Ein weiterer Schwarm Fische erschien auf dem Bildschirm des Fishfinders, ca 6 m Ab Boden. Sofort raufkurbeln und die Gambe/Hegene in Position bringen, langsam ziehen und Biss. Die Felche hing an der Nymphe und ich begann mit dem Drill. Gerade vier oder fünf Umdrehungen gelangen mir, als es einen gewaltigen Schlag auf die Rute gab und der Fisch das Kommando augenblicklich übernahm. Ich schätze mal so 30-40 m Schnur nahm mir mein Gegenüber ab, ehe ich überhaupt reagieren konnte.
Das es ein grösserer Fisch (Hecht) sein musste, zeigte sich an dem klopfen auf der Rute. Das entsteht wenn man einem Grossen Hecht nichts gleichwertiges entgegen zu setzen hat und er andauernd den Kopf hin und her schüttelt.
Den toten Köfi hatte er verschmäht, die Felche im Drill hingegen hat er voll genommen. Nun hiess es aufgepasst. Motor starten, Ankerseil hochziehen, alles mit einer Hand. Mit der anderen versuchen die Rute mit dem Fisch so gut es geht zu kontrollieren. Geschafft! Durch vorsichtiges manövrieren durch die anderen Boote hindurch, schaffte ich es mit dem Fisch ins Freiwasser. Nun kam es darauf an wie der Bursche die Felche gepackt hatte und wo allenfalls sich die Nymphe am Körper des Hechtes festgehakt hatte. Hat der Hecht die Felche schon drehen und schlucken können, was ich eigentlich bezweifelte, bestand die Gefahr, dass die Nymphe im Mund war und dementsprechend das Nylon in der Nähe der scharfen Zähne. Es kommt aber vielfach vor, dass sich die restlichen Nymphen um den Fischkörper verheddern und an den Flossen hängen bleiben.
Bei zweiter Möglichkeit besteht immer eine reelle Chance den Fisch auszudrillen. Geduld und Gefühl sind zwingend, bedenke man, dass Gerät und die Hegen sind nicht für solche Kaliber gedacht. Ich liess den Esox so lange wie möglich in der Tiefe toben, ich finde das verringert einen Schnurbruch. Nach etwa 20-30 Min. war der Spuk vorbei. Der Hecht hat sich ausgetobt und ich konnte mit langsamen Pumpbewegungen Schnur gewinnen. Meter um Meter brachte ich den Fisch so näher zum Boot.

Es war so wie ich es vermuten habe, die Hegene hatte sich mehrfach um den Fisch gewunden und er hing an zwei Nymphen. Als ich den Hecht zu sehen bekam, zeigte er mir bereits seine Flanke, was ein Indiz darauf ist das er erschöpft sein musste und es mit der Landung gleich beim ersten mal klappen könnte.
Dem war auch so und ein prächtig gezeichneter Hecht lag in meinem Feumer. Der Arm tat weh, doch der Anblick des Fisches und des Takle, dass mit mir zusammen den Fang Erfolgreich bestanden hatte, liessen mich für Minuten auf Wolke 7 schweben.
Es ist keineswegs selbstverständlich, dass so ein Anbiss für den Angler ein glückliches Ende nimmt. Nicht selten gehen solche Situationen zu Gunsten des Fisches aus.

