Fragwürdige Schonzeiten
- helix
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Fragwürdige Schonzeiten
Anstoss für diesen Thread war für mich das gestrige Erlebnis: Obwohl gestern in den Berner Gewässern die Schonzeit u.a. für die Felchen zu Ende ging, wurden sowohl im Thunersee, als auch im Bielersee Felchen gefangen, welche noch mitten im Laichgeschäft waren. Das bemerkte man am Laichausschlag und an den noch nicht abgegebenen Rogen bzw. Samen.
Ich gehe davon aus, dass eine Schonzeit nur dann zweckmässig ist, wenn die jeweils geschonte Fischart auch genau in dieser Zeit ablaicht, d.h. nicht vorher und nicht nachher. Ansonsten wird das Ziel von Schonzeiten, nämlich die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung der Fischbestände, möglicherweise gefährdet.
Aufgrund äusserer und innerer Veränderungen welche direkte Auswirkungen auf die Sexualhormone der Fische haben, sind Laichzeiten von Fischarten nicht an ein ständig gleich bleibendes Datum gebunden. Das heisst im Verlaufe von meist mehreren Generationen können Laichzeiten früher bzw. später im Jahresverlauf auftreten, womit auch die jeweiligen Schonzeiten angepasst werden müssten. Diese Entwicklung geht auch nicht an den hierfür zuständigen Personen der Inspektorate vorbei, deshalb wurden in den letzten Jahren, wenn auch selten, Veränderungen bei einzelnen Schonzeiten vorgenommen.
Dennoch gibt es für mich einige fragwürdige Schonzeiten (betreffen Kt. Bern), wovon ich einige aufzeige:
Felchen: Wenn die aktuellen Beobachtungen, wonach einige Felchen anfangs Januar noch nicht ablaichten, auch in den nächsten Jahren gemacht werden, würde ich die Schonzeit anpassen, d.h. Schonzeit vom 1.11. bis 31.1. anstatt 1.10. bis 31.12.
Hecht: Auch hier ist die Tendenz ersichtlich, dass am 1. Mai (Eröffnung) eine gewichtige Anzahl Hechte noch nicht ablaichten, sich damit die Schonzeit nach hinten schieben sollte. Meine Vorstellung: 1.3.-15.5. anstatt 1.3.-30.4.
Groppen: Hier ist für mich die Schonzeit sehr schlecht gewählt! Wenn man ab dem 10. März wieder Groppen fangen darf, sind diese noch mitten im Laichgeschäft, betreiben für das Überleben des Laichs wichtige Brutpflege, oder haben noch gar nicht abgelaicht. Ich würde die Schonzeit für Groppen aufheben (keine Schonzeit).
Seeforellen: Seeforellen laichen gemäss verschiedensten Beobachtungen immer früher ab. Evtl wäre es angebracht, hier die Schonzeit nach vorne zu verschieben, auf 1.8.-31.12. anstatt 1.9.-31.1..
Das sind einige Überlegungen meinerseits. Wären für Euch meine Vorschläge auch nachvollziehbar? Wo und bei welchen Fischarten würdet Ihr etwas verändern, wenn die Entscheidung bei Euch liegen würde? Welches sind für Euch fragwürdige Schonzeiten? Bin gespannt auf Eure Meinungen und Eure Ideen.
Gruss
helix
Ich gehe davon aus, dass eine Schonzeit nur dann zweckmässig ist, wenn die jeweils geschonte Fischart auch genau in dieser Zeit ablaicht, d.h. nicht vorher und nicht nachher. Ansonsten wird das Ziel von Schonzeiten, nämlich die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung der Fischbestände, möglicherweise gefährdet.
Aufgrund äusserer und innerer Veränderungen welche direkte Auswirkungen auf die Sexualhormone der Fische haben, sind Laichzeiten von Fischarten nicht an ein ständig gleich bleibendes Datum gebunden. Das heisst im Verlaufe von meist mehreren Generationen können Laichzeiten früher bzw. später im Jahresverlauf auftreten, womit auch die jeweiligen Schonzeiten angepasst werden müssten. Diese Entwicklung geht auch nicht an den hierfür zuständigen Personen der Inspektorate vorbei, deshalb wurden in den letzten Jahren, wenn auch selten, Veränderungen bei einzelnen Schonzeiten vorgenommen.
Dennoch gibt es für mich einige fragwürdige Schonzeiten (betreffen Kt. Bern), wovon ich einige aufzeige:
Felchen: Wenn die aktuellen Beobachtungen, wonach einige Felchen anfangs Januar noch nicht ablaichten, auch in den nächsten Jahren gemacht werden, würde ich die Schonzeit anpassen, d.h. Schonzeit vom 1.11. bis 31.1. anstatt 1.10. bis 31.12.
Hecht: Auch hier ist die Tendenz ersichtlich, dass am 1. Mai (Eröffnung) eine gewichtige Anzahl Hechte noch nicht ablaichten, sich damit die Schonzeit nach hinten schieben sollte. Meine Vorstellung: 1.3.-15.5. anstatt 1.3.-30.4.
Groppen: Hier ist für mich die Schonzeit sehr schlecht gewählt! Wenn man ab dem 10. März wieder Groppen fangen darf, sind diese noch mitten im Laichgeschäft, betreiben für das Überleben des Laichs wichtige Brutpflege, oder haben noch gar nicht abgelaicht. Ich würde die Schonzeit für Groppen aufheben (keine Schonzeit).
Seeforellen: Seeforellen laichen gemäss verschiedensten Beobachtungen immer früher ab. Evtl wäre es angebracht, hier die Schonzeit nach vorne zu verschieben, auf 1.8.-31.12. anstatt 1.9.-31.1..
Das sind einige Überlegungen meinerseits. Wären für Euch meine Vorschläge auch nachvollziehbar? Wo und bei welchen Fischarten würdet Ihr etwas verändern, wenn die Entscheidung bei Euch liegen würde? Welches sind für Euch fragwürdige Schonzeiten? Bin gespannt auf Eure Meinungen und Eure Ideen.
Gruss
helix
Gruess helix
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gonefishing
Re: Fragwürdige Schonzeiten
Da bin ich nur zum Teil deiner Meinung, es ist zwar immer irgendwie unschön wenn man einen Fisch voll Laich fängt, für den nachhaltigen Erhalt der Fischart ist es aber unerheblich ob der Fisch 3 Monate oder 3 Tage vor dem Ablaichen gefangen wird.
Entscheidend ist für mich, ob der Fisch evtl. kurz vor, während, oder kurz nach der Laichzeit besonders leicht gefangen werden kann (z.B. Zander oder Saiblinge).
Ansonsten stellt die Laichzeit einen Zeitraum dar, in der der Fisch geschont wird, eine Verschiebung der Laichzeit bei gleichbleibender Länge hätte wenig Einfluss.
Somit gebe ich dir beim Hecht recht, da du eine Verlängerung vorschlägst, und die Hechte nach dem Ablaichen häufig in den Flachwasserbereichen noch leicht zu fangen sind. Allerdings halte ich den Hechtbestand für nicht gefährdet, wenn sie wirklich noch am Laichen sind dann sind sie kaum zu fangen, und diese Massnahme würde vor allem die Uferfischer treffen. Dein Vorschlag würde zwar mehr Schonung (=weniger Fänge) bedeuten, aber ich halte die jetztigen Schonmassnahmen für ausreichend.
Deinen Vorschlag bei der Seeforelle halte ich für kontraproduktiv, da im August kaum auf Seefos gefischt wird, und falls sie schon aufsteigen dann sind sie eh nicht mehr im See, in dem sie geschont werden. Ggf. müssten die Fangfenster in den Laichflüssen nach vorne verschoben werden. Dagegen sind die Seeforellen nach der Laichzeit besonders hungrig und leichter zu fangen. Wären sie schon ab 1.1. offen, würden ziemlich sicher im Januar und Februar mehr Seeforellen gefangen als bei den jetzigen Bestimmungen.
Entscheidend ist für mich, ob der Fisch evtl. kurz vor, während, oder kurz nach der Laichzeit besonders leicht gefangen werden kann (z.B. Zander oder Saiblinge).
Ansonsten stellt die Laichzeit einen Zeitraum dar, in der der Fisch geschont wird, eine Verschiebung der Laichzeit bei gleichbleibender Länge hätte wenig Einfluss.
Somit gebe ich dir beim Hecht recht, da du eine Verlängerung vorschlägst, und die Hechte nach dem Ablaichen häufig in den Flachwasserbereichen noch leicht zu fangen sind. Allerdings halte ich den Hechtbestand für nicht gefährdet, wenn sie wirklich noch am Laichen sind dann sind sie kaum zu fangen, und diese Massnahme würde vor allem die Uferfischer treffen. Dein Vorschlag würde zwar mehr Schonung (=weniger Fänge) bedeuten, aber ich halte die jetztigen Schonmassnahmen für ausreichend.
Deinen Vorschlag bei der Seeforelle halte ich für kontraproduktiv, da im August kaum auf Seefos gefischt wird, und falls sie schon aufsteigen dann sind sie eh nicht mehr im See, in dem sie geschont werden. Ggf. müssten die Fangfenster in den Laichflüssen nach vorne verschoben werden. Dagegen sind die Seeforellen nach der Laichzeit besonders hungrig und leichter zu fangen. Wären sie schon ab 1.1. offen, würden ziemlich sicher im Januar und Februar mehr Seeforellen gefangen als bei den jetzigen Bestimmungen.
- Loup
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Re: Fragwürdige Schonzeiten
Für mich eine ganz klar fragwürdige Eröffnung nach der Schonzeit sind im Neuenburgersee die Felchen. Die Schonzeit ist bis ende Februar. Also Fischen erst ab dem ersten März erlaubt für die Hobbyfischerei.
Für die Berufsfischer
Bondelle Schonzeit 1.12. - 15.1.
Palée Schonzeit 15.10. - 31.12.
Das kann ich nicht verstehen und ich verstehe auch nicht, dass sich da wohl kein Fischereiverein dagegen wehrt.
Für die Berufsfischer
Bondelle Schonzeit 1.12. - 15.1.
Palée Schonzeit 15.10. - 31.12.
Das kann ich nicht verstehen und ich verstehe auch nicht, dass sich da wohl kein Fischereiverein dagegen wehrt.
Gruss vom Murtensee
Loup
Loup
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Arts
Re: Fragwürdige Schonzeiten
Hallo,
Wie ich mich erinnere sind Schonzeiten im Kt. Bern seit Jahrzenten unverändert.
Ich bin der Meinung das man für gewisse Fischen variable Schonzeiten einführen sollte.
Es gibt in Deutschland Vereine die an Pachtgewässern solche variable Schonzeiten für z.B Hecht und Zander eingeführt haben.
In der Berufsfischerei in Amerika gibt es das glaube ich auch..
Das führt natürlich zu Mehraufwand für die Behörden, auch die Fischer müssten sich ad-hoc Informieren wann eine Schonzeit nun vorbei ist..
Das System wie es heute ist, ist viel zu träge, wie ich weiss werden nur alle 3 Jahre oder mehr Verordnungen geändert....
Speziell in der heutigen Zeit muss man doch sagen, jeder Fisch der abgeleich hat zählt... was den Hecht angeht.... auch dem gehts wohl nicht mehr so gut wie angenommen, nicht für umsonst wurden im Kt. Bern durch das Fischereinspektorat im Jahr 2008; 2'895'000 und im Jahr 2009; 1'650'000 Hechte in öffentlichen gewässern besetzt
Gruss
Thomas
Wie ich mich erinnere sind Schonzeiten im Kt. Bern seit Jahrzenten unverändert.
Ich bin der Meinung das man für gewisse Fischen variable Schonzeiten einführen sollte.
Es gibt in Deutschland Vereine die an Pachtgewässern solche variable Schonzeiten für z.B Hecht und Zander eingeführt haben.
In der Berufsfischerei in Amerika gibt es das glaube ich auch..
Das führt natürlich zu Mehraufwand für die Behörden, auch die Fischer müssten sich ad-hoc Informieren wann eine Schonzeit nun vorbei ist..
Das System wie es heute ist, ist viel zu träge, wie ich weiss werden nur alle 3 Jahre oder mehr Verordnungen geändert....
Speziell in der heutigen Zeit muss man doch sagen, jeder Fisch der abgeleich hat zählt... was den Hecht angeht.... auch dem gehts wohl nicht mehr so gut wie angenommen, nicht für umsonst wurden im Kt. Bern durch das Fischereinspektorat im Jahr 2008; 2'895'000 und im Jahr 2009; 1'650'000 Hechte in öffentlichen gewässern besetzt
Gruss
Thomas
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astacus
Re: Fragwürdige Schonzeiten
dass sich die laichzeiten der fische über generationen verschieben, glaube ich weniger. entscheidend sind die umweltbedingungen, da primär parameter wie die gewässertemperatur vorgeben, wann die fische mit den laichaktivitäten beginnen. in einem früher winter fangen die forellen eben etwas früher an, nach einem kalten winter sind die hecht eben etwas später dran. aufgrund der sehr kalten letzten drei winter war dies zuletzt wohl der fall.
bei fischarten, wo schonzeiten zur erhaltung und nachhaltigen nutzung des bestandes nötig sind, sollen diese so gelegt werden, dass die ganze varianz abgedeckt ist. beim hecht wäre ich deshalb etwa für eine schonzeit vom 1.3. bis 31.5., bei den felchen kann ich dies nicht beurteilen. die forellen- und äschenschonzeiten sind bereits jetzt sehr grosszügig festgelegt, was ich gut finde, weshalb da aber auch nichts geändert werden muss.
variable schonzeiten wären theoretisch ebenso wünschenswert wie variable schonmasse mit fangfenstern. in der praxis ist dies aber sehr schwer umzusetzen. es gibt zwar gute beispiele (z.b. äschen im hochrhein), aber die erhebung der daten und die kommunikation an die fischer sind generell mit einem erheblichen mehraufwand verbunden. deshalb zumindest für patentgewässer lieber grosszügige (d.h. zu gunsten des fisches ausgelegte), aber fixe schonzeiten und -masse festlegen.
bei fischarten, wo schonzeiten zur erhaltung und nachhaltigen nutzung des bestandes nötig sind, sollen diese so gelegt werden, dass die ganze varianz abgedeckt ist. beim hecht wäre ich deshalb etwa für eine schonzeit vom 1.3. bis 31.5., bei den felchen kann ich dies nicht beurteilen. die forellen- und äschenschonzeiten sind bereits jetzt sehr grosszügig festgelegt, was ich gut finde, weshalb da aber auch nichts geändert werden muss.
variable schonzeiten wären theoretisch ebenso wünschenswert wie variable schonmasse mit fangfenstern. in der praxis ist dies aber sehr schwer umzusetzen. es gibt zwar gute beispiele (z.b. äschen im hochrhein), aber die erhebung der daten und die kommunikation an die fischer sind generell mit einem erheblichen mehraufwand verbunden. deshalb zumindest für patentgewässer lieber grosszügige (d.h. zu gunsten des fisches ausgelegte), aber fixe schonzeiten und -masse festlegen.
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Arts
Re: Fragwürdige Schonzeiten
Hallo,
Ja da hast du recht, grosszügige Schonzeiten sind sicher viel praktikabler...
Beim Hecht ist ja so, der laicht innerhalb seines Verbreitungsgebietes sogar von Februar bis Juni. In südlichen Regionen schon ab Februar und in nördlichen Ländern sogar bis Juni (Wassertemperaturabhängig).
Mit den heutigen Klimaveränderungen, kann ich mir als durchaus vorstellen das der Hecht je nach Jahr und Temperaturen in der Schweiz auch bereits im März mit laichen beginnen kann.
Ich habe mal gelesen das beim Hecht der Auslöser fürs Laichen die Früjahreshochwasser sind.....
Das Laichen beginnt bereits ab Temperaturen von 5 Grad!
Desswegen 1.3 bis 31.5 wenn nicht sogar bis mitte Juni, wäre sinnvoll. Auf jedenfall ab März, da der Hecht auf ein frühes Laichen angewiesen ist (Weissfischbrut dient als Nahrung und bis dahin müssen sie ja bereits eine geeignete Grösse haben)
Tom
Ja da hast du recht, grosszügige Schonzeiten sind sicher viel praktikabler...
Beim Hecht ist ja so, der laicht innerhalb seines Verbreitungsgebietes sogar von Februar bis Juni. In südlichen Regionen schon ab Februar und in nördlichen Ländern sogar bis Juni (Wassertemperaturabhängig).
Mit den heutigen Klimaveränderungen, kann ich mir als durchaus vorstellen das der Hecht je nach Jahr und Temperaturen in der Schweiz auch bereits im März mit laichen beginnen kann.
Ich habe mal gelesen das beim Hecht der Auslöser fürs Laichen die Früjahreshochwasser sind.....
Das Laichen beginnt bereits ab Temperaturen von 5 Grad!
Desswegen 1.3 bis 31.5 wenn nicht sogar bis mitte Juni, wäre sinnvoll. Auf jedenfall ab März, da der Hecht auf ein frühes Laichen angewiesen ist (Weissfischbrut dient als Nahrung und bis dahin müssen sie ja bereits eine geeignete Grösse haben)
Tom
Zuletzt geändert von Arts am So 2. Jan 2011, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.
- helix
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Re: Fragwürdige Schonzeiten
@Mattu
Bin mit dir einig, dass es aus biologischer Sicht und für die Erhaltung eines gesunden Fischbestandes nicht von grosser Bedeutung ist, ob nun ein Fisch einige Monate, oder aber unmittelbar vor dem Laichen entnommen wird. Wann ein Fisch entnommen wird, spielt aus dieser Sicht eigentlich nur eine kleine Rolle - jeder Fisch, der fehlt, kann nicht ablaichen und der Nachwuchs dieses Individuums fehlt.
Wir Fischer sind aber heute mehr denn je auch mit gewissen ethischen und moralischen Fragen konfrontiert und müssen diesen mit wirkungsvollen Schonzeiten entgegnen können. Und hier spielt es meiner Meinung nach sehr wohl ein Rolle, ob der Fisch z.B. direkt ab dem Laichplatz gefangen wird oder ob der Fisch mit Laich im Bauch entnommen wird, welcher nur einige Tage später zu einem eigenständigen Lebewesen geworden wäre. Dazu kommt noch, dass nicht alle Leute, schon gar nicht alle Tierschützer, die biologischen Abläufe so gut verstehen wie einige von uns Fischern.
Zum Hecht: Glaube auch nicht, dass der Hecht, welcher dank seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Fortpflanzungsstrategie seit Jahrtausenden einer der erfolgreichsten Raubfische in vielen Gewässsern weltweit ist, irgendwie stark bedroht ist in den nächsten Jahren. Aus diesem Grund könnte man da wohl sogar gänzlich auf Schonmassnahmen (Schonzeit, Schonmass und Fanglimite) verzichten. Dennoch darf es doch gerade aus den oben erwähnten ethisch-/moralischen Gründen nicht sein, dass man ausserhalb (anfangs Mai) regelmässig Hechte mit hunderttausenden reifen Eiern, welche vielleicht sogar noch rausspritzen beim Betäuben, fängt. Man stelle sich mal vor, wenn ein solches Foto in der Presse erscheinen würde - gefundenes Fressen für alle, welche unserem Hobby nicht so gut gesinnt sind...
Zur Seeforelle: Ist mir noch nie aufgefallen, dass im August weniger auf Sefos gefischt wird. Gerade die angefressenen Sefofischer (ich gehöre dazu) wollen hier nochmals ihrem Hobby fröhnen und evtl. noch eine Abschlussforelle fangen. Und wenn es darum geht und ein wichtiges Ziel ist, den Bestand nachhaltig zu schützen, wären bei meinem Vorschlag (Schonzeit ab 1.8.) gerade eben die Frühlaicher in den Flüssen und Bächen zu schonen, und da ist es ein schwaches Gegenargument, dass da das Fangfenster einen Monat früher in Kraft tritt. Auch glaube ich nicht, dass die Sefos im Januar leichter zu fangen sind. Sie sind bei den kalten Wassertemperaturen nach meinen Erfahrungen sogar träger (auch nach der Laichzeit).
@Loup
Das hört sich wirklich unverständlich an, was da am Neuenburgersee abgeht!
@Tom
Einige Schonzeiten, z.B. Saibling auf Thunersee (heute ab 1.10. früher ab 1.11.), Hecht in Gewässer mit vorwiegendem Edelfischbestand und Groppe (beide früher keine Schonzeiten) und wohl noch (?) einige weiteren wurden schon geändert. Was verstehst du denn unter "variablen Schonzeiten"? Die sind ja bei uns variabel, Schonzeiten könnten bei Bedarf jährlich angepasst werden.
Warum Hechte in solchen Anzahlen besetzt werden, möchte ich jetzt in diesem Thread nicht erwähnen, aber du kannst es dir ja wohl selber auch vorstellen, wer Interesse daran hat.
Bin mit dir einig, dass es aus biologischer Sicht und für die Erhaltung eines gesunden Fischbestandes nicht von grosser Bedeutung ist, ob nun ein Fisch einige Monate, oder aber unmittelbar vor dem Laichen entnommen wird. Wann ein Fisch entnommen wird, spielt aus dieser Sicht eigentlich nur eine kleine Rolle - jeder Fisch, der fehlt, kann nicht ablaichen und der Nachwuchs dieses Individuums fehlt.
Wir Fischer sind aber heute mehr denn je auch mit gewissen ethischen und moralischen Fragen konfrontiert und müssen diesen mit wirkungsvollen Schonzeiten entgegnen können. Und hier spielt es meiner Meinung nach sehr wohl ein Rolle, ob der Fisch z.B. direkt ab dem Laichplatz gefangen wird oder ob der Fisch mit Laich im Bauch entnommen wird, welcher nur einige Tage später zu einem eigenständigen Lebewesen geworden wäre. Dazu kommt noch, dass nicht alle Leute, schon gar nicht alle Tierschützer, die biologischen Abläufe so gut verstehen wie einige von uns Fischern.
Zum Hecht: Glaube auch nicht, dass der Hecht, welcher dank seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Fortpflanzungsstrategie seit Jahrtausenden einer der erfolgreichsten Raubfische in vielen Gewässsern weltweit ist, irgendwie stark bedroht ist in den nächsten Jahren. Aus diesem Grund könnte man da wohl sogar gänzlich auf Schonmassnahmen (Schonzeit, Schonmass und Fanglimite) verzichten. Dennoch darf es doch gerade aus den oben erwähnten ethisch-/moralischen Gründen nicht sein, dass man ausserhalb (anfangs Mai) regelmässig Hechte mit hunderttausenden reifen Eiern, welche vielleicht sogar noch rausspritzen beim Betäuben, fängt. Man stelle sich mal vor, wenn ein solches Foto in der Presse erscheinen würde - gefundenes Fressen für alle, welche unserem Hobby nicht so gut gesinnt sind...
Zur Seeforelle: Ist mir noch nie aufgefallen, dass im August weniger auf Sefos gefischt wird. Gerade die angefressenen Sefofischer (ich gehöre dazu) wollen hier nochmals ihrem Hobby fröhnen und evtl. noch eine Abschlussforelle fangen. Und wenn es darum geht und ein wichtiges Ziel ist, den Bestand nachhaltig zu schützen, wären bei meinem Vorschlag (Schonzeit ab 1.8.) gerade eben die Frühlaicher in den Flüssen und Bächen zu schonen, und da ist es ein schwaches Gegenargument, dass da das Fangfenster einen Monat früher in Kraft tritt. Auch glaube ich nicht, dass die Sefos im Januar leichter zu fangen sind. Sie sind bei den kalten Wassertemperaturen nach meinen Erfahrungen sogar träger (auch nach der Laichzeit).
@Loup
Das hört sich wirklich unverständlich an, was da am Neuenburgersee abgeht!
@Tom
Einige Schonzeiten, z.B. Saibling auf Thunersee (heute ab 1.10. früher ab 1.11.), Hecht in Gewässer mit vorwiegendem Edelfischbestand und Groppe (beide früher keine Schonzeiten) und wohl noch (?) einige weiteren wurden schon geändert. Was verstehst du denn unter "variablen Schonzeiten"? Die sind ja bei uns variabel, Schonzeiten könnten bei Bedarf jährlich angepasst werden.
Warum Hechte in solchen Anzahlen besetzt werden, möchte ich jetzt in diesem Thread nicht erwähnen, aber du kannst es dir ja wohl selber auch vorstellen, wer Interesse daran hat.
Gruess helix
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Arts
Re: Fragwürdige Schonzeiten
Halo,
Variabel würde für mcih bedeuten, eine Saisonale Freigabe .Nach Stichprobenfängen würde entschieden ob die Schonzeit aufgehoben würde..
.
Also wirklich aufgrund der gegebenheiten in der "Gegenwart" nicht aufgrund von Statisken der "Verganheit".
Aber eben wie astacus schreibt, wohl unpraktikabel... da ist der eigene gesunde Menschenverstand wohl praktikabler, ein Hecht bei dem die Eier rausschiessen lieber auch ausserhalb der Schonzeit releasen....
Thomas
Variabel würde für mcih bedeuten, eine Saisonale Freigabe .Nach Stichprobenfängen würde entschieden ob die Schonzeit aufgehoben würde..
.
Also wirklich aufgrund der gegebenheiten in der "Gegenwart" nicht aufgrund von Statisken der "Verganheit".
Aber eben wie astacus schreibt, wohl unpraktikabel... da ist der eigene gesunde Menschenverstand wohl praktikabler, ein Hecht bei dem die Eier rausschiessen lieber auch ausserhalb der Schonzeit releasen....
Thomas
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astacus
Re: Fragwürdige Schonzeiten
das ist ein konflikt, der mir auch immer wieder bewusst wird. aus einem grundsätzlich sehr liberalen gesellschaftsverständnis heraus bin ich eigentlich dafür, schonmassnahmen nur bei arten festzulegen, die darauf angewiesen sind. dazu gehört der hecht eher nicht, da er sich in vielen gewässern sehr erfolgreich fortpflanzt und der bestand eher durch das nahrungsangebot denn durch die entnahme gesteuert wird.helix hat geschrieben:Zum Hecht: Glaube auch nicht, dass der Hecht, welcher dank seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Fortpflanzungsstrategie seit Jahrtausenden einer der erfolgreichsten Raubfische in vielen Gewässsern weltweit ist, irgendwie stark bedroht ist in den nächsten Jahren. Aus diesem Grund könnte man da wohl sogar gänzlich auf Schonmassnahmen (Schonzeit, Schonmass und Fanglimite) verzichten. Dennoch darf es doch gerade aus den oben erwähnten ethisch-/moralischen Gründen nicht sein, dass man ausserhalb (anfangs Mai) regelmässig Hechte mit hunderttausenden reifen Eiern, welche vielleicht sogar noch rausspritzen beim Betäuben, fängt. Man stelle sich mal vor, wenn ein solches Foto in der Presse erscheinen würde - gefundenes Fressen für alle, welche unserem Hobby nicht so gut gesinnt sind...
allerdings sollten fische so oder so aus ethischen gründen nicht während der laichzeit gefangen werden. aber dies trifft auf alle arten zu. wer deshalb für eine schonzeit beim hecht plädiert, muss auch für eine schonzeit bei allen anderen rund 40 arten plädieren, die gewöhnlich sonst keine gesetzliche schonzeit haben. wer für schonzeiten plädiert, weil es unethisch ist, laichschwangere tiere zu töten, muss konsequent sein.
- helix
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Re: Fragwürdige Schonzeiten
Die Gewässertemperatur ist nur ein einziger aüsserer Faktor (sicherlich derjenige der für den Laien aufgrund des Wetters am einfachsten nachvollziehbar ist) von vielen, welche den Zeitpunkt der Laichaktivitäten bestimmt. Es gibt hier ganz unterschiedliche Einflüsse, mitunter auch die Genetik (Veränderung des Erbguts über Generationen), welche unter Umständen einer Art Vorteile in der Erhaltung verschafft (siehe z.B. sommerlaichende Felchen).astacus hat geschrieben:dass sich die laichzeiten der fische über generationen verschieben, glaube ich weniger. entscheidend sind die umweltbedingungen, da primär parameter wie die gewässertemperatur vorgeben, wann die fische mit den laichaktivitäten beginnen.
Gehe mit astacus einig, dass man konsequenterweise für alle Fischarten Schonzeiten einführen müsste, wäre überall der ethische Grundsatz an vorderster Stelle. Nur sind wir zum Glück noch nicht soweit. Zwischen der Art Hecht und z.B. Arten wie Moderlieschen, Cagnetta oder Hasel und auch anderen Weissfischen besteht aber der gewichtige Unterschied, dass wohl wesentlich mehr Fischer auf den Hecht fischen, dieser auch bei Nichtfischern wesentlich bekannter ist und auch durch seine Grösse (die Grösse eines Tieres spielt eine wesentlich Rolle bei ethischen Fragen und Mitgefühl etc.) auf wesentlich mehr Beachtung stösst.
Aber jeder auch nur halbwegs normaldenkende Hobbyfischer hat doch kein Interesse daran, irgendeine Fischart ohne Schonvorschriften genau während der Laichzeit zu fangen. Deshalb auch mein Vorschlag, dass man bei den Groppen die Schonzeit aufheben sollte, so würde der Befischungsdruck auf diese Fischart während ihrer Laichzeit, so kurz vor der Bachforelleneröffnung am 16. März, wesentlich entspannt.
Sind Arten ohne Schonmassnahmen dann irgendmal stark gefährdet, werden sich einfach gänzlich geschützt. Das ist nicht fair, aber es ist Tatsache, dass eben nicht jede der 40 Fischarten in der CH gleichwertig gefördert wird.
Gruess helix
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gonefishing
Re: Fragwürdige Schonzeiten
Mir als Uferfischer fällt das schon auf, nicht nur bei den Uferfischern, auch bei den Booten die insgesamt am schleiken sind.helix hat geschrieben: Zur Seeforelle: Ist mir noch nie aufgefallen, dass im August weniger auf Sefos gefischt wird. Gerade die angefressenen Sefofischer (ich gehöre dazu) wollen hier nochmals ihrem Hobby fröhnen und evtl. noch eine Abschlussforelle fangen.
Die Schonzeit gilt aber im See und nicht im Bach. Die SeeFo die aufsteigt wird v.a. durch Fangfenster und BaFo-Schonzeit geschützt (frisst aber eh kaum). Evtl. wäre es noch ein Thema die Schongebiete an den Mündungen früher in Kraft zu setzen.helix hat geschrieben:Und wenn es darum geht und ein wichtiges Ziel ist, den Bestand nachhaltig zu schützen, wären bei meinem Vorschlag (Schonzeit ab 1.8.) gerade eben die Frühlaicher in den Flüssen und Bächen zu schonen, und da ist es ein schwaches Gegenargument, dass da das Fangfenster einen Monat früher in Kraft tritt.
Etwas träger bestimmt (da Kaltblüter und der Stoffwechsel durch die Aussentemperatur stark beeinflusst), aber trotzdem durch das Laichgeschäft ausgehungert und aufgrund des nicht üppigen Nahrungsangebotes auch teilweise nicht sehr wählerisch und vorsichtig. Ausserdem meist in den oberen Wasserschichten unterwegs und dadurch leichter zu finden und zu befischen. Auch gibt es für die Fischer im Januar weniger Alternativen als im August, was nach meinem Gefühl tendenziell zu mehr Entnahmen führen würde.helix hat geschrieben:Auch glaube ich nicht, dass die Sefos im Januar leichter zu fangen sind. Sie sind bei den kalten Wassertemperaturen nach meinen Erfahrungen sogar träger (auch nach der Laichzeit).
- Flümi
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Re: Fragwürdige Schonzeiten
zu den Groppen:
da würde ich mich fragen, aus welchen Gewässern diese gefangen und dann wieder eingesetzt werden (eingesetzt im Sinne von "verwenden"). wenn man die aus Forellengewässern holt und für den Fang von Salmoniden brauchen will, sollte die Schonzeit nicht vor der Forellenschonzeit aufhören. nicht dass man sich als Vorbereitung für die Forelleneröffnung ein Groppenarsenal zusammensammeln kann, bzw überhaupt am Forellengewässer "fischen" darf.
mir gingen die Augen ziemlich auf, als ich vor einer Woche Folgendes gelesen hab: http://www.dryfly.ch/content/view/26/35/lang,/
nachdem ich das las, begann ich mich zurückzuerinnern, was ich alles für Videos auf Videoportalen schon gesehen hab: Eisfischen, Tournaments/Contests, wo Fische X Stunden nach dem Fang lebendig und "trocken" gewogen werden usw ...
da würde ich mich fragen, aus welchen Gewässern diese gefangen und dann wieder eingesetzt werden (eingesetzt im Sinne von "verwenden"). wenn man die aus Forellengewässern holt und für den Fang von Salmoniden brauchen will, sollte die Schonzeit nicht vor der Forellenschonzeit aufhören. nicht dass man sich als Vorbereitung für die Forelleneröffnung ein Groppenarsenal zusammensammeln kann, bzw überhaupt am Forellengewässer "fischen" darf.
dann sollte man aber überall, wo Videos vom Fischen veröffentlicht werden (YouTube), Videos melden und sperren lassen. wenn nicht überall, dann wenigstens in allen Ländern, wo es gegen Gesetze verstossen würde. der Fang eines besonderen Fisches verleitet einem schnell mal dazu, ihn zu fotografieren, zu filmen, lebendig in die Kamera zu halten, auf Kiesboden/Bootsboden/Eisflächen fallen zu lassen, übermässig auszudrillen oder sonstwie unnötig zu quälen.helix hat geschrieben:Man stelle sich mal vor, wenn ein solches Foto in der Presse erscheinen würde - gefundenes Fressen für alle, welche unserem Hobby nicht so gut gesinnt sind...
mir gingen die Augen ziemlich auf, als ich vor einer Woche Folgendes gelesen hab: http://www.dryfly.ch/content/view/26/35/lang,/
nachdem ich das las, begann ich mich zurückzuerinnern, was ich alles für Videos auf Videoportalen schon gesehen hab: Eisfischen, Tournaments/Contests, wo Fische X Stunden nach dem Fang lebendig und "trocken" gewogen werden usw ...
Gruss, Stefan
Schlitzohr, Spassvogel, durchschnittlicher Allrounder und Märchentante
Sensibilisierung für Umgang in (Fischer-) Foren
Schlitzohr, Spassvogel, durchschnittlicher Allrounder und Märchentante

Sensibilisierung für Umgang in (Fischer-) Foren
-
Schweizer Angler
Re: Fragwürdige Schonzeiten
@ flümi;
asti hat recht, die genetik der fische ändert sich nicht innert 10 jahren, sondern innerhalb von jahrhunderten wenn nicht jahrtausenden. ausser man mixt diverse fischbestände mit solchen die nicht aus der eigenen region kommen. das haben wir in der ch (und andernorts logo auch) lange gemacht (auch im beo und auch mit felchen). da kommen z.b. in bafos spuren von adriatischen (ticino), französischen (rhone) und alpinen (rhein) stämmen vor. z-b. die "urforelle" ist evtl. höchstens noch allerzuhinderst ist einem (für fischer und deren besätze unerreichbarem) chrachen zu finden.
aber helix sieht es schon in die richtige richtung, man nimmt an,zb. auch nach erfahrungen im benachbarten ausland verschiebt die laichzeit einiger kaltwasser liebende fischarten , heisst der trend zeigt dass sie später laichen (und enige arten im mitelland langristig wohl verschwinden werden, z,b die bafo).
angenommen wird dass der in den letzen hundert jahren zunehmende klimawandel auslöser ist (nicht die genetik). allerdings sind bieherige beobachtunge lokal sehr verschieden, nicht alle haben hochwassererreignisse und rekordsommer, aber die extreme nehmen allgemein zu (viel schnee, lange kalt, lange trocken, lange heiss, sehr viel regen auf einmal etc.)
persönlich glaube ich somit auch, dass man die allfälligen neuen schonbestimmungen mittelfristig lokal anpassen müsste. was aber fürs beo gut ist, muss nicht zwangsweise für die ergholz oder sitter auch gut sein. aber dies bedeutet ein sehr gosser administrativer und personeller aufwand, der wird z.b. in usa betrieben (us fish & wildlife service), aber nicht bei uns. und unsere eher neoliberale haltung gegenüber einflüssen des gesetzgebers und kontrollen/steuerungen, wird kaum zu einem solchen "service" analog in übersee führen.
gruss
sa
mehr infos zur genetik unserer fische;
http://www.bafu.admin.ch/publikationen/ ... CVZ,s-.pdf
http://www.hohetauern.at/de/forschung/f ... elle-.html
asti hat recht, die genetik der fische ändert sich nicht innert 10 jahren, sondern innerhalb von jahrhunderten wenn nicht jahrtausenden. ausser man mixt diverse fischbestände mit solchen die nicht aus der eigenen region kommen. das haben wir in der ch (und andernorts logo auch) lange gemacht (auch im beo und auch mit felchen). da kommen z.b. in bafos spuren von adriatischen (ticino), französischen (rhone) und alpinen (rhein) stämmen vor. z-b. die "urforelle" ist evtl. höchstens noch allerzuhinderst ist einem (für fischer und deren besätze unerreichbarem) chrachen zu finden.
aber helix sieht es schon in die richtige richtung, man nimmt an,zb. auch nach erfahrungen im benachbarten ausland verschiebt die laichzeit einiger kaltwasser liebende fischarten , heisst der trend zeigt dass sie später laichen (und enige arten im mitelland langristig wohl verschwinden werden, z,b die bafo).
angenommen wird dass der in den letzen hundert jahren zunehmende klimawandel auslöser ist (nicht die genetik). allerdings sind bieherige beobachtunge lokal sehr verschieden, nicht alle haben hochwassererreignisse und rekordsommer, aber die extreme nehmen allgemein zu (viel schnee, lange kalt, lange trocken, lange heiss, sehr viel regen auf einmal etc.)
persönlich glaube ich somit auch, dass man die allfälligen neuen schonbestimmungen mittelfristig lokal anpassen müsste. was aber fürs beo gut ist, muss nicht zwangsweise für die ergholz oder sitter auch gut sein. aber dies bedeutet ein sehr gosser administrativer und personeller aufwand, der wird z.b. in usa betrieben (us fish & wildlife service), aber nicht bei uns. und unsere eher neoliberale haltung gegenüber einflüssen des gesetzgebers und kontrollen/steuerungen, wird kaum zu einem solchen "service" analog in übersee führen.
gruss
sa
mehr infos zur genetik unserer fische;
http://www.bafu.admin.ch/publikationen/ ... CVZ,s-.pdf
http://www.hohetauern.at/de/forschung/f ... elle-.html
- helix
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Re: Fragwürdige Schonzeiten
Die Schonzeit würde mit dem Fangfenster auch im Bach für Sefos über 45cm gelten und meist sind die aufsteigenden, laichwilligen Sefos über 45cm. Schongebiete bei Flussmündungen sind, was die aufsteigenden Sefos angeht, meiner Meinung nach für die Katz. Man könnte und würde wohl kaum erfolgreicher als sonst wo gezielt vor Flussmündungen auf steigende Sefos fischen. Die Seefos versammeln sich nicht irgendwie davor und warten. Wenn die Sefo den Drang fürs Aufsteigen hat, geht das ziemlich zackig vom See in den Fluss/Bach.gonefishing hat geschrieben:Die Schonzeit gilt aber im See und nicht im Bach. Die SeeFo die aufsteigt wird v.a. durch Fangfenster und BaFo-Schonzeit geschützt (frisst aber eh kaum). Evtl. wäre es noch ein Thema die Schongebiete an den Mündungen früher in Kraft zu setzen.
Richtig, sie müsste mindestens bis Mitte April oder Anfang Mai gehen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass in einem grösseren Gewässersystem der Groppenbestand durch die Fischer oder auch durch kleine fischfressende Vögel (v.a. Haubentaucher) irgendwie gefährdet würde. Groppen sind sehr anpassungsfähig was Gewässertiefen anbelangt, die meisten Groppen können von uns Fischern gar nicht erreicht werden. Deshalb würde ich hier analog zu anderen Kleinfischen weder ein Fanglimit (man darf im Kt. Bern 30 Groppen pro Tag entnhemen) noch eine Schonzeit befürworten.Flümi hat geschrieben: wenn man die aus Forellengewässern holt und für den Fang von Salmoniden brauchen will, sollte die Schonzeit nicht vor der Forellenschonzeit aufhören.
@Sa, danke für die Links. Aber da oben bin ich nicht einverstanden. Genetische Veränderungen können auch sehr aprupt und sprunghaft erfolgen (z.B. durch Mutationen). Bringt eine plötzliche Veränderung des Erbguts dem Fisch bzw. der Art Vorteile (z.B. durch frühere oder spätere Laichzeit günstigeres Nahrungsangebot oder weniger Konkurrenz in der Nahrungsnische der Fischbrut), kann es bei Fischen über wenige Generationen (nicht Jahrtausende!) relativ schnell gehen, um auch grössere Veränderungen festzustellen. Gerade bei Fischen, wo unter Umständen durch ein einziges Laichpaar Tausende mit neuem, für die Art günstigerem Erbgut ausgestatte Individuen, nach wenigen Jahren selber wieder je mehrere Tausend Eier abgeben können, ist es je nach Art durchaus möglich, nach wenigen Jahren eine neue, genetisch eigenständige Population in einem Gewässer zu bilden. Wie lange es bei den sommerlaichenden Felchen ging, kann man wohl schlecht beurteilen, da dies kein neuartiges Phänomen ist. Glaube aber bei Felchen auch, dass dies hier wohl Jahrzehnte dauert.Schweizer Angler hat geschrieben: asti hat recht, die genetik der fische ändert sich nicht innert 10 jahren, sondern innerhalb von jahrhunderten wenn nicht jahrtausenden.
Wir schweifen etwas vom Thema ab... Gibt es noch weitere Schonzeiten, die zu Diskussionen Anlass geben, bzw. die für euch fragwürdig sind? Wo habt ihr Mühe mit Schonzeiten?
Gruess helix
-
Schweizer Angler
Re: Fragwürdige Schonzeiten
ehrlich gesagt habe ich eigentlich überhaupt keine mühe mit den schonzeiten. ausser dass ich mir selbst manchmal die frage stelle, ob z.b. im beo in den bergbächen schon ab dem 16.03 gefischt werden muss, manchmal (nicht immer) fängt man dann extreme schläuche. ob man eine allenfalls verlängerte schonzeit (z.b. bis 15. april, dafür bis ca. 10. oktober offen, analog einigen gewässern in österreich ) "biologisch" begründen liesse vermag ich nicht zu sagen, es dünkt mich rein "etisch" fragwürdig dann schon in einer umgbung zu fischen, wo die lebensumstände für die fische hart sind und das futter noch knapp. aber ein watverbot bis ca. 15. april wäre im beo auf jedenfall gut, denn ich nehme an man trampelt nicht wenige male auf dem nachwuchs herum.
2 helix;
gruss
sa
2 helix;
erfahrungen? literatur? quellen? würde mich interessieren.Gerade bei Fischen, wo unter Umständen durch ein einziges Laichpaar Tausende mit neuem, für die Art günstigerem Erbgut ausgestatte Individuen, nach wenigen Jahren selber wieder je mehrere Tausend Eier abgeben können, ist es je nach Art durchaus möglich, nach wenigen Jahren eine neue, genetisch eigenständige Population in einem Gewässer zu bilden
gruss
sa