auf die konkurrenz-diskussion lasse ich mich nicht ein, da meines erachtens damit weder eingriffe rational begründet werden können, dies keine ökologische begründung ist und wir fischer es uns damit nicht zuletzt wohl mit noch mehr leuten verscherzen und an akzeptanz verlieren. wenn es um effektive gefährdungen von fischarten durch kormorane geht, muss dies sicher angemessen betrachtet und diskutiert werden, aber sicher nicht irgendwelche nahrungskonkurrenz.
Helix hat geschrieben:Die eingangs erwähnte Statistik mit der exponentiell wachsenden Kurve der Brutpaare (kann sie leider nicht einfügen und Link ist wohl noch nicht vorhanden) gibt jedoch schon Anlass zur Sorge. Geht das in den nächsten Jahren so weiter (wenn man die Kurve betrachtet, gibt es nichts, was dagegen spräche),
diese zahlen sollte nicht überbewertet werden. im gegensatz zu den teilweise absurden behauptungen seitens einiger fischer (sogar hier im thread, wo über mehr kormorane im winter geschrieben wird), hat sich beispielsweise die zahl der überwinternden kormorane vor 20 jahren völlig stabilisiert - während sie zuvor ebenfalls exponentiell anwuchs. seither sind die winterbestände erwiesenermassen weitgehend stabil mit nur leichten schwankungen. ein anfänglich exponentielles wachstums ist in der natur nicht ungewöhnlich sondern normal und rechtfertigt keine regulationskampagnen.
Helix hat geschrieben:dann müsste man m.E. Rolfs Forderung prüfen und nötigenfalls zusätzlichen Anreiz für die Jäger schaffen.
rolfs forderungen...
Felchenfischer hat geschrieben:Aus diesen Gründen kann es nur eine Forderung geben: Ganzjährige Jagdzeit für den Kormoran, sowie eine Ausdehnung der Jagd auch auf die bisherigen Schutzgebiete - ohne bürokratische Hürden!
...stehen dermassen quer in der landschaft, dass sie zum glück so nicht umgesetzt werden. mit der neuen jagdverordnung, die sich zurzeit noch in der vernehmlassung befindet und per 1.6.2012 inkraft treten wird, wird erstmals für alle heimischen arten eine schonzeit festgelegt. das ist ein zentraler fortschritt bezüglich tierschutz (schutz des muttertieres), der nicht zuletzt sogar von einigen kantonalen jagdverwaltungen seit jahren mit nachdruck gefordert wurde. der kormoran hatte zwar schon vorher eine schonzeit, mit der neuen jagdverordnung werden aber die schonzeiten argumentativ besser gefestigt, so dass eine aufhebung definitiv keine chance hat.
inwiefern die öffnung von schutzgebieten für die kormoranjagd sinnvoll wäre, ist eine andere frage. gerade in meinem kanton, wo auch rolf wohnhaft ist, gibt es ohnehin kaum schutzgebiete. und die grossen schutzgebiete namentlich am neuenburgersee sind zentral für die europäischen wasserzugvogelbestände, dort wird der vogelwelt auch weiterhin höchte bedeutung zugemessen werden. umgekehrt werden aber etwa in der thuner schadau, dem grössten äschenlaichplatz der schweiz, auch weiterhin den fischen die höchte bedeutung zugemessen.
Helix hat geschrieben:Der Kormoran drängt sich in unseren Lebensraum, je länger desto mehr. Bisher liess man ihn mehrheitlich einfach machen, sonst würde seine Anzahl Bruten nicht derart stark steigen. Irgendeinmal ist jedoch genug, es verträgt nicht unendlich viele dieser Vögel. Meiner Meinung nach sollte man nun langsam versuchen, sofern der Mensch dem Kormi wirklich überlegen ist, dessen starke Ausdehnung in der Schweiz etwas zu regulieren, so kann es auf die Dauer nicht mehr weitergehen.
natürlich verträgt es nicht unendlich viele kormis, aber die wird es auch ohne eingriffe niemals geben. sorry helix, sonst schätze ich deine voten hier, aber solche sätze sind blanke angsmacherei und plattester populismus. du gibst ja gleich darauf selber zu, dass auch ohne eingriffe die kurve nicht mehr derart ansteigen wird.