Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

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Chrigel

Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Chrigel »

Grüezi zäme

Letztes Wochenende war ich mit den Kollegen wandern. Damit wir uns etwas zum Znacht machen konnten, gings noch schnell ins Lädeli(Treffpunkt, ähnlich wie COOP etc.). Beim durchstöbern im Gefrierfach stellten wir erschreckend fest, dass wunderschöne Bachforellen darin lagen. Natürlich fragten wir die Verkäuferin woher denn die Fische sind, die Antwort war: "aus dem Bach der dort vorbei fliesst" (was ich mehr oder weniger als Antwort erwartete), bei dem Bach handelt es um ein kantonales Gewässer, aber im gleichen Gebiet fliesst mein Pachtbach und der Pachtbach unseres Vereines durch. Ausserdem kam die Aussage: "Der Einheimische bringe ihr sogar zu viele(!) Forellen" .

Also egal ob die Fische nun aus dem kantonalen Gewässer(legal) gefangen oder erfrevlet worden sind, ich finde dies eine absolute Frechheit, Bachforellen fangen zu gehen um sie danach in einem Dorfladen zu verkaufen. Ich habe absolut nichts gegen die Entnahme von Bachforellen(ich mag sie ja selbst gerne) und auch nichts gegen "den Verwandten/Bekannten Mal einen guten Fisch zu geben", aber wenn ich 20 eingeforene Bafos sehe, gehts zu weit!

Ich bin mir sogar ernsthaft am überlegen ob via PV oder Kanton etwas unternehmen soll.

Nun meine Fragen

-Was sind eure Meinungen darüber?
- Kennt Ihr ähnliche Fälle?
- Was würdet Ihr unternehmen?
- Ist dies überhaupts erlaubt (so viel ich weiss nicht)


Dazu ist noch zu sagen, dass es sich um Bergbäche handelt, welche nicht jährlich mit 100-ten von Fischen besetzt werden!
chruemi

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von chruemi »

Hallo Chrigel

Ich würde mal beim Amt für Jagdt und Fischerei des Kantons nachfragen. Würde die Situation schildern und schauen was sie dazu meinen.

Gruess Thomas
Schweizer Angler

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Schweizer Angler »

also jetzt im kanton be bachforellen zu verkaufen ist eh lusch, die haben nämlich auch in privaten gewässern noch schonzeit. das kantonale (und bundes-)fischereigesetz gilt auch für private (und privatgewässer). weiter ist der verkauf von fischen aus kantonalen pacht und öffentlichen gewässern nur mit bewilligung des fischereieinspektorats erlaubt, was in deinem geschilderten fall kaum der fall sein dürfte. dem laden kann man keinen vorwurf machen, aber dem verkäufer der sie dem laden angeboten hat.

meldung ans inspektorat machen.

gruss

sa
T-Rig

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von T-Rig »

Schweizer Angler hat geschrieben:meldung ans inspektorat machen.
Genau!
gonefishing

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von gonefishing »

Ich bin der Meinung, dass es einer Bewilligung Bedarf um Lebensmittel herzustellen bzw. welche in den Umlauf zu bringen. Und dass Händler und Gastwirte die Herkunft der Lebensmittel nachweisen können müssen, und auch verpflichtet sind die Bewilligung von Zwischenhändlern zu kontrollieren.
Insofern kann man auch dem Laden einen Vorwurf machen, da er quasi Lebensmittel von einem 'Schwarzhändler' bezogen hat.

Ich kenne mich allerdings nicht so genau aus, und weiss nicht ob es evtl. eine Ausnahme gibt, was Pilze, Beeren, Fisch und Wild betrifft...
Schweizer Angler

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Schweizer Angler »

beim wildfrang-fisch trägt der laden in erster linie lebensmitteltechnisch die verantwortung für die ware die er in umlauf bringt. der hersteller (der fisch wird aber nicht hergestellt) natürlich auch (er hat als lieferant noch vorschriften über die hygiene beim fisch-schlachten und ie kühhl-kette wenn er tierische lkebensmittel in verkehr bringt), aber nur bis zur anlieferung.
bei den pilzen hats wie mir ist auch geändert, man braucht zwar eine "sammel, resp. verkaufsbewilligung" wenn man die gesammelten pilte an einen laden/ne beiz verkaufen will, aber man muss die pilze als lieferant nicht mehr kontrollieren lassen und den pilzkontrollsschein dem laden vorweisen. der seriöse laden und die seriöse beiz verlangt ihn aber trotzdem (!). ist eben die vielgerühmte "eigenverantwortung".
bei fischen wissen die verkäufer in so kleinen läden oft nicht mal was für fisch sie anbieten, forelle & saibling ist forelle, und lachsforelle ist in ihren augen lachs.

apropos würde ich rasschmöglich so eine bafo im besagten laden kaufen gehen, ein muster der ware quasi "sicherstellen", sonst ist`s für das inspektorat mal nur eine vermutung und nicht nachgewiesen, oder der laden riecht lunte um den lieferanten zu schützen, ist vielleicht einer aus demselben dorf.

gruss

sa
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Loup
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Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Loup »

Lebensmittelkontrolle Kanton Bern
Gruss vom Murtensee
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helix
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Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von helix »

Chrigel, finde es ebenfalls nicht angebracht und unverhältnismässig, aus wenig produktiven Bächen Fische zum Verkauf zu entnehmen. Besonders tragisch finde ich es, wenn diese aus Pachtgewässern gefrevelt wären, wo Vereine und Privatpersonen viel Arbeit und Engagement hineinstecken - dies zu beweisen würde aber schwierig sein, insbesondere wenn sie teilweise sogar vom selben Stamm sind.

@SA
Wie Chrigel geschrieben hat, waren die Forellen gefroren und nicht frisch, sie wurden also möglicherweise auch legal gefangen. Ich würde die Situation auch melden, ohne jedoch von Anfang an von einem Fehlverhalten zu sprechen, denn wie gesagt, es könnte sich ja auch um ein rechtlich korrektes Verhalten handeln, moralisch/ethisch finde ich das aber auch mehr als daneben...

@Mattu
Wie es bei den Fischen genau geregelt ist weiss ich auch nicht. Bei den Pilzen kannst du aber beim LANAT eine "Ausnahmebewilligung zum Sammeln von Pilzen zu Erwerbszwecken" beantragen. Diese kostet 100.-/Jahr und du darfst dann 6kg anstatt 2kg/Tag sammeln. Bedingung ist, dass du mindestens einmal pro Jahr Pilze verkaufst (muss vom Käufer mit Stempel bestätigt werden). Werden in einem Jahr keine Pilze verkauft, bekommt man die Bewilligung nicht mehr. Neuerdings müssen die zum Verkauf angebotenen Pilze nicht mal mehr von der Pilzkontrolle eingesehen und freigegeben werden, die Wirte oder Weiterverkäufer tragen selbst die Verantwortung.

Gruss
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Gruess helix
Schweizer Angler

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Schweizer Angler »

der lebenmittelkontrolle ist es egal woher der fisch kommt solange er gesundheitlich unbedenklich verzehrbar ist. am anderen ist das fischereiinspektorat und der kantonale veterinärdienst/artenschutz interessiert (oder manchmal auch nicht).

wenn der fisch wie vom laden besagt vom öffentlichen gewässer (ein bach) nebenan kommt, ist er kaum legal an den laden verkauft worden. im bin denletzten jahren nie eine bewilligung für den verkauf von bachforellen aus bächen vergeben. gibts abgänge beim abfischen z.b. werden sie meines wissens an altersheime oder vom kanton an die am abfischen beteiligten verkauft. die wahrscheinlichkeit dürfte 95:100 sein dass dies hier nicht der fall ist, aber man kann sich zugegeben durchaus täuschen.

gruss

sa
Zuletzt geändert von Schweizer Angler am Do 17. Feb 2011, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.
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thymallus
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Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von thymallus »

Schweizer Angler hat geschrieben: weiter ist der verkauf von fischen aus kantonalen pacht und öffentlichen gewässern nur mit bewilligung des fischereieinspektorats erlaubt
so was ist mir aus der fischereigesetzgebung nicht bekannt, kannst du noch den link auf die rechtsgrundlage liefern? ich hätte mehr mit der möglicherweise fehlenden lebensmittelrechtlichen bewilligung des fischers als verarbeiter (hygienische verarbeitung und so) argumentiert, allerdings bin ich im lebensmittelrecht nicht bewandert. abgesehen von der möglichen illegalität (bin mir da nicht so sicher) finde ich es auch eher fragwürdig, solche "lokale spezialitäten" zu produzieren.
allerdings sei der hinweis erlaubt, dass man im engadin in keinem restaurant lokale saiblinge aus den oberengadiner talseen essen könnte - und die sind nun wirklich eine lokale spezialität - , wenn sie nicht von anglern angeliefert würden... allerdings werden die auch nicht einfach schnöde eingefroren angeboten sondern kommen bereits edel zubereitet zum endkonsumenten. dort macht es für mich durchaus sinn, dass solche lokalen fische, die es dort in recht grosser zahl gibt, kommerziell verwertet werden (ob alles legal abläuft weiss ich auch nicht). denn wenn man dort oben nur isländische saiblinge kriegen würde, wäre das doch wohl auch etwas komisch.
God made one third of the earth land and two thirds water which clearly shows that he intended man to spend one third of his time plowing an two thirds fishing!
habakuk

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von habakuk »

ich war auch einigermassen erstaunt, als ich im migros vakumierte bio-bachforellen in der tiefkühltruhe entdeckte. offensichtlich werden aber neuerdings auch zuchtbachforellen angeboten, die irgendwo im norden gezüchtet werde.

was du gesehen hast geht aber gar nicht chrigel!
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Loup
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Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Loup »

@ sa
Der Lebensmittelkontrolle ist nicht alles egal. Herkunft, Abpackdatum, Verfalldatum, Kühlkette, Hygienenachweis bei der Schlachtung usw.
Nach meinem Wissen unterliegt all das der Lebensmittelkontrolle
Gruss vom Murtensee
Loup
Schweizer Angler

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Schweizer Angler »

thymallus

der bernische fischereigesetz gilt für üffentliche wie vom kanton vepachtete gewässer und besagt dass der verkauf von fischen daraus verboten ist. ich weiss dass es besonders um berner seen (z.b. bei wels, hecht & felchen) durch angler immer wieder vorkommt dass fische so in beizen finden. einige mit, andere ohne bewilligung.

das verkaufen von fischen ist ein erzielung eines gewerblichen einkommens, das berner angelfischerpatent und die pachtverträge sehen das angeln als hobb vo, welches nicht durch die mit dieser angelbeerchtigung gefagenen fische re-finanziert werden soll. darum ist ein berufsfischer-patent zu lösen, welches den gewerblichen verkauf beinhaltet (und dieses kostet apropos ja kaum was). so zumindest die info vor ein paar jahren an der aufseher-ausbildung, ich habe noch von keiner änderung gehört, und andere fischer hier scheinbar auch nicht.

erlaubt ist für clevere allerdings das verschenken von fischen und dafür einen "batzen der anerkennung" entgegenzuehmen, da lässt sich aber dann herrlich streiten wie hoch so ein batzen sein kann, damit nicht doch ein einkommen erzielt wird ;-), erst recht wenn das gechenk dann im verkaufsregal landet. dann ist die anerkennung eh auch fragwürdig. nur ist das ganze schlecht nachweisbar (für alle beteiligten)

am besten wendet man sich an den für die eigene region zuständigen aufseher, z.b. ramseier für die seeland-seen/bäche, rieder und flück fürs oberland.

gruss, sa, der oft fische verschenkt, aber nur gegen mündliche anerkennung.
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helix
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Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von helix »

habakuk hat geschrieben:ich war auch einigermassen erstaunt, als ich im migros vakumierte bio-bachforellen in der tiefkühltruhe entdeckte. offensichtlich werden aber neuerdings auch zuchtbachforellen angeboten, die irgendwo im norden gezüchtet werde
Habakuk, die "Bio-Bachforelle" von der Migros ist wohl auch eine Zuchtforelle. Das Bio-Label heisst noch lange nicht, dass es ein Wildfisch ist. Vermutlich wurden diese Forellen mit einem etwas teureren Futter grossgezogen oder etwas weniger eng gehältert oder vielleicht wurden sie auch einfach nur betäubt vor dem Töten. Ich halte persönlich wenig von Bio-Labels, insbesondere weil oft nicht klar und transparent aufgezeigt wird, warum überhaupt "Bio" draufsteht. Besonders einfältig finde ich "Bio-Honig" oder "Bio-Steinpilze" (gesehen bei Coop); ausser dass diese Produkte teurer sind, gibts wohl kaum einen Unterschied...
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Gruess helix
Schweizer Angler

Re: Bachforellen beim Treffpunkt zum Verkauf

Beitrag von Schweizer Angler »

@loup

das habe ich so auch nicht gesagt (hygiene & kühlkette habe ich erwähnt), nur dass die herkunft bei fischen der lebensmittelkontrolle mal grundsätzlich egal ist, wen alles andere legal ist. der fischhändler muss allerdings wenn er fische aus dem ausland liefert und hier verkauft eine "anerkennung als gewerbsmässiger importeur" haben". es gibt ja auch immer wieder gerüchte, dass die fischer die ihre lachse im ausland zum eigenverzehr fangen (25 kg) diese dann hier gewinnbringend verkaufen.

und jett haben wirnoch pcn belastet fische im mittelland, das inverkehrbringen solcher fische sofern icht für den eigenverzehr ist auch verboten, und das muss nicht al im fi-gesetz stehen, die aufrufe über die potentielle gefärdung durch den verzehr solcher fische in den meiden reichen völlig sie nicht die lebesmittelkette einzuspeisen zu dürfen.

gruss

sa
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