Eisfischen - muss das sein?

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helix
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Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von helix »

Hallo Fischerkollegen

Wir stecken noch mitten im Herbst, doch bereits erscheinen die ersten Fragen, Vorbereitungen und Diskussionen zum mittlerweilen populär gewordenen Eisfischen. In öffentlichen Medien wie z.B. hier im Forum oder in Printmedien hat das Thema Eisfischen seinen festen Platz erhalten. In der neuesten Ausgabe von PH ist ein Bericht mit dem Titel "Das Eisfischen verbieten?" erschienen. Offenbar eine Frage, welche ernst genommen wird! Obwohl vorerst für die dazu Verantwortlichen des FI des Kt. Berns ein Verbot nicht in Frage kommt, kann ich mir vorstellen, dass wir punkto Popularität der Eisfischerei an einen Wendepunkt kommen.

Seit die Eisfischerei im Kanton Bern erlaubt wurde, ging ich jeweils ein- bis zweimal pro Jahr (manchmal auch gar nie) an den Öschinen- oder Engstlensee zum Eisfischen. Verbunden mit einem tollen Erlebnis mit Kollegen in der Natur, gab es eigentlich immer auch einige Sailblinge oder Kanadier, manchmal sogar deren sechs. Es gab dadurch auch etwas Abwechslung im ansonsten fischereilich eher langweiligen Januar.

Grundsätzlich habe ich in der Art auch kein Problem damit, nur wollen mir einige Entwicklungen bezüglich Eisfischerei so gar nicht gefallen: Immer mehr Leute, in immer grösseren Scharen wollen tagtäglich von Januar bis April auf die populären Seen, nur um sich eine Vollpackung zu holen. Der Melchsee z.B. sei sogar schon "ausgebucht", vernahm man da im Forum. Damit dürfen da nur "Privilegierte" u.a. auf die frisch ausgesetzten Muttertiere fischen. Tonnenweise Massfische werden Jahr für Jahr in solche Bergseen "reingekippt". Aber nicht nur Fische... Es wird rückstichtslos teilweise der Müll einfach mit ein bisschen Schnee zugedeckt, sodass die Seen beim Auffrieren im Frühling regelrecht "übersät" mit jeglichem Abfall sind. Auch sind viele Fischer nicht bereit, einmal am See angekommen, noch weit nach einem "eigenen" Plätzchen zu suchen, in Reih und Glied steht einer nach dem andern, manchmal über 100 Fischer am selben Tag und alle mit der ähnlichen, primitiven Angeltechnik, wenn man da überhaupt von "Technik" sprechen kann. Effektiv ist diese Fischerei schon, auch der grösste Anfänger kommt so zum Erfolgserlebnis.

Man will nur noch konsumieren, einige sind fast jedes Wochenende auf irgend einem See und haben schon vor dem 16. März mehr als eine Seite in der Fangstatistik und sind sogar noch stolz darauf. Und wenn sie einmal so schön beissen, hat man auch nicht genug mit sechs Namaycushs. Obwohl da die Dunkelziffer sicherlich um einiges höher ist, wurden auch schon etliche Fischer beim Übertreiben, teilweise sogar mit einem Vielfachen der erlaubten sechs, erwischt.

Klar, bei weitem nicht alle Eisfischer verhalten sich so, aber es ist eine Tendenz ersichtlich.

Für die Patentverkäufer, Fischerereiartikelhändler, Wirte, Bahnbetreiber, Guides etc. ist diese Entwicklung sicherlich sehr lukrativ, damit lässt sich eine Menge Geld machen, das "rentiert"! Das mag ich den Leuten auch gönnen, sicherlich ein positiver Aspekt am Ganzen. Aber auf Kosten der Natur?

Wie gesagt, die Entwicklung kommt irgendeinmal an ein Limit, an einen Wendepunkt. Fanatiker fordern ein generelles Eisfischverbot, das geht mir persönlich viel zu weit. Da gäbe es bessere Wege! Gesunder Menschenverstand und rücksichtsvoller Umgang mit der Natur, aber eben, das kann man kaum "kontrollieren" und vielen fehlt dieser Verstand, wie in den letzten Jahren bewiesen wurde.

Deshalb frage ich euch und auch mich, muss das sein, mit dieser Eisfischerei?
Zuletzt geändert von helix am Sa 6. Nov 2010, 08:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Gruess helix
gonefishing

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von gonefishing »

Verstehe ich nicht, warum soll man es verbieten?
Weil ein paar ihren Dreck nicht weg räumen und sich nicht an die Reglemente halten?
Dann müsste man die Angelfischerei insgesamt und vieles anderes verbieten...
Ein paar schwarze Schafe gibt's doch überall, aber das gleich wieder nach Verboten geschrieen wird ist wieder typisch Angelfischerei.
Warum fordern wir nicht gleich ein totales Verbot unseres Hobbies damit wir nicht mehr über die bösen anderen schimpfen müssen, die uns die Fische wegfangen?
Es reicht doch, wenn die bestehenden Reglemente umgesetzt werden. Und wenn scheinbar bei so einem Andrang von einzelnen Fischern die Reglemente nicht eingehalten werden, dann könnten diese aber auch durch die direkt neben ihnen stehenden freundlich darauf hingewiesen werden.
Die Bergseen sind Put-and-take-Gewässer, besondere Auswirkungen auf den Fischbestand hat ein grösserer Andrang nicht. Kommen mehr Leute, wirft man mehr Fische rein; kommen zu viele wirft man nicht mehr rein, dann wird weniger gefangen und es werden wieder weniger. Ob die Fische jetzt klein oder gross sind, ist mir persönlich auch schnurz.
rocknroll666

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von rocknroll666 »

gonefishing hat geschrieben:Die Bergseen sind Put-and-take-Gewässer, besondere Auswirkungen auf den Fischbestand hat ein grösserer Andrang nicht. Kommen mehr Leute, wirft man mehr Fische rein; kommen zu viele wirft man nicht mehr rein, dann wird weniger gefangen und es werden wieder weniger. Ob die Fische jetzt klein oder gross sind, ist mir persönlich auch schnurz.
Kämen aber nicht so viele Fischer müsste man auch keine Fische besetzen und es wären keine put and take Gewässer?

Oder wenn nicht so viel Besatz gemacht würde, kämen nicht so viele Fischer, da ja die Chance auf das super-6er Pack kleiner wäre.


Das Eisfischen als Trend im Sinne von "Jeder kann, jeder muss, immer und immer wieder, so oft wie möglich" finde ich bedenklich.

Aber ein Verbot? Nei sicher nicht... Einfach weniger Besatz für die "Sonntagsfischer" (ich nenns jetzt einfach mal so).



Gruss
Tom
Högli

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von Högli »

Muss nicht sein.....
...... darf aber und macht mir Spass da es mal was Spezielles ist! 8)

@Tom: Gut gehe ich jeweils Samstags!

Grüessli, Markus
rocknroll666

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von rocknroll666 »

Högli hat geschrieben:@Tom: Gut gehe ich jeweils Samstags!
Als Student habe ich noch das Glück manchmal auch unter der Woche gehen zu können :)
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Petri-Jünger
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Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von Petri-Jünger »

Als erstes möchte ich sagen, dass ich es super finde, dass dieses Thema im FF einmal angesprochen wurde obschon die Gefahr recht gross ist, dass man mit kritischen Aussagen betreffend der Eisfischerei in ein Wespennest sticht. Aber Foren sind ja bekanntlich da, um Meinungen auszutauschen und deshalb finde ich hat jeder das Recht darauf, seine Meinung zu sagen und wer den Artikel richtig gelesen hat, der hat auch bemerkt, dass von einem generellen Verbot nie die Rede war!

Meine Meinung zum Eisfischen ist folgende, ich bin wahrscheinlich einer der ganz wenigen welche noch nie beim Eisfischen war und dies aus meiner persönlichen Überzeugung, was aber nicht heisst, dass ich die Eisfischer verurteile, denn wir haben Gesetze und wenn das Eisfischen erlaubt ist und man sich an die Regeln hält ist dies absolut in Ordnung. Die meisten Gründe wenn nicht fast alle, weshalb ich noch nie auf einem zugefrorenen See vor einem Loch stand und fischte wurden bereits aufgezählt. Einer, und für mich aber fast der wichtigste Grund möchte ich hier noch anfügen. Überlegt euch einmal wie lange die Schonzeit für Edelfische im Flachland dauert. Bach- und Seeforellen haben zum Beispiel haben im Kt. Bern fast ein halbes Jahr Schonzeit, beim Saibling sind es immerhin zwei Monate. Und da der Befischungsdruck an den doch eher kleinen Bergseen vom Frühjahr bis in den Herbst ohnehin recht gross ist fände ich es gut wenn die Fische dort auch etwas länger als blos dieser eine Monat "ihre Ruhe" hätten.

Und nun kommen wir natürlich unverzüglich wieder zum Thema "Put-and-take-Gewässer" was mir persönlich (wiederum meine Meinung) nicht sonderlich gefällt. Konkret ich habe seit vielen Jahren mit meinem Onkel ein eigenes Boot am Öschinensee und fische deshalb schon sehr sehr lang und früher auch sehr regelmässig dort oben. Die Art der Fischerei und die Fische welche ich in den letzten Jahre gefangen haben, führten aber dazu, dass ich in jedem Jahr weniger oft am Öschinensee war. Früher fing man Fische in alle grössen sprich Saiblinge und Kanadier auch mal um die 10 cm. was ich drauf zurückführe, dass auch eine natürlich Fortpflanzung stattfand. Zudem hatte man oft auch Fische welche schön oranges Fleisch hatten und man beim Fillet oben am Rücken nicht noch eine Zentimeter dicke Fettschicht abschneiden musste. In den letzten Jahren wahr es aber oft der Fall, dass wenn man 2,3,4,5 oder 6 Fisch fing alle erstens praktisch die gleich Grösse hatten, zweitens schneeweisses Fleisch hatten und drittens viel Fett enhielten sprich die Fische kommen mehr oder weniger direkt aus der Zucht was für mich wieder um nicht mehr viel mit Angeln zu tun hat (wiederum meine persönliche Meinung) und deshalb habe ich an eine 40er Aare Forelle oder was auch immer im Moment wesentlich mehr Freude als an 6 Kanadier aus dem Bergsee welche alle gleich gross sind. Natürlich sind die angesprochenen Gründe nicht einzig und allein auf die Eisfischerei zurückzuführen.

Und zum Schluss noch dies, mit der Eisfischerei ist für mich auch eine Art Tradition ausgestorben all jene die einmal eine Bergsee-Eröffnung miterlebt haben wissen wo von ich spreche. Lustige Vorabende am Lagerfeuer mit Fischerkollegen und der Schuss des Wildhüters am 16. Juni um 06:00 Uhr lassen Grüssen.

Ich hoffe meine Meinug wird respektiert sowie ich sämtlich Meinungen von allen anderen auch respektiere!!!
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tom66
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Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von tom66 »

Petri-Jünger@ Meine Worte!
Arts

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von Arts »

Hallo,

Was ich mich immer frage bei dieser Art von Bewirtschaftung (Put&Take).
Das wird ja scheinbar an Bergseen so intensive betrieben, lohnt sich das wirtschaftlich überhaupt?

Scheinbar ja? Sonst würde man es ja nicht machen.... mitgerechnet die Gelder die in die Lokalen Dienstleister, der Tourismus damit verdient. oder wie sieht das aus?

Rein mit den Patentgebühren sind die Besatzkosten kaum gedeckt....... da ist die Frage schon interessant - muss das sein?

Anders siehts natürlich an einer Melchsefrutt als Pachtgewässer aus..... da ist es ja reiner Tourismus.

Die wenigsten von uns würden zum Beispiel an eine Blausee ausfischete gehen und wären bereit ca. 22.- CHF pro kilo Fisch zu bezahlen ;)

Tom
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Petri-Jünger
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Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von Petri-Jünger »

Tom, da sind wir beim nächsten Problem.. Resp. eben einem dem Hauptgründen welcher aus Sicht des Kantons für die Eisfischerei spricht. Ich war zwar noch nie aber ich weiss vom Wirt am Öschinensee, dass zum Beispiel anfang Januar nicht selten über 100 Eisfischer auf dem See stehen. Wenn wir jetzt nur defensiv rechnen und sagen, dass 50% aller kein kantonales Jahrespatent haben sonder die Tageskarte lösen mussten, kommt man auf eine stattliche Summe. Für den Kanton muss es rentieren ansonsten würde man im Herbst nicht eine solche Menge Fische aussetzten.

Noch was zum Blausseethema, mein Onkel war in diesem Herbst ein paar Tage oben am Oeschinensee. Er hatte jeden Tag innert kürzester Zeit 6 Kanadier(alles Schläuche, sprich magere 30er bis 35er..). Klar, es wurde in der Vorwoche ausgesetzt wie er erfahren hat. Da muss ich mich schon fragen, was bei einer solchen Fischerei noch der Unterschied zwischen Blausee und Oeschinensee ist..!? Für mich der einzige, dass am Oeschinensee das Kilo nicht 22 Franken kostet.. :wink:

Aber wie gesagt, jedem das Seine. Solange jeder Spass an diesem wunderbaren Hobby hat und sich an die Regeln hält, ist es ok.
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helix
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Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von helix »

@gonefishing
Das "muss das sein?" bezieht sich auf die fragwürdige Entwicklung der Eisfischerei und nicht primär aufs Verbieten. Es ist aber durchaus Gang und Gäbe, dass nur aufgrund einiger "Sündenböcke" Gesetze angepasst werden und damit das Kollektiv, also auch alle "vernünftig" und fair Fischenden bestraft werden.

Und hast du ernsthaft das Gefühl, dass z.B. am Öschinensee weniger oder keine Fische mehr ausgestzt würden, weil da viele oder gar "zu viele" Fischer auf dem See fischen? Viel zu gross ist da der Druck der wirtschaftlich Abhängigen, und diese sind breitgefächert. Der Besatz wird doch von diversen Seiten quersubventioniert und das "Gesamtpaket" Eisfischen bringt einen riesen Umsatz mittlerwilen. Da ist so kalkuliert, dass es sogar rentiert, wenn einzelne Fischer an jedem Wochenende sechs oder gar zwölf (oder noch mehr!) Massfische behändigen.

@Petri-Jünger
Sehr zutreffend, deine Aussagen! Vom Wespennest habe ich noch nichts gespürt, obwohl ich absichtlich die "wunden Punkte" des Themas besonders stark betont habe. Offenbar fehlen plausible Argumente, eine solche Fischerei zu unterstützen!

Der Vergleich mit dem Blausee lässt sich durchaus machen. Sehe auch keine wesentlichen Unterschiede mehr, einzig dass dem Ökosystem Blausee und den Wildtieren, und nicht nur den Fischen (!), im Winter wenigstens noch etwas Ruhe und Erholung gewährt wird. Und um am Blausee einen Fisch zu fangen, muss man wenigstens noch auswerfen können. Rentabel sind sicher beide "Unternehmen", nur dass der Blausee ein Privatsee/Fischzucht und der Öschinensee ein öffentliches Patentgewässer ist, was wiederum bedenklich ist.
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Gruess helix
gonefishing

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von gonefishing »

helix hat geschrieben:Und hast du ernsthaft das Gefühl, dass z.B. am Öschinensee weniger oder keine Fische mehr ausgestzt würden, weil da viele oder gar "zu viele" Fischer auf dem See fischen? Viel zu gross ist da der Druck der wirtschaftlich Abhängigen, und diese sind breitgefächert.
Das Fischereiinspektorat ist eine Fachstelle des Kantons, und hat sehr häufig die Aufgabe sich gegen wirtschaftliche Interessen und für den Erhalt oder die Wiederherstellung naturnaher Gewässer einzusetzen. Werden Bedenken von anderer Seite (z.B. NSI, Forst etc.) angemeldet, so wird das FIB bestimmt nicht wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund stellen.

Aber es ist nun mal so, dass die Bergseen keinen natürlichen Fischbestand hatten, und gerade der Oeschinensee daher und aufgrund der Infrastruktur für eine intensive Nutzung geeignet ist. Hier spielt, denke ich, die Besucherlenkung auch noch eine grosse Rolle. Sicher werden zusätzliche Fischer angelockt, aber auf der anderen Seite wahrscheinlich auch etwas Befischungsdruck von Seeforellengewässern u.a. weg genommen.
Ich war früher auch mehr am Oeschinensee, aber ich weiche nun halt einfach auf andere Bergseen aus, die weniger stark besetzt werden.

Es ist ja nicht so, dass die Gewässer im Kanton Bern generell aus wirtschaftlichen Gründen stark besetzt werden, sondern der Oeschinensee ist eher ein Einzelfall, schon am Engstlensee sieht es weniger dramatisch aus. Dies zeigt denke ich, dass es hier nicht primär oder ausschliesslich um wirtschaftliche Interessen geht, sondern auch um Besucherlenkung.
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helix
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Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von helix »

gonefishing hat geschrieben:Das Fischereiinspektorat ist eine Fachstelle des Kantons, und hat sehr häufig die Aufgabe sich gegen wirtschaftliche Interessen und für den Erhalt oder die Wiederherstellung naturnaher Gewässer einzusetzen. Werden Bedenken von anderer Seite (z.B. NSI, Forst etc.) angemeldet, so wird das FIB bestimmt nicht wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund stellen.
Jajaa, da hast du schon Recht, Mattu... Schön, dass du noch ans Gute im Menschen glaubst, aber viellecht auch etwas naiv, zu denken, dass beim Öschinensee "der Natur zuliebe" solche Massen ausgesetzt werden und da wirtschaftliche Interessen und "Vetternwirtschaft" keine Rolle spielten. Die Infrastruktur am Öschinensee, da hast du Recht, spielt sicher eine zentrale Rolle und unterstützt gerade dieses bedenkliche Vorgehen.
gonefishing hat geschrieben:Sicher werden zusätzliche Fischer angelockt, aber auf der anderen Seite wahrscheinlich auch etwas Befischungsdruck von Seeforellengewässern u.a. weg genommen.
Das glaube ich wirklich nicht, dass gerade diese negativ angesprochenen "Konsumfischer", denen es nur darum geht, mit einfachsten Methoden möglichst viel zu fangen, sich stattdessen stunden- und tagelang den Seeforellen widmen würden. Viel zu gross wäre da die Anstrengung und viel zu schwierig und zu anspruchsvoll die Technik. Das Erfolgserlebnis (einen oder mehrere Fische zu fangen) wäre nicht vorprogrammiert, und glaube mir, das würde diesen Fischern schnell verleiden...
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Gruess helix
gonefishing

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von gonefishing »

helix hat geschrieben:Schön, dass du noch ans Gute im Menschen glaubst, aber viellecht auch etwas naiv, zu denken, dass beim Öschinensee "der Natur zuliebe" solche Massen ausgesetzt werden und da wirtschaftliche Interessen und "Vetternwirtschaft" keine Rolle spielten.
Hier geht es nicht um gut und böse, sondern um den Aufgabenbereich des FIB. Ich muss und darf beruflich immer wieder mit dem FIB zusammenarbeiten, und darf von daher behaupten, dass sie ihren Job sehr gut machen.
Auch als Hobbyfischer bin ich mit dem, was das FIB so macht, im Vergleich zu anderen Kantonen und zum benachbarten Ausland im grossen und ganzen sehr zufrieden.

Und ich frage mich schon, ob du nicht etwas stark schwarz-weiss-malst, von wegen guter Fischer / böser (Konsum-)Fischer. Hier im Forum findet man sehr viele Berichte zum Eisfischen, auch von Fischern die auch auf Seeforellen fischen. Schöne Berichte, mal mit besseren, mal mit schlechteren Fängen, aber sozusagen immer mit Respekt vor der Natur und mit Freude am Hobby.
Wegen ein paar wenigen rücksichtslosen Opportunisten Massnahmen zu ergreifen, die viele dann zu tragen haben, finde ich übertrieben. Sicher könnte man die Natur noch mehr schonen, z.B. wie in Oberbayern wo Eisfischen verboten ist und die meisten Gewässer den ganzen Winter gesperrt sind, das würde mich persönlich aber mehr nerven als ein Gewässer mit Hochbetrieb (um das ich ja einen Bogen machen kann wenn's mir nicht passt). Ja, da bin ich auch opportunistisch... ;-)
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helix
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Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von helix »

Mattu, das mit dem "Guten im Menschen" ist sinnbildlich gemeint und nicht wortwörtlich.

Habe auch schon mit Leuten vom FI zusammengearbeitet (zwar nicht beruflich) und weiss, dass wir hier, bei der Bewirtschaftung, fähige und sehr fachkompetente Leute haben, die ihrem Job im Grossen und Ganzen ausgezeichnet nachkommen. Das Beispiel Öschinensee (ev. auch Engstlen) ist da wirklich eine Ausnahme und ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, ob ich an der Stelle, dem öffenlichen Druck standhalten könnte. U.a. mit den Einnahmen der Patentverkäufe und Subventionen anderer Wirtschaftszweigen (betrifft u.a. eben gerade diese populären Bergseen), kann sich das FI auch finanzieren und damit Ihre Arbeit qualitativ hochwertig gestalten. Das ist schon ein wenig eine Dilemmastituation, zugegeben.

Male hier absichtlich etwas schwarz-weiss (ist sonst nicht meine Art), weil mich diese Entwicklung punkto Eisfischerei wirklich stört, ein Dorn im Auge ist, und mir hier die Nachhaltigkeit und der Respekt gegenüber der Natur abhanden gekommen scheint.

Trotzdem, wie bereits mehrmals angetönt, werfe ich sicherlich nicht alle Eisfischer in den selben Topf.

Wo bleiben denn die Pro-Eisfischen-Argumente? Ausser dem Spassfaktor habe ich noch keine plausiblen Befürwortungen gehört...
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Gruess helix
Högli

Re: Eisfischen - muss das sein?

Beitrag von Högli »

@helix
Vieleicht fehlen die Argumente weil es vielen von uns einfach gewaltig auf den Sack geht sich immer und immer wieder
rechtfertigen zu müssen wie wann wo man fischt.
Solange ich mich an die gesetzlichen Vorschriften halte und meine Art des Fischens mit meinem Gewissen vereinbahren kann,
muss ich mich auch nicht weiter rechtfertigen!

Grüessli, Markus

Hoffentlich wird's bald Frühling.... der Fischereiszeit hat heuer schon früh angefangen :roll:
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