@ fugs
Die Aufgezählten Massnahmen für Fanglimiten (Tages-,Monats- oder Jahreslimite einer Fischart) werden wenig bis gar nix bringen. Auch ich habe von mehreren Fischern persönlich gehört, dass sie nach gefangener Tageslimite, einfach kurz nach Hause gehen um dann wieder am See weiter zu fischen. Dies kann man leider mit keiner Limite/ Gesetz verhindern, denn die überprüfung wird unmöglich
eine überprüfung ist sehr wohl möglich bei sogenannten kontingenten und sie wird in einigen französischsprachigen kantonen die schon seit jahren kontingente (und vielerorts auch mehr fische, sprich salmoniden in bächen und flüssen) haben auch angewandt.
ein kontingent wie eine jahres, monats, wochen oder tageslimite betrifft meist eine oder mehrere fischarten und für den gesamten kanton. wenn es also heisst ich darf 2 äschen pro tag fangen, heisst dies nicht 2 äschen da und dann noch 2 dort. entweder eine da und eine dort, macht dann auch zwei, aber nirgends und auch nicht im gesamten tagestotal 2. da nützt nachhause fahren und abladen nichts, weil man die fische in der fangstatistik eintragen muss. selbstverständlich kann man "vergessen" seinen fang einzutragen oder ihn im stiefel verstecken (
und die aufseher schauen oft auf die stiefel wie ausgebeult sie sind, ha ha), aber dann hängt man in einer kontrolle. und wenn man so verfährt hängt man so oder so, schon heute und dort wo es noch keine kontingente gibt.
wer am fluss auf forellen fischt, das kontingent abschöpft und dann auf den see auf felchen geht hat kein problem, denn wie gesagt sind kontiogente immer fischarten bezogen, und betreffend nicht die gefangenen fische aller arten im ganzen kanton am selben tag.
ich habe selber keine erfahrung mit kontingenten und danach mit einer auswertung des fischbestandes an meinen kantonalen gewässern, da es ja dort noch keine kontingente gibt. dass es aber seit jahren kontngente in benachbarten kantonen (vorallem welsche) und in deutschland, england,frankreich, norwegen, usa etc., gibt, und scheinbar auch mehr fische als bei uns (schweizer beispiele sind orbe, areuse, doubs etc.), muss schon auch an den kontingenten liegen, sonst hätte solothurn jetzt nicht auch solche eingeführt, und die berner fischer haben selbst bei den äschen solche kontingente gefordert, (
der kanton wollte nicht, die fischer selbst schon, hut ab!).
kontingente hast man übrigens auch in der jagd und auch im pilzsammeln, und dies auch schon seit jahrzehnten, und scheinbar nützen sie auch dort, zumindest in der jagd.
ein kontingent ist einerseits eine steuerung der entnahme damit man gar nicht erst in versuchung kommt zu "übertreiben", ich habe andernorts ein fischer genannt, der jährlich in bergbächen um die 160 -200 forellen entimmt, bei einem jahreskontingent von 100 forellen pro jahr, also nicht mehr möglich. und bei einem tageslimit von bisher 6 forellen wäre bei 2 forellen also auch schon gegensteuer gegeben. klar kann man alle tage gehen, aber es ist nicht alle tage gleiches wetter und nicht alle tage gleich "bissig", mal kommt der bach braun etc. die natürölichen begerenzungen der natur spielen also bei kontingenten gleich selbst mit.
tatsache ist dass bei kontingenten die fänge auch gerechter verteilt werden, denn fischer die nicht alle tage fischen gehen können wie vielleicht ein pensionierte. 2 andere (rechenbeispiel) haben auch noch ne chance von den 6 potentiell bisher am gleichen tag von einem fischer entnommenen forellen auch 4 abzukriegen, heisst 6 werden an diesem tag durch 3 fischer geteilt, heisst jeder hat an diesem tag dank kontingent hat die chance 2 forellen zu entnehmen. wie gesagt spielt die natur mit, vielleicht gehen alle an diesem tag leer aus, aber fischen ist nicht "absahnen" damit irgendwelche patengebühren rentieren und wieder reinkommen, auch wenn viele fische eben noch so denken.
man kann kontingente auch unterstüzen, oder ganz auf kontingente verzichten wenn man schonmasse anhebt, aber hier kriegen viele traditionell denkende fischer gleich die oberkrise, höhere schonmasse wollen sie meist zuletzt, auch wenn de facto fangkontingente aufgrund des ziels fast dasselbe wie höhere schonmasse sind.
gerechter verteilte fangzahlen macht auch mehr zufriedene fischer, das ist in befragungen aus der ch und d bekannt. auch ein "massen-fischer ist zufrieden wenn er 2 statt wie bisher 6 forellen fängt, denn dies ist eine psychologische angelegenheit. solchen massen-fischern geht es darum das fanglimit zu erreichen, denn dann ist ihr bauch und das selbstwertgefühl gekitzelt und sie gelten vor sich, und leider oft auch vor anderen gleichdenkenen, dann als erfolgreiche fischer, weil die das mögiche ziel erreicht haben. bei kontingenten oder allgemein tieferen entnahmezahlen wird dieses streben nach der täglichen höchstfangzahl nicht tangiert, denn solchen fischern geht es ums prinzip des erreichens der höchstzahl, egal wie sie sich letztendlich zusammensetzt. und wie gesagt, wenn olche fischer das gegefühl haben sie müssten 160 forellen pro jahr haben damit sie gut sind, tun es 100, oder gar 60 statt 160 nämlich auch, sie gelten dann ja trotzdem vor sich selbst und den mitrennenden als "gute fischer".
gruss
sa