Wo Besatz hinführen kann...
- miKe
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Wo Besatz hinführen kann...
etwas zum Nachdenken http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 76,00.html
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astacus
Re: Wo Besatz hinführen kann...
ich glaube mich vage daran zu erinnern, dass ich dieses beispiel im neozoen- und speziell auch im zanderthread bereits als negativbeispiel einer faunenverfälschung genannt habe... doch irgendwie wurde das dort nicht wirklich ernst genommen, der zander sei ja schliesslich kein nilbarsch 
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alpfish
Re: Wo Besatz hinführen kann...
Der Zander ist definitiv nicht ein Nilbarsch. Aber das Problem ist natürlich klar. Wenn ein neuer Fisch in ein über Jahrtausende eingespieltes Ökosystem kommt beginnt eine dynamische Entwicklung mit Gewinnern und Verlierern. Es ist ein Experiment mit unbekanntem Ausgang!
- miKe
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Re: Wo Besatz hinführen kann...
Ich denke schon, dass Deine Aussage ernst genommen wurde. Man kann meines Erachtens aber nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!doch irgendwie wurde das dort nicht wirklich ernst genommen, der zander sei ja schliesslich kein nilbarsch
Die ostafrikanischen Grabenseen gehören evolutionstechnisch zu den interessantesten Flecken unserer Erde und finden nicht nur bei Ethologen und Evolutionsfoschern grosses Interesse! Die Ökosysteme sind in sich geschlossen und die meisten Fischarten kommen in diesen Gewässern endemisch vor. Da spielt es natürlich eine wesentlich grössere Rolle ob fremde Arten eingeführt werden oder selbst welche zuwandern!
Der Nilbarsch wird im direkten Vergleich zum Zander riesig und gilt als gefrässiger Räuber sowie sehr vermehrungsfreudig. Wichtige Punkte von denen er sich wesentlich von unserem Zander unterscheidet! Zudem finde ich das ganze "Zandergstürm" langsam aber sicher nervig! Wie ist es denn mit anderen wandernden Fischarten? Wie ist es beispielsweise mit den Rapfen, welche sich in Riesenschritten unseren Gewässern nähern und teilweise bereits erfolgreich fussgefasst haben? Was machen wir mit den Karpfen? Diese sind, nach historischen Berichten, auch nicht in unseren heimischen Gewässern hervorgegangen, sondern vor Jahrhunderten von Mönchen aus dem asiatischen Raum mitgebracht und ausgesetzt worden. Man wollte sich "Eiweissreserven" für die mageren Jahre schaffen um sich das eigene Überleben zu sichern. Wie ist es mit vielen, vielen weiteren Arten (Wirbellose, Wasserpflanzen, etc) die unsere Gewässer als ihren Lebensraum angenommen und akzeptiert haben? Bisher sind KEINE negativen Auswirkungen, wie wir das im Viktoriasee beobachten können, in unseren Breitegraden bekannt. Also finde ich Deinen Vergleich Nilbarsch/Zander an den Haaren herbeigezogen und Deine immer wiederkehrende Thematik "Zander" nicht der Realität entsprechend.
Wenn Dir der Zander dermassen Bauchweh bereitet, dann angle doch auf ihn! Es ist zwar nicht ganz einfach, macht aber mächtig Spass und das Fleisch ist äusserst schmackhaft!
Ä Gruess und ä Guete
miKe
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Re: Wo Besatz hinführen kann...
Das der Nilbarsch ist eine reine Behauptung eines Dokumentarfilmers. Wo sind seine Beweise? Ich habe die noch nie gesehen...... aber verkauft hat er den Film ausgezeichnet. Für das Verschwinden der vielen Fischarten kämen noch andere Hypothesen in Frage. Z.Bsp. die krasse Bevölkerungsexplosion produziert eine entsprechende Umweltverschmutzung. Den genauen Grund kennt so viel ich weiss niemand. Aber die Verschmutzung ist für mich einiges vernünftigere Erklärung.
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astacus
Re: Wo Besatz hinführen kann...
sorry miKe, ich konnte mir bloss einen kommentar nicht verkneifen, wenn jemand, der neozoen in der schweiz befürwortet, sich gegen neozoen in afrika ausspricht
eigentlich möchte ich hier nicht weiter auf den zander eingehen, da wir dafür ja einen eigenen thread haben und darin schon haufenweise argumente ausgetauscht wurden. daher möchte ich etwas allgemieneres hinweisen.
der einzigartigkeit der ostafrikanischen grabenseen und deren fischfauna bin ich mir bestens bewusst. ebenso kenne ich den evolutionsbiologischen hintergrund der über 1000 cichliden-arten und deren bedeutung für die heutige evolutionsbiologische forschung, insobesondere bezogen auf aspekte der adaptiven radiation. und du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass das beispiel des nilbarschs nicht 1zu1 auf den zander übertragen werden kann, da es sich um unterschiedliche arten handelt.
ich halte diese argumentation aber insofern für heikel, als dass ausnahmslos alle arten (ob tier, pflanze, pilz, prokaryont oder was auch immer) unterschiedlich sind und daher nie direkt miteinander verglichen werden können. es wäre aber extrem aufwändig, für jede einzelne art immer nachweisen zu müssen, dass sie einen negativen einfluss auf ein ökosystem haben kann, damit sie nicht eingeführt wird. da aber viele beispiele bekannt sind, wo die einführung einer fremden art in ein ökosystem dieses negativ beeinflusst hat, ist dies zumindest in der schweiz generell nicht mehr erlaubt. dass der nilbarsch im viktoriasee dass grössere ökologische problem ist als der zander im bielersee ist von mir unbestritten, jedoch nicht entscheidend. denn nicht nur gewässer mit einer (ehemals) einzigartigen fischfauna wie der viktoriasee sind wertvolle ökosysteme, die sich über jahrtausende eingestellt haben, sondern auch die "normalen" schweizer seen.
oder um es mit deinen äpfeln und birnen zu zeigen: natürlich sind beide früchte völlig verschieden, doch als arten der nördlichen hemisphäre gehören sie beide beispielsweise nicht nach südamerika. daran ändert auch die tatsache nichts, dass äpfel vielleicht problematischer sein könnten als birnen.
meine meinung zu diesem thema, die ich auch schon andernorts kundgetan habe, ist klar:
es sollen generell keine standortfremden arten mehr ausgesetzt werden dürfen. kommen in einem offenen gewässer bereits standortfremde arten vor, soll eine bekämpfung/dezimierung dieser abgeklärt werden. dabei müssen aspekte des tierschutzes für die fremde art ebenso einbezogen werden wie aspekte des artenschutzes für einheimische arten. ich bin also gegen ausrottungskampagnen ohne rücksicht auf verluste, jedoch auch gegen das nichtstun.
dies nur zur klarstellung, dass nicht behauptet wird, dass ich bestimmte arten verteufle und um jeden preis weg haben will...
und ich merke gerade, dass ich jetzt wieder mitten in der neozoendiskussion bin, für die es eigentlich einen eigenen thread gibt
übrigens fische ich natürlich sehr gerne auf zander, allerdings bin ich seit jahren nicht mehr dazu gekommen (das letzte mal habe ich noch als kind im greyerzersee zander gefangen). ich weiss von gerade mal drei zanderfängen in den letzten jahren in der aare im raum solothurn, eine gezielte zanderfischerei lohnt sich hier also kaum. mit dem gegenrecht beim patentbezug, dass wir solothurner ab dem nächsten jahr mit den bernern haben, werde ich aber aller vorraussicht nach das berner patent auch lösen und dann gehe ich nur zu gerne einmal am bielersee auf zanderjagd!
und wer weiss, vielleicht werde ich dann sogar mit der bitte um ratschläge zum zanderfang auf dich zukommen
@Alet:
der nilbarsch wurde als grund für das verschwinden der cichliden schon lange vor dem film genannt (welcher übrigens "Darwins Albtraum" heisst). auf den film wurde hier im forum auch schon hingewiesen, ich habe dort sogar etwas ähnliches wie du geschrieben.
tatsächlich ist nicht einwandfrei geklärt, ob wirklich der nilbarsch hauptverantwortlicher für das verschwinden der cichliden ist. die von dir genannten anderen ursachen könnten auch eine rolle spielen. trotzdem wird der nilbarsch nach wie vor von namhaften wissenschaftlern als einer der wesentlichen gründe angesehen.
und ich gehe jetzt fischen, vielleicht gibts ja einen winterhecht (auch wenn auf dem kalender erst herbst ist...). obwohl, ein räuberischer alet ist zu dieser jahreszeit wahrscheinlicher
eigentlich möchte ich hier nicht weiter auf den zander eingehen, da wir dafür ja einen eigenen thread haben und darin schon haufenweise argumente ausgetauscht wurden. daher möchte ich etwas allgemieneres hinweisen.
der einzigartigkeit der ostafrikanischen grabenseen und deren fischfauna bin ich mir bestens bewusst. ebenso kenne ich den evolutionsbiologischen hintergrund der über 1000 cichliden-arten und deren bedeutung für die heutige evolutionsbiologische forschung, insobesondere bezogen auf aspekte der adaptiven radiation. und du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass das beispiel des nilbarschs nicht 1zu1 auf den zander übertragen werden kann, da es sich um unterschiedliche arten handelt.
ich halte diese argumentation aber insofern für heikel, als dass ausnahmslos alle arten (ob tier, pflanze, pilz, prokaryont oder was auch immer) unterschiedlich sind und daher nie direkt miteinander verglichen werden können. es wäre aber extrem aufwändig, für jede einzelne art immer nachweisen zu müssen, dass sie einen negativen einfluss auf ein ökosystem haben kann, damit sie nicht eingeführt wird. da aber viele beispiele bekannt sind, wo die einführung einer fremden art in ein ökosystem dieses negativ beeinflusst hat, ist dies zumindest in der schweiz generell nicht mehr erlaubt. dass der nilbarsch im viktoriasee dass grössere ökologische problem ist als der zander im bielersee ist von mir unbestritten, jedoch nicht entscheidend. denn nicht nur gewässer mit einer (ehemals) einzigartigen fischfauna wie der viktoriasee sind wertvolle ökosysteme, die sich über jahrtausende eingestellt haben, sondern auch die "normalen" schweizer seen.
oder um es mit deinen äpfeln und birnen zu zeigen: natürlich sind beide früchte völlig verschieden, doch als arten der nördlichen hemisphäre gehören sie beide beispielsweise nicht nach südamerika. daran ändert auch die tatsache nichts, dass äpfel vielleicht problematischer sein könnten als birnen.
meine meinung zu diesem thema, die ich auch schon andernorts kundgetan habe, ist klar:
es sollen generell keine standortfremden arten mehr ausgesetzt werden dürfen. kommen in einem offenen gewässer bereits standortfremde arten vor, soll eine bekämpfung/dezimierung dieser abgeklärt werden. dabei müssen aspekte des tierschutzes für die fremde art ebenso einbezogen werden wie aspekte des artenschutzes für einheimische arten. ich bin also gegen ausrottungskampagnen ohne rücksicht auf verluste, jedoch auch gegen das nichtstun.
dies nur zur klarstellung, dass nicht behauptet wird, dass ich bestimmte arten verteufle und um jeden preis weg haben will...
und ich merke gerade, dass ich jetzt wieder mitten in der neozoendiskussion bin, für die es eigentlich einen eigenen thread gibt
übrigens fische ich natürlich sehr gerne auf zander, allerdings bin ich seit jahren nicht mehr dazu gekommen (das letzte mal habe ich noch als kind im greyerzersee zander gefangen). ich weiss von gerade mal drei zanderfängen in den letzten jahren in der aare im raum solothurn, eine gezielte zanderfischerei lohnt sich hier also kaum. mit dem gegenrecht beim patentbezug, dass wir solothurner ab dem nächsten jahr mit den bernern haben, werde ich aber aller vorraussicht nach das berner patent auch lösen und dann gehe ich nur zu gerne einmal am bielersee auf zanderjagd!
und wer weiss, vielleicht werde ich dann sogar mit der bitte um ratschläge zum zanderfang auf dich zukommen
@Alet:
der nilbarsch wurde als grund für das verschwinden der cichliden schon lange vor dem film genannt (welcher übrigens "Darwins Albtraum" heisst). auf den film wurde hier im forum auch schon hingewiesen, ich habe dort sogar etwas ähnliches wie du geschrieben.
tatsächlich ist nicht einwandfrei geklärt, ob wirklich der nilbarsch hauptverantwortlicher für das verschwinden der cichliden ist. die von dir genannten anderen ursachen könnten auch eine rolle spielen. trotzdem wird der nilbarsch nach wie vor von namhaften wissenschaftlern als einer der wesentlichen gründe angesehen.
und ich gehe jetzt fischen, vielleicht gibts ja einen winterhecht (auch wenn auf dem kalender erst herbst ist...). obwohl, ein räuberischer alet ist zu dieser jahreszeit wahrscheinlicher