Wenn der Fluss ruft

Hier ist der Platz um Eure Fänge zu präsentieren.
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Rolf
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Wenn der Fluss ruft

Beitrag von Rolf »

Wenn der Fluss ruft



der Nebel hängt heute Morgen gewohnt dick über dem Unterland. Die milden Temperaturen liessen den nahenden Wetterwechsel erahnen. Trotz einigen Sonnenstrahlen am Vormittag, machte der Himmel gegen Mittag vollends zu und mit zunehmendem Wind von Westen, kamen die ersten Regentropfen. Freude denen, die ihre Fische im trockenen hatten. Doch nun erst mal von Anfang an: Denn Aeschen scheint das egal zu sein, wer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist, darf, sofern auch das „Petriglück“ auf seiner Seite ist, immer mit einer schönen Fahnenträgerin rechnen. Diese Eindrücke sind für mich Magie, dass ist es, was der Fluss mir zuruft!

Weil „Mann“ die Vorahnung hatte (der Tagesschau sei dank), verabredeten Mauro und ich uns für heute auf 8 Uhr, an der „Brueti“ (Brutanstalt), um mit dem Tirolerhölzel und unseren Nymphen, nach den Aeschen Ausschau zu halten. Der Nebel hatte sich mittlerweilen verzogen und einem noch trockenen Fischtag stand nichts mehr im Wege.

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Gegen 9.30 Uhr, wir konnten schon zwei Untermasige zurücksetzen, hatte Mauro den ersten „Hammerbiss“, der sofort auf einen grösseren Fisch schliessen liess. Freude herrscht!

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Das es sich um eine Aesche handeln musste, die Mauro zu beginn des Drills einiges abforderte, war sofort am „klopfen“ zu erkennen, auch versuchte sie sich mit aller Kraft in der Strömung zu halten, aus der sie Mauro geschickt heraus, in die bei weiterem gemächlichere Uferzone dirigierte.

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Die Handlandung im seichten Uferwasser gelang ohne Problem und eine schöne 38erin kam mit auf das Bild. Sie war auf die schwarze 14er Goldkopfnymphe mit rotem Hechelkranz vom Huhn und dem ebenfalls roten Schwänzchen aus Fasanenfiebern herein gefallen. Da hatte wohl einer wieder das richtige Gespür! Petri Mauro.

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Das ein Bacheinlauf zu den Hot – Spots gehört zeigte sich mir nicht zum ersten mal, ich konnte an solchen Plätzen schon so manche schöne Fänge tätigen. Das frische mit Sauerstoff angereicherte Wasser bring auch eine nicht zu unterschätzende Menge an Nährtieren (Futter) für die Bewohner im Fluss mit sich. Und wo Futter ist, sind auch die Fische nicht weit, in der Regel sollte an solchen Plätzen immer was gehen, oder eben halt nicht!? Sollte „halt eben nicht“ der Fall sein, so können die Ursachen dererlei Viele sein, dass es den Rahmen beim Versuch einer Erklärung sprengen würde! Fakt ist, dass wer um die Geschehnisse in der Natur bescheid weiss, ohne wenn und aber, dem Erfolg näher ist. Doch manchmal reichen Wissen, Können und Material nicht aus, vor allem, wenn uns auch die Natur ihre Launen spüren lässt.

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Es scheint, dass sich mein Gespür so langsam an den Fluss anpasst und ich auch das Gefühl für die feinen Unterschiede (Biss oder Boden) wieder gefunden habe. Die lange Saison auf dem See, die unterschiedlichen Materialien und Techniken, sowie die Ansprüche der Umgebung die an mich gestellt werden, nehmen zumindest für mich, jeweils zu beginn der Saison eine kurze Zeit in Anspruch. Ich begehe diese „Anlaufzeit“ mit bedacht und mit dem Wissen darum, dass dem so ist, versuche ich mir vor dem betreten des Gewässer in Erinnerung zu rufen, was mich die Vergangenheit gelehrt hat. Diesen kurzen Momenten der Besinnung und dem darauf folgenden, überlegten Handeln, habe ich schon einige schöne Erfolge zu verdanken. Nicht immer fängt wer als Erster am Wasser ist den ersten Fisch!

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Das Tirolerhölzel mit „Meinen“ Nymphen flog gerade zum zweiten Mal Richtung Strömungskante, etwas oberhalb vom Bacheinlauf, als schon nach wenigen Metern der Biss kam. Kurzer Anschlag und schon war zu spüren, wer „Meiner“ Nymphe nicht widerstehen konnte. Die Aesche schwamm Stromaufwärts und versuchte in die Tiefe zu flüchten. Da ich weiss, was ich meiner Ausrüstung zutrauen kann und sie mich auch in den allermeisten Fällen noch nie enttäuscht hat, vertraue ich voll darauf, indem ich meine 3.30er Shimano Catana Tele, die Fluchten abfedern lasse und mit der Rute erst mal einen sanften Gegendruck aufbaue. Von diesem Druck lasse ich nicht mehr ab, bei einem kapitalen Fisch, muss die Bremse zu 100% funktionieren. Ich habe mir den Luxus einer Shimano Technium MgS geleistet, die 2500ter mit Kopfbremse. Ich fische mit dieser Rolle seit der Einführung auf dem Markt und eigentlich, habe ich sie wegen dem geringeren Gewicht gekauft. Das die Kopfbremse derart perfekt funktioniert, hat mich angenehm überrascht und ist immer wieder erwähnenswert! Die Folge davon, jeweils ein spannender Drill am guten Gerät, macht einfach mehr Spass und so konnte ich eine weitere Aesche sicher Landen. „Meinen“ Nymphen sei dank!

Wie war die Frage? Was ich mit „Meinen“ Nymphen meine! Nun, dann werde ich euch mal mein Geheimnis verraten. Mit „Meiner“ Nymphe bezeichne ich eine kleine braune Goldkopfnymphe, die auf einen brünierten Kamasanhaken der Gösse 14 gebunden wird. Die Grösse und Form entspricht den Stucki Aeschennymphen. Im direkten Vergleich mit den „Stuckinymphen“ binde ich an „Meinen“ Nymphen einen Hechelkranz aus braun/beigen Federn von Huhn ein und „Meine“ Nymphen haben allesamt ein Schwänzchen aus braunen Fasanenfibern. Gerippte Nymphen kommen nur bei trübem Wasser zum Einsatz. Mit dieser, „Meiner“ Nymphe, habe ich im letzten Jahrzehnt 90% aller Fische beim Nymphenfischen in Fliessgewässern gefangen, ob mit dem Zapfen, dem Schwemmen, der Fliegenrute, mit dem Sbirulino oder dem Hölzel. „Mann“ könnte nun annehmen, dass „Meine“ Nymphe die ultimative, erfolgbringende Erfindung seit Albert E`s. Theorien wäre!?! Nun Freunde, da muss ich euch enttäuschen, so ein Geniestreich ist mir bis heute noch nicht gelungen! Es geht wohl viel eher darum, dass ich diese, „Meine“ Nymphe, oft einsetze und was ebenso wichtig ist, fest an ihren Erfolg glaube. Habt auch dann vertrauen in eure Köder, wenn es einmal nicht so gut läuft und wechseln, ist immer erlaubt! Ich vertraue auf den Glauben und der Erfolg gibt mir Recht, in diesem Sinne!
Zuletzt geändert von Rolf am Sa 11. Nov 2006, 17:27, insgesamt 2-mal geändert.
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!
fishmaster_röö

Beitrag von fishmaster_röö »

Wieder einmal kann ich einen sehr schönen und lehrreichen Bericht von dir lesen.

Ich nehme an, dass dieser Bericht aus dem heutigen Tag ist?

Ein sehr grosses Petri Heil für die schöen Äschen und schreib weiter solche wunderbare Beiträge!
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Noggi
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Beitrag von Noggi »

Wow...suuper Beitrag Rolf mit coolen Bildern 8)

Mich ziehts morgen Zum Äschfischen, jedoch mit der Fliegenrute und Trockenfliege!
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Rolf
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Beitrag von Rolf »

fishmaster_röö hat geschrieben:Ich nehme an, dass dieser Bericht aus dem heutigen Tag ist?

ja mein junger Freund, am Morgen bei Nebel Fischen gegangen, mit Sonnenschein Fische gefangen und mit Sturm und Regen den Bericht geschrieben :roll: 8) :wink:

ich Danke euch für die "Blumen" und es freut mich, wenn euch die Storys gefallen 8)
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!
Mario

Beitrag von Mario »

Hallo Rolf

toller Bericht,Petri zu euren Fänge!!!!!!!!

Ich sollte auch schon längst hinter die Fahnenträgerin sein,jedoch bin ich zur Zeit von den Dickköpfen (Alet) derart angezogen,dass ich meine Zapfenrute noch nicht eingesetzt habe.Wenn sie aber zum Einsatz kommt,dann nur mit brauner Goldkopfnymphe als Köder 8)


Bis bald..
Mario
Reverend

Beitrag von Reverend »

Eine wunderschöne Schilderung, Rolf.

Hut ab vor deiner bislang verborgen gebliebenen literarischen Ader - und Petri Heil zu den Fischen, dir und Mauro.
Udo

Beitrag von Udo »

Danke rolf wieder mal ein Bericht der gewohnten form. Klasse bilder sind auch wieder dabei. :) Petri zu den Fängen, und Gratulation zu dem schönen Erlebnis. 8)
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Uwe
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Beitrag von Uwe »

Hi Rolf,

da habt Ihr ja mal wieder einen erfolgreichen Angeltag gehabt. Gratuliere :!: :!:

Schöner Bericht und tolle Bilder, merci :D
Gruss Uwe
Eine Seeforelle zu fangen ist wie ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.
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Martin
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Beitrag von Martin »

Habs ja gesagt an meinem Namenstag muss es rappeln :-)
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser
Reverend

Beitrag von Reverend »

Fischerregel Nr. 3801:

"St. Martins Morgennebelschwaden

bringen Glück beim Nymphenbaden." :lol:
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