Pressemitteilung KFVBL, zum Fischreiverbot

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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bachfario

Pressemitteilung KFVBL, zum Fischreiverbot

Beitrag von bachfario »

PCB Problematik in der Birs





Stellungnahme des KFVBL





Bei einer Überschreitung des Grenzwertes um das fünffache ist ganz klar ein Handlungsbedarf gegeben.



Die Massnahmen müssen jedoch verhältnismässig sein.



Es ist eine Tatsache, dass sich PCB im Laufe der Zeit im Körper anreichert. Die untersuchten Fische waren alles grosse, ältere Exemplare, die der Belastung seit einigen Jahren ausgesetzt waren.



Im Durchschnitt entnimmt jeder Fischer an der Birs acht bis zehn Forellen pro Jahr, im betroffenen Abschnitt drei Stück.



Die Fangstatistik 2004 zeigt folgendes:



• Nur zwei Prozent der Fische, die in diesem Flussabschnitt von den Fischern entnommen wurden, entsprechen dieser Grösse (über 45 cm)

• 65% der Fische sind kleiner als 30 cm

• 87% kleiner als 35cm



Um das Gefahrenpotential definitiv einstufen zu können, müssen weitere Untersuchungen, auch an jüngeren Tieren, vorgenommen werden. Untersuchung von Sedimentproben müssen ein Teil dieser Untersuchungen sein.



Ebenfalls sind die Empfehlungen der Kommission beim BAFU abzuwarten, welche bundesweite Richtlinien ausarbeitet.



Die Bewohner unserer Gewässer sind Indikatoren für den Zustand unserer Umwelt. In den Talsohlen und letztlich im Trinkwasser kommt alles zusammen. Auch wir Menschen sind auf sauberes Wasser angewiesen.



Neben



• Der Zerstörung des Lebensraumes durch Uferverbauungen

• Dem Entzug der Dynamik unserer Gewässer durch

Kraftwerke

• Dem PKD-Problem

• Der Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit unserer Fische

durch Hormone aus den Kläranlagen

• Dem unkontrolliertem Eintrag von Antibiotika und einem

Cocktail von zehntausenden von Chemikalien

• Und der Gewässererwärmung

ist PCB ein trauriger Höhepunkt in einer Reihe von

Problemen, die auch uns einholen werden.



PCB ist kein Fischerproblem. PCB in unseren Fischen ist ein Gesellschaftsproblem, das alle aufrütteln sollte.

Die Tatsache, dass die Belastung der Fische im unteren Lauf der Birs abnimmt, schliesst das flächendeckende Eindringen von PCB in die Birs weitgehend aus. Es muss von einer Quelle im Kanton Jura ausgegangen werden.



Da sich das Problem jedoch nicht auf den Kanton Jura beschränkt, sollten die Behörden in Liestal dem Jura jede mögliche Unterstützung anbieten. Nicht nur im Interesse unserer Fische.

PCB in unseren Fischen: Wir stehen am Anfang eines Flächenbrandes!

Wir fordern die Umsetzung der Resolution des Schweizerischen Fischereiverbandes.



Das Engagement für naturnahe Gewässer, möglichst natürliche Bewirtschaftung mit Elterntieren aus der Birs, der Schutz unserer Gewässer und die Förderung der Artenvielfalt stehen im Zentrum unserer Anstrengungen. In den letzten 14 Jahren haben die Baselbieter Fischervereine an der Birs über eine Million Franken Pachtgebühren an die Gemeinden bezahlt. Rund 60`000 Arbeitsstunden investierten ihre Mitglieder in Renaturierungen, die Hege und Pflege und die naturnahe Bewirtschaftung der Birs. Ohne dieses Engagement gäbe es wohl schon längere Zeit keine Birsforellen mehr.



Das Fischen als Naturerlebnis, als Ausgleich für die Hektik des Alltages und der gelegentliche Genuss einer selbst gefangenen Forelle sind der gerechtfertigte Lohn unserer Anstrengungen für den Schutz und die Erhaltung unserer Gewässer.



Der kantonale Fischereiverband Baselland und die angeschlossenen Vereine stellen den Erlebniswert am Gewässer dem Fangertrag gleich.



Wir fühlen uns allen Lebewesen im und am Gewässer verpflichtet.
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