Der Durchbruch für den Lachs?

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Bad Ass Fisherman
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Bad Ass Fisherman »

Das mit der Grunde ist nun mal wie auch mit den Krebsen nicht mehr aufzuhalten..

Aber mal ganz ehrlich....
Ist denn der Sonnenbarsch au ein Problem???

Der hat sich seine Nische gesucht und gefunden.
Probleme machte er nie und wird er auch nie machen.
Und das in seinen bald 160 Jahren die er hier ist.

Am Anfang heulten auch alle das er alles zerstört und Laich frisst...

Man macht ihn aber bis heute für nichts verantwortlich..
Kann man auch nicht da eigentlich alles beim Alten geblieben ist...

Viel läär um nichts und wider nichts...
Mfg
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener...

War es schlecht, dann erst Recht!!
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Andreas
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Andreas »

Loup hat geschrieben: Di 18. Feb 2020, 08:45 So hat jeder seine Meinung.
...und ich glaube einfach nicht, dass es den Aeschen und co. besser geht, wenn die Lachse wieder in die Schweiz kommen.
Die interessantere Frage ist mMn:Ob es ihnen dadurch schlechter geht.
Ich denke nicht.

Ja Krebse und Grundeln sind ein Problem, das auch wiederum wir geschaffen haben.
Aber ich denke dies wird sich mit der Zeit regulieren, resp. Arten werden gehen Andere kommen.

Sozusagen reingepfuschte Evolution, die werden wir wohl nicht rückgängig machen können.

Um so wichtiger, dass wir dort ansetzen wo wir können.
Der Lachs leidet ja unter anderem am selben Problem wie Sefo und Bafo, also müssten diese Arten auch von den Massnahmen profitieren.
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Dural
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Dural »

astacus hat geschrieben: Mo 17. Feb 2020, 18:34
Dural hat geschrieben: Sa 15. Feb 2020, 13:56Die massive Förderung für diesen Fisch würde anderen Arten wie die Forelle wahrscheinlich nötiger haben, und diese gibt es bis heute noch bei uns. Stattdessen will man die Forelle durch den Lachs noch weiter unter druck setzten, den die Lachse wachsen deutlich schneller als die Forellen...
Die Bachforelle ist gegenüber den jungen Lachsen deutlich konkurrenzstärker. Der Lachs vermag die Forelle nach dem heutigen Wissensstand nicht bedrängen.
Loup hat geschrieben: So 16. Feb 2020, 10:23 Ich stehe den Projekten Lachs wieder in die Schweiz eher kritisch gegenüber. Nur weil der Lachs polarisiert, werden Unmengen an Geld, Energie und Arbeitskaraft in diese Projekte eingeschleust. Ob dieses Aufwendungen nicht besser in Fische die noch in der Schweiz heimisch sind, wie Aesche, Bachforelle und Seeforelle, investiert werden sollten ist sicher eine Frage wert.
Der Lachs ist Gold wert für alle unsere Fische, weil dank dem Lachs z.B. neue, grössere Fischtreppen an unseren Kraftwerken gebaut und Gewässer revitalisiert werden. Der Lachs ist heute bei vielen Projekten im Mittelland eine der Zielarten - und nur darum gelingen oft grössere Massnahmen. Von grösseren, breiteren - eben "lachsgängigen" - Fischtreppen, profitieren auch alle anderen grossen Fische wie Hecht, Wels und Barbe, für die alleine man diese Massnahmen kaum umgesetzt hätte. Geschätzte 99% aller Massnahmen, die man für den Lachs trifft, sind Gewässeraufwertungen im weiteren Sinne, von denen viele andere Arten letztlich mehr profitieren als der Lachs selbst. Die paar Besatzlachse, die man in der Schweiz im Moment aussetzt (die einzige spezifische Lachsförderung), ist betreffend Aufwand kaum der Rede wert.
Da habe ich aber was anderes gelesen, gerade in Kleingewässer bis 3m breite soll es nicht gut für die Forelle sein. Bei grösseren Gewässer geht man davon aus das sie sich aus dem Weg gehen, da Lachse sich gerne in die Strömung stellen und Forellen lieber beruhigte Bereiche haben.

Aber ein Räuber ist dort wo sein Futter ist oder geht zum Futter hin, deshalb würde ich mich darauf auch nicht verlassen.

Das der Lachs vor allem wegen seinen bekannten Name ins Rampenlicht gestellt wird ist mir auch klar. Und ja in der Schweiz werden noch nicht so viele Lachse besetz, aber das wird noch kommen man schaue nur mal über die Grenze nach Deutschland.
Heute ist der Lachs wieder vereinzelt im Rhein und seinen Zuläufen sowie in der Elbe anzutreffen. Es wird aber noch Jahrzehnte dauern, bis es wieder selber reproduzierende Lachspopulationen gibt. Im Moment werden jährlich hunderttausende Junglachse ausgesetzt, wovon naturgemäß nur ein Bruchteil wiederkehrt.
aber viele dürften in der schweiz so wie so nicht überleben, wird ja eh alles geknübelt ;)
https://www.google.com/url?sa=t&source= ... PqDxB9M5TN
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til
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von til »

Dural hat geschrieben: Di 18. Feb 2020, 21:40 Da habe ich aber was anderes gelesen, gerade in Kleingewässer bis 3m breite soll es nicht gut für die Forelle sein. Bei grösseren Gewässer geht man davon aus das sie sich aus dem Weg gehen, da Lachse sich gerne in die Strömung stellen und Forellen lieber beruhigte Bereiche haben.

Aber ein Räuber ist dort wo sein Futter ist oder geht zum Futter hin, deshalb würde ich mich darauf auch nicht verlassen.
Dir ist aber schon klar, dass du hier nur von den Babylachsen redest, die eine Konkurrenz zu Forellenbrütlingen sind? Ich finde da den Begriff "Räuber" etwas hoch gegriffen. Die werden wohl eher zum Futter für grosse Forellen. Die grossen Lachse, die zum Laichen kommen hingegen essen ja im Süsswasser nichts. Und die kleinen wandern mit c. 15cm Länge ins Meer. Netto bringen die Lachse eher Biomasse vom Meer ins Süsswasser als umgekehrt, spätestens wenn sie nach dem Laichen sterben.
Zuletzt geändert von til am Mi 19. Feb 2020, 11:05, insgesamt 1-mal geändert.
astacus

Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von astacus »

Dural hat geschrieben: Di 18. Feb 2020, 21:40Da habe ich aber was anderes gelesen, gerade in Kleingewässer bis 3m breite soll es nicht gut für die Forelle sein. Bei grösseren Gewässer geht man davon aus das sie sich aus dem Weg gehen, da Lachse sich gerne in die Strömung stellen und Forellen lieber beruhigte Bereiche haben.
Das mit den 3 m Gewässerbreite ist richtig, dort herrscht eine Konkurrenz - die aber negativ ist für den Lachs, der dort dort der Bachforelle unterliegt. Denn diese Kleingewässer haben eigentlich kaum ein Potential für den Lachs, da dort ist ausgedehnte Riffstrecken - die bevorzugten Lebensräume von Junglachsen - fehlen. Es dominieren ufergerpägte Lebensräume, die die Bachforelle bevorzugen.
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Andreas
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Andreas »

Was teilweise auch komplett unbekannt ist wie Wertvoll die Lachse für ein Ökosystem sind.
Unglaublich wie viel Biomasse de im Kreislauf retour bewegt werden könnte wenn die Wege offen wäre.
Die Lachse sollen laut Forschern grossteils beteiligt sein am aufleben der ehemals Eisbedeckten Gebieten zB in Alaska. Einen kleinen Überblick ist hier zu finden.

http://www.bears-and-more.de/pdfs/06.pdf

Habe mal eine grossartige Doku darüber gesehen, muss mal schauen ob ich diese wieder finde.
astacus

Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von astacus »

Wobei bezüglich Biomasseeintrag die pazifischen Lachse nicht ganz mit dem Atlantiklachs vergleichbar sind. Letztere sind ja Mehrfachlaicher, bei denen es nicht zu einem eigentlichen Massensterben kommt.
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Andreas
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Andreas »

astacus hat geschrieben: Mi 19. Feb 2020, 13:44 Wobei bezüglich Biomasseeintrag die pazifischen Lachse nicht ganz mit dem Atlantiklachs vergleichbar sind. Letztere sind ja Mehrfachlaicher, bei denen es nicht zu einem eigentlichen Massensterben kommt.
Das ist richtig. Ganz so viel wie bei den pazifischen Lachsen sterben nicht beim Ablaichen oder auf den Wanderungen.
Es ist aber doch eine ganz erstaunliche Biomassebewegung rechnet man die an erschöpfung Sterbenden und die Fischbrut u.s.w. ein.
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Schilfhocker »

Ich dachte, dass die Lachse, die bis in die Schweiz kamen- alle starben früher.. Der Weg vom Meer bis hierhin ist doch bisschen weit ohne Nahrung. Es hiess immer wiedermal- dass früher die Angestellten rebellierten- weil sie sooft Lachs bekamen.. Die bekamen aber eben nicht den frischen- sondern die halb toten, halb verpilzten Lachse zu essen.
Aktuell helfe ich bei einem Krebsprojekt mit, wir züchten Dohlenkrebse- wenn dieser Bach durchgängig wird- sterben auch diese heimischen Krebse aus... Darum ist es ein zweischneidiges Schwert. Man kann schon sagen- ok, jetzt kommen die Schwarzmeergrundeln, setzen wir die doch gleich im Bodensee ein, dann gewöhnen sich die heimischen Fischarten schneller an diese.....
astacus

Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von astacus »

Wenn es nicht zu einer Immunisierung gegen die Krebspest kommt (wofür es bei einigen Arten ja durchaus Anzeichen gibt), sind unsere heimischen Krebse ohnehin verloren. Die amerikanischen Arten werden über kurz oder lang jedes Wanderhindernis überwinden. Ich sehe das in meiner Gegend. Bereits zwei Bäche, in denen ich selbst in Absprache mit dem Kanton Dohlenkrebse vor einigen Jahren ansiedelte, werden heute vom Signalkrebs besiedelt - damals galten sie für ihn noch als fast nicht erreichbar, geschafft hat er es trotzdem.

Die vom Lebensraum her optimalen Lachsgewässer in der Schweiz wären eigentlich die mittleren Fliessgewässer, wie Birs, Emme, Reuss oder Sihl. Diese Gewässer werden heute zum Teil schon von fremden (Krebs-)Arten bewohnt oder können langfristig nicht frei von diesen gehalten werden. Wenn überhaupt, funktioniert das eigentlich nur bei Kleinstgewässern. Daher scheint es mir durchaus richtig, gerade diese mittleren Gewässer für die Zielart Lachs tauglich zu machen.
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Dural
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Dural »

Einer von 1000 Lachse laicht 3x scheint mir relativ überschaubar zu sein :wink:
In der Schweiz wäre es wohl schon fast eine kleine Sensation wenn wir den ersten haben der das zweite mal kommt.
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Bastler
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Bastler »

@ Dural , eine kleine Sensation !?
Du bist bescheiden!
Ich würde meinen das " Weltwunder "
Dieser Tage habe ich im Radio vernommen: das Frankreich die letzten 3 Kraftwerke für den Lachs Aufstieg durchgängig machen möchte. Allerdings, ohne Zeit Angabe.
Dann hätten wir vielleicht den Aufstieg!
Reden wir mal vom Abstieg. Wie war oder steht es um den Aal? :wink:
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Dural
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Dural »

Ich meine auch nach 2027, vorher dürfte das definitiv kaum vorkommen.

Aber ich sage schon mal jetzt im voraus wie das laufen wird, die Schweiz wird sich plötzlich noch an den Umbauten beteiligen... Das gleiche hatten wir ja schon mit den ARAs bei den Franzosen zb. Orbe Gebiet, nach dem Motto uns bringt es nichts also zahlt ihr auch :lol:
astacus

Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von astacus »

Bastler hat geschrieben: Di 25. Feb 2020, 19:12Dieser Tage habe ich im Radio vernommen: das Frankreich die letzten 3 Kraftwerke für den Lachs Aufstieg durchgängig machen möchte. Allerdings, ohne Zeit Angabe.
Um diesen "Durchbruch" (wenn es denn einer ist), geht es ja im gesamten Thread. Bereits im Link des ersten Beitrages ist auch der Zeithorizont genannt: Bis 2026.
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Dural
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Re: Der Durchbruch für den Lachs?

Beitrag von Dural »

Ich habe mal irgendwo gelesen das ein Biologe davon ausgeht das im Deutschen Rheingebiet es noch ca. 100 Jahre dauern wird bis sich einen selbst erhaltenen Lachsbestand gebildet hat.

Wie lange das wohl für das Schweizer Mittelland noch dauern wird? Oder westliche Schweiz oder sogar Berner Oberland?
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