Der Kormoran

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Rolf
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Der Kormoran

Beitrag von Rolf »

Hallo Freunde,



die unverdrossen sture Position des Schweizer Vogelschutzes (SVS) nach 20 Jahren verheerender Kormoranplage in der Schweiz:



"Maximal können einige wenige Orte definiert werden, wo Brutkolonien bei Konflikten mit dem Schutz gefährdeter Fischarten als weniger erwünscht gelten!"



Mit solch uneinsichtigen Leuten muss man endlich Klartext reden, auch in Sachen Gänsesäger :!:





Quellennachweis:Petri Heil Online





So Freunde, ich bitte darum 8)





8)
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!
bachfario

kormoran

Beitrag von bachfario »

Hallo lieber Freund,



seit dem Dezember werden im Kt. BL in Birs und Ergolz die Prädatoren gezählt. :twisted:



Und jetzt rate aml durch wenn ......... Vogelschützer und Fischer!!!



Die erhoben Daten bilden die Grundlage beim Massvollen Druck auf den Bestand der Prädatoren (Kormoran, Reiher, Gänsesäger).



Gruess



"Fischer ohne Bild" :wink:
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Martin
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Beitrag von Martin »

Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser
bachfario

Beitrag von bachfario »

Hier habe ich noch was tzum Thema Kormorane bekommen.



:(





Diese Angaben kamen von Landesfischereiverband Baden



- Dokumentation vom Restrhein -

Bei Rheinweiler am südlichen Oberrhein befindet sich eine teilweise verlandete Buhne im

Restrhein. Durch die Buhne entstand eine Bucht einer Länge von etwa 40 m und einer Breite

von etwa 8 m. Zur Strommitte hin hat die Bucht eine Tiefe von maximal 1,5 Meter, weiter

zum Land hin ist sie bis zu 3 m tief. Der Restrhein selbst weist einen Abfluss zwischen 20

und 30 m³/s auf und ist in der näheren Umgebung der Buhne relativ wenig strukturiert.

Der Angelverein Weil e.V. hatte vor einigen Jahren Totholz in der Form eines Knickbaumes

eingebracht, um den Fischen Unterstandsmöglichkeiten zu bieten. Der Baum musste

hochwassersicher am Ufer fixiert werden. Durch den Netzfischer werden zusätzlich immer

wieder Sträucher und kleinere Bäume in die Buhne eingebracht.

Im insgesamt fast 50 Kilometer langen Restrhein existiert keine weitere vergleichbare

Struktur.

In den Wintermonaten konnte in der Folge festgestellt werden, dass sich eine große Anzahl

an Fischen im Bereich dieses Baumes aufhielt. Die Zahl der Fische kann nicht abgeschätzt

werden, da es zu viele sind. Das Bild 1 zeigt den Baum in der Buhne und als dunklen

Schatten den Schwarm der Fische. Der Ausschnitt (Bild 2) verdeutlicht, dass die dunkle

Masse tatsächlich Fische sind.

In den vergangenen beiden Wintern wurden zahlreiche Fische in diesem Schwarm mit

unregelmäßigen hellen Flecken an Flanken und Rücken beobachtet. Die Vermutung von

Verletzungen und Narben lag somit nahe.

Um die artenmäßige Zusammensetzung des Fischschwarmes und den Schweregrad sowie

die Häufigkeit der Verletzungen der Fische festzustellen wurde Ende März 2007 eine

Fischbestandsuntersuchung durch den Landesfischereiverband Baden e.V., den Angelverein

Weil am Rhein e.V., den örtlichen Netzfischer und die staatliche Fischereiaufsicht des

Regierungspräsidiums Freiburg durchgeführt.

Dazu wurde die Buhne zum Restrhein hin mit einem Netz teilweise abgesperrt, um den

Fischen die Flucht in das Hauptgewässer zu erschweren. Durch Elektrofischfang wurden

Fische entnommen und lebend in geeigneten Wannen gehältert. Die Elektrobefischung

wurde gewählt, weil diese Methode für die Fische besonders schonend ist. Den Fischen

entsteht durch den fachgerechten Einsatz der Elektrofischerei kein Schaden.

Von den gefangenen Fischen wurden Art und Größe ermittelt. Der Anteil durch

Kormoranbisse verletzter Fische wurde ermittelt, getrennt nach Fischart.

Verletzungen durch Schnabelhiebe des Kormorans unterscheiden sich von denen anderer

Ursachen. Kormorane haben an der Spitze des Oberschnabels einen hakenförmigen

Fortsatz. Der Unterschnabel ist scharfkantig. Diese Anordnung dient dazu, die zum

Nahrungserwerb verfolgten Fische sicher festzuhalten. In vielen Fällen jedoch schaffen es

die Fische, dem Biss des Kormoranschnabels gerade noch zu entfliehen. Dabei erleiden sie

aber Verletzungen. Diese sind charakteristischerweise auf beiden Seiten des Fisches an den

Flanken, am Rücken, der Rückenflosse oder vom Bauch bis zum Rücken zu erkennen.

Ergebnisse

Insgesamt 210 Fische wurden aus der Buhne entnommen, untersucht und wieder

zurückgesetzt. Es konnten vor allem Nasen, Rotaugen und Döbel nachgewiesen werden.

Die meisten Fische hatten eine Größe zwischen 20 cm und 40 cm.

Bei Nasen lag die Verletzungsrate bei 80,5 %. Die Verletzungen bestanden überwiegend aus

flächigen Verlusten der Schuppen an den Flanken und am Rücken, oft in Kombination mit

offenen Wunden.

49,1 % der untersuchten Rotaugen wiesen Verletzungen von Kormoranen auf. Teilweise

lagen hier auch tiefere Fleischwunden vor.

Döbel hatten mit nur 39,6 % Verletzungsrate vergleichsweise weniger Schäden. Auch waren

die Verletzungen nicht so gravierend, wie bei Nase und Rotauge. Gründe dafür könnten ein

besseres Fluchtverhalten in Kombination mit einem derberen Schuppenkleid sein.

Flussbarsche konnten nur 6 Stück gefangen werden. Davon wies nur einer Verletzungen

durch Kormorane auf.

Insgesamt hatten 98 der 210 gefangenen Fische Verletzungen durch Kormoranbisse. Das ist

eine Schädigungsrate von 46,5 %.

Methodisch muss berücksichtigt werden, dass sehr schwer verletzte Fische nicht gefangen

werden konnten, weil diese bei der Einwirkung des elektrischen Stromes aufgrund ihrer

Schwächung keine ausreichende Reaktion zeigten. Im Bereich der Buhne konnten 10 tote

Fische mit starken Verletzungen durch Kormorane gesehen werden.

Am 26. März untersuchte das Landratsamt Lörrach die Meldung eines Fischsterbens bei der

Buhne. Im Bericht ist zu lesen: „…Die toten Fische waren verletzt und stellenweise verpilzt.

Weitere lebende Fische in der Buhne trugen ebenfalls Verletzungen.

Aufgrund der Verletzungen ist (…) davon auszugehen, dass diese durch den Einfall eines

Kormoranschwarmes verursacht worden sind und dies Ursache des Fischsterbens war.“



Landesfischereiverband Baden e.V.

Dipl. Biol. Ingo Kramer, 04.04.07

3

Dies zeigt, dass den Kormoranen die Ansammlung von Fischen als leicht zugängliche

Nahrungsquelle bekannt war. Trotz umfangreicher Scheuchmaßnahmen durch den örtlichen

Netzfischer (unregelmäßiges Trommeln auf einem Blechfass und Klappern von Blechplatten

im Wind außerhalb der zugelassenen Vergrämungszeit sowie flatternde Folien, Tücher und

bunte Schwimmkörper auf dem Wasser) konnten die Kormorane die Zuflucht suchenden

Fische leicht erbeuten und viele von ihnen durch Schnabelhiebe stark verletzen.



Kormoranvergrämung

Die letale Vergrämung von Kormoranen im europäischen Vogelschutzgebiet Restrhein war

zwar im Winter 2006/ 2007 erlaubt, jedoch mit solch starken Einschränkungen, dass das Ziel

des Fischartenschutzes kaum erreicht werden konnte. Der Zeitraum der Vergrämungen war

nur bis zum 15. Januar 2007 zugelassen. Wie die eigenen Feststellungen bei der Erfassung

der Fischschäden in der Buhne zeigten, waren aber am 21. März immer noch über 60

Kormorane im Schwarm auf der Jagd. Außerdem wurde die Möglichkeit zur Vergrämung

räumlich beschränkt. Die hier untersuchte Buhne liegt auf der Grenze eines von der

Vergrämung ausgenommenen Abschnittes des Restrheins. Insofern war hier ein effektiver

Schutz der Fische vor dem Fraßdruck des Kormorans nicht möglich.

Zusammenfassung

Totholz in der Form eines ungestürzten Baumes mit Treibgut hat im Restrhein eine

bedeutende Funktion. Wenn das Totholz in einer strömungsberuhigten Bucht ausreichender

Tiefe liegt, ist das für Fische optimal. Derartige Strukturen werden von den Fischen

aufgesucht, um Schutz und Ruhe vor dem hohen Fraßdruck durch Kormorane zu finden.

Deshalb sind in den Wintermonaten mit hoher Kormoranpräsenz am Restrhein auch Massen

von Fischen dort zu beobachten. Allerdings wird die Wirksamkeit von Totholz als

Schutzmaßnahme für Fische derzeit sehr kontrovers diskutiert, weil die intelligenten

Kormorane schnell lernen, dass in solchen Bereichen besonders viele Fische leicht erbeutet

werden können. Allein während der Befischung der Buhne am 21. März 2007 versuchte ein

Schwarm von etwa 60 Kormoranen dort einzufliegen. Er landete etwa 300 m oberhalb.

Aus dieser Ansammlung von Fischen wurde ein Anteil durch Elektrofischfang entnommen.

Es wurde bei der Untersuchung der Fische zwischen 20 und 40 cm festgestellt, dass

insgesamt 46,5 % der Fische von Kormoranen verletzt waren. Bei den Nasen lag die

Verletzungsrate gar bei über 80 %. Zu fast 50 % waren die Rotaugen durch Kormoranbisse

verletzt und bei den Döbeln waren es fast 40 %.

Die Verletzungen waren überwiegend so stark, dass den Fischen bei zunehmender

Wassertemperatur Infektionen und Verpilzungen zu schaffen machen werden und viele

daran verenden werden.

Die massiven Schäden an den Fischen durch Kormorane und deren starker Fraßdruck

zeigen deutlich, dass die Vergrämung dieser Vögel zum Schutz der Fischbestände

wesentlich länger möglich sein muss, als es das Regierungspräsidium Freiburg im

vergangenen Winter genehmigt hat.
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miKe
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Beitrag von miKe »

hab soeben auch noch was entdeckt:



http://www.fischundfang.de/456,1522/



da stellen sich mir aber sämtliche, noch vorhandenen Haare zu Berge!!! :x
Just

Beitrag von Just »

miKe hat geschrieben:... da stellen sich mir aber sämtliche, noch vorhandenen Haare zu Berge!!! :x
Mit ähnlichen Bildern könnte ich auch dienen - Kormoran mit einem ca. 70cm-Aal, oder einem 400gr-Rotauge ...

Was nutzt uns das Abschiessen ?

Nichts - denn die Populationen erholen sich immer wieder, sei es durch Brut oder durch Nachfolger.

Ich habe es in einem anderen Thema schonmal geschrieben - der Mensch hat dem Kormoran erst die Möglichkeiten geschaffen, das Binnenland zu besiedeln - wir müssen sie ihm wieder entziehen !

Die Zauberformel heisst "Rückbau der Gewässer" - der Abschuss ist eine Bekämpfung des Symptoms, nicht der Ursache - aber wenn's denn soweit ist, eingelegte Kormoranbrust soll sehr gut schmecken ... :wink:



Wir werden ihn wohl nie mehr ganz loswerden (Stillgewässer), aber an den Fliessgewässern könnten wir ihn stark zurückdrängen.
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Beitrag von miKe »

Just hat geschrieben:
Wir werden ihn wohl nie mehr ganz loswerden (Stillgewässer), aber an den Fliessgewässern könnten wir ihn stark zurückdrängen.


Eigentlich "wäre" es auch nicht nötig, dass wir die schwarzen Viecher ganz loswerden. Früher hatten wir ja auch welche als Wintergäste. Nach dem Winter sind diese aber wieder verduftet... Heute stellt sich aber das Problem, dass sie nicht nur "sesshaft" wurden, sondern auch grosse Kolonien errichten und brüten. Es werden immer mehr...



Zudem sollte nicht vergessen werden, dass auch die Gänsesäger für anständig Druck unter den Fischen sorgen! Gestern Abend konnte ich einige Tieren bei der organisierten Jagd beobachten. An und für sich sehr interessant, doch mittlerweile auch in keinem vernünftigen Verhältnis mehr...



Gruss

miKe
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Rolf
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Beitrag von Rolf »

Just hat geschrieben:

Die Zauberformel heisst "Rückbau der Gewässer" - der Abschuss ist eine Bekämpfung des Symptoms, nicht der Ursache




Hallo Just,



vielen Dank für diese zu 100% zutreffende Aussage :up:



leider funktioniert zum Einen die Umsetzung nur schleppend und zum Anderen, solange unsere Weltmeere (Gewässer im Allgem.) weiterhin so gründlich geplündert und ruiniert werden, werden sich auch die ungebetenen Gäste auf der Suche nach neuen Nahrungsgründen immer wieder bei uns einfinden :idea:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!
schlegudeck

Statistik

Beitrag von schlegudeck »

habe mal schnell mein "Milchbüechli" hervorgenommen und was zusammengerechnet...



Daten von Vogelwarte Sempach, welche die 300 Vogelzähler(Sorry Ornithologen..) jeweils jedes Jahr bei Ihrer Zählung erheben.



http://infonet.vogelwarte.ch/upload/57250054.pdf



Erhebung habe ich für die mir bekannten Fischfresser gemacht.



ich gehe davon aus, dass z.B. ein Kormoran 500 Gramm Fisch pro Tag verzehrt. Die Angepickten mal weggelassen.



Vogel, Stücke, gr. F. p.T, kg Fisch p.T



Haubentaucherk, 28094, 50, 1404.7

Kormoran, 5296, 500, 2648

Silberreiher, 118, 100, 11.8

Graurheier, 1431, 100, 143.1

Gänsesäger, 5457, 100, 545.7

Schwarzhalstaucher, 3618, 20, 72.36



Total, 44014, 870, 4825.66




Anzahl Vögel habe ich von der Vogelwartenstatistik welche im Januar 2006 in der Schweiz waren übernommen.



ergibt dann für 31 Tage 149 Tonnen 595 kg 460 Gramm Fisch, welche die sch..... im Januar 2006 verdaut haben.



Da sehe ich es einfach nicht ein, wieso die Äsche als einheimischer Fisch den geringeren Schutzstatus bekommt, als ein nicht einheimischer Vogel !



Da will das BUWAL nichts von Artenschutz hören, lieber zügeln sie ein paar Luchse durch die Schweiz!
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Alet
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Beitrag von Alet »

Zur Fischentnahme der Fischfressenden Vögel hat Herr Escher im Auftrag des 111'er Club eine Studie verfasst (//aqua-sana.ch/GaeSclub111.pdf).

Das Resultat war: Gesamtfläche der Untersuchten Gewässer 5600 Hektaren, Fischentnahme ca. 133.5 Tonnen, 15 % Gänsesäger, 36 % Graureiher und 49 % Kormoran. Der Grund ist vor allem der fehlende Schutz durch Ufervegetation, Struktur, usw... und die ansteigenden Vogelpopulationen.



Wahrscheinlich wird sich die Situation nicht verbessern:



a. Der Vogelschutz ist hervorragend organisiert (zum Glück, sonst gäbe es noch weniger Naturschutz)



b. Dagegen die Fischer: Eher unorganisiert, jeder denkt nur an sein Gewässer. (ändert sich langsam, ist aber nur so ein Bauchgefühl)



c. Vögel lassen sich besser verkaufen als Fische.



d. Für Kormorannachschub ist gesorgt, solange in den grossen Brutkolonien an der Nordsee die Bestände nicht reguliert werden.



e. Die Gänsesäger-, Reiherprobleme sind "hausgemacht" oder auch effektiver Vogelschutz. Die Lösung wäre entweder Bestandesregulation durch Abschuss oder effektiver Schutz durch Renaturierungen. Aber Achtung; auch Vögel brauchen eine Mindestpopulation für ihr überleben. Das kann aber ziemlich hart für die betroffenen Gewässer sein, da vor allem der Gänsesäger in Gruppen jagen.



@schlegudeck: Auch der Luchs ist eine bedrohte Art....
Just

Beitrag von Just »

Alet hat geschrieben:Vögel lassen sich besser verkaufen als Fische.
Dieser "Bambi-streichel-Effekt" ist bei vielen Naturschützern weit verbreitet - daher auch der schöne Spruch "Bei denen hört der Naturschutz an der Wasseroberfläche auf ..." - dem ist in der Tat nicht viel hinzuzufügen, aber ...



... es liegt an uns selbst (den Fischern), etwas daran zu ändern. Geht auf die Leute zu, erklärt und zeigt ihnen, was unter Wasser los ist - dass sich auch dort das Leben in seiner ganzen Vielfalt abspielt.

Das ist sicher nicht von heute auf morgen zu regeln - dazu gibt's einfach zuviele Betonköpfe in beiden "Lagern" - aber wie lange wollen wir so weiter machen, unsere Energie im gegenseitigen "Bekämpfen" verschwenden, während hier manche Dinge unkontrolliert aus dem Ruder laufen ?

Es ist ein gegenseitiges Verständnis- und Akzeptanzproblem, bei manchem gepaart mit Unwissenheit - so stabil können diese Mauern in den Köpfe nicht sein.

Ich hatte in den letzten Jahren drei Mitglieder des Bund Naturschutz Bayern in meinen Lehrgängen sitzen, die anschliessend erfolgreich die Staatliche Fischerprüfung abgelegt haben und tlw. sogar unserem Anglerverein beigetreten sind.

Wir (mein Verein) arbeiten mit unserem Ortsverband des BN zusammen, hin und wieder gibt es auch Reibereien - aber dafür haben wir alle Sprechen gelernt, wir können Probleme artikulieren und sie ggf. aus der Welt schaffen - und vor allem, man kennt und respektiert sich.

Naturschutz schliesst Naturnutz nicht aus, bedingt ihn tlw. sogar - wir haben alle einen gemeinsamen Nenner, der heisst lebenswerte Zukunft ...

Das Problem bei den reinen Naturschützern ist ihre Hierarchie, vor Ort wissen die Leute um die Probleme - je näher man in einer Grossstadt kommt, desto theoretischer (und weltfremder) werden die Vorstellungen.



Das Gänsesägerproblem ist mir übrigens aus Oberbayern schon seit etlichen Jahren bekannt, die waren schon vor 20 Jahren auf dem Walchensee präsent. Bei uns in Nordbayern habe ich diesen Vogel noch nicht gesehen. Hier taucht allerdings inzwischen der Silberreiher auf - abgesehen von seiner stattlichen Erscheinung bin ich nicht wirklich begeistert ...
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Alet
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Beitrag von Alet »

@Just

Anscheinend ist die Situation in Deutschland entspannter als in der Schweiz.

Leider ist die Situation recht verfahren. Die Vogelschützer haben den einflussreichsten Naturschutzverband und zwängen ihren willen allen anderen auf. Mit Argumenten können diese Leute nicht überzeugt werden, dazu sind die viel zu Dogmatisch. Das betrifft nicht nur die fischfressenden Vögel, ich hatte auch schon Streitgespräche bezüglich anderen Tier- und Pflanzenarten. Die Zusammenarbeit von Fischern mit anderen Naturschutzverbänden (Bsp. Pro Natura, WWF) funktioniert Problemlos.
Just

Beitrag von Just »

Alet hat geschrieben:Anscheinend ist die Situation in Deutschland entspannter als in der Schweiz.
Ist sie nicht wirklich, Alet - Hammerköpfe gibt's hüben wie drüben, und die sind noch weitverbreitet.

Mit den Hardcore-Vogelschützern gibt's auch immer Probleme, weil die vor lauter Scheuklappen aus Vogelfedern nicht sehen wollen, dass auf diesem unserem Planeten auch noch andere Tierarten exisitieren und auch weiterhin existieren wollen.



Die Zusammenarbeit mit dem BN auf Ortsebene funktioniert bei uns ganz gut, aber darüber hinaus wird's schon schwierig.

Es sollten halt beide Parteien bereit sein, etwas von ihren erworbenen Pfründen abzugeben, so kommt man aufeinander zu - und dann klappt's auch mit dem Nachbarn :wink:



Vor allem sollen die reinen Naturschützer mal endlich begreifen, dass man Natur nicht über einen Kamm scheren kann.

Sie ist indivduell und erfordert für vor Ort entstandene Probleme auch individuelle Lösungen.

Davon haben die meisten dieser Schreibtischstrategen in den Grossstädten aber noch nix gehört - die werden vermutlich demnächst ein Schutzprogramm für die lila Kuh aus der Taufe heben ...
Samson

Beitrag von Samson »

Hallo Just,



Ich verstehe die Sorgen wegen dem Kormoran.

Da kann man aber auch einige Vogelschützer verstehen, mit Ihrer harten Linie.

Ich bin der Meinung das man die Ursache bekämpfen muss, warum die Kormorane so weit ins innere des Landes sein Futter holt. Es henkt doch am Fischbestand im Meer ab, oder?

Der Vogel braucht nun seine Nahrung. Auch wenn es so scheint als ob er willkürlich den Fisch tötet und den dann liegen lässt. Da sollte man ansetzen, aber gemeinsam mit den Vogelschützer und Naturschützer.

Den Kormoran einfach zum Abschuss freigeben, ist doch auch keine Lösung. Das hat man doch mit einigen Tieren gemacht und Heute sind diese nicht mehr Bestandteil unserer Natürlichen Umgebung. Hat nicht jedes Lebewesen ein recht auf Leben? Und wie wir doch immer feststellen, schützt sich die Natur selber und wir sind ein teil der Natur, das sollten wir nie vergessen.

Auch ich liebe meine Fischerei am See und ärgere mich auch über den Fischbestand, den der Kormoran vernichtet hat.

Aber ist da der Kormoran schuld? Gewiss nicht, da reicht die Intelligenz des Kormoran wirklich nicht aus. Lasst uns doch mal überlegen was man noch tun kann, ohne den Kormoran ans Leder (Federn) zugehen, da muss es doch eine Lösung geben. Wir Menschen sehen doch immer nur den Finanzzielen Aspekt, oder.?

Also nun haut auf mich nicht gleich ein, ich bin nur da für, das alle Lebewesen eine Berechtigung auf unserem Planet Erde haben.



Gruß

Samson
Just

Beitrag von Just »

Samson hat geschrieben:Also nun haut auf mich nicht gleich ein, ich bin nur da für, das alle Lebewesen eine Berechtigung auf unserem Planet Erde haben.
Es gibt nur ein einziges "Problem-Tier" auf diesem Planeten, Samson - das heisst "Mensch" - dessen Tun auch noch nach der biblischen Schöpfungsgeschichte abgesegnet ist:


Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.

Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!

Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.


Was dabei rauskommt, sieht man ja - der liebe Gott hätte vielleicht noch etwas mehr Hirn verteilen sollen. Aber vielleicht haben sich ja auch nur ein paar Übersetzungfehler eingeschlichen ... :wink:



Ich bin übrigens bekennender Darwinist - und wenn man dessen Forschungsergebnisse logisch weiterdenkt, kommt man dahin, wo die Bibel thematisch einst angefangen hat. Wir sind auf dem besten Weg ...
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