Auch mir tönt das jetzt aber wieder mal mehr nach einem sündenbock suchen – hier halt bei den berufsfischern …..obwohl es am thunersee nicht soooo viele und erst noch ganzjährig aktive davon gibt. Und wieso fangen angler 2008 über 11`000 seesaiblinge, aber die berufsfischer nur 1377 stk? wer hat allgemein gesehen wohl mehr einfluss auf den bestand (die angler fangen im thunersee immer mehr saiblinge als die berufsfischer). Zudem helfen die berufsfischer laichfische zu fangen, damit die tierchen nachgezüchtet werden können – wir hobby- fischer sind wohl kaum in der lage selbst solche in genügendem ausmass zu fangen……
Seesaiblinge (salvelinus alpinus) sind allgemein keine raschwüchsigen fische, ausser solche aus der speisefischzucht. Zudem gibt es je nach see diverse unterarten (die im selben see vorkommen können) wie user beufsfischer richtig geschrieben hat .z.b. „schwarzreuter“, welches es soviel ich weiss auch im thunersee gibt oder zumindest gab. Der seesaibling ernährt sich zum grössten teil von kleinlebewesen wie plankton und insektenlarven, und besetzt eine ähnliche nahrungsnische wie die felchen.
Mit zunehmendem alter und grösser ernährt er sich wie viele unserer fische (auch weissfische) auch mal von jungfischen – auch der eigenen art. Er gilt eher als langsamwüchsig, wobei aber die genetik und das nahrungsangebot eine wesentliche rolle spielt. Bei der genetik hat der mensch mit der nachzucht automatisch die finger im spiel, vielleicht nicht immer positiv.
Der thunersee leidet wie der brienzersee (und allgemein andere seen des mittellandes) unter zunehmendem nährstoffmangel, was sich auf die wüchsigkeit der sessaiblinge auswirkt. Wenn ich mich nicht täusche sind die seesaiblinge des thunersees aus einer anderen nachzucht als für die bergseen, können also nicht direkt miteinander verglichen werden. Die für bergseen werdenin kandersteg gezüchtet, die für den thuner und brienzersee in reutigen und faulensee. Im thuner und brienzersee werden die fische in kleiner grösse besetzt als in bergseen, wo teils sogar mass-saiblinge eingesetzt werden.
Einige vermuten auch, dass die regionalen hochwasser von 99 und 2005 in der region bestandschwankungen ausgelöst haben, wo das temperaturregime des sees durch andere tiefenströme beeinflusst wurde, und da saiblinge oft bei unterirdischen quellen und/oder vor bacheinmündungen laichen, haben hochwasser allgemein einfluss.
Es kann also nicht darauf geschlossen werden wen in anderen seen grosse sessaiblinge gefangen würden müsste dies automatisch auch im thunersee der fall sein – der thunersee ist nicht direkt mit dem bodensee oder genfersee zu vergleichen, erst recht nicht ein bergsee der noch ca. 5 monate eisbedeckt und kälter ist. Ich weiss ein bergsee im beo (privat, es gibt absolut keine karten/patente, no chance!) wo es „riesenseesaiblinge“ hat – vielleicht auch weil kaum einer darauf fischt…(?)und sie werden seit jahren nicht mehr besetzt sondern laichen ab und haben halt oft ruhe vor uns.
Bei den seeforellen des thunersees ist bekannt, dass die nachzucht nicht immer einwandfrei ist. Man hat beispielweise dem inspektorat geraten, bei der aufzucht grösseren wert darauf zu legen welche elterntiere verwendet werden und mehr frischblut bei der zucht zu verwenden als bisher, wo öfter die gleichen elterntiere aus der militärbadi thun herhalten. Weiter ist es heute sehr umstritten, ob grössere fische besseren laich abgeben als junge, grössere geben zwar mehr laich ab, aber i.d.r. von schlechterer qualität. Ist ähnlich wie bei uns, mit 16 ist unser samen vitaler als mit 65.
Ich weiss dass auch die angler am thunersee genau so oft wie die berufsfischer in der kiritk stehen, weil sie vielleicht zu oft auf den laichplätzen der seesaiblinge (z.b. bei der beatenbucht rechts bis sundlauenen vor den felswänden) zu angeln. Allerdings würde hier evtl. ein grösseres mindestmass und allenfalls eine frühere schonzeit und mengenbeschränkung- und zwar für berufs-wie angelfischer- helfen grössere fische zu fangen, sofern dies allgemein gewünscht wäre.
was den tierschutz (kiemenschnitt) betreffend berufsfischerei betrifft wurde das im forum schon mehrmals diskutiert. berufsfischer fischen um kohle zu verdienen (auch wenn der grösste teil dank landwirtschaft suventioniert ist), wir rein zur freude. desshalb gibt es ausnahmen für berufsfischer die sich daran richten, dass er beim einziehen des netzes nicht jeden fisch einzeln so betäuben & töten kann wie wir, die selten mehr als einen gleichzeitig fangen (ausser eglischniepel an der hegene).
http://www.bafu.admin.ch/publikationen/ ... CVZ,s-.pdf
http://www.vol.be.ch/site/afk_ab_seesaibling_d.pdf
http://www.vol.be.ch/site/home/lanat/fi ... ibling.htm
http://www.eawag.ch/research_e/apec/res ... 201972.pdf
gruss
sa