Noch haargenau kann ich mich erinnern, als ich am 31. August letzten Jahres die Seeforellenköder einholte... es sollte das letzte Mal sein, bevor die Alpenlachse in ihre fünfmonatige Ruhepause und zu ihren Laichplätzen wandern konnten. Eine für die Tiere gerechte Schonfrist, doch für einen Sefofreak beginnt eine lange Zeit, wo einem irgndwie etwas fehlt. So begann mit dem letzten Einziehen 2011 bereits die lange Vorfreudenszeit, die sich nun langsam als eine freudige Erwartung mit einer nervösen Anspannung bemerkbar macht.
In einer Woche gehts auch im Kanton Bern los, da beginnt sie wieder, die Seeforellensaison! Die letzten Vorbereitungen laufen, denn es ist wichtig, dass man bei dieser einzigartigen Fischerei keine Fehler im Bereich Material zulässt. Alles muss gemäss seinen eigenen Vorstellungen stimmen. Sogar der Whiskey wurde schon in den Flachmann gefüllt. Ob er schon bald ein erstes Mal geöffnet werden darf?
Die Faszination ist unbeschreiblich und keiner, der nicht von diesem Virus befallen ist, kann die Gefühle genau nachvollziehen. Stunden- und tagelang wird man wieder am und auf dem See verbringen, oftmals bei Wind und Kälte. Manchmal muss man eine enorme Geduld aufbringen können, doch mit dem Wissen, dass in unseren wunderbaren Seen imposante Tiere hausen, fällt es einem leicht. Für mich gibt es jedenfalls keinen anderen Fisch in unseren Gewässern, welcher in einer so perfekten, majestätisch edlen Erscheinung daherkommt. Jedes Individuum ist einfach einzigartig schön!
Auch wenn unsere Seeforellen schon schwere Zeiten mit Hochwassern und unerfreulichen Laichhabitatseingriffen durchstehen mussten, irgendwie hat diese anpassungsfähige und mit besonders starkem Lebenstrieb ausgestattete Art schon so manchens Hindernis kampfstark und mit unbändiger Zielstrebigkeit gemeistert. So bin ich überzeugt, dass insbesondere unsere grossen Alpenrandseen nach wie vor einen geeigneten Lebensraum für diesen Raubfisch bilden. Halten wir aber Sorge und setzen wir uns für möglichst naturnahe Gewässer ein!

In einer Woche wird die Jagd auf die Königinnen unserer Seen also losgehen! Ich bin mir sicher, dass auch andere Sefofischer mitten in freudiger Erwartung stecken und vielleicht dem einen oder anderen schon im Traum ein gewaltiger Ruck durch die Rute donnert oder die Bremse der Rollen zu singen beginnen wird. Bald kann dies schon Realität sein und die Emotionen werden noch weit grösser und intensiver sein.
Allen Sefofans, die schon bald an und auf die Berner Gewässer pilgern, ereignisreiche Stunden, ab und zu ein kräftiger Adrenalinschub und natürlich intensiv leidenschaftliche Genussmomente in Silbernähe!
Gerne könnt ihr hier Eure Erwartungen und Strategien schildern und später auch Erlebnisse und Erfahrungen zur Sefofischerei posten!







