meine forelleneröffnung wurde eigentlich auf heute verschoben. ich war am 16.3 zwar am fischen, aber nur kurz, das wetter war ja nicht so toll.
heute dem 26.03.08 beschloss ich kurzfristig, an der berner aare die eröffnung nachzuholen.
ich packte eine fliegenrute ein, eines meiner sammlerstücke, eine gespliesste von fritz schreck aus den 50`er jahren in neun fuss länge für aftma 6.
dazu eine uralte fliegenrolle, ein automat welcher noch von hand aufgezogen werden muss, die rolle wiegt allein 275 gramm, die rute 170 gramm. zur schreck gespliessten passt deie rolle allerdings tip top, und das gesamte ist ausgewogen und wiegt gefühlsmässig nicht viel mehr als eine heutige k-faserrute.
an der aare bin ich um ca. 14.30 angekommen, rute montiert, sehr langes vorfach in 022 (spitze), und zwei nymphen drangehängt. wollte in tiefen zügen fischen und rasch auf tiefe kommen, was auch gelang. nun ja, es gab keinen biss, aber immer wieder algen an den nymphen, denn die aare schwemmte heute viel grünzeugs runter. der wasserstand war ideal, noch nicht wie in der wohl demnächst kommenden schneeschmelze, heute war "schönes" wasser und auch sehr klar.
ich fischte traditionell stromab und querüber, und fischte die nymphe auf zug, mal sehen ob so was kommt. es kommt nichts, ich fische diverse riesel, löcher und läufe ab.
aus dem augenwinkel sehe ich, wie märzbraune schlüpfen, nicht viele, aber immerhin. hmm, die fische steigen wohl kaum bei dem mageren angebot, denke ich mir.
ich schlendere der kiesbank am ufer entlang und werfe immer wieder querüber, lasse die nymphen abtreiben, ....nichts.
ich genehmige mit eine zigarette und schaue etwas gelangweilt aufs wasser. da...platsch, in etwa 20 meter entfernung ein ring? ob das ein steigen war, oder ein stein von oberhalb mir mit steinen spielenden kindern?
nochmals platsch...... nein, es ist ein fisch!
aber....hier hat es vorallem äschen, und waidgerecht wie ich bin, oder besser es sein möchte, denke ich wenn es eine äsche ist, werfe ich sie gar nicht erst an, denn sie hat schonzeit und wir haben auch noch ein moratorium, c&r fischen liegt mir auch nicht.
es wurmt mich aber.......
platsch, sie/es steigt weiter...... was nimmt das tier denn? da sehe ich eine fliege den bach runtertreiben, wieder eine märzbraune. nun macht es näher an mir platsch und die fliege verschwindet. das laute platschen wiederum ist eher äschen untypisch, da gibt es in der regel einen ring.
hmm, ich beobachte weiter. nun sehe ich beim erneuten steigen in ganz kurzes aufblitzen des fischbauches, er ist gelblich, könnte ein alet sein, oder dann eine bachforelle, obwohl die hier eher selten sind.
also probieren wirs doch. ich montiere eine trockenfliege, eine reehaarsedge, denn ich habe keine märzbraunen in der schachtel dabei. sie steigt nicht auf mein angebot.
ob wohl das vorfach zu dick ist? mein kollege und ich plegen immer zu sagen, und haben auch die erfahrung, dass die vorfachdicke wenn die fische hunger haben und man sauber präsentiert, eher eine untergeordnete rolle spielt.
also wechsle ich die fliege, nun eine äschenfliege, eine tups in grösse 14, aber anstelle mit hecheln hat die cdc-federn.
hmm, der fisch nimmt die wohl kaum, aber ich präsentiere schön auf 20 metern distanz, mit der gepliessten kommt der wurf aus dem ellenbogen ohne jedwelchen kraftaufwand, die rute arbeitet die schur von selbst steckengerade aufs wasser hinaus.
die fliege treibt ab, nichts. nochmals ein wurf, wieder nichts.
hmm, weiter machen, nicht aufgeben, denke ich mir.
päng, ein riesenplatsch, he das war meine fliege. verspätet, jedenfalls nach gefühl, schlage ich an und denke, der fisch hängt kaum bei meiner berner schlafwurftechnik.
haaa......er hängt doch!
es pocht in der rute (und im herz), ich habe ihn, hey geil!
der fisch zieht zum grund, stur in eine richtung. mist, ist wohl doch eine äsche dem drill nach, viel drillen für nichts, ich will es rasch hinter mich bringen, auch dem fisch zuliebe. ich forciere und wate mit dem fisch richtung ufer ins seichtere wasser, mann ist der stur!
ich sehe nun den fisch erstmals besser - höh, rötliche brustflossen, ist keine äsche. was ist es dann?
ich gebe nun noch mehr druck auf die rute, das "dicke" vorfach macht dies ja mit. der fisch kommt hoch und wälzt sich um die eigene achse an der wasseroberfläche - hey, eine bachforelle, und nicht die kleinste!
griff an den rücken zum feinmaschigen watkescher, überlegen ob ich den fisch nehme oder nicht.
ich nehme ihn,also den fisch zum kescher dirigieren und reinbugsieren. er ist drinn, uff, die widerhakenlose fliege sitzt tadellos im maulwinkel. als ich die rute auf dem kiesbett ablege fällt die fliege sofort aus dem maulwinkel, mein priest landet mit kurzen schlägen auf dem fischkopf, er ist nun bei manitou. jetzt noch ein herzstich und ausbluten lassen.
ich messe nach, ja erst jetzt, denn es war mir klar der hat das mass (muss 30 sein). er ist 38 cm, nicht schlecht für diese jahreszeit und mit der trockenen an der berner aare, denn meist erwischt man so eher die kinderstube.
so, eine digicam hatte ich nicht dabei, meine ist zu gross für ins fischerzeugs, aber ich wollte mir schon lange eine kleine im pocketformat kaufen, was ich morgen nun doch endlich tun werde.
fotos habe ich nun zuhause auf dem alten chromstal in der küche gemacht, ihr findet sie unter;
der mageninhalt der bafo bestand aus steinfliegen, köcherfliegen mit köcher, sowie zwei kleinen schon recht verdauten fischen. zudem lebte noch ein güegi (köcherfliege ohne köcher) und kroch im magen herum.
für mich war diese eröffnung toll. nicht zuletzt, weil ich das "antike" gerät erfolgreich eingesetzt habe und damit die fliegenfischer "gestraft" , die immer nur nach den neusten technologien schreien - man(n) fängt damit wede mehr noch besser, oder?
gruss
schweizer angler


