Schweizer Angler hat geschrieben:ich kenne nicht wenige pächter welche z.b. in ihrem pachtgewässer eine naturverlaichung feststellen, müssen aber vom kanton aus trotzdem bafos reinschmeissen. eigentlich der grösste chabis, der natürliche aufwuchs ist gentisch (immer im vorteil gegenüber dem besatz u.a. viel widerstandsfähiger).
das ist ein wesentlicher punkt, der vielen fischern, die mehr besatz fordern schlicht zu wenig bekannt ist.
am beispiel der bachforelle, welche bei uns ja der besatzfisch nummer 1 ist, konnte wissenschaftlich einwandfrei belegt werden, dass in gewässern mit funktionierender naturverlaichung (das sind gerade bei kleinen fliessgewässern mehr als man denkt) ein besatz nicht nur sinnlos ist, sondern sogar kontraproduktiv. das resultat von bafo-besatz in gewässern mit naturverlaichung ist eine abnahme des bestandes gegenüber der situation ohne besatz! durch besatz zusätzlich zur naturverlaichung entsteht kurzfristig eine unnatürlich hohe populationsdichte, die zu einer massiv verstärkten konkurrenz führt, die schliesslich den bestand stark sinken lässt.
das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen: fischbesatz senkt mitunter fischbestände, anstatt sie anzuheben!
darüber hinaus sind diverse weitere negative fakten zum fischbesatz bekannt, etwa dass nicht nur besatzfische eine geringere überlebenschance haben als wildfische, sondern auch deren nachwuchs. noch schlimmer: kreuzt sich ein besatzfisch mit einem wildfisch, besitzt auch deren nachwuchs deutlich geringere überlebenschancen. auch dies beweist, dass besatz den fischbeständen wohl mehr schadet als nützt.
schlussendlich wird den fischen mit mehr besatz kaum je geholfen, auch dann nicht, wenn der grund für die gefährdung zu hohe entnahmezahlen durch fischer sind. bei beständen, wo dieses problem tatsächlich herrscht (betrifft bei uns eigentlich fast nur die salmoniden), kann es nur über einen weg nachhaltig gelöst werden, und zwar über die einschränkung der entnahmezahlen.