Was tun gegen Kormorane?

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Andreas
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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Andreas » Mo 28. Jan 2019, 21:27

Silure hat geschrieben:
Mo 28. Jan 2019, 19:26
Die Frage ist doch eher was wir in absehbarer Zeit machen können , dass es unseren Fischbeständen "wieder" oder "weiterhin" gut geht . Wenn wir Kanalisierten Gewässern wieder ihren natürlichen Lauf zurück geben wollen , stehen wir uns fielerorts mit Überbauungen selber im Weg usw. Ich weiss das die Natur vieles von selbst regelt , aber denke auch das die Natur vieles nicht mehr selber regeln kann .
Gruess und petri
Ich denke wir stehen hauptsächlich vor 3 Problemen, wobei eines eigentlich gar keins ist.

Problem 1 sind unsere Fliessgewässer, welche wir durch Verbauungen teils annähernd zugrunde gerichtet haben ohne Gedanken an diejenigen unterwasser.
(Und immer noch nach jahrzenten/Jahrhunderten warten die Fische wie Lachse/Meerforellen darauf endlich wieder steigen zu können)

Ich denke das Problem wurde erkannt und es wird darauf hin gearbeitet.

Problem 2 sehe ich in den Insektiziden, Pestiziden welche gerade wiederum die Fliessgewässer am härtesten trifft.
(Die Zeiten als man am Bach in riesigen Schwärmen von Steinfliegen u.s.w. stand sind leider vorbei)

Lange wurde dieses Problem durch das direkte einführen von Abwasser nicht wirklich erkannt, da genügend "Futter" in die Bäche geleitet wurde.

Hauptnahrung vieler Fische sind nun mal Insekten, wenn die schwinden auch die Fische.

Problem 3 denke ich ist gar keines, klar die Seen haben weniger Fische als in den letzten 100 Jahren. Aber ich denke, dass dies näher am Idealzustand ist als die Zustände in den letzten Jahrzehnten in welchen die Gewässer mit Phosphat gedüngt wurden und die ganzen Abwasser eingeleitet wurden.

Man war einfach von einem unnatürlichen Zustand verwöhnt.

Zudem habe wir die natürlichen Feinde wie See- und Fischadler dezimiert welche als grosse Feinde der Kormorane gelten, aber auch dort sind in den letzten Jahren Erfolge gelungen.

Aber einfach so von Heute auf Morgen lässt sich nicht rückgängig machen was verbockt wurde.

Zudem ist und war die Natur nie lieb und nett, aber trotzdem Perfekt. Arten nahmen überhand und wurden dezimiert. Wir haben zurzeit einfach die überhand, aber auch dies regelt sich irgendwann.

Wie sagte die Erde als sie auf der Umlaufbahn den Mars traf als er sich nach ihrem Befinden erkundete?
Zurzeit habe ich Homo Sapiens, aber das geht auch wieder vorbei.

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Dural
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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Dural » Mo 28. Jan 2019, 23:57

Die fangerträge im neuenburgersee sind in den letzten 20 jahren relativ konstanz, die egli haben sogar einen leichten aufwärts trend. 2017 war ein schlechtes felchen jahr, aber sonst sieht das doch sehr solide aus :roll:

https://www.fischereistatistik.ch/de/st ... =%20100102

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Loup » Di 29. Jan 2019, 08:36

@ Dural
Dass du keine Augen hast in der Statistik für die Seeforellen erstaunt mich. Seeforellen und Saiblinge sind in den letzten Jahren eingebrochen. Das wird im 2018 nicht anders sein, und der Abwärtstrend wird anhalten. Das nicht, weil weniger und weniger gut darauf gefischt wird.
Felchen, der Brotfisch für die Berufsfischer wird im 2018 laut Aussagen eines Berufsfischers auch nochmals dramatisch einbrechen. Wen wunderts, dass da mehr Eglis gefangen werden, wenn die Berufsfischer mehr Eglinetze setzen müssen, weil die Felchen fehlen.
Dass daran nur der Kormoran schuld ist, glaube ich auch nicht. Dass daran der Hobbyfischer schuld ist, glaube ich noch weniger. In einem so grossen See, kann der Hobbyfischer mit seinen Fängen keinen Einfluss nehmen. Das kann man daraus sehen, wenn man eine Statistik von der Berufs- und der Hobbyfischerei anschaut. Die Fänge der Hobbyfischer sind im Vergleich lächerlich.
Möglicherweise sollte man den Berufsfischern auch Quoten für ihre Fänge machen. Oder wenigstens nicht immer noch neue Berufsfischerpatente ausgeben, wenn der See einfach nicht mehr so viel Fisch produziert.
Gruss vom Murtensee
Loup

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Dural » Di 29. Jan 2019, 10:17

Die habe ich nicht übersehen, das sind so ziemlich ersten Zahlen die ich anschaue wenn ich die Statistiken studiere ;) Ich habe dies bewusst nicht erwähnt, sonst wird da noch was hineininterpretiert.

Denn im offenen See dürften die Kormorane praktisch keine Seeforellen erbeuten können. In den Zuflüssen dürften da die Möglichkeiten deutlich höher liegen, aber ich habe noch nie gesehen das Kormorane die Laichtiere gezielt bejagen, ausschliessen würde ich es aber nicht. Dafür gibt es im Herbst erstaunlich viele Hechte in den Flussmündungen, zum Teil auch recht grosse von über 1m. Der sehr gute Hecht Bestand könnte den Seeforellen schaden, in Österreich gibt es ein See wo die Hechte die Forellen massiv dezimiert haben, aber das wird man wohl kaum auf den Neuenburger übertragen können.

Wenn ich mich noch richtig erinnern kann war der Winter 2016/2017 doch ein sehr schlechtes Jahr für die Laichtiere, alleine in der Areuse sind rund ca. 200 Laichtiere eingegangen. Und wenn mich nicht alles täuscht kann ich schon jetzt sagen dass dies in diesem Winter deutlich besser ausgesehen hat, viele Laichtiere und viele Absteiger. Für meine Fischerei zu viele Absteiger, ich habe an der Eröffnung die Fischerei schon nach wenigen Würfen einstellen "müssen" den ich gönne ihnen ihre Ruhe.

Allgemein war das 2017 für die Seeforelle in der Westschweiz ein sehr schlechtes Jahr, auch der Genfersee und der Lac de Joux sind eingebrochen, wie so müsste man raus finden.

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Lutra » Di 29. Jan 2019, 12:58

@thoma49
Vor einiger Zeit kam ein sehr guter Bericht darüber: Netz Natur.
Wo man es ernsthaft erforscht hat, wurde herausgefunden, dass Abschüsse nichts an der Population ändern. Es gab kurzfristige Schwankungen, mehr nicht.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Alles ist ewig, nur die Formen ändern sich

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Hechtfan1 » Di 29. Jan 2019, 17:23

Vielen Dank für Eure Antworten. Habe sie mir alle durchgelesen. Sehr interessant.
Ich denke, wenn ich keine grossen Meter Rogner Hechte nehme, kann ich dazu beitragen, dass ein guter Bestand gewährleistet ist. Denn das sind ja unsere Schätze, die dafür sorgen, dass wir wieder viele Hechte fangen können.

Dann hoff ich einfach, dass die Kormis weiterziehen und die Schweiz verlassen. :lol: :D hehehe
Petri Heil an alle! :)

Lg Hechtfan

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Schilfhocker » Di 29. Jan 2019, 19:33

Lieber Astacus......Willst Du uns verarschen? Wildschweine und Marder, vielleicht sogar Krähen? Das sind die natürlichen Feinde der Kormorane???? Du hast vielleicht BIOLOGIE STUDIERT, VIELLEICHT HAST du sogar einen DOKTORTITEL.... Zeig mir mal ein Foto von einem Wildschwein mit KORMORAN oder Kormaraneier im Mund. ... Ich hab auch studiert und hab auch einen Doktortitel.... Ich würde jedoch nie behaupten, dass ein Wildschwein oder ein Mäusebussard, eine Maus oder eine Zecke die natürlichen Feinde des Menschen sind- obwohl man durch ein Wildschwein sterben kann.
Wenn man keine grossen Feinde wie in der Schweiz wie einen Löwen hat- ist man sicher. Bei den obersten Tieren und auch den Menschen - sind nicht noch grössere Tiere die limitierenden Feinde- sondern---- die ganz kleinen. Also Viren und Bakterien..... Der Kormoran hat bei uns nun mal keine relevanten Feinde. Das musst auch Du einsehen.

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Schilfhocker » Di 29. Jan 2019, 19:42

Nachtrag! Die Schwarzmeergundel sehen ganz ähnlich aus wie die Gruppen- nur gibt es im Rhein bei Rheinfelden schon lange keine Gruppen mehr. Die natürlichen Feinde dieser "neuen" Fischart sind aktuell nicht die Hechte, Barsche und Aale....- Nein... Sie haben einen Pilz oder Virus oder Bakterium bekommen... Das ist wie sie regulieren... Ich muss als Schlusswort sagen: Die Natur ist besser als unsere Gedanken und Ideen.... Die Natur wird es schon richten... Da wir aber aktuell die Natur mit unserem Tun und machen und renaturieren und zerstören im Griff haben- müssten wir auch mehr in der Natur eingreifen- und Eschen schützen und Kormorane und Schwarmeergrundeln und Signalkrebse versuchen zu zerstören.

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von astacus » Mi 30. Jan 2019, 00:25

Silure hat geschrieben:
Mo 28. Jan 2019, 19:26
@ astacus :
Ich finde ein paar deiner Argumente gut , aber deine letzte Aussage macht mich doch ein bisschen Neugierig . Bisst du im Besitz einer Jagdprüfung , und stellst den Wasservögeln nach ?
Ja, ich bin seit vielen Jahren selber aktiver Jäger. Aber Wasservogeljagd ist bisher nicht so mein Ding. Ich war zwar einige mal mit und nehme mir eigentlich vor, diese in Zukunft häufiger auszuüben. Aber im Moment stehen eindeutig andere, haarigere Beutetiere im Vordergrund :lol:

Mukki hat geschrieben:
Mo 28. Jan 2019, 20:20
Ganz einfach ,man zähmt sich ein paar Kormorane und richtet sie ab wie in Asien praktiziert wird . So kann man dann an jedes Gewässer gehen ohne ein Patent und ohne was zu zahlen und schickt seine Kormis los auf die Jagt .
Keiner kann was dagegen machen und bis der Bund ein Gesetz erarbeitet gegen diese Technik vergehen zigg Jahre .
Klever oder ?
Vergiss es. Die Haltung von Kormoranen - eine Grundvoraussetzung zu deren Abrichtung - braucht eine Wildtierhaltebewilligung und und es gibt sehr strenge Haltungsvorschriften für diese Vögel in der Tierschutzverordnung. Das wirst du als Privater mit einem Durchschnittseinkommen nicht so einfach erfüllen können, da du u.a. eine sehr grosse Voliere mit einem sehr grossen, tiefen Wasserbecken brauchst. Und Sachkundig in der Haltung von Wildvögeln sein musst. Es scheitert also schon daran. Und um mit Kormirs zu fischen, bräuchtest du sehr wahrscheinlich eine Sonderfangbewilligung vom Kanton, selbst wenn das im Gesetz bisher so nicht geregelt ist. Aber da du Halter der Vögel bist, bist du verantwortlich wenn sie fischen. Und fischen darfst du im Rahmen der Fischereigesetzgebung meist nur mit Rute & Co.. Daher bräuchte es eben eine Sonderfangbewilligung.

Woher ich das weiss? Ich hab das vor einigen Jahren ernsthaft erwogen und bei den verschiedenen zuständigen kantonalen Fachstellen abgeklärt :roll:
Allerdings habe ich den Plan dann nicht weiter verfolgt :lol:

Schilfhocker hat geschrieben:
Di 29. Jan 2019, 19:33
Lieber Astacus......Willst Du uns verarschen? Wildschweine und Marder, vielleicht sogar Krähen? Das sind die natürlichen Feinde der Kormorane???? Du hast vielleicht BIOLOGIE STUDIERT, VIELLEICHT HAST du sogar einen DOKTORTITEL.... Zeig mir mal ein Foto von einem Wildschwein mit KORMORAN oder Kormaraneier im Mund. ... Ich hab auch studiert und hab auch einen Doktortitel.... Ich würde jedoch nie behaupten, dass ein Wildschwein oder ein Mäusebussard, eine Maus oder eine Zecke die natürlichen Feinde des Menschen sind- obwohl man durch ein Wildschwein sterben kann.
Wenn man keine grossen Feinde wie in der Schweiz wie einen Löwen hat- ist man sicher. Bei den obersten Tieren und auch den Menschen - sind nicht noch grössere Tiere die limitierenden Feinde- sondern---- die ganz kleinen. Also Viren und Bakterien..... Der Kormoran hat bei uns nun mal keine relevanten Feinde. Das musst auch Du einsehen.
Quatsch. Weder hab ich irgendeinen Doktortitel, noch hat der Kormoran bei uns keine relevanten Feinde. Dass beispielsweise das Wildschwein ein sehr effizienter Nesträuber von Bodenbrütern, aber auch von sonstigen Jungtieren (Rehkitze etc.) sein kann, ist völlig unstrittig und durch x Nahrungsökologiestudien hinreichend erwiesen. Das wird bei den Wildschweinen beispielsweise im Fanel nicht anders sein. Dazu braucht es kein Foto eines Wildschweins mit einem Kormi im Maul. Neben dem Blick in die gängige wissenschaftliche Literatur reicht auch ein Blick beispielsweise an den Neuenburgersee: Dass der Kormi dort nur auf den Fanel-Inseln ein Bodenbrüter ist, aber auf dem Festland (mit der Präsenz von Raubsäugern und eben vielen Wildschweinen) auf Bäumen brütet, ist ausschliesslich auf die Prädation zurückzuführen. Damit findet schon mal eine gewisse räumliche Lenkung statt. Dass unter Umständen Prädatoren ganze Kormorankolonien zum Verschwinden bringen können, ist etwa aus Deutschland und Dänemark zweifelsfrei belegt, dort durch die Präsenz von See- und Steinadler. Genau deshalb ist die oft und leider auch hier gemachte Aussage, der Kormoran habe keine natürlichen Feinde, schlicht und einfach falsch.

Doch meine Aussage ist ja eigentlich eine ganz andere: Der Kormi (absolut nachweislich) hat zwar x verschiedene natürliche Feinde, auch in der Schweiz. Aber natürliche Feinde müssen nicht zwingend als Regulatoren der Population funktionieren, weder beim Kormoran noch sonst wo. Die Natur funktioniert schlicht und einfach nicht so, dass jede Population durch irgendwelche Raubtiere reguliert wird. Raubtiere sind nur einer von x verschiedenen möglichen Regulatoren. Selbst wenn die natürlichen Feinde in der Schweiz den Kormoranbestand also (noch?) nicht regulieren, hat dies nicht irgendwie mit einem unnatürlichen Zustand zu tun und wäre deshalb per se gefährlich, sondern zuerst einfach mal ganz normal. Wie bei unzähligen anderen Tierarten, die auch nicht durch Raubtiere reguliert werden und noch nie wurden.
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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Beat » Mi 30. Jan 2019, 09:34

Kormorane lassen sich übrigens ziemlich einfach mit Köfis fangen.

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von fischerlouis » Mi 30. Jan 2019, 11:50

Der Nachweis über Schäden an Fischbeständen durch Kormorane ist selbstverständlich für den Durchschnittsfischer/Verein sehr schwer nachweisbar. Umso größer das Gewässer ist, um so schwieriger ist der Nachweis zu erbringen, den Vogelschützer dann auch akzeptieren. Vor allem wird solch ein Nachweis bei uns in D nur durch eine entsprechende Ausbildung (sehr positiv ausgedrückt) anerkannt. Bei uns kann jeder Vögel zählen und diese Zahlen fließen dann Veröffentlichungen ein, aber uns Fischern glaubt man eben weniger (Fischerlatein). Inzwischen gibt es auch unpopuläre Untersuchungen zu Schäden z.B. in Dänemark http://wanderfische.eu/index.php?option ... Itemid=134
leider nimmt sie die Öffentlichkeit eben nicht so wahr.
Der Glaube, alles regelt sich von selbst, ist meiner Meinung nicht richtig. Diese Einstellung bewahrheitet sich nicht mal in Naturschutzgebieten (Ein befreundeter Jäger muss auf Weisung der Naturschutzbehörde sämtliche Wildschweine schärfstens bejagen, damit sie nicht seltene Knollen und Gewächse schädigen). Dass der Kormoran schon immer heimisch war ist auch fraglich. Es gibt viele Straßen und Plätze aus dem Mittelalter, welche nach Wasservögeln/Fischen benannt sind. Eine Kormoranstrasse ist mir jedoch unbekannt. Bei einer Grabung in einer Steinzeitsiedlung wurden 30.000 Knochenreste von gejagten Tieren katalogisiert. Nur 6 konnten "kormoranähnlichen" Vögeln zugeordnet werden. In mittelalterlichen Schriften ist vom Kormoran immer nur als Dürchzüglern/Gast die Rede. Von Schwärmen, welche ganze Seen leerfischen sollen, ist keine Rede.
Einzig der Waschbär kann diesem Vogel in der Brutzzeit als Nesträuber gefährlich werden. Alle anderen Verluste sind durch andere Predatoren als äusserst gering zu betrachten (krankgeschossener Vogel, Altersschwäche, Vogelgrippe). Daher plädieren Vogelschützer auch auf den Abschuss der eingewanderten Waschbären und strafen sich selbst Lügen, die Natur richtet es selbst, da weniger Vögel=weniger Waschbären.

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von astacus » Mi 30. Jan 2019, 18:47

Natürlich regelt die Natur alles. Das ist keine Glaubensfrage. Es ist hingegen ein riesiger, aber zutiefst menschlicher Irrglaube, die Natur regle alles hin zu stabilen, sich in einem Gleichgewicht befindlichen Zustände. Die Natur war nie und wird nie konstant, stabil und nachhaltig sein. Die Natur funktioniert dynamisch in Sukzessionsprozessen. Es ist ein Kommen und Gehen von Lebensräumen und Arten. Halt gerade das, was der Mensch nicht will. So gesehen ist eigentlich auch der menschliche Naturschutzgedanke zutiefst konservativ und völlig unnatürlich. Der Erhalt gewisser Lebensraumtypen, etwa wenn Moore an der Verlandung gehindert werden oder Trockenwiesen an der Verbuschung, ist zwar heute für den Naturschutz wichtig, aber zutiefst unnatürlich. Genau so unnatürlich ist es zu meinen, man müsse Wildtierbestände in einem Gleichgewicht halten oder diese regulieren, weil sie sonst der Natur schaden. Man schaltet damit einzig die natürliche dynamische Sukzession aus.

Und zum Thema heimische Art ist eigentlich alles gesagt. Selbst die deutschen Fischereiverbände anerkennen mittlerweile, dass auch der Binnenkomorman auf dem europäischen Festland als einheimisch zu betrachten ist. Siehe dazu etwa die Verlautbarungen bzw. Positionen des durchaus sehr kormoran-kritischen Landesfischereiverbandes Niedersachsen. Die Faktenlage dazu ist klar und erdrückend.

Und zum Thema dass es neben dem Waschbär in unseren Breiten sehr wohl noch andere Feinde gibt, hier etwas Lektüre dazu:
http://www.projektgruppeseeadlerschutz. ... &Itemid=99
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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Loup » Mi 30. Jan 2019, 19:43

Wieviele Seeadler haben wir denn im Seeland?
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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von Dural » Mi 30. Jan 2019, 20:20

Keinen ;)

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Re: Was tun gegen Kormorane?

Beitrag von astacus » Mi 30. Jan 2019, 21:19

Das, lieber Loup, steht schon weiter oben. Der Seeadler ist ebenso wie der Steinadler ein gelegentlicher Durchzügler. Mehr habe ich auch nicht behauptet.
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