Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

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aleks

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von aleks »

T-Rig hat geschrieben:
aleks hat geschrieben:mein fluss ist keine topecke zum fischen
Kein wunder wenn du jeden massigen fisch entnimmst. :wink:
Jeden fisch nach hause schleppen aber dann jammern wenn die fischbestände zurück gehen.

dem ist nicht so dänu, komm und sieh dir mal an was die gänsesäger machen bei uns, den kannst du von der alte holzbrücke in baden zuschauen, er kommt geflogen immer schön dem fluss entlang und setzt sich ans wasser , taucht ab und ich denke mir, kommt der auch mal wieder hoch?????? neee
er kommt nicht! 50 meter weiter oben nach mehreren minuten seh ich in oberhalb...:(
ich denke nicht das ich oder andere überfischen.
und die kontrollen sind gut bei uns und das ist auch gut so! :D
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miKe
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Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von miKe »

@ Felchenmeister
Ich gehe zum Fischen aus Freude an der Natur auf dem See, bin gerne draussen an der Luft, und versuche mit Leidenschaft einen oder mehrere Fische zu Fangen- zu überlisten.
Ja, wenn ich den einen Fisch fange ist er aus Fleisch und Blut
- Fleisch - Fleischfischer.
Sonst währe ich ja Gärtner.
Dazu kann man kaum noch was anfügen! :wink:

Einzig: ich stelle immer wieder fest, das der Neid unter den Fischern, welche ja eigentlich "Gleichgesinnte" sein sollten, etliches höher liegt als in anderen Interessengemeinschaften... Woher kommt das? Sind das unsere "Urinstinkte"?

@ Forum: Lasst doch einfach den anderen Leben und jedem seinen Fisch von Herzen gönnen! Ansonsten brauchst Du nicht ans Wasser gehen. Es "könnte" nämlich immer ein anderer mehr als DU fangen!

Wir sind beispielsweise eine 5köpfige Familie die sehr gerne Fisch isst. Warum soll ich also nicht 10, 20 oder 25 Felchen (25 Stk. = gesetzl. Max. im Kt. BE) entnehmen ohne dabei im Forum von "Gleichgesinnten" angemacht zu werden? Warum kann ich nicht 30 oder 40 Eglis pro Vormittag entnehmen, wenn ich eh alle verwerte? Mache ich mich da zum Fleischfischer? Warum sollte ich mir nicht Portionen einfrieren dürfen um im Winter Eglifilets zubereiten zu können?

Es ist doch sehr erstaunlich, dass auf oder am Wasser selten so ein Theater über die Fänge gemacht wird wie hier im Forum. Schon mal aufgefallen? Ich wurde bspw. beim Felchenfischen noch nie dumm angemacht, wenn ich das Maximum gefangen habe. Ganz im Gegenteil! Da tauscht man sich aus und fragt nach dem Köder, der Farbe, der Form, etc... Hier zu schreiben, dass ich 25 Felchen mitgenommen habe grenzt wahrscheinlich schon an Selbstzerstümmelung! Nönö - nicht mit mir :lol:

Es versteht sich von selbst, dass ich es in keiner Art und Weise verstehe und goutiere, wenn jemand gefangene Fische im Tiefkühler unterbringt um sie nach einem halben Jahr im Müll zu entsorgen... So was macht mich sauer! :evil:

Es wäre sinnvoller wenn man hier voneinander ein bisschen was lernen würde, als dauernd auf dem andern rum zu hacken! :wink:

Petri & Gruss
miKe
Pebecke

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von Pebecke »

Dem schliesse ich mich vorbehaltlos an.
Und finde das eine Tolle Meinung.
Wie man so Sagt : den Nagel auf den Kopf getroffen.

:up:
fariofreak

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von fariofreak »

ich denke, ihr versteht da was falsch, denn für mich ist man noch lange kein Fleischfischer, nur weil man jeden Tag angeln geht. Für mich ist man ein Fleischfischer, wenn man es übertreibt mit dem Entnehmen, nicht mit dem Angeln gehen!
Mann muss doch nicht jeden Fisch rausnehmen, man kann ihn auch releasen! Wie stünde es wohl in Amerika und Skandinavien um Raubfische und Salmoniden, wenn jeder entnommen würde?
Es kann doch nicht sein, dass einer immer so viel Fisch wie möglich mitnimmt, nur um das Patent wieder "reinzuholen", klar, verwertet werden sie wohl in den allermeisten Fällen, aber die liegen dann einfach Monatelang im Tiefkühler.
Und ich finde, es gibt irgendwie moralische Grenzen. Denn: Muss ich während der Laichzeit auf Eglis fischen, auch wenn dies erlaubt ist? Muss ich, auch wenns mal gut läuft, so viele Hechte mitnehmen, quasi im Rausch, nur weil sie wegen dem Hechtbandwurm kein Schonmass, keine Schonzeit und keine Fangzahlbeschränkung haben? Und am Ende vergammeln vier Metrige im Tiefkühler... :|
Oder muss es wirklich sein, dass ich die Forellen nach dem Fang stundenlang lebendig in einem Lagel hältere, damit diese noch vor dem essen möglichst frisch sind?
Bei der Entnahme gibts für mich auch solche Grenzen. Diese sind zwar meistens vom Gesetz her definiert, sind aber auch nicht immer praxisgerecht.
Es sollte zwar jeder selber entscheiden können, wieviel er mitnimmt, aber es sollte schon eine prise Vernunft mitspielen, bei jedem Fisch, den man in den Händen hält, ob er nun entnommen wird(und auch bald verzehrt wird) oder ob ich nicht schon genug Fische eingesackt habe, und ihn deswegen release.
Börni

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von Börni »

fariofreak hat geschrieben:Mann muss doch nicht jeden Fisch rausnehmen, man kann ihn auch releasen! Wie stünde es wohl in Amerika und Skandinavien um Raubfische und Salmoniden, wenn jeder entnommen würde?
Also ich kenne einige Leute aus Skandinavien und ich kann dir erzählen, dass gerade dort jeder einzelne Fisch, ob benötigt, verwertbar oder nicht, entnommen wird.

Ein Bsp:
Ein schwedischer Bekannter erzählte mir, dass er beim Eisfischen manchmal gegen 30 Stk fängt und diejenigen, welche er nicht mehr brauchen kann, einfach neben dem Loch liegen lässt. "Die fressen dann die Füchse."

Der Punkt, weshalb es dort aber nicht schadet ist der, dass es eine so geringe Bevölkerungsdichte hat, dass es einfach nichts ausmacht. Anders in der CH.

Zu Amerika: Auch da musst du aufpassen: Sehr oft sind dort nämlich die Flüsse und Bäche private Strecken und somit fürs breite Publikum gar nicht befischbar oder es werden Karten zu horrenden Preisen verkauft, womit ebben auch eine gewisse Privatsphäre beim Angeln gewährleistet wird. Ergo hast du auch dort nur geringen Befischungsdruck. In den anderen Gewässern hast du dann etwa die gleiche Situation wie hier oder, weil die USA eben auch nur dünn besiedelt ist (Im Vgl. Zu CH), einen viel geringeren Befischungsdruck.

In der Schweiz hingegen gehören die Gewässer (mit ein paar Ausnahmen) zum "Gemeingut" und im Prinzip ist es ein leichtes für jedermann (legal) fischen zu gehen. ABER: Da wir eine so dichte Besiedlung haben, sprich mehr Leute auf kleiner Fläche, finde ich es nichts als richtig und notwendig, dass man sich auch darüber unterhält, wie die Gewässer und -dazugehörig- das Fischen gehandhabt werden soll/muss.
Allerdings bin ich auch der Meinung, dass es völlig daneben ist, einen Mitangler hier zu denunzieren, bloss weil er seine Möglichkeiten ausnutzt. Wenn dies dann mehr ist, als ein Gewässer verträt ist es halt schade, aber das ist ist nicht die Schuld des Fängers, sondern des Gesetzgebers, welcher eine solch hohe Fangquote zulässt!

Es wurde hier auch noch an die Selbstverantwortung eines jeden Fischers appeliert. Selbstverständlich soll jeder Fischer nach den Ressourcen des jeweiligen Gewässers entnehmen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer kann das wirklich vollumfänglich beurteilen???? Es gibt sicherlich ein paar hier die das können, aber die meisten wissen schlicht zu wenig über das gerade befischte Gewässer und das ist halt nichts, was ein Brevet oder ein SaNa vermitteln können, dafür ist es zu flach. Daher komme ich wieder zum selben Schluss wie schon einmal: Nicht der Fänger, sondern die Gesetzesgebung hat unrecht.

Und von wegen Paraghraphenurwald der dann entstehen würde: Es wäre so keine Sache im Reglement eine alphabetische Liste aller befischbaren (fliessenden) Gewässer zu erstellen mit den kurzen Angaben:
Limit tägl: x
Limit jährl. y
Mindestamss: z

In den meisten Fällen wäre die Liste der fangbaren Fische sowiso so kurz, dass vielleicht gerade mal 3-4 Arten aufgezählt werden müssten. Grössere Flüsse haben dann halt eine etwas längerere Liste. Aber wie viele hat es davon schon, ebenso wie Seen?

Aber nochmals: Hakt nicht auf dem Fänger rum, wenn er sein gesetzl. Limit ausnützt! Sonst werden bald die Fangberichte verschwinden! (Wie es momentan ja im Trend ist :evil: )
Zuletzt geändert von Börni am So 9. Nov 2008, 23:52, insgesamt 1-mal geändert.
Mario

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von Mario »

miKe hat geschrieben: Es ist doch sehr erstaunlich, dass auf oder am Wasser selten so ein Theater über die Fänge gemacht wird wie hier im Forum. Schon mal aufgefallen?
miKe
Hallo Allerseits,

Ich glaube das Zitat von miKe es genau auf dem Punkt bringt und schliesse mich seiner Aussage an. Hakt euch nicht gegenseitig ab. Das Fischereigesetz regelt die Entnahme der Fische und wir haben uns daran zu halten. Sind wir doch ehrlich, es ist ein schönes Gefühl wenn die Felchen Vollpackung mal erreicht ist. Es passiert ja nicht jeden Tag und wenn auch,das Gesetzt erlaubt es. Somit hat keiner das Recht diesem Fänger an den Karren zu fahren.

Das Wort "Fleischfischer" ist so eine Sache... ich kenne einen Asiaten,der in der Aare alle 2 Wochen eine Menge Rotaugen fängt. Seine Familie ernähren sich Hauptsächlich von Fisch. Er meint,dass Rotaugen gut zu fangen sind und wohlschmeckend sind. Ist er ein Fleischfischer? Meiner Meinung macht er nichts falsches.. Wenn ich in der Woche einmal Fisch essen will und die Möglichkeit habe diesen Fisch selber zu fangen bin ich ein Fleischfischer?

Wie Börni schreibt:
Hakt nicht auf dem Fänger rum, wenn er sein gesetzl. Limit ausnützt! Sonst werden bald die Fangberichte verschwinden!

und das wäre wirklich schaade :wink:
alpfish

Aus der Tiefkühltruhe

Beitrag von alpfish »

Die Tiefkühltruhe ist in diesem Thread ein sehr beliebtes Thema. Seltsamerweise ist es meist die Truhe der anderen. Und ich staune wie gut die Kenntnisse über deren Inhalt ist: Meist sind es arme alte vergammelte Forellen. Forellen die doch alle viel lieber in unseren Flüssen herumschwimmen möchten. Weil dann könnten sie ja auch von den Fischern die keine Truhe haben gefangen werden. Das wäre dann gerecht. Erschrocken über all die vergammelten Fische habe ich ängstlich mein Gefrierfach geöffnet, vorsichtshalber nicht eingeatmet und kontrolliert. Aha! da hat es noch welche vom Juni! Die armen Filets werden befreit, mariniert und in der Pfanne ausgesetzt. Die frische Luft tut ihnen offensichtlich gut und bald schon wechselt die Todesblässe auf ein appetitliches goldbraun. Ach sieht das lecker aus! Mit der Schaufel fange ich die frischen Brätlinge aus der Pfanne raus und auf die Teller. Fisch zu essen, von dem man erzählen kann woher er kommt, schmeckt doch doppelt so gut! :chef:
Börni

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von Börni »

Finde ich ein super Schlusswort, mein lieber alpfisch! :wink:

...denn in diesem Thread ist "Alles schon gesagt, nur noch nicht von allen" [Karl Valentin]!
gonefishing

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von gonefishing »

Felchenmeister hat geschrieben:
Ja, wenn ich den einen Fisch fange ist er aus Fleisch und Blut
- Fleisch - Fleischfischer.
Sonst währe ich ja Gärtner.
Na, du hast es gut. Und ich als Gärtner ziehe nur das ganze Kraut aus dem See :roll:
Krautfische, Holzfische... aber jetzt weiss ich wenigstens warum, falsche Berufswahl... ;-)
Schweizer Angler

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von Schweizer Angler »

für mich wie gesagt ein fleischfischer ist;

- wer fische vfängt und verkauft, aus der irrigen meinung und einstellung ein patent müsse rentieren und desshalb entnehme er soviel fische um diese zu verkaufen, so dass die patentkosten im minimum wieder reinkommen. solche leute sollen ein berufsfischerpatent kaufen (auch das kostet im kanton be sehr wenig), und mit dem netz losziehen. leider gibt es einige fischer die dem "rentieren-gedanken" unterliegen.

-selbstverständlich kann jeder die gesetzliche fanglimite immer auschöpfen und es ist ja legal, aber frage ist auch ob man immer in die vollen greiffen muss. der oberwähnte "rentieren-gedanke" spielt oft mit. andererseits können fischereiverwaltungen/pächter sinnvolle entnahmemengen (jahres, tages, wochen, monatslimits) und schonmasse einführen. solange wir aber fische in die gewässer reinbuttern wie wild, mit äusserst fragwürdigen überlebenschancen, so liegt nahe dass auch der gedanke herrscht "ich buttere maximal ins wasser rein also nehme ich auch maximal raus".

-ob jemand seinen tiefkühler füllt ist mir eigentlich egal, solange die fische gegessen werden oder nicht, auch ist es mir völlig egal ob von einem selbst oder bekannten, aber nicht fische lagen um sie dann doch zu chüderen.

gruss

sa
petrijünger79

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von petrijünger79 »

Bei mir landen Fische des öfteren im Gefrierfach....das hat auch einen ganz einfachen Grund....meistens fange ich nur eine oder maximal 2 forellen die das mass gut haben.....dies reicht jedoch bei weitem nicht für 4 hungrige Mäuler zu stopfen...und alleine einen fisch essen und der Rest der Familie geht leer aus macht auch keinen Spass. So werden die gefangenen fische "gesammelt" und wenns gut läuf gibt einmal im Monat ein richtiges Fest-Fischessen.
Deshalb denk ich Fleischfischer ist nicht gleich Tiefkühler-füller. Und wenn einer mal ab und an die Vollpackung mitnimmt im See dann find ich das auch völlig legitim und i.o.
fugs

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von fugs »

HI Leute
Aus meiner sicht ist gelegntliches ausschöpfen der Fanglimite ok. Jemand der dies macht um seine Kasse zu füllen oder um sein Ego im sozialen Umfeld zu stärken, muss es mit seinem Gewissen vereinbaren. Fakt ist, es bleibt legal(Na ja beim gewerblichen verkauf glaub ich nicht oder?). Die Aufgezählten Massnahmen für Fanglimiten (Tages-,Monats- oder Jahreslimite einer Fischart) werden wenig bis gar nix bringen. Auch ich habe von mehreren Fischern persönlich gehört, dass sie nach gefangener Tageslimite, einfach kurz nach Hause gehen um dann wieder am See weiter zu fischen. Dies kann man leider mit keiner Limite/ Gesetz verhindern, denn die überprüfung wird unmöglich. Zudem glaube ich, dass es den wenigsten vergönnt ist, regelmässig mit Vollpackungen nach Hause zu gehen...
Beim Wort Fleischfischer, fühle ich mich übrigens angesprochen, denn wie so viele im FF verwerte ich meinen Fisch auch. Ich Ziehe schon gar nicht ans Wasser ohne Hintergedanken, den gefangenen Fisch später zu verspeisen. :chef:
Ethische Fragen wie diese zu diskutieren find ich wichtig, denn sie zwingt uns zur Selbstrefelktion und nur an uns können wir arbeiten sowie Änderungen bewirken.
Schweizer Angler

Re: Fleischfischer oder keiner? / Naturschützer oder keiner?

Beitrag von Schweizer Angler »

@ fugs
Die Aufgezählten Massnahmen für Fanglimiten (Tages-,Monats- oder Jahreslimite einer Fischart) werden wenig bis gar nix bringen. Auch ich habe von mehreren Fischern persönlich gehört, dass sie nach gefangener Tageslimite, einfach kurz nach Hause gehen um dann wieder am See weiter zu fischen. Dies kann man leider mit keiner Limite/ Gesetz verhindern, denn die überprüfung wird unmöglich
eine überprüfung ist sehr wohl möglich bei sogenannten kontingenten und sie wird in einigen französischsprachigen kantonen die schon seit jahren kontingente (und vielerorts auch mehr fische, sprich salmoniden in bächen und flüssen) haben auch angewandt.

ein kontingent wie eine jahres, monats, wochen oder tageslimite betrifft meist eine oder mehrere fischarten und für den gesamten kanton. wenn es also heisst ich darf 2 äschen pro tag fangen, heisst dies nicht 2 äschen da und dann noch 2 dort. entweder eine da und eine dort, macht dann auch zwei, aber nirgends und auch nicht im gesamten tagestotal 2. da nützt nachhause fahren und abladen nichts, weil man die fische in der fangstatistik eintragen muss. selbstverständlich kann man "vergessen" seinen fang einzutragen oder ihn im stiefel verstecken (und die aufseher schauen oft auf die stiefel wie ausgebeult sie sind, ha ha), aber dann hängt man in einer kontrolle. und wenn man so verfährt hängt man so oder so, schon heute und dort wo es noch keine kontingente gibt.
wer am fluss auf forellen fischt, das kontingent abschöpft und dann auf den see auf felchen geht hat kein problem, denn wie gesagt sind kontiogente immer fischarten bezogen, und betreffend nicht die gefangenen fische aller arten im ganzen kanton am selben tag.

ich habe selber keine erfahrung mit kontingenten und danach mit einer auswertung des fischbestandes an meinen kantonalen gewässern, da es ja dort noch keine kontingente gibt. dass es aber seit jahren kontngente in benachbarten kantonen (vorallem welsche) und in deutschland, england,frankreich, norwegen, usa etc., gibt, und scheinbar auch mehr fische als bei uns (schweizer beispiele sind orbe, areuse, doubs etc.), muss schon auch an den kontingenten liegen, sonst hätte solothurn jetzt nicht auch solche eingeführt, und die berner fischer haben selbst bei den äschen solche kontingente gefordert, (der kanton wollte nicht, die fischer selbst schon, hut ab!).
kontingente hast man übrigens auch in der jagd und auch im pilzsammeln, und dies auch schon seit jahrzehnten, und scheinbar nützen sie auch dort, zumindest in der jagd.

ein kontingent ist einerseits eine steuerung der entnahme damit man gar nicht erst in versuchung kommt zu "übertreiben", ich habe andernorts ein fischer genannt, der jährlich in bergbächen um die 160 -200 forellen entimmt, bei einem jahreskontingent von 100 forellen pro jahr, also nicht mehr möglich. und bei einem tageslimit von bisher 6 forellen wäre bei 2 forellen also auch schon gegensteuer gegeben. klar kann man alle tage gehen, aber es ist nicht alle tage gleiches wetter und nicht alle tage gleich "bissig", mal kommt der bach braun etc. die natürölichen begerenzungen der natur spielen also bei kontingenten gleich selbst mit.
tatsache ist dass bei kontingenten die fänge auch gerechter verteilt werden, denn fischer die nicht alle tage fischen gehen können wie vielleicht ein pensionierte. 2 andere (rechenbeispiel) haben auch noch ne chance von den 6 potentiell bisher am gleichen tag von einem fischer entnommenen forellen auch 4 abzukriegen, heisst 6 werden an diesem tag durch 3 fischer geteilt, heisst jeder hat an diesem tag dank kontingent hat die chance 2 forellen zu entnehmen. wie gesagt spielt die natur mit, vielleicht gehen alle an diesem tag leer aus, aber fischen ist nicht "absahnen" damit irgendwelche patengebühren rentieren und wieder reinkommen, auch wenn viele fische eben noch so denken.
man kann kontingente auch unterstüzen, oder ganz auf kontingente verzichten wenn man schonmasse anhebt, aber hier kriegen viele traditionell denkende fischer gleich die oberkrise, höhere schonmasse wollen sie meist zuletzt, auch wenn de facto fangkontingente aufgrund des ziels fast dasselbe wie höhere schonmasse sind.

gerechter verteilte fangzahlen macht auch mehr zufriedene fischer, das ist in befragungen aus der ch und d bekannt. auch ein "massen-fischer ist zufrieden wenn er 2 statt wie bisher 6 forellen fängt, denn dies ist eine psychologische angelegenheit. solchen massen-fischern geht es darum das fanglimit zu erreichen, denn dann ist ihr bauch und das selbstwertgefühl gekitzelt und sie gelten vor sich, und leider oft auch vor anderen gleichdenkenen, dann als erfolgreiche fischer, weil die das mögiche ziel erreicht haben. bei kontingenten oder allgemein tieferen entnahmezahlen wird dieses streben nach der täglichen höchstfangzahl nicht tangiert, denn solchen fischern geht es ums prinzip des erreichens der höchstzahl, egal wie sie sich letztendlich zusammensetzt. und wie gesagt, wenn olche fischer das gegefühl haben sie müssten 160 forellen pro jahr haben damit sie gut sind, tun es 100, oder gar 60 statt 160 nämlich auch, sie gelten dann ja trotzdem vor sich selbst und den mitrennenden als "gute fischer".

gruss

sa
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