Seeforellen / Laichzeit - Regebogenforellendiskussion

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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ChristianK.

Seeforellen / Laichzeit - Regebogenforellendiskussion

Beitrag von ChristianK. »

Danke für's zeigen, ist immer wieder schön zu beobachten!

Konnte am Samstag in der Siegsdorfer Traun, von Rudi Heger, grosse Regenbogner beim Laichgrubenbau beobachten.
Wird zwar nichts aus dem Nachwuchs, aber doch Interessant zu beobachten!
Hatte aber leider keine Kamera dabei :( Wer hat das schon bei Schneefall auf einer "Hunderunde" ;)
habakuk

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von habakuk »

ChristianK. hat geschrieben:Danke für's zeigen, ist immer wieder schön zu beobachten!

Konnte am Samstag in der Siegsdorfer Traun, von Rudi Heger, grosse Regenbogner beim Laichgrubenbau beobachten.
Wird zwar nichts aus dem Nachwuchs, aber doch Interessant zu beobachten!
Hatte aber leider keine Kamera dabei :( Wer hat das schon bei Schneefall auf einer "Hunderunde" ;)

warum wird nix draus?
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JJwizard
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Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von JJwizard »

habakuk hat geschrieben:
ChristianK. hat geschrieben:Danke für's zeigen, ist immer wieder schön zu beobachten!

Konnte am Samstag in der Siegsdorfer Traun, von Rudi Heger, grosse Regenbogner beim Laichgrubenbau beobachten.
Wird zwar nichts aus dem Nachwuchs, aber doch Interessant zu beobachten!
Hatte aber leider keine Kamera dabei :( Wer hat das schon bei Schneefall auf einer "Hunderunde" ;)

warum wird nix draus?
Hätte mich auch interessiert! Ev. sind es ja Hybride-Forellen die keinen Nachwuchs zeugen sollen und so gezüchtet wurden!

Die Rainbows die ich dort an der Traun schon gefanten habe, wenn ich mein zweites Zuhause in Bayern besuchen gehe, das waren m.E. zeugungs- und fortplanzungsfähige Fische. Jedoch die Operetten-Forellen (im Schnitt so zw. 50-70 cm), die man an der Roten Traun von der Strassebbrücke aus mit Brot füttern kann, bei denen bin ich mir aber nicht sicher!

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ChristianK.

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von ChristianK. »

Weil in den allerwenigsten Gewässern die richtigen Bedingungen für die Regenbogenbrut herrschen.
So gibt es in Österreich einige wenige Flüsse und in der Schweiz noch weniger Gewässersysteme in denen es funktioniert.
In Deutschland auch einige wenige.(sogar aus der Ostsee aufsteigende die in den Bächen ablaichen!)

Ansich nutzen Regenbogner die gleichen Laichgründe wie die Bachforelle, Kies der richtigen Körnung und ideale Strömungsverhältnisse sind Voraussetzung dafür.
Das Hauptproblem für die Brut sind der PH Wert und die Temperaturen.
So sind die bei uns üblichen Schneemelzen und die damit verbundenen Hochwasser mit Eiskaltem Wasser für BaFos kein grosses Problem, jedoch für die ReBos.
Dann muss der vorhandene Stamm auch dazu fähig sein sich zu vermehren.
Es gibt viele Mastbetriebe für ReBos, aber nur wenige die selber Eier und Milch abstreifen und damit selber züchten.
Die zugekauften Eier sind mit wärme vorbehandelt und man erhält nur Weibliche Fische(zumeist noch unfruchtbar).
Der Grund ist ganz einfach, Männchen werden schneller Geschlechtsreif, setzen mehr Energie in den Aufbau von Geschlechtsteilen und Milch ein anstatt in Fleisch.
Dazu wird das Fleisch anscheinend gräulich. Die Fische werden bunt und beeinflussen somit das Ergebnis beim räuchern negativ.

Dort wo sich die Regenbögner selber vermehren stimmen die Verhältnisse von Wasserqualität(Temperatur usw) und auch den Elterntieren, sprich, sie entstammen einem alten ReBo Stamm der noch dazu fähig ist sich selbst zu reproduzieren!

Im Falle der Traun im Chiemgau(NICHT die Österreichische Traun!) geht es um immer wieder kehrende starke Hochwasser und auch Schmelzwasser im direkten Einzugsgebiet.

Nicht umsonst sind innerhalb kürzester Zeit keine Regenbögner mehr nachweisbar, sobald der Besatz eingestellt wird!
Auch dies ein Argument PRO Regenbogen Besatz in den Gewässersystemen in denen sich unsere heimischen BaFos nicht mehr halten können.
(so schade es auch ist, Renaturierung und verbesserung wäre der beste Weg, aber nicht so schnell und billig machbar)
astacus

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von astacus »

ChristianK. hat geschrieben:Nicht umsonst sind innerhalb kürzester Zeit keine Regenbögner mehr nachweisbar, sobald der Besatz eingestellt wird!
Auch dies ein Argument PRO Regenbogen Besatz in den Gewässersystemen in denen sich unsere heimischen BaFos nicht mehr halten können.
also für mich ist das eigentlich eines der grössten kontras: ein tier in einen lebensraum einzusetzen, der ihm offensichtlich nicht behagt (ist der fall, wenn die tiere innert kurzer zeit nicht mehr nachweisbar sind), würde ich persönlich als groben verstoss gegen tierschutzethische überlegungen beurteilen - ganz abgesehen davon, dass es ökologisch absolut sinnlos ist.
Schweizer Angler

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von Schweizer Angler »

dort rebos einsetzen wo auch dise art sich nicht halten kann, ist nichts anderes als sogenannter "attraktivitäts-besatz". hat mit natur & natürlich rein nichts zu tun, wo nichts wächst kann auch nichts kommen. attraktivitätsbesatz ist wie einen bergsee besetzen, wird nur für die fischer gemacht dass das gewässer fischereilich gesehen attraktiv für den fischer ist. ob die fische in so einem gewässer "natürlich" sind oder nicht interessiert dann meistens (den fischer) nicht.

"böse" zungen munkeln schon lange, dass hegers traun mit rebos aus der zucht (massfische) besetzt wird, eben um die fischer bei der stange zu halten. die pacht der traun ist auch "sauteuer" und muss vermutlich durch die lizenzverkäufe finanziert werden.


gruss, sa
Zuletzt geändert von Schweizer Angler am Mi 5. Dez 2012, 11:33, insgesamt 1-mal geändert.
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pegasus72
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Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von pegasus72 »

Schweizer Angler hat geschrieben:dort rebos einsetzen wo auch dise art sich nicht halten kann, ist nichts anderes als sogenannter "attraktivitäts-besatz". hat mit natur & natürlich rein nichts zu tun, wo nichts wächst kann auch nichts kommen. attraktivitätsbesatz ist wie einen bergsee besetzen, wird nur für die fischer gemacht dass das gewässer fischereilich gesehen attraktiv für den fischer ist. ob die fische in so einem gewässer "natürlich" sind oder nicht interessiert dann meistens (den fischer) nicht.

"böse" zungen munkeln schon lange, dass hegers traun mit rebos aus der zucht (massfische) besetzt wird, eben um die fischer bei der stange zu halten. die pacht der traun ist auch "sauteuer" und muss vermutlich durch die lizenzverkäufe finanziert werden.


gruss, sa

SA, da hast Du natürlich recht - aber darum geht's ja bei diesen Gewässern auch. Was in der Schweiz die Bergseen sind in AUT, DE, SLO, KRO, die Flüsse.

Aber dass man hier was munkelt, das ist mir neu. Ist für alle klar, die dort fischen gehen. Auch dass man als Pächter die Finanzierung über die Tages-/Wochenkarten macht, ist kein Geheimnis. Ob das negativ zu bewerten ist oder nicht, ist eine ganz andere Sache. Du scheinst der Meinung zu sein, dass dies negativ zu werten ist (böse Zungen...). Ist Deine freie Meinung. Ich sehe das ein bisschen differenzierter: als Schweizer finde ich, steht es uns nur begrenzt zu, darüber zu urteilen. Ob unsere Gewässerpolitik hier besser ist, hmm...
In Siegsdorf wo der Rudi seine Gewässer bewirtschaftet leben einige KMU Betriebe ganz gut davon. Und wenn da ein KKW die Restwassermenge runterschraubt, dann gibts Zoff, aber nicht zu knapp. Und zwar nicht nur vom Bewirtschafter selbst sondern von Regionalpolitikern, Hotels, Restaurants, usw - von allen die da direkt und indirekt mit verdienen.
Zudem beheimatet die Traun (rote/weisse/deutsche) einen ordentlichen Bachforellenbestand, der sich zu grossen Teilen auch selbst erhält. Also ein reines Puff ist es nicht.

Und jetzt schauen wir mal in die Schweiz: wenn da ein KKW die Restwassermenge reduziert, dann:
- merkts kaum jemand
- reklamiert kaum jemand, oder dann sehr spät
- und wenn jemand reklamiert, dann ist's höchstens ein Hobby-Fischverein, den eh niemand ernst nimmt
- oder es kommt zu einem organisierten Vorgehen von Fischereivereinen, die auf die Gesetzgebung pochen, und es kommt zur Klage. Und dann ?

Nimmt hier in der CH irgend jemand von den KW-Betreibern die Gesetze ernst ? Eher nicht...

Und jetzt erklär mir bitte, woher ausgerechnet wir Schweizer die Frechheit haben, über unsere Nachbarn und deren Gewässerpolitik zu urteilen...

just my few cents...
astacus

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von astacus »

pegasus72 hat geschrieben:Und jetzt schauen wir mal in die Schweiz: wenn da ein KKW die Restwassermenge reduziert, dann:
- merkts kaum jemand
- reklamiert kaum jemand, oder dann sehr spät
- und wenn jemand reklamiert, dann ist's höchstens ein Hobby-Fischverein, den eh niemand ernst nimmt
- oder es kommt zu einem organisierten Vorgehen von Fischereivereinen, die auf die Gesetzgebung pochen, und es kommt zur Klage. Und dann ?
ich glaube, an dir ist vorbei gegangen, wie viel arbeit die fischerei- und naturschutzverbände seit geraumer zeit in die restwasserproblematik investiert haben - und auch wie viel effektiv erreicht wurde. natürlich gibts noch immer grosse defizite bei der umsetzung der restwasservorschriften, aber es wurden andererseits einzig und allein auf druck der verbände zahlreiche anlagen diesbezüglich bereits saniert, viele sanierungen stehen teils unmittelbar bevor. und wenn an einigen orten doch nichts geschieht, ist das sicher nicht der fehler der verbände...

und die situation in österreich ist auch nicht wirklich so schön, wie du sie beschreibst. auch das österreichische gewässernetz wird intensiv wasserwirtschaftlich genutzt, wie in der schweiz gibt es zahlreiche restwasser- und schwall/sunk-strecken. im vergleich zur schweiz gibt es nicht mal eine zahlenmässig definierte restwassermindestmenge, sondern es wird von fall zu fall entschieden (was teils auch vorteile haben kann, aber bestimmt nicht nur). in österreich gelten über 150 restwasserstrecken als sanierungsbedürftig. das ist zwar wenig als aktuell in der schweiz, da bei uns wie erwähnt zahlreiche sanierungen kurz bevor stehen, kann sich das rasch ändern. inwiefern österreich seine sanierungen, für die es noch zehn jahre zeit hat, umsetzen wird, steht auch noch in den sternen...

pegasus72 hat geschrieben:Und jetzt erklär mir bitte, woher ausgerechnet wir Schweizer die Frechheit haben, über unsere Nachbarn und deren Gewässerpolitik zu urteilen...
es geht hier doch nicht darum über ein nachbarland zu urteilen :roll:
thema ist im weiteren sinne das mangament von fischbeständen, das land ist dabei doch scheissegal. denn es hat ja niemand etwas gegen österreicher gesagt, sondern es wurde nur auf ein beispiel bezug genommen, welches zufällig dort liegt. und wenn man dieses kritisiert, heisst das in der folge auch noch lange nicht, dass man automatisch der meinung ist, im eigenen land laufe es besser.
Schweizer Angler

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von Schweizer Angler »

hallo pegasus
Du scheinst der Meinung zu sein, dass dies negativ zu werten ist (böse Zungen...). Ist Deine freie Meinung. Ich sehe das ein bisschen differenzierter: als Schweizer finde ich, steht es uns nur begrenzt zu, darüber zu urteilen. Ob unsere Gewässerpolitik hier besser ist, hmm...
jou, ist meine meinung und die ist zumindest teils auch über unsere fischerei nicht viel besser - und hier war mein link zum ausland in erster linie gedacht - das ausland ist kein vorbild für uns. ich kenne mehr als genug flifis die z.b. an die erwähnten gewässer in österreich gehen, und dann davon schwärmen wie schön es wäre hier auch solche fliessenden puffs zu haben, ohne die puffs zu hinterfragen.
ja, ich habe auch mehr als einmal in austria gefischt und auch perlen fernab von fischer-touris entdeckt und lieben gelernt. eines der gewässer hatte als ausnahme sogar einen wild ablaichenden (frühlinglaicher) bestand an rebofos. und zugeben, es war herrlich den fischen beim laichzug zuzusehen - aber auch der pächter wusste dass es eine gratwanderung ist soche fische zu haben, aber in dem falls wars halt einmal "sind sie drin bringst du sie nicht mehr raus". wenn sie andernorts massfische aus der zucht reinwerfen seis drum, wenns zumindest dann nicht laichfähige fische sind. und bei den rebofos haben wir uns halt die meisten uns bekannten fischkrankheiten nach europa geholt (billige tiere = billige qualität). und gerade darum bin ich gegen zucht- rebofos in unseren fliessgewässern. pkd etc. befällt nicht nur bafos, sondern auch äschen z.b. in österreich übrigens ein nicht kleines probpem das auch sie sich via rebofos eingeschleppt haben, z,b, in dere salza.

ich möchte einfach nicht dass wir hier den (aus meiner sicht-) gleichen scheiss propagieren ohne zu hinterfragen........

und ja, es ist noch ein weiter weg mit den gewässerschutz - aber er ist gar nicht so auf schlechtem weg, gerade aktuell hat das bundesgericht ein kw in graubünden gerüffelt und zur einhaltung der gewässerschutz-auflagen verdonnert.

gruss

sa
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pegasus72
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Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von pegasus72 »

nur zur Info: die Gewässer, über welche hier gesprochen wurde, liegen in Deutschland und nicht in Österreich, wie man aufgrund der Antworten vermuten dürfte. Zum Rest soll sich jeder sein eingenes Bild machen - da mag ich nix mehr dazu sagen, ausser dass da überhaut nix an mir vorbei gegangen ist - leider.
ChristianK.

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von ChristianK. »

astacus hat geschrieben:
ChristianK. hat geschrieben:Nicht umsonst sind innerhalb kürzester Zeit keine Regenbögner mehr nachweisbar, sobald der Besatz eingestellt wird!
Auch dies ein Argument PRO Regenbogen Besatz in den Gewässersystemen in denen sich unsere heimischen BaFos nicht mehr halten können.
also für mich ist das eigentlich eines der grössten kontras: ein tier in einen lebensraum einzusetzen, der ihm offensichtlich nicht behagt (ist der fall, wenn die tiere innert kurzer zeit nicht mehr nachweisbar sind), würde ich persönlich als groben verstoss gegen tierschutzethische überlegungen beurteilen - ganz abgesehen davon, dass es ökologisch absolut sinnlos ist.
Ob es ökologisch Sinnvoll ist, steht für Pfeifengerade Flüsse und Kanäle nicht so recht im Vordergrund.
Es geht um uns Fischer, die nur Patente kaufen wenn etwas gefangen werden kann. Ohne Patentverkauf kann kein
Verein oder auch ein Heger Rudi sein Gewässer halten!
Bachforellen halten sich aus mangel an Unterständen und oft auch Laichplätzen nicht so wirklich gut in solchen "Flüssen".
Die Regenbogen ist dafür jedoch prädestiniert. So hat jeder etwas davon, ist doch OK!

Natürlich wäre es besser nur noch natürlich vorkommende Tiere vorzufinden und an schön mäandernden Flüssen zu fischen, da dies
in den meisten Fällen nicht möglich ist, muss besetzt werden.
Das der Besatz nicht ganz unproblematisch ist hat auch SA schon geschrieben, merci.
Jedoch ist die ReBo in manchen Gewässern die einzige Salmoniden Art die sich noch in den Gegebenheiten hält....traurig aber wahr.

Die Deutsche Traun ist so ein Fall, zum teil stark begradigt, im Sommer und auch Winter Stellenweise mit kaum Wasser da es abgeleitet wird für Kleinkraftwerke.
Extreme Hochwasser bei andauerndem Regenwetter oder der Schneeschmelze.
Das ganze ist auf der grössten Strecke der Traun kein idealer Lebensraum für Bachforellen sondern für Regenbögner, die A: mit weniger Sauerstoff und wärmeren Wasser auskommen und B: nicht die Unterstände braucht wie die Bachforelle und C: billiger Besatz sind.
Würde man der Traun den Raum und das Wasser wieder geben die sie mal hatte, wäre ich absoluter Gegner vom ReBo Besatz und würde für Bachforellen und Äschen plädieren!

Um auf die Seeforelle zurück zu kommen, sie haben in meiner ehemaligen Heimat ein Mindestmass von 60cm!!!
Das alleine Garantiert schon mehr Nachwuchs, nichts desto trotz wird mit Besatzmassnahmen nachgeholfen.
Sieht man davon ab das der Chiemsee mit dem Boot nur vom 1 Mai bis 31 Oktober befischt werden darf, Motoren verboten sind beim fischen, schleppen nur Muskelkraft.
Vom 1 Januar bis 30 April closed Season ist, wird einem doch recht schnell klar für wen der Seeforellenbesatz ist ... für die 18 Berufsfischer!
Laichgebiete, sprich Kiesbänke die geeignet sind zum ablaichen sind auch dünn gesäät und liegen in der begradigten Tiroler Achen mitten im Kormorangebiet.

So gesehen haben wir es hier doch gar nicht sooo schlecht mit den Seeforellen :)
Sehr viel hinkt hinterher was renaturierung, Restwassermenge usw angeht, aber es wird etwas gemacht und es wird dabei richtig viel Geld in die Hand genommen.
Es passiert also etwas, auch wenn es länger dauert!

So, und jetzt geh ich Schnur aufspulen, meine neuen Perlmuttlöffel einsortieren und dabei mich auf's Wasser träumen, mit der Rute in der Hand und einer SeeFo im Drill ;) 8) :mrgreen:
astacus

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von astacus »

ChristianK. hat geschrieben:Ob es ökologisch Sinnvoll ist, steht für Pfeifengerade Flüsse und Kanäle nicht so recht im Vordergrund.
Es geht um uns Fischer, die nur Patente kaufen wenn etwas gefangen werden kann. Ohne Patentverkauf kann kein
Verein oder auch ein Heger Rudi sein Gewässer halten!
wenn man es nur aus diesem aspekt betrachtet, hast du natürlich recht. allerdings finde ich diese eingeschränkte sichtweise nicht richtig bzw. sie entspricht absolut nicht meiner sichtweise. ein gewässer hat nicht primär dem fischer zu dienen und es hat erst recht nicht dem staat oder sonst jemandem für hohe patenteinnahmen zu garantieren. ich finde nicht, dass jedes gewässer zwingend einen nutzbaren fischbestand haben muss, es gibt andere maximen. insofern finde ich auch nicht, dass man in jedem kanal regenbögeler aussetzen muss, nur damit wir was fangen.

die kritik, die ich am besatz von regenbögelern übe, nebst der möglichen faunenverfälschung, die nochmals ein thema für sich ist, ist aber noch eine ganz andere. sie steht im zusammenhang solchen aussagen:
ChristianK. hat geschrieben:Bachforellen halten sich aus mangel an Unterständen und oft auch Laichplätzen nicht so wirklich gut in solchen "Flüssen".
Die Regenbogen ist dafür jedoch prädestiniert.
ChristianK. hat geschrieben:Jedoch ist die ReBo in manchen Gewässern die einzige Salmoniden Art die sich noch in den Gegebenheiten hält....traurig aber wahr.

Die Deutsche Traun ist so ein Fall, zum teil stark begradigt, im Sommer und auch Winter Stellenweise mit kaum Wasser da es abgeleitet wird für Kleinkraftwerke.
Extreme Hochwasser bei andauerndem Regenwetter oder der Schneeschmelze.
Das ganze ist auf der grössten Strecke der Traun kein idealer Lebensraum für Bachforellen sondern für Regenbögner, die A: mit weniger Sauerstoff und wärmeren Wasser auskommen und B: nicht die Unterstände braucht wie die Bachforelle und C: billiger Besatz sind.
und zwar weil es nicht ganz so einfach ist. fakt ist, dass sich auch die regenbogenforelle in solchen gewässern kaum hält. ich kenne vergleichbare beispiele in der näheren und ferneren umgebung zuhauf, und den meisten ist eines gemeinsam: es gibt dort keinen bestand an regenbögelern. ohne dauerhaften besatz von (mass-)fischen lässt sich kein bestand aufbauen und halten. die regenbogenforelle ist kein derartiger generalist, wie ihr teilweise unterstellt wird. auch sie ist auf halbwegs naturnahe gewässer angewiesen, auch sie verträgt keine hohen temperaturen. wenn man die eruierten werte der temperaturpräferenz von bach- und regenbogenforelle vergleicht, gibt es keinen signifikanten unterschied. beide gelangen spätestens bei 25°C in einen hohen stress, der oft zum tode führt. weiters braucht auch die regenbogenforelle lockere kiessohlen zur erfolgreichen reproduktion und sie braucht eine möglichst hohe breiten- und tiefenvariabilität, damit alle altersklassen ihre lebensräume finden.

das alles und zahlreiche beispiele zeigen eines deutlich:
in einem völlig naturfremden gewässer wird sich ein regenbögelerbestand ebenso wenig halten wie ein bachforellenbestand.

es gibt zahlreiche fliessgewässer in der schweiz, wo früher systematisch regenbogenforellen ausgesetzt wurden. gehalten haben sie sich fast nirgend, nur lokal etablierten sich populationen (z.b. bodensee-alpenrhein und einige kleine fliessgewässer im mittelland). nicht zuletzt deshalb kommt man nicht zuletzt im einzigen schweizer besatzprojekt von regenbögelern in fliessgewässern (binnenkanäle beim alpenrhein) wieder davon ab, welche auszusetzen: der besatz hat schlicht und einfach nicht gehalten, was man sich von ihm versprochen hat.

in diesem sinne ist es "hans-was-heiri" ob nun rbf oder bafos ausgesetzt werden, beides hat keinen nachhaltigen effekt und schlicht nur eine puff-bewirtschaftung: aussetzen, damit fischer was fängt.

ein offenes gewässer darf meines erachtens aber kein fischpuff sein, und sei es auch verbaut. erst recht nicht für neozoen.
ChristianK.

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von ChristianK. »

astacus hat geschrieben: ein gewässer hat nicht primär dem fischer zu dienen und es hat erst recht nicht dem staat oder sonst jemandem für hohe patenteinnahmen zu garantieren. ich finde nicht, dass jedes gewässer zwingend einen nutzbaren fischbestand haben muss, es gibt andere maximen. insofern finde ich auch nicht, dass man in jedem kanal regenbögeler aussetzen muss, nur damit wir was fangen.
Das sind Gewässer die sehr weit davon sind entfernt natürlich zu sein. Um diese nun eh schon "versauten" Gewässer wenigstens nutzen zu können ist ein ReBo Besatz absolut legitim.
1: Gibt es keine beeinflussung der Natur, denn wo nichts ist kann man nichts beeinflussen
2: Dient der Besatz auch anderen Tieren und nicht nur dem Menschen als Nahrung, sei es der Eisvogel oder Fischotter
3: Sind all diese Gewässer an irgendjemanden verpachtet der seine zigtausende an Pachtkosten auch irgendwie wieder rein bringen soll
4: Gibt es in Deutschland Gesetze die den Besatz vorschreiben, das heisst man MUSS besetzen (mag hier in der Schweiz anders sein!)
5: ReBos vermehren sich von selbst in kaum einem Gewässer, also ist die nachhaltige Faunenverfälschung KEIN Argument
6: Wieso kein Besatz? Besatz findet in so gut wie jedem Zentraleuropäischem Gewässer statt, sei es für Fischer oder Berufsfischer oder auch zur Arterhaltung
7: gäbe es noch viel mehr "pro Besatz" Argumente...
astacus hat geschrieben: die kritik, die ich am besatz von regenbögelern übe, nebst der möglichen faunenverfälschung, die nochmals ein thema für sich ist, ist aber noch eine ganz andere. sie steht im zusammenhang solchen aussagen:
ChristianK. hat geschrieben:Bachforellen halten sich aus mangel an Unterständen und oft auch Laichplätzen nicht so wirklich gut in solchen "Flüssen".
Die Regenbogen ist dafür jedoch prädestiniert.
ChristianK. hat geschrieben:Jedoch ist die ReBo in manchen Gewässern die einzige Salmoniden Art die sich noch in den Gegebenheiten hält....traurig aber wahr.
astacus hat geschrieben: und zwar weil es nicht ganz so einfach ist. fakt ist, dass sich auch die regenbogenforelle in solchen gewässern kaum hält. ich kenne vergleichbare beispiele in der näheren und ferneren umgebung zuhauf, und den meisten ist eines gemeinsam: es gibt dort keinen bestand an regenbögelern. ohne dauerhaften besatz von (mass-)fischen lässt sich kein bestand aufbauen und halten. die regenbogenforelle ist kein derartiger generalist, wie ihr teilweise unterstellt wird. auch sie ist auf halbwegs naturnahe gewässer angewiesen, auch sie verträgt keine hohen temperaturen. wenn man die eruierten werte der temperaturpräferenz von bach- und regenbogenforelle vergleicht, gibt es keinen signifikanten unterschied. beide gelangen spätestens bei 25°C in einen hohen stress, der oft zum tode führt. weiters braucht auch die regenbogenforelle lockere kiessohlen zur erfolgreichen reproduktion und sie braucht eine möglichst hohe breiten- und tiefenvariabilität, damit alle altersklassen ihre lebensräume finden.
Ohne Unterstände fühlen sich BaFos nicht wohl, sie bevorzugen nicht nur ein anderes Habitat als einen Kanal sondern benötigen es!
Die ReBo hält sich in einem Kanal recht gut und hat kein Problem damit.
Was die Vermehrung angeht die Du immer wieder ansprichst, dass habe ich schon ausführlich erläutert in einem anderen Beitrag.
Es geht einfach nicht, sei es durch Hybridfische oder die Umweltgegebenheiten.
Astacus, in so gut wie jedem Gewässer in Europa wurden ReBos besetzt, wieso funktioniert es nur in einer Handvoll selbiger das sie sich selbst reproduzieren?!
astacus hat geschrieben: das alles und zahlreiche beispiele zeigen eines deutlich:
in einem völlig naturfremden gewässer wird sich ein regenbögelerbestand ebenso wenig halten wie ein bachforellenbestand.
Sorry, dass ist Unfug! Siehe oben und andere Beiträge..
astacus hat geschrieben: es gibt zahlreiche fliessgewässer in der schweiz, wo früher systematisch regenbogenforellen ausgesetzt wurden. gehalten haben sie sich fast nirgend, nur lokal etablierten sich populationen (z.b. bodensee-alpenrhein und einige kleine fliessgewässer im mittelland). nicht zuletzt deshalb kommt man nicht zuletzt im einzigen schweizer besatzprojekt von regenbögelern in fliessgewässern (binnenkanäle beim alpenrhein) wieder davon ab, welche auszusetzen: der besatz hat schlicht und einfach nicht gehalten, was man sich von ihm versprochen hat.
Siehe oben und andere Beiträge...
astacus hat geschrieben: in diesem sinne ist es "hans-was-heiri" ob nun rbf oder bafos ausgesetzt werden, beides hat keinen nachhaltigen effekt und schlicht nur eine puff-bewirtschaftung: aussetzen, damit fischer was fängt.

ein offenes gewässer darf meines erachtens aber kein fischpuff sein, und sei es auch verbaut. erst recht nicht für neozoen.
Also als Puff bezeichne ich das nicht. Es ist ungleich schwerer in einem Fluss eine ReBo zu fangen als in einem Teich. Die Fische haben eine Chance nicht gefangen zu werden.
Fischt Du auf Seeforellen? Felchen? Hecht? Dann befischt auch Du Besatzfische.... ;)
astacus

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von astacus »

Christian, du lebt punkto besatz wohl noch viel zu sehr in deutschland. denn in der schweiz gibt es in der tat keine generelle pflicht zum besatz. zahlreiche kantone setzen sogar verstärkt darauf, den besatz zurückzufahren. so sind die meisten fliessgewässer bei uns im kanton ausdrücklich mit einem besatzverbot belegt, und zwar für alle arten. das ist gut so, wie ich meine.

ChristianK. hat geschrieben:1: Gibt es keine beeinflussung der Natur, denn wo nichts ist kann man nichts beeinflussen
selbst kanäle besitzen immer noch einen teil von restnatur, ohn diese könnten auch regenbögeler nicht überleben. und diese restnatur wird mit besatz beeinflusst. ob man dies nun negativ oder positiv bewertet ist eine andere frage.

ChristianK. hat geschrieben:2: Dient der Besatz auch anderen Tieren und nicht nur dem Menschen als Nahrung, sei es der Eisvogel oder Fischotter
das wäre in diesem sinne eine form von wildfütterung. diese wird aber in der schweiz (wieder im gegensatz zu deutschland) nur noch sehr vereinzelt praktiziert und von den meisten fachpersonen ganz abgelehnt. wildtieren ist mit fütterung nicht geholfen, viel eher verersacht sie schlimmstenfalls massive probleme (überpopulationen, krankheitsübertragung, etc.).

ChristianK. hat geschrieben:3: Sind all diese Gewässer an irgendjemanden verpachtet der seine zigtausende an Pachtkosten auch irgendwie wieder rein bringen soll
da gebe ich dir insofern recht, als dass der pachtzins sich natürlich am erwarteten ertrag orientieren muss. ein gewässer zu verpachten, welches keinen ertrag abwirft, ist unfair gegenüber den fischern. wenn aber ein gewässer nichts hergibt, hat der kanton es gar nicht erst zu verpachten. das wäre viel ehrlicher, als es doch zu tun und dann den fischern einfach ein paar pufffische vorzuwerfen.

ChristianK. hat geschrieben:4: Gibt es in Deutschland Gesetze die den Besatz vorschreiben, das heisst man MUSS besetzen (mag hier in der Schweiz anders sein!)
siehe oben.

ChristianK. hat geschrieben:5: ReBos vermehren sich von selbst in kaum einem Gewässer, also ist die nachhaltige Faunenverfälschung KEIN Argument
solange sie sich nicht vermehren, stimmt das. dann tritt aber genau das andere genannte argument inkraft, nämlich dass ich es aus tierschutzgründen höchst problematisch finde, tiere in einen lebensraum auszusetzen, der offensichtlich ihren bedürfnissen nicht entspricht. und zu den lebensbedürfnissen gehört ein vollständiger zyklus.

sonst könnte man auch gleich steinböcke im mittelland aussetzen, wenn es mal keine rehe mehr gibt (die gabs wirklich mal nicht mehr!).

ChristianK. hat geschrieben:6: Wieso kein Besatz? Besatz findet in so gut wie jedem Zentraleuropäischem Gewässer statt, sei es für Fischer oder Berufsfischer oder auch zur Arterhaltung
habe ich teilweise oben schon dargelegt, dass es längst nicht überall so ist. ergänzen muss ich noch, dass besatz nicht gleich besatz ist. ein initalbesatz (z.b. lachsbesätze in der nordwestschweiz) ist was ganz anderes als ein attraktivitätsbesatz (z.b. bergseen und der von dir gewünschte rbf-besatz).

ChristianK. hat geschrieben:Bachforellen halten sich aus mangel an Unterständen und oft auch Laichplätzen nicht so wirklich gut in solchen "Flüssen".
Die Regenbogen ist dafür jedoch prädestiniert.
wie schon im letzten post gesagt, bin ich da definitiv anderer meinung und behaupte, dass sich dies durch diverse beispiele belegen lässt. wenn die regenbogenforelle so anspruchslos wäre, wäre sie inzwischen in fast allen schweizer gewässern verbreitet. dass sie dies nicht ist, spricht bände. weiter unten bestätigst du dies ja im prinzip selber.

ChristianK. hat geschrieben:Fischt Du auf Seeforellen? Felchen? Hecht? Dann befischt auch Du Besatzfische.... ;)
auf seeforellen habe ich auch schon gefischt, gefangen aber nicht :mrgreen:

auf felchen habe ich noch nie gezielt gefischt, aber schon x-mal welche als beifang gefangen.

auf hecht fische ich aber in der tat oft gezielt - und zwar in einem gewässer mit besatz. wobei ich auch hier dezidiert der meinung bin, dass dieser besatz für gar nichts ist, es werden finanzen und ressourcen dafür verschleudert. meine meinung diesbezüglich ist den dafür zuständigen durchaus bekannt und ist immer mal wieder ein thema. bester beleg für meine behauptung ist ein beispiel aus dem jahr 2009 oder 2010. damals ging die hechtbrut beim züchter ein und es wurden im ganzen kanton keine hechte besetzt. die zahl der hecht-vorsömmerlinge in diesen gewässern war aber nicht tiefer als in anderen jahren, und zwar grossflächig und nicht in gebieten, wo benachbart hechte ausgesetzt wurden (z.b. grenzgebiet zum kt. bern). ich bin klar der meinung, dass die natürliche reproduktion bei dieser art bei uns ausreichend funktioniert. dass überhaupt noch besetzt wird, ist im wesentlichen einem kompromiss zwischen fischereiverband und kanton zu "verdanken". dass andere kantone inzwischen aber auch hechtbesatz verzichten (z.b. zürich in pfäffi und freifensee), bestärkt meine meinung durchaus.

bei seeforellen ist die situation grundlegend anders. ich kenne diese art zwar weniger, da sie in meiner region und meinen gewässern nicht vorkommt. aber ich gehe davon aus, dass dort ein besatz zumindest teilweise als übergangslösung wohl nötig ist, um die art zu erhalten.
ChristianK.

Re: Seeforellen / Laichzeit

Beitrag von ChristianK. »

Ich schrieb auch das es die Besatzpflicht in D gibt, wohl aber nicht in der Schweiz!
Was auch Sinn macht, besonders im Hinblick auf den Kormoran!
So werden Gewässerpächter verpflichtet Besatz zu leisten der im Grunde nichts anderes als Vogelfutter ist.
DAS ist raus geworfenes Geld, denn weder der Fischer hat grossartig etwas davon, noch das Gewässer.

Wieso sollte man Deiner Meinung nach Kanäle und begradigte Fliessgewässer nicht mit ReBos besetzen und sie somit Fischereilich und somit auch Wirtschaftlich zu nutzen?
Wenn es nach Dir geht wären sie leer. Was bringt dies der Umwelt und dem Menschen? Rein gar nichts.
Wieso also nicht besetzen und man nutzt Resourcen die für heimische Arten nicht nutzbar sind?!

Das sich Rebos nicht Vermehren habe ich nun auch schon erläutert, es geht um die nicht passenden Laichbedingungen und um Hybridforellen die schlicht und einfach nicht fähig sind sich zu vermehren!
Das hat nur sehr wenig mit Faunenverfälschung zu tun, dies wäre und ist der Fall, ich schwenke kurz nach D, wenn sie sich vermehren würden wie diverse eingeschleppte invasive Grundelarten( auch Sonnenbarsch usw.) und Krabben die heimische Arten verdrängen. Das tut aber die ReBo nicht. Dort wo sie vorkommt und sich auch erfolgreich vermehrt, lebt sie in Koexistenz mit der Bachforelle, Seeforelle und auch Meerforelle. Das heisst, beide Arten nutzen nicht die gleichen Lebensräume und somit auch verschiedene Nahrungsquellen, auch wenn sie das gleiche fressen, die ReBo nutzt das Nahrungsangebot an anderen Stellen im Fluss wie die BaFo.

Es ist ziemlich weit hergeholt den ReBo Besatz als Wildfütterung zu bezeichnen ;)
Beispiel, ein Kanal mit altem Baumbestand am Rande wäre der ideale Lebensraum des Eisvogels, aus mangel an Futter jedoch gibt es ihn dort nur sehr selten oder gar nicht.
Nun schnappt er sich ein paar kleine ReBos und kann dort existieren.
Das der Eisvogel eine hohe Sterblichkeitsrate(Winter und Futtermagel) hat und sowieso nur in einer Populationsgrösse von 300-400 Paaren auf die ganze Schweiz verteilt vorkommt, wäre es da nicht ein zugewinn ihn zu stützen und öfter zu sehen?!

Aber da gönnen wir doch lieber dem Kormoran tonnenweise Fisch anstatt dem heimischen Eisvogel zu helfen... :roll:

Ob es nun fair ist oder nicht, ob es vom Verpächter oder dem Kanton fair ist einen gewissen Betrag für die Pacht zu verlangen ist irrelevant, es ist so, sie können es verlangen da es gezahlt wird.
Ich finde es auch nicht fair das hier im Ort neue Wohnungen gebaut werden bei der die billigste 580'000,-Fr kostet, für eine Wohnung wohlgemerkt!
Will man die Attika(149qm) muss man 1'500'000,-Fr hinlegen ... ist das fair?
Nein ist es nicht, es ist wucher und nicht leistbar für jemanden der zu den über 90% der Bevölkerung gehört die ein normal hohes Einkommen haben.
Aber es ist so, die Preise werden gezahlt. Zahlt man den Preis nicht, kauft jemand anderes, aber Wohnraummangel ist ein anderes Thema ;)

Ein kleiner Bach in der Umgebung hier kostet 1500,- Pacht im Jahr. Wobei Bach übertrieben ist, es ist ein Wiesenbächlein der nur kleinwüchsige Forellen hervorbringt.
Gülle Düngung des Bauern inklusive, so kannst du gut und gerne jedes Jahr neu besetzen da der Bestand immer wieder reduziert wird durch Einleitungen der Landwirtschaft.
Und was soll ich sagen, die Leute zahlen den Preis, sie reissen sich darum.

Das nennt sich Marktwirtschaft, Angebot und Nachfrage. So ist es eben auch bei Gewässern.

Tierschutzrelevant finde ich den Besatz in trüben Teichen zum zwecke des Fleischfanges, sprich Puffbetrieb.
Den Besatz in Fliessgewässer die den ReBos alles bietet was sie brauchen, bis auf die geglückte Vermehrung, ist nicht Tierschutzrelevant!
Sie können ja trotzdem ablaichen, nur eben mit unbefruchteten Eiern oder eben es wird nichts aus den Eiern/Larven.
Den ReBos wird es herzlich egal sein was der Nachwuchs macht, oder betreiben sie neuerdings Brutpflege und zählen die kleinen durch? ;)

Ob nun in einem Bergsee ReBos sein müssen, hmmm, denke nicht.
Andererseits werden die Bergseen seit Jahrhunderten mit Forellen und Saiblingen besetzt, sie sind also mittlerweile teil des Ökosystems in den Bergseen.
Und ja, Fische im Bergsee sind mir lieber wie ein Monokulturwald, verbaute Berge, verbaute Ufer der Seen und andere grässlich zu betonierte Sünden!

Das der Hechtbesatz in funktionierenden Gewässern mittlerweile nicht mehr ganz unumstritten ist, ist klar.
In einigen wird er notwendig sein da die benötigten Laichgebiete nicht mehr existieren(zubetonierte Ufer, keine Schilfgürtel mehr usw)

Als positives Beispiel eines Besatzmanagement möchte ich den Ruhrverband anführen. Er bewirtschaftet mehrere Stauseen. Hauptsächlich zur Strom und Trinkwassergewinnung.
Gerade dort muss der Fischbesatz sehr überlegt sein und so wurde im laufe der letzten Jahrzehnte genau darauf acht gegeben wie sich das Phyto und Zooplankton entwickelt, welche Arten vorkommen, genauso welche Fische und andere Tiere und in welcher Menge.
Und ich kann Dir sagen das es dort einen fabelhaften gesunden Fischbestand gibt, eine gesunde Alterspyramide mit Jungfischen, mittleren und kapitalen.
Felchen der 70cm Klasse beissen beim schleppen auf Wobbler, Seeforellen an der metermarke, Hechte mit 130cm und mehr, Egli über 50cm...
Ja, es sind Stauseen, künstlich erschaffene Gewässer, wenn Du so willst, künstlich Bewirtschaftet(ohne abfischung des Berufsfischers, er ist zuständig für den gesunden Bestand) aber sie funktionieren.
In unserer vom Menschen stark beeinflussten und veränderten Welt muss eben auch der Mensch eingreifen.

Es ist romantisch naiv zu glauben das es in der dichtbesiedelten und verbauten Schweiz eine Natur gäbe wie vor 5000 Jahren, dass gibt es nicht, und wenn es einmal so sein sollte, gibt es keine Menschen mehr.

Ich bin für den Fischbesatz, denn ich will das jeder Bub mit seinem Vater oder Opa fischen gehen kann und nicht abgewiesen wird weil sich seine Leute die Patentpreise nicht leisten können, für wenige exclusive Natur verlaichte Bachforellen deren Gewicht in Gold abgewogen wird. Die Patentpreise müssen steigen weil sie keiner mehr kauft. Oder es wird besetzt. Ich bin für zweites und würde mich freuen wenn ich irgendwann mit meinem Enkel fischen gehen kann!
Versteh mich richtig, ich bin für den Kormoran, aber nicht in dieser Masse, ich bin für den Wolf und für aktiven Herdenschutz mit HSH und gegen die Walliser Cowboys die alles abschiessen wollen, ebenso bin ich für Bär, Luchs und Co. Aber alles im Rahmen und alles dort wo es Platz hat(ja der ist knapp, aber so ist es nun mal).
Ich hab keine Angst vor den Landraubtieren, die haben mehr Angst vor mir ;)
Alle Land und Wasser und die meisten Luft Prädatoren regeln sich über Nahrungsangebot, Lebensraum und Konkurrenz.
Eine Ausnahme macht der Kormoran, er regelt sein Vorkommen mit dem Futterangebot und fliegt weiter wenn es nichts mehr gibt ...
Ebenso bin ich für BIO Produkte und Natur wohin das Auge blickt, aber eben, ich will auch eine Strasse auf der ich mit dem Auto fahren kann und keinen "Naturacker".
Alles mit mass und Ziel und Verstand :)

Just my two Cents
(OK, sind wohl eher Hunderte geworden :D )
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