Ich beobachte hier seit Jahren im Auftrage des Verbandes an meinem Hausbach das Aufstiegsgeschehen bei den Meerforellen, sowie auch das Ablaichen von Meerforellen und stationären Forellen, den Begriff Bachforelle will ich im Zusammenhang mit diesem Gewässersystem nicht verwenden, da es sich um einen teilwandernden Bestand handelt.
Bei dieser Monitoringmaßnahme werden die Laichplätze erfasst, ihre Lage dokumentiert, das bevorzugte Sediment(Korngröße) festgestellt, sowie natürlich die Fischsichtungen festgehalten.
Die Sache ist recht zeitaufwändig, ich laufe dabei einen Bereich von rund 15km abschnittsweise einige Wochen regelmäßig ab, die speziellen Hotspots nahezu täglich.
Am letzten Novemberwochenende findet eine generelle Kartierung und Zählung der Laichgruben statt.
Der "lange Marsch" über 15km Laichstrecke am Gewässer liegt nun hinter uns, er fand wie geplant am letzten Sonntag statt.
Ich habe mir allerdings die meisten Kilometer erspart, da ich sie in den letzten Wochen, abschnittsweise fast täglich belaufen habe.
Das Ergebnis war, wie schon im Vorjahr, welches den bisherigen Aufstiegsrekord darstellte sehr positiv, die Zahl der Laichgruben war nahezu identisch, wobei allerdings zu beobachten war, daß sich das Hauptlaichgeschäft geringfügig weiter nach oben im Flußlauf verlagert hat.
Die Fische nahmen auch bisher nur selten genutzte Bereiche sehr intensiv an.
Diese 15km-Strecke hat zwei Hauptlaichzonen, praktisch jeweils an den Enden, also eine im unteren Bereich und eine Oben.
Der Flußlauf ist in dem Bereich durchschnittlich 6m breit, um eine Dimension anzugeben.
Gezählt werden 2 Abschnitte festgelegter Länge um einen einigermaßen statistischen Vergleichswert zu erreichen, die dazwischen liegenden kleineren Laichzonen werden natürlich auch gesondert erfasst.
Die Zählstrecken sind addiert etwa 1,2km lang, wobei auf die obere nur ca. 300m entfallen, die untere länge Strecke ist völlig anders gegliedert als die obere und weist geeigneten Bodengrund auf kurz hintereinander liegenden Schwellen auf, die obere kürzere ist nahezu durchgängig für die Fische nutzbar.
Die Gesamtlaichgrubenzahl in beiden Bereichen zusammen beträgt 160(163), wobei 78(69) auf den oberen Bereicht entfallen.
(Vorjahreswert in Klammern).
Wobei auch hier wieder große "Laichflächen" oft 3x3 oder 4x3m, eine auch 8x5m angetroffen wurden, die nicht mehr in einzelne Aufschläge unterteilt werden konnten, somit als 1 gezählt wurden.
Die ersten Aufschläge waren nach 2 Regentagen am Morgen des 1.11. zu finden, die Hauptaktivität lag zwischen dem 5. und 7.11., somit alles 1 Woche früher als im Vorjahr.
Fischsichtungen am 6.11. gegen 11:30 auf 300m am oberen Hotspot 110 Fische, davon jedoch nur 36 auf den Laichgruben, der Rest rastend und aufwärts ziehend.
Die Masse der aufgestiegenen Meerforellen ist zwischen 55 und 70cm lang, etliche Fische gehen über die 80cm(meist Milchner), ganz wenige erreichen auch Längen über einen Meter.
Unter den aufsteigenden Fischen befinden sich auch einige wenige Lachse, im Gegensatz zum Vorjahr konnte ich jedoch diesen Herbst keinen durch bloße Sichtung finden, im Vorjahr fand ich zumindest 3 Milchner, Rogner sind eh nicht durch bloße Sichtung von Meerforellen unterscheidbar, die Milchner fallen jedoch sofort durch ihre Färbung auf(bläulich-grünlicher Rücken, sehr viele Rotanteile an den Flanken im vorderen Drittel).
Es befinden sich jedoch noch aktive Fische im Gewässer, sowohl aufsteigende als auch momentan laichende, das geht meist bis in den Dezember hinein.
Die im Gewässer lebenden stationären Forellen beginnen ca. 1-2 Wochen früher meist an Bereichen, die etwas unterhalb der besagten Zonen liegen und etwas feineres Sediment aufweisen(10-40mm), jedoch auch teilweise in sich deckenden Bereichen.
Die Meerforellen scheinen gröberes Sediment zu bevorzugen(30-60mm, teilweise bis 100mm).
Fischräubereien waren dieses Jahr, im Gegensatz zu den Vorjahren, zumindest in diesem Abschnitt nicht zu beobachten.
Mein Hausbach ist in jeder Beziehung ein sehr frühes Gewässer, sei es die Maifliegenzeit und auch die Laichzeit, in anderen Gewässern haben wir jetzt gerade den Höhepunkt der Laichzeit, in anderen erst den Beginn, besonders die ganz kurzen Küstenfließe sind meist sehr spät.
Ich denke mal für ein Gewässer, daß keinerlei stützenden Besatz erhält garnicht so schlecht, zumal es im Flußlauf auch weiter unterhalb noch etliche verteilte Laichzonen gibt, ob es auch weiter oben, oberhalb eines durchflossenen Sees Laichplätze gibt, weiß ich nicht, sämtliche Begehungen waren bisher erfolglos, jedoch berichtet der dort tätige Fischer von vereinzelten Fängen im See selbst, also möglich wäre es.
Einen stationären Bestand gibt es dort oben allerdings nicht.
Hier noch paar Fotos von der Begehung.
Ich habe nicht viele gemacht, da ich nicht die ganze Strecke mitgelaufen bin, weil ich momentan etwas "gehbehindert" bin und außerdem die ganze Strecke abschnittsweise schon wochenlang nahezu täglich allein begangen habe.
Wie gesagt das Ganze hatte auch eine Art Schulungscharakter, hier ein Teil der Schulungs-Truppe bei genauerer Betrachtung einer im offenen Gelände liegenden größeren Laichgrube unter fachlicher Anleitung...........
.....ob es was genutzt hat???
..........einer aus Niedersachsen war der Meinung, fangfähig besetzen sei weniger mühevoll.........

So sieht so eine Laichgrube aus, es ist eine einzelne kleinere Grube von knapp 2m Länge

Hier eine große Grube, die allerdings von vielen Fischen aufgeschlagen wurde, Ausmaße ca. 5x 8m.

Hier noch 2 weitere Gruben, die etwas unzugänglicher und weniger sichtig in einem größeren Feld vieler Gruben lagen.


Hier noch ein paar Einzelgruben, die besser sichtbar sind, an der ersten ist neben der Grube das ausgeschlagene Feinsediment, daß sich hier neben der Grube abgesetzt hat, zu sehen

Zwei Aufschläge dicht nebeneinander, der untere liegt in etwas tieferem Wasser

Schemenhaft ist hier mittig des Aufschlages noch ein Fisch erahnbar

Das ist der hintere Abschnitt einer Grube unter einer Straßenbrücke, die etwa 5m lang ist und sich unter gesamten Brücke entlang zieht, hier ist das sehr grobe Sediment recht gut erkennbar.
Es ist immer wieder erstaunlich, was an sich ja recht "weiche" Fischkörper für Geröll bewegen können und das in erheblichen Mengen.

Fische waren zwar auch noch zu finden, zum Teil recht gigantische Exemplare, jedoch entzogen sie sich immer sehr schnell dem fotographischen Zugriff.

