Die Wende Laufrolle

Die Geräteecke für den Äschenfischer.
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Rolf
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Die Wende Laufrolle

Beitrag von Rolf » Di 19. Sep 2006, 13:19

Die Wende Laufrolle


Schon der Fischer der Antike benützte Hilfsmitte wenn es um den verbleib der Fischerschnur ging. Das Wissen um die Fische und ihrer Standplätze verlangte nach stetiger Verbesserung. Der Drang seinen Köder weiter draussen in der Strömung anzubieten, erforderte immer mehr Schnur. Das wiederum hatte zur folge, dass sie versuchten die benötigte Menge Schnur zu kontrollieren.

Auf alten Grabmalereien sind Darstellungen zu erkenne die Zeigen, dass zur Hilfe im Umgang mit den Schnüren Techniken, wie Schnurschlaufen am Boden auslegen, die Schnur auf die Hand aufrollen, sowie Rundhölzer und aus Holz gefertigte Rahmen verwendet wurden.

Bild

Als ich Anfangs der 80er am Doubs unterwegs war, traf ich öfters einen Angler der seine Fischerschnur mit Hilfe eines Holzrahmen ab- und aufrollte. Er erzählte mir, dass der Holzrahmen „Kader“ genannt werde und es am Doubs eine lange Tradition auf sich habe damit zu fischen. Ich denke noch heute mit Bewunderung für den Fischer an diese Zeiten zurück. Es war sehr eindrücklich mit anzusehen wie er mit dem simplen Gerät umging. Er konnte damit auswerfen und er drillte die Forellen, indem er das „Kader“ horizontal in 8er Schlaufen kreisen liess und so die Angelschnur aufwickelte.

Zu jener Zeit gab es schon die Moderne Laufrolle. Massgeblich, wenn nicht sogar federführend waren die Engländer an deren Entwicklung beteilig. Ihre langen geraden Kreideflüsse waren dafür geradezu prädestiniert, ja sie verlangten geradezu nach dieser Lösung. Die Laufrollen wurden mit Ruten, deren Länge den Gewässerbedingungen angepasst waren eingesetzt. Matchruten, Floatrute und Trottingruten.

Bild

Bei Drill wird auf dieselbe Art gebremst. Ich bevorzuge während des Drill`s das Bremsen über den Kurbelgriff, während ich die Fliessgeschwindigkeit der Montage mit dem Finger dosiere.

Die Fischerschnur sollte bei einer Laufrolle zum fischen am Fliessgewässer rückwärts drehend aufgespult werden. Das hat beim Fischen den Vorteil das sich die Rolle vorwärts dreht, sobald Schnur abgezogen wird. Jeder kann sich das aber einrichten wie er will, ich habe beide Varianten getestet und bin bei der klassischen Methode (wie beschrieben) geblieben. Auch wenn ich mich jeden Saison wieder an das Rückwärtsdrehen gewöhnen muss, ist es beim fischen angenehmer die vorwärts drehende Rolle zu bremsen.

Die breite Aufmerksamkeit unter den Fischern erregte die Laufrolle mit dem Einzug der Wendtechnik.

Die Wende Laufrolle lässt sich aus der Vertikalen, mittels Gelenk am Rollenfuss, in die Horizontale kippen. Dank dieser Technik konnten nun auch weniger geübte Fischer gut auswerfen und die genannten Vorzüge einer Laufrolle geniessen.

Bild

Vor allem in Europa hat die Wende Laufrolle viele Anhänger gefunden. Um nur ein Beispiel zu nennen, dass Äschen-Fischen in der Schweiz.

Zu Anfang war auch ich der Wende Laufrolle gegenüber kritisch eingestellt. Hatte ich doch mit meiner ersten Laufrolle meine liebe Mühe, überzeugten mich die Technik und Funktionen einer modernen Wende Laufrolle. Sie gehört nun seit Jahren zum festen Bestandteil meines Takle.


Ich spüre noch heute die Vorfreude auf den Herbst, wenn die Blätter fallen, es mit Matchrute und Wende Laufrolle losgeht, um den Äschen nachzustellen.
Zuletzt geändert von Rolf am Mo 30. Okt 2006, 11:25, insgesamt 2-mal geändert.
Gruss Rolf

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Beitrag von Mario » Fr 22. Sep 2006, 21:29

ich will auch eine :cry:





wer weiss...vielleicht klappt es diesn Herbst :lol:





Mario

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Beitrag von Mario » Fr 13. Okt 2006, 14:50

Es ist soweit,ich habe eine Wende-Laufrolle :D





Ich hatte das Glück,dass ein Anglerkamerad mit seiner Neu gekaufte Rolle nicht zurecht kam. Er war so freundlich und bot sie mir für einen fairen Preis an.



Die Aeschen Saison kann beginnen!!!



Petri heil



Mario

Helmut

Beitrag von Helmut » Fr 13. Okt 2006, 19:32

Du Glückspilz :wink:

Bin auch schon am überlegen, soll ich soll ich nicht.................. :?

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Beitrag von Mario » Fr 13. Okt 2006, 20:37

Ich selber verfüge nicht die Erfahrung mit der Laufrolle. Aber nur die Beobachtungen eines Anglers vergangenes Jahres hatte mich sofort überzeugt! Während ich mit offenem Bügel den Schnurablauf mittels Finger zu kontrollieren versuchte,gleitete der Schwimmer diesen Anglers mit der Strömung auf gespannter Leine wie aus einem Lehrbuch! Einfach genial!!!



Falls der Wind nicht zu stark weht,werde ich morgen meine Float mit Laufrolle einsetzten und berichten.



Bis bald





Gruss



Mario

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Beitrag von Rolf » Fr 13. Okt 2006, 21:04

Mario hat geschrieben:
Falls der Wind nicht zu stark weht,werde ich morgen meine Float mit Laufrolle einsetzten und berichten.




@Mario,



bin sicher Morgen wirst du deinen ersten fisch mit der Laufrolle drillen :wink: Wetten :?:
Gruss Rolf

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Beitrag von Mario » Fr 13. Okt 2006, 21:57

Ich hätte mächtig freude :D





Morgen wissen wir mehr...



Mario

Andal

Beitrag von Andal » Sa 10. Nov 2007, 12:48

Ich bin seit längerem auf der Suche nach einer adäquaten Centrepin für meine Avonrute. Eine Wenderolle darf es, muss es aber nicht sein, da man auch mit starren Laufrollen via Walli's Cast recht ordentlich werfen kann. Neben den schweineteueren englischen Rollen ist mir da natürlich auch sein längerem die Fa. Stucki ein Begriff, deren Preise man als durchaus angemessen und moderat einstufen kann. Mittlerweile bieten sie ja auch farbliche Alternativen zu diesem fürchterlichen Magenta-Finish.



Dazu meine Frage an die Stuckibesitzer.



Wie stabil sind diese Rollen nun wirklich in der Praxis?



Ich will die Rolle auch auf Barben, Schleien und vergleichbare Fischarten einsetzen. Das sie Renken und Äschen standhalten ist bekannt. Aber wie sieht es bei o.g. Fischen aus? Dafür wirkt mir die Stucki doch etwas zu filigran und ich hätte doch gerne für das Geld eine dauerhaft stabile Rolle.



Bitte um Statements.

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Beitrag von Rolf » Sa 10. Nov 2007, 13:48

Hallo Andal,



im Preis/Leistungsverhältnis ist meines erachtens die Stucki Wenderolle Roto nicht zu Toppen!



Sehr saubere und solide Verarbeitung und was die "Stärke" anbelangt, so konnte ich ohne weiteres Barben von 60 - 70 cm im Rhein mit ihr ohne Probleme drillen. Angepasste Rute und das nötige Fingerspitzengefühl vorausgesetzt.



Technisch ausgereifter und meines Erachtens in der Oberen Liga zuhause ist die KST-SPEZI Wendelaufrolle von Kurt Strässle!



Verarbeitung vom feinsten, Feststeller = Schleifbremse und die Lager sind perfekt, sie läuf und läuft und läuft .......................! Die Details sind im weitesten gleich wie bei der KST-SPEZI Felchenlaufrolle, die ich ausgiebig getestet habe und der ich das Prädikat: Sehr Gut! aussprechen kann :up:





Wer die Wahl hat, hat die Qual :)
Gruss Rolf

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Andal

Beitrag von Andal » Sa 10. Nov 2007, 14:02

Na dann werde ich dich über den Winter beim Wort nehmen und auf die Stucki Roto sparen. Knappe 200,- € im Vergleich zu 325 Pfund Sterling für eine Young's Ray Walton sind ein gewichtiges Argument!

Börni

Beitrag von Börni » Sa 10. Nov 2007, 23:41

Ich selber fische auch mit einer Wendelaufrolle und muss sagen, sie ist trotz ihres filigranen Erscheinungsbildes recht robust, solange du sie natürlich nicht fallen lässt.

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Beitrag von Flümi » So 30. Dez 2007, 03:57

was ich schon immer mal wissen wollte:

gibts keine Probleme, wenn man mit einer Wenderolle wirft? ich stelle mir das so vor, dass sich die Schnur bei jedem einzelnen Wurf mehr verdrallt und ... gegen Drall bin ich halt allergisch :wink: (wenn jemand meine Stationärrolle benutzt und nen Fisch mit soooo weich eingestellter Bremse drillt, dass die Spule beim Einziehen mitdreht und dadurch die Schnur unnötig verdrallt, tut mir das immer im Kopf weh :( )
Gruss, Stefan
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