Aus eigener Erfahrung aus Bayern weiss ich eben was passiert wenn man nicht besetzt.
Einer der grössten Bayrischen Vereine, in dem ich Mitglied war, schrumpfte innerhalb von wenigen Jahren um die hälfte der Mitglieder zusammen, weil A: der Kormoran massiv zuschlug und man kaum mehr etwas fing in den Fliessgewässern. B: Die Mitglieds Preise stiegen aufgrund der steigenden Pachtkosten C: Höhere kosten für weniger "Leistung"
Man zahlt keine 200€ für ein paar Kilometerchen Tiroler Ache ohne auch nur einen Fisch zu sehen.(Und ich meine sehen, vom fangen reden wir gar nicht!)
Damit nicht alle Fischer weglaufen und man als Verein das Gewässer verliert, muss man nicht nur den vorgeschriebenen Besatz tätigen, sondern eben auch Fangfähige Fische einsetzen.
Das ging soweit, das am Ende(vor ca 5-6 Jahren) aus den reinen Kunstköder Strecken, auch Wurm und andere natürliche Köder erlaubt waren, was bei den meisten Salmoniden Fischern ein schaudern hervorruft!
Wenn ich von der Tiroler Ache spreche, meine ich den Bayrischen Teil.
Ob nun der Kormoran die Fische frisst, oder sie sich nicht vermehren können und es deswegen kein gibt, ist eher zweitrangig.
Auf die Schweiz übertragen bedeuten ähnliche Verhältnisse, steigende Preise weil immer weniger Leute Patente kaufen.
Was die verbliebenen Patente verteuert für keine "Gegenleistung".
Ich bin keiner der das ausgegebene Geld gegen Kilogramm aufwiegt, sonst müsste ich mir längst ein anderes Hobby suchen
Aber nie etwas fangen weil einfach nichts da ist, macht dann auch wenig Sinn. Dafür brauchts kein Patent, da reicht ein Spaziergang am Fluss entlang um die "Natur" zu erleben.
Bei Kantonspatenten tritt das eher noch ein, als bei den zerstückelten Patentstrecken, da diese idR mehr finanzielle Mittel zur Verfügung haben um eben Besatz zu tätigen.
Ganz klar geht es dabei um den Ertrag wenn man RBF besetzt. In Zeiten in denen über Phosohatanreicherung wegen der Ertragserhöhung(erhaltung) diskutiert wird, sollte man aber auch die Flüsse im Auge behalten die den natürlichen bestand an BF nicht aufrechterhalten können durch negative Menschliche einflüsse.
Aus des Fischermanns Sicht, spielt es kaum eine Rolle ob nun teurer BF Besatz oder billiger RBF Besatz getätigt wird. Alleine in den Patentpreisen könnte es sich wiederspiegeln. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die RBF wesentlich billiger zu "produzieren".
Und auch wenn ich mich wiederhole, durch ihre speziellen Anforderungen bei der Vermehrung, gibt es keine Probleme diese Art wieder aus den Gewässern zu entfernen, aber erst wenn sich endlich die Verhältnisse für die BF verbessert haben.
Und gerade da sehe ich noch lange kein Licht am Ende des Tunnels!
Gutes Beispiel ist der Neubau/Umbau des Reusswehres in Luzern. Erst vor wenigen Jahren neu gebaut und absolut negativ für die Seeforellen. Eine Aufstiegshilfe durch einen dunklen Tunnel der auch noch nachweislich nicht für grosse Fische geeignet ist.
Nun fängt man anfangs Saison Schweineteuren Fangfähigen Seeforellen Besatz in der Reuss...was für ein Irrsinn!
Aber das ist ein anderes Thema
Was das Verhältniss RBF und BF angeht, meine ich die Region(Oberbayern, speziell Chiemgau) aus der ich komme, für ganz Bayern kann ich nicht sprechen, das ist zu gross und entzieht sich meiner Kenntnis. Genau die Probleme die in Tirol zum RBF Besatz führen, nämlich fehlende Laichplätze/Querverbauungen/Kanalisierung usw. sind der Hauptgrund wieso sie besetzt wird. Natürlich auch der wirtschaftliche Faktor.
Ich sehe bei der RBF folgende Vorteile: Sie lässt sich leicht entfernen, falls gewünscht. Die, ich nenne sie jetzt mal, höhere Toleranz/bessere Anpassungsfähigkeit an die Lebensumstände und dann auch der günstigere Preis.
Besonders der erste Punkt ist für mich sehr wichtig! Sollte dies nicht der Fall sein, wäre ich auch dagegen.
Bedenklicher finde ich eher den massiven Besatz in den höher gelegenen Gewässern.
Klar sind die meisten abgeschlossen, aber natürlich ist das definitiv nicht.
In den meisten Bergseen gab es nie Fische, bis man auf die Idee kam, diese wirtschaftlich nutzen zu können.
Noch bedenklicher finde ich die Tatsache das im Vierwaldstättersee schon wieder ein Stör gefangen wurde...

