Fischer wird angeklagt!

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T-Rig

Fischer wird angeklagt!

Beitrag von T-Rig »

NEWSLETTER - 26. Januar 2010

Die Fischerei im Visier

Am Zürichsee wird ein Fischer angeklagt, weil er korrekt und legal vom Ufer aus einen 22-pfündigen Hecht erbeutet. Trotzdem unterstellt ihm der Zürcher Tierschutz Tierquälerei, der Zürcher Tieranwalt
unterstützt die Anzeige und der Staatsanwalt erhebt tatsächlich Anklage!

Ja, lieber Leser, Sie sind im falschen Film. Der Vorspann beginnt in den 1980er-Jahren als die deutsche Irrlehre auf die Schweiz überschwappt. Tierschutz-Extremisten wie Dr. Kessler aus dem Thurgau laufen Sturm gegen
die Fischerei. Obwohl der Extremist verschiedentlich gerichtlich verurteilt wird – unter anderem wegen widerrechtlicher Verwendung von «Petri-Heil»-Illustrationen – finden seine Thesen im Bundesamt für Veterinärwesen (Bvet) offene Ohren. «Wehret den Anfängen» schreiben wir, als das Verbot des lebenden Köderfischs erlassen wird. Immerhin gewährt der Bund nach empörten Protesten der Fischer den Kantonen das Recht für Ausnahmen. Im Kanton Zürich werden diese letztes Jahr still und leise abgeschafft! Dann folgt das Verbot des Widerhakens – wohlverstanden nicht nur in Salmoniden-Fliessgewässern, wie wir es seit Jahrzehnten befürworten und praktizieren. Und nun vor zwei Jahren kommen Hälterungsverbot und obligatorische Ausbildung dazu. Ein «catch and release»-Verbot, wie es in Deutschland gehandhabt wird, können wir zwar weitgehend abwenden, aber die schizophrene Philosophie «nur ein toter Fisch ist ein guter Fisch» wird aktiv verbreitet. Also wappnen wir uns für einen Musterprozess im Graubereich dieser durchlöcherten Anlandepflicht. Aber siehe da, der Zürcher Tierschutz liefert uns nun mit seiner Anzeige ein Präzendenzfall, den wir bis vor Bundesgericht ausfechten werden. Wenn hier nämlich nicht die Gerechtigkeit siegt, können wir unsere Ruten verbrennen!

Es ist wohl kein Zufall, dass der Zürcher Tierschutz auf Irrwege gerät, ist er doch der einzige Kanton der einen Tieranwalt beschäftigt. Die Verstädterung führt bekanntlich zu anthropomorphem Denken, das heisst das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere. Extremistische Tierschützer schätzen Tiere und nun halt auch Fische wie einen anderen Menschen ein. Als Steuerzahler darf man sich wundern, dass ein Staatsanwalt Anklage erhebt aufgrund einer derart dürftigen Rechtsgrundlage. Oder will er ein Exempel statuieren, weil er der Bürgerschikanen durch den Tieranwalt überdrüssig ist? Es ist tatsächlich ziemlich seltsam: Der Kanton verkauft mir gegen gutes Geld eine Fischereibewilligung. Ich übe das erworbene Recht zum Fischfang korrekt aus, drille fachgerecht einen Fisch und werde von eben diesem Kanton verklagt! Es lohnt sich, die unglaublich anmutende Geschichte in unserer Rubrik Fokus zu Lesen.

Selbstverständlich liefern wir Ihnen in unserem neuen Heft aber auch spannende und toll bebilderte Drillszenen – sozusagen als Arbeitsbeschaffung für den Zürcher Tierschutz...

Mit Petrigruss

Ihre «Petri-Heil»-Redaktion

Ich kann dazu nur sagen: Schwachsinn!
MS Tripper

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von MS Tripper »

T-Rig hat geschrieben:Ich kann dazu nur sagen: Schwachsinn
Word!

Der Rest wurde im TT schon ausführlich diskutiert :mrgreen:
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miKe
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Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von miKe »

T-Rig hat geschrieben:Ich kann dazu nur sagen: Schwachsinn!
Damit triffst du den Nagel mitten auf den Kopf!
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Bassmaster
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Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von Bassmaster »

Absoluter Schwachsinn!
Gruss Pädu

Merke: Der schlechteste Angeltag ist immer noch besser als der beste Arbeitstag!
Pesche

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von Pesche »

Ja, das ist wirklich absoluter Schwachsinn.

Daher: einfach keine Fangberichte und ähnliches mehr veröffentlichen, und wenn doch, dann ohne Angabe der "Drilldauer"

--> aber wohin wird uns das Ganze am Ende führen? Werden wir bald nur noch hinter vorgehaltener Hand zu unserem Hobby stehen dürfen?
Es wär dringendst an der Zeit, dass sich die Politik mal wieder ein wenig hintersinnt und auch mal wieder auf die Anliegen der Fischer eingeht!

Schaut euch doch mal die Fischerei-Vorschriften der benachbarten Länder an: wir haben wohl die absolut hirnrissigsten Vorschriften überhaupt.

In anderen europäischen Ländern wird Catch and Release vorgeschrieben um den Fischbestand nachhaltig zu erhalten und die Schweizer machen das pure Gegenteil... im Kanton Solothurn muss ich sogar (gemäss Verordnung) jedes gefangene 10er-Egli mit nach Hause nehmen...

Also solche Vorschriften können ja wirklich nur von einem realitätsfremden Bürokrat in einem feuchten Kellerbüro verfasst worden sein.

Aber auf der anderen Seite müssen wir Fischer uns eben auch mal selber an der Nase nehmen (mich eingeschlossen): was haben wir unternommen um diese neuen Gesetze/Verordnungen zu kippen oder rückgängig zu machen? NICHTS, oder eben ZU WENIG!

Schade, dass wir "unsere Widerhaken" schon vor langer Zeit verloren haben.
astacus

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von astacus »

T-Rig hat geschrieben:[...] ist er doch der einzige Kanton der einen Tieranwalt beschäftigt.
hoffentlich nicht mehr lange :wink:


und für alle die, die nicht wissen, worum es überhaupt geht (wie mich):
es soll doch mal bitte jemand über diesen fall aufklären! aus den worten (um nicht zu sagen hasstiraden) der petri-heil-redaktion geht nämlich inhaltlich nicht wirklich viel hervor...

gehe ich richtig in der annahme, dass der fisch releast wurde?
Pesche

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von Pesche »

so wie ich im Petri-Heil gelesen habe, geht es einzig um die Drilldauer von 10 Minuten!
Das habe dem Fisch zuviel Stress bereitet und es wird sogar weiter behauptet, der Fisch sei in diesen 10 Minuten qualvoll erstickt -> darum die Anklage
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Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von miKe »

gehe ich richtig in der annahme, dass der fisch releast wurde?
Nepp - der wurde irgendwo in einem Restaurant aufgetischt. Selbstverständlich nach dem ordnungsgemässen Betäuben und (mittels Kiemenschnitt) ausbluten lassen...
astacus

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von astacus »

Pesche hat geschrieben:so wie ich im Petri-Heil gelesen habe, geht es einzig um die Drilldauer von 10 Minuten!
Das habe dem Fisch zuviel Stress bereitet und es wird sogar weiter behauptet, der Fisch sei in diesen 10 Minuten qualvoll erstickt -> darum die Anklage
danke. gibts dazu irgendwo weitere schriftliche ausführungen (artikel oder so)?
Pesche

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von Pesche »

im aktuellen Petri-Heil ist ein recht ausführlicher Artikel drin
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Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von miKe »

liest der Asti ja nicht... :wink:
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Loup
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Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von Loup »

Da kann ich mich nur fragen, ist das der ANFANG VOM ENDE
Gruss vom Murtensee
Loup
Pesche

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von Pesche »

Der Anfang? Wir sind schon mittendrin! :evil:
bienne0

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von bienne0 »

ist wirklich total daneben, der Tierschutz nimmt immer verrücktere Formen an. irgendwann müssen wir Fischer uns vor dem Tierschutz in Acht nehmen und nur mehr mit RA zum Fischen gehen. :evil:
gruss und Petri
Dean
astacus

Re: Fischer wird angeklagt!

Beitrag von astacus »

miKe hat geschrieben:liest der Asti ja nicht... :wink:
richtig :D
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