
Der Tessin ist eine hervorragende Region für Fischer die gut und gerne zu Fuss unterwegs sind.
Auf jeder Touristinfo, wie auch bei den Gemeindeverwatlungen werden für 2 Tage oder eine Woche Gastpatente ausgegeben, die einem die Fischerei praktisch überall ermöglichen. In den Bergregionen wird damit jeder Bach und jeder See mit ganz wenigen Ausnahmen zugänglich. Schaut man sich dann die Tessiner Karten an, so wird einem schier schwindlig, wie viele Möglichkeiten sich einem da auftun.

Eine herrliche Bachforelle aus dem Ausfluss vom Lago Bianco, Cristallina
So kam es das sich der alpfish mit seiner "Fotografin" während drei Wochen in diese Region begab. Auch eine gute Gelegenheit, Ricci in seinem Reich zu treffen.
So nun hol dir ein Bier, Tee oder sonstwas und mach's dir bequem...
Ein harter Aufstieg zu den Seen von Crosa
So nahmen wir den gleich zu Beginn einen der anspruchsvollsten Aufstiege zu den Lago Crosa in Angriff.
Ein sehenswürdiger Wasserfall bei Foroglio, dem Startpunkt
Die Angabe von 5h erscheint im nachhinein sehr optimistisch. Die Höhendifferenz ist deutlich mehr als 1500 m. Zuvor realisierte ich nicht, dass man schlussendlich nach dem Aufstieg zu den Seen wieder absteigen muss. Dazu wird man ständig abgelenkt von der überwältigenden Natur: Kastanienbäume, Wasserfälle, viele bekannte, aber auch fremdeartige Insekten, eine Schlange und Blumen, Blumen allüberall.
Türkenbund in voller Pracht.
Dann dieses Wasser im Bach. Dieses blaugrüne so klare Wasser im Bach! Und überall lockt die kleine süsse Walderdbeere zu einem kurzen Halt.

Ob hier eine Forelle lauert?
Der Aufstieg ist lang, schön wenn hier der Wald einen bis auf hohe Höhen begleitet und Schatten spendet.
gut unterhaltene Alp Calegnia im wilden Tal.
Doch am frühen Nachmittag verdunkelt sich der Himmel rasch. Im Gewitterregen kommen uns einige Wanderer entgegen. Wir harren aus und steigen weiter hoch. Der Weg ändert allmählich von den bekannten Steintreppen zu einem Suchpfad der oft über nackten Fels führt.

Nach dem heftigen Gewitterregen wurde die Sicht wieder gut.
Dann endlich erreichen wir im Nieselregen die angekündigte Steinhütte, die sich als eine schönes Refugio hoch über den zwei Seen entpuppt. Doch wo sind Ricci & Co? Am Fischen! Verteilt auf die zwei Seen sehen wir in der ferne einige Fischer dem Ufer entlang. Nach einer ausgiebigen Pause unter dem Regenschutz der Hütte begebe ich mich zum oberen See und gehe einem der Fischer entgegen. Bald darauf habe ich neue Fischerfreunde kennengelernt.

Zwei Bergseefans haben sich gefunden.
Welch ein Luxus, an diesem Abend gibt es eine warme Dusche, Suppe mit Ravioli, Käse, Wurst und Wein à Diskretion, viele wertvolle Gespräche und ein bequemes Nachtlager. Am nächsten Morgen grüsst die Sonne. Für die meisten ist es der letzte Fischertag mit bequemem Rücktransport. Ein weiteres Treffen ist geplant.

Klein, aber fein. (Das Refugio ist nicht öffentlich).
Wir bleiben zwei weitere Tage bei schönem, aber windigem Wetter am oberen See.
In dieser Höhe gibt es oft nicht viele Zeltplätze, aber geklappt hat es immer mit dem kleinen “Biwak“.

Ähnlich der Sedge verhält sich diese Schlammfliege, die Fische hier waren nicht wählerisch, aber beim kalten Nordwest nicht sehr oft an der Oberfläche anzutreffen.

Am Morgen stimmte das Licht für fotogenes Werfen mit der Fliegenrute.
Diese Fische (Namaycush und Regenbogen) wurden spät am Abend gefangen. Für mich war es ungewohnt auf dieser Höhe genügend Holz für diese Zubereitung zu finden.

Sehr klares Wasser, nur dieser eine Fisch war verfügbar. Gefischt wird im Tessin oft mit Naturköder.

Der Name sagt's: eine Feuerlilie. Auf dem Retourweg finden wir wieder unzählige Motive
Die “Schmetterlingsblume“
Die schönen Gebirgsbäche locken
Schon beim Start zum Crosa sah ich von der Brücke eine schöne Forelle im Bach Flugnahrung nehmen. Nach dem Abstieg fing ich auch kleine Forellen auf die Trockenfliege in diesem Bach.
Bald ist ein erster Plan für eine Tagestour gemacht: Entlang der Rovana nach Bosco-Gurin.
Tatsächlich treffe ich auf Forellen im Bach, jene die ich fange, sind jedoch klein.

Auf langer Strecke führt ein Wanderweg entlang dem schönen Bergbach.
Bosco-Gurin, das noch? deutschsprachige Dorf der Walser. Die Bestellung im Restaurant auf deutsch klappte aber erstaunlicherweise nicht
Als zweites lockt das Verzascatal. Warum nicht entlang der Osura, einem Seitental?
Einfach schön.
Die künstliche Heuschrecke hat einen Massfisch zum steigen verlockt.
Je weiter flussauf, je tiefer die Pools.
Forellen in jeder Grösse, ein gutes Zeichen für intakte Gewässer.
Einfach noch schöner, grosse Fänge sind wohl eher selten.
Es gibt einiges zu entdecken für meine Begleitung. Im warmen Tümpel ist die neue Generation der Frösche unterwegs.
Abgetaucht
Auf einer kurzen Abendtour fand ich etwas oberhalb vom Stausee der Verzasca einen wunderschönen langen und tiefen Gumpen, wie es so viele gibt. Nun geht der alte Wunsch in Erfüllung in der Verzasca zu schnorcheln. Hmm... irgendwie ist der ältere Neoprenanzug geschrumpft? Mit etwas Kraft passe ich aber doch wieder rein. Mit 5 kg Blei geht's dann auch runter, wenn ich will. So verpackt hält man es stundenlang im eher kalten Wasser aus. Ich fühle mich ein klein wenig wie die Fische.

Endlich tariert. Los geht‘s!
Schon taucht eine häufige Spezies der Verzasca auf: Spieglein, Spieglein unter Wasser…
…wer küsst den schönsten Frosch? - Oder so ähnlich war es doch im “Es war einmal ein Schneefroschkönig“?
Auch in der Verzasca huschen viel kleine Forellen zwischen den Steinen umher.
Die grösseren Forellen finde ich im Einlaufbereich. Wie erwartet scheue Gesellen...
…kein Wunder bei so einem Ungetüm im Wasser!
Trotzdem: in der Tiefe in einer dunklen Ritze finde ich die grosse Forelle. Ohne Blitz kein schönes Bild. Aber es dokumentiert die Überraschung: Gefleckt wie eine Doubsforelle.
Einen schönen Wohnort haben die Farios in der Verzasca. Als Taucher sollte man nicht so nahe zum Auslauf schwimmen. Es droht die Waschmaschine!

Nach dem Schnorcheln befreite sich der Froschtaucher aus dem hautengen, sexy Neopren und wandelte sich zum Prinzen…(träum)
Dem ersten Tauchtag wollten weitere folgen. Doch Petrus erbarmte sich der Fische und schüttete in den nächsten Tagen sintflutartige Niederschläge über den Tessin, die Taucher und Fischer vertrieben. Alle Fischer? Nein, nicht ganz. Ein tapfere Fischer hoch oben am Nero bot dem übermächtigen Regen die Stirn, Ricci der Gallier
Fischen im Schongebiet
Endlich meldet sich ein kurzes Zwischenhoch. Wir fahren hoch zum Ritom. Nahe vom Parkplatz, im kleinen Ausfluss vom Lago Cadagno sind schöne Fische zu sehen, kein Wunder ist der Bach doch als Schongebiet markiert.

Zwar etwas kanalisiert, aber an den Seiten schöne Unterstände.
Ein Ideales Revier zum üben! Rasch wird das Fischfangequipment erfolgreich aktiviert:
Als erstes findet ein Treffen mit einem Bachsaibling statt.
Da huscht ein riesiger Schatten vorbei flussauf in die Schwelle. Der Unbekannte entpuppt sich nach langem Suchen in der Kamera als Regebogenforelle und steht direkt unter dem Strudel, schwierig zu erreichen. Viele Bilder sind schlecht. Hier die Highlights:
Erst von hinten…
…dann fast von der Seite.
Die Bergseen rufen
nach diesem Fotoshooting geht es weiter Richtung Lago di Dentro.
Zwei Jungs üben fleißig am Lago Cadagno. Keiner zu klein, Fliegenfischer zu sein.

Bunte Flora beim Aufstieg - Flockenblume.
Auch dieser Rüsselkäfer bekennt sich zur Farbe.

Am Lago di Dentro. Aufgrund der unsicheren Wetterprognose wird das regenbewährte Schwedenzelt eingesetzt.
Am Abend sind die Chancen gut mit der Trockenfliege. Die Fische hier sind sehr selektiv im nehmen.
Das Steigen der Fische macht den Fliegenfischer süchtig.
Erst am nächsten Morgen kommt der Erfolg.

Gut zu erkennen: diese Regenbogenforelle ist von klein auf im See gross geworden.
Die Geschichte zum Bild: Erst dachten wir an eine andere Spezies als die erwarteten Elritzen. Doch dann stellte sich heraus, dass die Kamera aus versehen mit einem dieser Art-Filter für popige Effekte eingestellt war - hübsch nicht?
Urplötzlich Krach in der Natur. Zweimal rotierte der Heli mit Fischbesatz heran - keine Massfische. Von der Regenbogenforelle ist bekannt, dass sie sich im Bergsee nicht verlaicht. Jetzt weiss ich wohin wohl ein Teil vom Geld für die Patente geht. Alternativen wären möglich!
Ab zu den Wildfischen

Weiter geht‘s hoch zum Pass Richtung Val Cadlimo. Blick zurück: die Seen Ritom und Cadagno.
Schon bald liegt auch der Lago di Dentro tief unter uns.

Blumen auf der kargen Passhöhe
Kurz darauf fühlen wir uns in den Himalaya versetzt. Ein Yak Bulle….!
…mit seiner grossen, weit verteilten Herde.
Viele herzige Jungtiere - wenn nur diese hässlichen Label's nicht wären.
Gestatten: Dalma, geboren am 28. April 2011, bei.... was Labels so alles erzählen können

Bald sind wir im Tal am kleinen Reno di Medel angelangt, der vom Lago dell‘Isra herkommt.
Hier haben Bachsaiblinge eine neue Heimat gefunden - kein Heli mit Besatzt ist da nötig!
Ein goldiger Wetterprophet, hätte er eine Leiter wäre er wohl zuoberst.
Das kleine Juwel von Bachsaibling darf weiterschwimmen.
In Bach und See stiegen die Wildsaiblinge sehr gut auf die Trockenfliege.
Mit einfachsten Mitteln wird das herrliche Nachtessen bereitet.
Entgegen der ursprünglichen Prognose trat die Regenfront wesentlicher früher ein. Eine letzte Aufnahme vom Lago dell‘Isra. Er stieg über Nacht um mehr als 50 cm an und war stark eingetrübt, der Bach als reissender Fluss nicht mehr zu queren!
Flucht in den Süden
In den hohen Bergen regnet es am meisten. Warum also nicht noch mehr südwärts ziehen? Ich suche einen Bach mit Wanderweganschluss.
Die Maglasina hat einen ablaufenden erhöhten Wasserstand, das riecht nach Fisch.
Eine Imitation von diesem Käfer wäre sicher prüfenswert.
Unter anderem empfiehlt hier auch der Geldbeutel präzise Würfe.
Forellenfutter - bitte kurz schütteln.
Nein, hier geht das nicht!

Die Fischerei ist wunderschön, anspruchsvoll und das Vorankommen sehr anstrengend, denn der Bach hier fliesst durch eine tiefe Schlucht! viewtopic.php?f=21&t=13111
Vorsicht bei diesen Augen - nicht wegen Hypnose, aber solche Viecher sind stichige Bremsen.
Ein schöner Abschluss
Und nochmals lädt ein kurzes Zwischenhoch in die Bergwelt ein. Der Zugang zum Lago Bianco von der Bergstation Robiei ist eigentlich zu einfach. Ursprünglich war eine Rundwanderung vom Naret her geplant.

Der schöne Lago Bianco ist von den heftigen Regentagen angetrübt. Auf der windigen Oberfläche sind keine Fische auszumachen.
In den Bachzuläufen ist es klar und auch hier hat sich der Bachsaibling etabliert. Dieser Massfisch auf Trockenfliege wird kurz vor die Kamera geführt.
Auch auf dem Trockenen sehenswert.
Im Bach lauern seine kleineren Kollegen. Tragt bitte Sorge zu der hungrigen Meute.
Am Abend lässt sich auch diese schöne Bachforelle verführen. Später folgt noch eine Regenbogenforelle.

Diesmal sind ein gutes Filetiermesser und eine Schnittunterlage mit dabei.
Und hier der Tipp des Tages für die Frauenwelt: Solche Forellenfilets sind lecker, sehr gesund und rasch zubereitet: Mit seinem natürlichen, verführerischen Charme lache man sich einen flotten Fischermann an und begleitet ihn mit überzeugendem Interesse zu einem schönen Gewässer seiner Wahl. Bewundere seine Fischfangtechnik, aber lenke ihn nicht vom Fischen ab. Alsbald wird er dich verwöhnen. So geht das!

Tags drauf: Fliegenfischer gemeinsam auf Farios: Ricci & alpfish
Ok, Ricci fing mit der Fliege am Sbirolino grössere und mehr... ...aber die Schönste, die war mein

Und vor dem grossen Regen nochmals zum Saibling im Bach, also Bachsaibling.

Zwei neugierige Saiblinge in der starken Strömung.
Ja kommt her ihr Hübschen, lächeln: denn heute bin ich satt und harmlos.
Ticino, lass die Sonne scheinen und ich komme wieder!


