Hoi zäme
Also einen Hecht über einen Meter hatte ich leider noch nie
Aber was ich sagen kann ist, dass ich schön öfters beim Fischergeschäft (z.B. auf dem Markt - Fischer aus dem Murtensee oder Neuenburgersee) recht günstig grosse Ü40 Eglis kaufte.
Die waren immer wunderbar, grad als ganze Fische saftig gebraten. Das sind ja auch recht alte Fische, laut Wikipedia-Artikel zum Flussbarsch: "Mit 8 bis 10 Jahren sind sie erst 25 cm lang."
Also würde doch ein Fischer, der ein 30er Egli fängt auch schon einen recht alten Fisch, der viele Schadstoffe aufnahm, in die Pfanne hauen, oder?
Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, was ich mit einem 2 Meter Wels oder mit einem 120cm Hecht machen würde, grad wenn ich mit dem Zug unterwegs zum See bin.
Aber das sind ja wohl - ausser bei den Bluffern oder den absoluten Spezialisten - doch recht seltene Momente und würde rechtfertigen, dass man dieses Tier wieder frei lässt.
Was mich aber nervt sind die Bilder, die man leider auch oft in den "professionellen" Videos der Angelmagazine sieht, dass die kapitalen Fische ewig lang in die Kamera gezeigt werden, grosse Zander eine Minute am Kiemegriff hängen, zwei/drei Männer die Welse auf den Armen tragen etc., um sie dann wieder "tierliebend" in die Freiheit zu entlassen. Solche Bilder finde ich schrecklich. Aber da ist dann wohl doch der (männliche) Instinkt da, der es keinem zulässt, den Fang für sich zu geniessen und den Fisch noch im Wasser abzuhaken und adieu zu sagen, ohne gleich ein riesen Tarara draus zu machen und den "Fangbeweis" in Form von inflationären Fangbildern und Videos allen zu zeigen.
back to topic:
@Fröschli: Hak den übergrossen Fisch im Wasser ab ohne zu fotografieren, oder nimm ihn (falls Du wirklich einen so grossen fangen solltest) nach Hause und lade ein paar Leute ein.
Sogar ein grosser Hecht soll richtig zubereitet und wenn er aus einem sauberen Wasser stammt, schmackhaft sein. Da trockenes Fleisch, ist halt etwas Speck und viel Flüssigkeit nicht falsch.
@Fishfinder: Es ist leider so, dass in unserer heutigen Gesellschaft nur noch das Beste und viel zu viel Kalbfleisch gegessen wird. Teilweise auch, weil keiner mehr eine Ahnung hat, wie man andere Fleischstücke zubereitet, was halt oft auch etwas mehr zeit in der Küche bedeutet. Aber Zeit hat jaacuh keiner mehr. Früher hat man ältere Kühe oder Schafe nicht einfach auf den Entsorgungshof gebracht und sogar für Stierfleisch gibt es einen Haufen toller Rezepte. Die Menschen heute haben sich halt auch auf geschmacklosen oder einseitig ewig gleich schmeckenden Food eingestellt.
Ich kenne viele, die mögen kein Lamm, oder nur wenn's nicht nach Lamm schmeckt, sie mögen zwar Fisch, aber nur wenn er nicht nach Fisch riecht und sie haben die Milch nicht gerne, wenn sie etwas nach frischem Gras riecht, etc. etc.
Oder stecken in Fischstäbli und Fischknusperli wohl immer nur junge, nicht von unsern Umweltsünden belastete Fische drin?
Rolandus