Bielerseefan hat geschrieben:Wie Deine Untersuchungen zeigen. bietet die Dünnern für "unsere" Forellen über alles gesehen doch ein recht gutes Habitat.
findest du wirklich?
wenn dem nämlich so wäre, wäre euer besatz mit farios nicht nötig...
die von börni untersuchten parameter waren zwar tatsächlich teilweise genügend bis gut (z.b. die makroinvertebratenfauna), jedoch längst nicht alle. verschiedene ökomorphologische parameter sind nur mässig bis schlecht (z.b. die tiefen- und breitenvariabilität, die kanalisierte linienführung, die abstürze v.a. bei olten, die uferbefestigung, etc.). so sind den auch rund 75% der dünnern ökomorphologisch stark beeinträchtigt, naturfremd oder sogar eingedolt und nur noch 25% können als natürlich/naturnah oder wenig beeinträchtigt betrachtet werden (und diese strecken befinden fast nur im oberlauf).
die ökologisch notwendige vernetzung mit der ufervegetation ist faktisch nicht mehr vorhanden, der geschiebehaushalt (elementar für kieslaicher!) stark beeinträchtigt. und die guten werte bezüglich phosphatgehalt in der arbeit von börni widersprechen bisherigen messungen des kantons in den jahren 1994 bis 2007 (das soll nicht heissen, dass börni was falsch gemessen hat, sondern nur, dass die werte zeitweise anders sind

). zusammen mit dem gehalt an gelöstem phosphat entsprechen gemäss den messungen des kantons auch der gelöste organische kohlenstoff (DOC) und der biochemische sauerstoffbedarf (BSB2) nicht den mindestanforderungen des gewässerschutzgesetzes, auf dessen durchsetzung wir fischer richtigerweise beharren. hinzu kommen auch die temperaturen, die in manchen sommern 20°C übersteigen, worauf salmoniden ja bekanntlich empfindlich reagieren. leider geht auch der trend in die falsche richtung, zwischen 1994 und 2007 stieg die durchschnittliche temperatur um rund 1.5°C an.
kurzum: der dünnern gehts alles andere als gut und damit auch den fischen, die in ihr leben. nicht umsonst versucht man wieder, die kläranlagen entlang der dünnern aufzuheben und die abwässer in eine grosse, moderne anlage umzuleiten, die direkt in die aare entwässert
