-Jigs bestücke? Sieht doch nicht anders aus wie einige Egli-Gamben in gross...

Auch von der Art der Fischerei ist das Dropshotten dem Hegenenfischen sehr ähnlich. 5 Köder sehen schon aus wie ein kleiner Fischschwarm, und könnten auf Zander und Egli wesentlich attraktiver wirken als so ein einsames Fischchen...



Gruss, Mattu

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Beitrag von Käpten Adi » Mo 17. Dez 2007, 09:25

hallo mattu,



so wie ich das interpretiere, ist alles was du erwähnt hast richtig. wenn ich das reglement anschaue, finde ich auch nirgens, dass du die gambe nicht an einen zapfen montieren kannst. die passage dass du die gambe nur mit heben und senken fischen darfst habe sie vor einigen jahren gestrichen.

du darfst dir also eine dropshot gambe erstellen, ich werde dies auf jeden fall in der nächsten saison auch asuprobieren.



auszug aus dem reglement:



Art. 13 Regalgewässer



In Regalgewässern ist es verboten,

a. Fische zum Zwecke des Fangens anzufüttern;

b. die zur Angel- und Köderfischerei eingesetzten Geräte unbeaufsichtigt zu lassen;

c. eine Gambe oder Hegene mit mehr als fünf Angeln zu verwenden oder diese mit dem Jucker zu kombinieren;

d. an Köderfischsystemen, Spinnern, Wobblern und dergleichen von weniger als 10 cm Länge mehr als zwei Anbissstellen bzw. bei solchen von mehr als 10 cm Länge mehr als drei Anbissstellen anzubringen;

e. ausser bei den unter c und d aufgeführten Fällen mehr als zwei Anbissstellen zu verwenden und

f. ausser beim Einsatz einer Gambe oder Hegene nichtrostende Angeln zu verwenden.
Gruss Adi


THC-Fischer

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Beitrag von habakuk » Mo 17. Dez 2007, 09:42

anzumerken wäre hier noch:

in der aare dürfen nur zwei anbissstellen an der gambe/hegen sein.

ich hab das dropshot im fliessgewässer schon ausprobiert.

je nach grösse der gummis sind zwei auch gar nicht so praktisch,

da der kontakt nicht mehr so direkt ist. in den seen sind ja

twistergamben schon lange "gang und gäbe"...

(kenne es vorallem vom murtensee, da darf man die twistergambe nur

vom ufer aus werfen, im boot darf die gambe nur vertikal gefischt werden)
Darf ein Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben?

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Beitrag von gonefishing » Mo 17. Dez 2007, 09:48

Käpten Adi hat geschrieben:wenn ich das reglement anschaue, finde ich auch nirgens, dass du die gambe nicht an einen zapfen montieren kannst.


Das wurde mal zwischen FF und Fischereiinspektorat geklärt. Sobald der Zapfen sichtbar ist gilt es als Zapfenfischen und es sind nur zwei Anbissstellen erlaubt. Mit versenkten Zapfen gilt es allerdings wieder als Hegenenfischen...



Gruss, Mattu

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Beitrag von gonefishing » Mo 17. Dez 2007, 09:52

auszug aus dem reglement:



Art. 13 Regalgewässer



In Regalgewässern ist es verboten,

...

f. ausser beim Einsatz einer Gambe oder Hegene nichtrostende Angeln zu verwenden.[/quote]



Wie ist das eigentlich zu interpretieren?

Viele Haken sind zumindest oberflächlich versiegelt und mehr oder minder nichtrostend.

Muss ich bei salzwassertauglichen Kunstködern die Haken gegen Rostgurken austauschen?



Bei den Owner-Haken die ich viel verwende heisst es z.B. 'corrosion-resistant black chrome finish'...



Gruss, Mattu
Zuletzt geändert von gonefishing am Mo 17. Dez 2007, 09:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Käpten Adi » Mo 17. Dez 2007, 09:57

hallo mattu,



ist schön, dass das schon disskutiert wurde, ich denke aber, dass es sich hierbei um eine freie interpretation des fischereiaufsehers handelt, dies "verhet" rechtlich nicht, wenn es nirgens niedergeschrieben ist :shock:
Gruss Adi


THC-Fischer

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Beitrag von Martin » Mo 17. Dez 2007, 10:27

Es ist nicht frei erfunden und wurde an zwei Orten nicht mal so wenig thematisiert und aus erster Stelle vom Fischereiinspektorat richtig gestellt.

Es ist im Kt. BE verboten mit obenauf treibendem Zapfen und unten montierter Gambe mit 5 Haken zu fischen. Bei der schwimmenden Montage sind nur 2 Anbissstellen erlaubt. Benützt also folgende Links um über die s weiter zu diskutieren. Danke



Anbissstellen beim Zapfenfischen auf Felchen



Ist das Zapfenfischen oder Gambenfischen?
Zuletzt geändert von Martin am Mo 17. Dez 2007, 10:35, insgesamt 1-mal geändert.
Gruss Martin

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Beitrag von Martin » Mo 17. Dez 2007, 10:32

gonefishing hat geschrieben:auszug aus dem reglement:



Art. 13 Regalgewässer



In Regalgewässern ist es verboten,

...

f. ausser beim Einsatz einer Gambe oder Hegene nichtrostende Angeln zu verwenden.



Wie ist das eigentlich zu interpretieren?

Viele Haken sind zumindest oberflächlich versiegelt und mehr oder minder nichtrostend.

Muss ich bei salzwassertauglichen Kunstködern die Haken gegen Rostgurken austauschen?



Bei den Owner-Haken die ich viel verwende heisst es z.B. 'corrosion-resistant black chrome finish'...



Gruss, Mattu


Ich habe auch schon mal auf das Thema angesprochen, siehe hier unter folgendem Link
Gruss Martin

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