Lachs 2020

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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astacus

Re: Lachs 2020

Beitrag von astacus »

wirklich zahlreich sind die aale - ausser im hochrhein - ja auch bei uns nicht mehr, was gut zeigt, dass auch dieser art die staustufen sehr zu schaffen machen. wenn es aale im gegensatz zum lachs aber dennoch bis in die schweiz schaffen, liegt dies wohl daran, dass aale hindernisse im wasser einfacher überqueren können, sprich auch geringer dimensionierte fischpässe annehmen und im extremfall sogar kurze distanzen über land wandern können. zudem spielt sicher auch eine rolle, dass der aal gegenüber dem lachs einen "umgekehrten" lebenszyklus besitzt (letzterer lebt meist im meer und pflanzt sich im süsswasser fort, beim aal ists gerade umgekehrt). auch beachtet werden muss, dass der aal ein wesentlich höheres alter erreichen kann als der lachs (die literatur ist sich über das maximalalter uneinig, es ist aber sicher ein mehrfaches desjeniges des lachses), und nicht auszuschliessen ist, dass noch restbestände sehr alter tiere vorhanden sind, die damals beim aufstieg noch nicht ganz so viele kraftwerke überwinden mussten. nicht alle aale scheinen sofort bei erreichen der fortpflanzungsfähigkeit abzuwandern.

auch der aal hats aber nicht einfach, die bestände sind europaweit sehr stark rückläufig und manche experten sehen für ihn die uhr 5 vor 12 stehen. auch geht man davon aus, dass keine der aus der schweiz absteigende aale lebendig das meer erreichen, stichwort kumulierte mortalität bei kraftwerksturbinen. aale haben sogar schwierigkeiten, die bei laufkraftwerken gängigen und als verhältnismässig fsichschonend geltenden kaplanturbinen heil zu passieren.
astacus

Re: Lachs 2020

Beitrag von astacus »

arts, wahrscheinlich hast du recht, dass die mehrheit der fischer im lachs nur eine weitere beute sieht. aber das ist doch eigentlich völlig egal, solange dies dazu führt, dass sie sich für dessen rückkehr mittels bau von fischmigrationshilfen einsetzen. und sorgen braucht man sich nicht wirklich machen, solange der lachs noch gefährdet ist, wird es bei uns sowieso nicht legal zu befischen sein; und sollte er einmal tatsächlich nicht mehr gefährdet sein, spricht nichts gegen eine nutzung.
Arts

Re: Lachs 2020

Beitrag von Arts »

Da hast du auch wieder recht :v:
(A)ALex(Zander)

Re: Lachs 2020

Beitrag von (A)ALex(Zander) »

Und - ausgebaute Fischtreppen kommen ja nicht nur dem Lachs zugute. Der Lachs ist ein positiver/negativer (je nach Ansicht) Nebeneffekt.

Ich bin ehrlich:
Der Lachs bringt meiner Meinung nach nichts, ausser dass ich nicht nach Schweden, Kanada und co reisen muss, um einen zu Fangen.

Schön wärs, doch sollten wir uns nicht erst um die bei uns bedrohten Forellen, Äschen u.W. kümmern, bevor wir bereits "ausgestorbene" Arten wieder einführen?
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Flümi
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Re: Lachs 2020

Beitrag von Flümi »

Kingfisher hat geschrieben:ist jetzt war leicht offtopic: aber wie schaffen es die Aale so "zahlreich" zurück in die Schweiz?
durch Besatz.

JJwizard hat geschrieben:An den Mündungen werden die in die Flüsse aufsteigenden (!) Glasaale (Jungaale) an den Schleusen abggegriffen und für extrem viel Geld als Delikatesse nach Japan verkauft.
nicht nur nach Japan. auch in Spanien isst man Glasaale wie Nudeln. aber natürlich kann man sich das als Otto-Normalo nicht leisten ...
Gruss, Stefan
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Arts

Re: Lachs 2020

Beitrag von Arts »

Hallo,

Auch noch kurz zum Aal (neues Thema lohnt sich noch nicht)

Der ist in der Schweiz in grösseren Flüssen nicht selten. Die Bestände sind aber durch die grossen Besatzmassnahmen in Deutschland beeinflusst. Die Wanderung ins Meer zur Fortpflanzung ist auch für ihn durch die vielen Kraftwerke massiv beeinträchtigt...

Aber wie Asti auch erwähnte, können Aale kurze strecken über Land "Wandern"... Dieses Verhalten macht man sich in Neuseeland auch zu Nutzen

[youtube][/youtube]

Tom
astacus

Re: Lachs 2020

Beitrag von astacus »

(A)ALex(Zander) hat geschrieben:Ich bin ehrlich:
Der Lachs bringt meiner Meinung nach nichts, ausser dass ich nicht nach Schweden, Kanada und co reisen muss, um einen zu Fangen.
der lachs bringt genau so wenig wie vogelgezwitscher, wildblumen oder schöne wasserfälle. alles unnötig, genau so wie die natur generell...

nein wirklich, was ist denn das nur für eine einstellung? muss ein tier dem menschen - oder besser noch uns fischern - etwas bringen? haben nur diese es verdient hier zu sein?

es ist doch wirklich scheissegal, ob es uns etwas bringt, wir sind hier nicht die herrenrasse, die darüber entscheidet, welches tier was bringt und hier sein soll und welches nicht!

(A)ALex(Zander) hat geschrieben:Und - ausgebaute Fischtreppen kommen ja nicht nur dem Lachs zugute. Der Lachs ist ein positiver/negativer (je nach Ansicht) Nebeneffekt.
wenn wir hier über die massnahmen für den lachs sprechen, muss man sich dabei bewusst sein, dass es dabei eigentlich nur nebenbei um den lachs geht. der lachs wird von naturschutz- und fischereiorgansationen im prinzip nur als sympathieträger
verwendet, um für besser vernetzte und naturnahere gewässer zu kämpfen. eigentlich weiss jedermann, dass man die leute mit solchen "maskottchen" viel eher für ökologische projekte begeistern kann als mit unbekannten, schlimmstenfalls gar "hässlichen" arten. ebenso dienen bei vielen fliessgewässerprojekten andere arten wie biber oder eisvogel als anschub, um renaturierungen zu fördern.

der beste beweis, dass man genau solche arten braucht, um etwas in die gewünschte richtung zu bewegen, ist der vergleich nase und lachs. beides wird in der schweiz durch den WWF gepusht. während die nase trotzdem kein thema war und mehr oder weniger in der schublade verschwand, redet bei den neukonzessionierungen am hochrhein alles nur noch von der lachsgängigkeit. was zur folge hat, dass grosszügige umgehungsgewässer geplant werden (z.b. kw laufenburg), wovon aber wiederum zahlreiche arten profitieren - viele wahrscheinlich viel mehr als der lachs, z.b. gerade die nase und auch die äsche.

auch wenn nun alles auf den lachs fixiert ist, profitieren andere arten ebenso von dieser arbeit! von dem her ist der vorwurf, andere arten würden vernachlässigt, aus der luft gegriffen.

(A)ALex(Zander) hat geschrieben:Schön wärs, doch sollten wir uns nicht erst um die bei uns bedrohten Forellen, Äschen u.W. kümmern, bevor wir bereits "ausgestorbene" Arten wieder einführen?
das eine schliesst das andere nicht aus.
(A)ALex(Zander)

Re: Lachs 2020

Beitrag von (A)ALex(Zander) »

"Bringen" nicht im Sinne von Ertrag für den Menschen.
Ich finde es generell einfach nicht Sinnvoll, wenn wir, wie du auch sagst, uns um diesen einen Fisch so bemühen um ihn zurückzugewinnen, während die Bestände anderer, noch vorhandener FIscharten drastisch zurückgehen.
Renovieren wir doch erst Mal das, was wir noch nicht zerstört haben, bevor wir Zerstörtes wieder neu aufbauen.
genoni33

Re: Lachs 2020

Beitrag von genoni33 »

Die Frage ist ja eigentlich, wieso ist der Lachs ausgestorben?

Wegen dem Mensch!

Und der Mensch ist es ihm meiner Meinung nach schuldig ihm das Laichen zu ermöglichen!

@(A)Lex Zander

was ist verwerflich daran, einen Lachs fangen zu wollen, man renaturiert ja auch für BaFos oder Äschen um sie anschliessend zu fangen. Meiner Meinung nach ist das genau das Gleiche.
Und ich denke auch, dass der Lachs nur ein Mittel zum Zweck ist, doch das ist doch gut so. Man könnte ihn fast als Werbeträger bezeichnen. So ein schöner Fisch bewirkt wahrscheinlich vielmehr als eine Demo...

@ Mattu

Ich denke nicht das der Effekt, der von dir beschrieben ist eintritt, denn es gibt ja nicht nur Laien, das BAFU würde das kaum zulassen. Die Rückkehr des Lachses ist gegen den Entscheid des Bundesrats Atomkraftwerke zu verbieten, wohl Peanuts, denn woher wollen sie sonst den Strom nehmen, aus Kohlekraftwerken, wohl kaum...

mfG
Leo
(A)ALex(Zander)

Re: Lachs 2020

Beitrag von (A)ALex(Zander) »

@genoni33

Nichts daran ist verwerflich. Wenn man den Lachs als Werbeträger für die allgemeine Verbesserung unserer Gewässerqualität sieht, dann finde ich es in Ordnung den Slogan "Lachs 2020" zu führen.
Wenn wir es tatsächlich schaffen, dass auch der Eine oder Andere den Weg zu uns findet, umso schöner. Und dann hab auch ich Freude, wenn ich einen fange, zweifellos.

Geht es aber darum, dass wir Fischer es lediglich "geil" finden einen Lachs vor der Haustür zu fangen und ihn deswegen bei uns wieder ansiedeln möchten, dann stehe ich nicht dahinter.
Meiner Meinung nach, und da möchte ich niemanden persönlich angreifen, sehen sich viele Fischer, sobald das Thema vom schweizer Lachs aufgegriffen wird, bereits mit einem tollen Exemplar am Flussufer posieren und das äzt mich irgendwie an.
Würmlibader

Re: Lachs 2020

Beitrag von Würmlibader »

im I-net bin ich noch auf einen bericht gestossen, betrifft zwar noch nicht ganz sie schweiz, aber immerhin den Rhein 8)

http://www.swr.de/landesschau-bw/-/id=1 ... index.html
BeaverFever

Re: Lachs 2020

Beitrag von BeaverFever »

Warum wollen wir den Lachs?

Lachse bringen Naehrstoffe, welche den aquatischen Insekten wie auch den residenten Fischpopulationen zugute kommen.
Forellen, wie auch andere Fische, koennen sich zudem am Lachslaich satt fressen und ein paar Pfunde drauflegen.
Und wie wir alle wissen, je groesser die Forelle umso mehr Nachkommen kann sie produzieren.
genoni33

Re: Lachs 2020

Beitrag von genoni33 »

@ Beaver Feaver

Also ich finde deine These nicht zutreffend. Ich will den Lachs weil er früher bei uns heimisch war, wir Menschen sollten alles dafür geben die Biodiversität zu erhalten und ausgestorbene Arten wieder anzusiedeln. Ich empfinde dieses Handeln nach wie vor als ehrenwert und notwendig.

mfG Leo
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