Die Lehrerin wollte ihr weise machen, dass unser Sohn (achtung Berndeutsch) "a Lider" (Deutsch: ein leidender, unterdrückter Junge) sei, aber sie verstehe nicht weshalb.
Es wurde ansonsten erwähnt, dass er aufgeweckt, aufgeschlossen, kontaktfreudig usw. sei. Plötzlich viel es uns wie Schuppen von den Augen. Gemeint war nicht ein leidender Junge sondern ein engl. "Leader" (= Führer), also genau das Gegenteil.
Zuhause fragten wir uns dann, ob wir unsere Strolche auch nicht mehr mit ihrem Kosenamen "Luser" (Deutsch: Lausejunge) nennen dürfen, denn heute wird dies als engl. "Loser" (=Verlierer) interpretiert.
Ich, als überzeugter Gegner von Fremdwörtern, glaube, wir müssen schon bald Regeln entwerfen, welche Redewendungen auf Berndeutsch und welche auf Engl. gelten. Oder ganz in meinem Sinn, wie in Frankreich alle Fremdwörter eliminieren versuchen.
