
Diese Naturbelassenen Regionen sind etwas vom schönsten was es gibt, auch wenn die Fischerei alles andere als einfach ist. Das fängt schon mal mit dem Annähern ans Fischwasser an, auch wenn die Aeschen bei weitem nicht so scheu sind wie die Bachforellen, ist doch eine gewisse „Indianertaktik“ empfehlenswert. Anschleichen heisst die Devise, mit möglichst wenig Lärm und immer das Ziel vor Augen, dass „Mann“ als eine gute Stelle zum möglichen Erfolg zum voraus bestimmt hat.

Zur Ausrüstung nur soviel, die Rute sollte nicht zu lang sein, 3m - 3.60m reichen völlig. Eine Rolle der 2500er Grösse mit feiner Bremse und mit einem 22er Nylon bespult, Laufbleie in länglicher Olivenform in gewichten von 3, 5 und 7gr sowie je nach Situation Vorfachmaterial in den Stärken 0.14 – 0.18er. Die Montage ist einfach, das Laufblei wird auf die Hauptschnur geschoben und darunter mit einem Wirbel der Grösse 16 fixiert. An die andere Öse des Wirbels kommt das ca 80cm lange Vorfach und daran wahlweise eine Nymphe, Emerger (Aufsteiger), Nassfliege, oder aber auch eine Bienemade, Mehlwurm oder kleiner roter Wurm.

Auch die Technik ist simpel, der Köder wird Richtung ein Uhr ausgeworfen und an der hoch erhobenen Rute kontrolliert. Eine genauere Gewässerkenntnis ist von Vorteil, lässt sich doch damit so mancher Hänger vermeiden. Eine etwas höhere Standposition (wenn möglich) ist auch immer zu empfehlen, vielfach wird beim „Indianer Fishing“ auf Sicht gefischt und die Fische direkt angeworfen. Wo die Sichtigkeit nicht gegeben ist, wird der Köder mit Gefühl über den Gewässergrund geführt und beim geringsten Verdacht auf einen möglichen Biss ist ein schneller Anschlag zwingend. Solle man nach 5 - 7 Würfen an einem Platz keinen Biss haben, kann man mit ruhigen Gewissen zum nächsten Platz weiter „Pirschen“. Entweder sind in diesem Hot Spot keine Fische, oder sie hatten einfach keinen Hunger.
Ein schneller Anschlag hilft auch oft einen Hänger zu vermeiden, doch ohne geht bei dieser Fischertechnik nichts. Wer seine Köder nicht in unmittelbarer Grundnähe anbietet, hat meist nur eine geringe Chance auf Fisch. An manchen Tagen ist es wie verhext und es scheint, dass sich jeder Stein und jeder Ast im Wasser gegen einen verschworen habe. Doch was ein echter Indianer sein will, der kennt keinen Schmerz. Auch nicht im Geldbeutel! Fünf (5) Laufbleie und fast ein dutzend Vorfächer mit Ködern habe ich heute versenkt, ich bin mir nicht mehr sicher, mit was ich mehr beschäftigt war, ob mit Fischen, oder mit neuen Montagen anknüpfen!? Was soll’s, dass Zeugs ist ja für den Verbrauch gedacht und nicht für die Ewigkeit.

Die viel zu warmen Temperaturen (10° - 12°C, leicht bedeckt, zeitweise sonnig), immerhin haben wir Anfang Dezember, scheinen auch ihren Einfluss auf die Natur zu haben, um die Mittagszeit begannen die Aeschen und Forellen auf Trockenfliegen an der Wasseroberfläche zu steigen, ein herrliches Bild und wir mittendrin. Seit langem gelang es mir heute nicht eine Masige zu überzeugen, doch die drei kleinen Aeschen und die schöne 35er Bachforelle entschädigten mich auch so. Mauro gelang auf der braunen Hasenohrnymphe der Grösse 12 mit Goldkopf der Fang einer schlanken 38erin, die ihm in anbetracht der Umstände einen fantastischen Drill bot. Sie zog immer wieder Richtung Unterholz ans Ufer und es galt erstmal den Fisch davon fernzuhalten. Mauro löste die Aufgabe mit Bravour und mir gelang kurz vor der Landung noch ein schönes Bild. Auch wenn mein „Körbchen“ heute für einmal leer blieb, so steht fest, dass ich wiederkehre an diese Orte, wo für mich zumindest noch „Heile Natur“ vorherrscht. In diesem Sinne!

